Verunanständigkeit

L.: Was hab‘ ich gesagt? Runter von mir. Finger weg. Ich bin eine anständige verheiratete Frau.
M.: Verunanständige dich! Kein Mann will mit einer langweiligen Frau ficken.

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Fit wie ein Elefantenbaby

H.: Hast du überhaupt trainiert?
L.: Hallo? Natürlich. Ich beweise es. Warte. Warte. Warte. Hier, das Video. Siehst du? Ich trainiere.
H.: Du liegst fast nackt faul am Pool herum und wackelst mit den Zehen.
L.: Das ist korrekt. What’s your point? Das ist ein wirksames Training, bei dem alle Muskelgruppen optimal beeinsprucht werden. Neuer Trend. Ganz beliebt in Deutschland.
H.: Klar. Die Ergebnisse sind erkennbar optimal in… dickem Deutschland. Was ist im Krug auf dem Tischchen?
L.: Mein Frühstück, Mittag- und Abendessen. Gurken, grob gerieben, Radieschen, fein geschnitten, Dill, Salz, Zitronensaft, Kefir und kaltes Wasser. Der Sommer war tropisch.
H.: Geeiste Gurkensuppe?
L.: Nee. Okroschka. Abgewandelt, vereinfacht, mit Vitaminen angereichert. Ich misshandle meinen ökologischen Kefirpilz, der in der Küche residiert.
H.: Du vegetarisches Scheusal. Ich verachte dich. Ist das ein Bauchansatz?
L.: How dare you? Ich bin schwanger.
H.: Ehrlich? In wievielter Schwangerschaftswoche?
L.: In acht… äh… in acht… undvierzigster.
H.: Echt?
L.: Yep. Ich erwarte ein Elefantenbaby.
H.: Aha. Ich geniere mich zu fragen. Eine grazile Frau wie du… ein Elefant… Wie weh tut die Liebe?
L.: Henry, du bist eklig.
H.: Ich bin eklig?! Ich exploitiere keine ökologischen Kefirpilze und verkehre nicht mit Elefanten.
L.: Bist du Rassist? Was hast du gegen Elefanten?
H.: Ich bin kein Rassist. Ich habe nichts gegen Elefanten. Ich bin verrückt nach Elefanten. Was sagt eigentlich Michael dazu?
L.: Er verachtet Kefirpilze. Ich muss zugeben, er fühlte sich von mir enttäuscht, aber er verzieh mir. Er wird das Elefantenbaby wie sein eigenes aufziehen. Die Kefirpilze wird er allerdings weiterhin diskriminieren.
H.: Ich verbeuge mich vor seiner Weisheit.
L.: War das Dylan?
H.: Was? Ich glaube schon.
L.: Gotta go. Danke für den Kampf.
H.: Hey, wo willst du jetzt plötzlich hin, schwangere Verräterin, xenophobe Kefirpilzhalterin?
L.: Ich bin keine Verräterin. Ich bin Opportunistin. Er hat mir versprochen, ich dürfe aus einem Karabiner schießen.

Io credo in Dio, Padre onnipotente, creatore del cielo e della terra

In Rom arbeite ich für den ältesten einflussreichsten mächtigsten Konzern, den die Menschheit hervorbrachte. Ich habe zwei der CEOs persönlich kennen gelernt. Wenn der Sicherheitsdienst des deutschen CEO am Sonntag das 500. Bestehungsjahr feiert, werde ich mit meinem Chef die Sixtinische Kapelle bewundern.

Im Heimatland meiner italienischen Vorfahren bin ich früher ausschließlich mit katholischen und jüdischen Männern ausgegangen, die nach dieser Aussage nicht schreiend weggerannt sind.

Nein, ich habe definitiv nicht an Verwirrtheitszuständen oder Entzugsdelir gelitten. Den Namen des Konzerns kennt wirklich jeder. Bloß am geistigen Überblick mangelt es.

* * *
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Von Göttern & Jungfrauen

L.: Ein netter Mann hat meinen Schreibstil als „erschreckend viril“ bezeichnet.
M.: Weiß er, dass du mein geistiges Eigentum klaust?
L.: Ich bin keine Diebin. Ich bin viel mehr eine Chronistin wie Josua Stylites oder Eusebius von Caesarea, wie Hermann von Reichenau oder Jakob Tschernorisez. Ich bin eine Art Sprachrohr.
M.: Metatron?! Bist du das?
L.: Grinse nicht. Hast du dich gerade in den Stand eines Gottes erhoben?
M.: Das war nur logisch. Wenn ich dein Gott bin, bist du dann mein Tempel? Du kannst auch die jungfräuliche Hohepriesterin sein. So oder so, unsere Begegnungen werden auf exakt die gleiche Weise enden.
L.: Ich verbarrikadiere mich im Adyton?
M.: Nein. Mit Stöhnen… mit Stöhnen und heftigen Muskelkontraktionen. Wehre dich nicht. Erfülle gefälligst dein Schicksal. Du bist dazu bestimmt.
L.: Anständige Götter bumsen ihre Chronistinnen nicht.
M.: Du hast mich enttarnt. Ich bin ein unanständiger Gott. Jetzt lege die Gewänder ab und erfreue dich an meiner überwältigenden Anwesenheit in dir.
L.: Nein, vielen Dank. Ich behalte meinen rituellen Pyjama an.
M.: Na klasse, ich wurde orgasmusfrei gestürzt. Weg mit dir. Ins Skriptorium, Chronistin!

* * *
Auf diesem Wege: Achim! Vielen Dank für Deinen lieben, klugen, reflektierten Kommentar.

#ficken vs. #thehungergames

ЛИНДА: Я не знаю, кто такие Джессика Лоуренс и Лиам Хемсвуд.
ЛАПОЧКА: Дженнифер Лоуренс и Лиам Хемсворт. Актеры из фильма „Голодные игры“.
ЛИНДА: Не читала, не стану читать. Не смотрела, не стану смотреть. Нет времени.
ЛАПОЧКА (злобно): Реже ебитесь, появится время.
ЛИНДА (добродушно): Всех книг не перечитаешь, всего голливудского говна не пересмотришь. Ты что-то не поняла, Лапочка. Наши попытки эффективного использования времени, справедливое разделение труда и сознательное ограничение социальной активности направлены исключительно на повышение качества, количества и частоты ебли. Понимаешь?

* * *
Думать о нем, тосковать, ждать с нетерпением. Погрузиться в него, как в свет. Скинуть на пол заботы. Почувствовать зарождение тепла внизу живота. Утонуть в его глазах, в его запахе, в его объятиях. Быть влюбленными, свободными, настоящими. Быть вдвоем во всей Вселенной. Всего то.

Пока мы не насытились любовью, пока мы испытываем желание, пока близость такая пронзительная, жаркая, сладкая, мы будем ебаться.

Послушай, мы примитивные: мы утоляем наш голод оргазмами. Пока его тело дарит мне наслаждение, пока моя кожа истончается от его ласк, пока мое лоно становится горячим и податливым, мы будем ебаться.

Лишь бы к нему прикоснуться. Припасть губами к его вискам, его векам, его шее. Целовать ему пальцы, ключицы, грудь. Терять чувство пространства и времени. Ощущать его в себе. Абсорбировать эмоции. Растворяться. Вздрагивать, пульсировать и содрогаться от рыданий. Засыпать, видеть сны и сразу забывать.

Он — Жизнь. Я им живу. Я им дышу. Мне безразлично, кто такая Китнис.

Back to the Roots

Mir wurde ein unbefristeter Job als Dolmetscherin/Übersetzerin für Arabisch-Englisch und Farsi-Englisch bei einem karitativen Verein angeboten.

Nach sechs Monaten, während der Flüchtlingskrise, bei einem evangelischen Bildungs- und Sozialwerk habe ich mir geschworen: „Nie wieder! Nie! Keine Jugendmigrationsdienste, keine Bürgerinitiativen, keine Nächstenliebe. I’m out. Ciao, tschüs, adieu.“

Deswegen habe ich mich beworben. *lol*

Drückt mir die Daumen.

Das Mitternachtsgewitter

Ein lauter grollender Knall weckt uns. Das Mitternachtsgewitter kommt von Südwesten her auf und vergrault den schwülen Tag. Der tosende Sturm reißt die Wolkendecke auf, so dass der Mond, der sich dahinter verbirgt, den Garten in ein falbes Licht taucht. Der Wind heult und tobt. Er zerzaust die Sträucher. Die Regentropfen prasseln, poltern und trommeln gegen das Fensterglas. Eine Tür fällt ins Schloss, und als der Donner gegen das Haus kracht, als beabsichtige er die steinernen Wände zu zerkrümeln, sie bis auf die Grundmauer niederzureißen und zu zerstören, bellen im Stall die Hunde.

Ein Blitz erhellt kurz darauf den Hof; die Luft knistert wie elektrisiert. Die Blitze, wie Feuer, flammen am Himmel auf. Blitzlichter lodern und folgen unentwegt aufeinander. Der Regen rauscht im zartgrünen Laub der Pfirsichbäume, die in großen Kübeln auf der Veranda wachsen und schlägt in die staubigen Physiognomien der Bäume. Monströse düstere Wolkengeschwader ziehen in rasender Geschwindigkeit vorbei. Furiose Donnerschläge erschüttern das Dach und verebben in einem ungeduldigen Grölen. Das Wasser in den Dachrinnen bildet unzählige sprudelnde Bäche, die sich sintflutartig auftürmen, nur um wieder die Treppen herunterzustürzen und in riesigen Pfützen zu verschwinden. Der Regen hämmert durch jede Ritze. Es rattert und knattert. Es lärmt. Der Garten wankt gespenstisch in der dröhnenden Finsternis zwischen Realität und Illusion, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Das heftige Sommergewitter wütet. Der Regen pulsiert und pocht wie eine lebendige Kreatur. Die Blitze züngeln. Ein kühler Luftzug tanzt gelassen im Raum umher. Während die Welt im Abgrund versinkt, zerbricht und wiedergeboren wird, finden wir wieder zueinander und lieben uns — behutsam, zärtlich, gefühlvoll.

Wir entzünden die Kerze der Liebe. Du liegst nackt in meinen Armen. Du bist wunderschön, warm und zerbrechlich. Ich schließe Deine Augen mit den Küssen und zeichne die Linien Deiner Lippen mit meinen Fingern nach. Ich will Deine Lust entfachen. Mein Mund sucht Deinen Mund, und wir küssen uns bis zur Vergessenheit. Gib bitte nach, gib Dich mir hin, finde in der Hingabe Erfüllung. Lebe mit mir in einem verrückten Traum. Verbinde Dich mit mir in einer Fantasie. Zusammen können wir eine Wirklichkeit erschaffen aus dem Chaos.

Ich küsse Dich ungeduldig und überlasse mich Deinen Küssen. Ich beiße in Deinen Hals und berühre Deine Drosselgrube. Ich vergrabe meinen Kopf an Deiner Brust. Meine Hand tastet nach Deinem Bauch, umklammert Deine Taille und gleitet hinab in den Schoß. Meine Finger schieben sich sanft zwischen Deine Beine. Mein Blick ruht auf Dir. Ich genießen Dich, schmecke Deine salzige Haut, spüre, wie Dir die Feuchtigkeit zwischen die Schenkel aufsteigt, höre Deine Stimme, die mich um Erlösung bietet, sehe, wie Du Dich windest und Deine Hüften vorschiebst.

Ich halte Dich festgepresst an meinen Körper, schüre mit meinen Liebkosungen die Glut in dem Deinen. Du bist hemmungslos, ungezügelt, ohne Scham. Dein Schoß brennt und fiebert. Er öffnet sich und verlangt nach mir. Dein Atem fliegt; der Herzschlag verschnellert sich. Du keuchst und stöhnst leise auf. Ich hebe Deine Arme über den Kopf. Ich dränge mich an Dich und senke mich auf Dich nieder. Ich dringe vor, durchdringe Dich, dringe in Dich ein und aus — in Deine Gefühle, in Deine Sinne, in Dein Geschlecht —, zuerst langsam und ruhig, als hätten wir alle Zeit der Welt, dann immer ungestümer, bis Du es nicht mehr aushältst, Dein Gesicht in meine Schulter hineindrückst, und bebst, und zitterst, und Deine Seele in die meine aushauchst. Unsere Verschmelzung krönt ein heftiger Orgasmus, der die Begierde bis zur Erschöpfung befriedigt. Dann wickelst Du Dich in ein Laken ein.

Eine Stunde später ist der Spuk vorbei. Das Gewitter zieht ostwärts ab. Der Regen flüstert sachte. Als die Geräusche allmählich verhallen, und der Mond silbern durch die Fensterläden scheint, schlummern wir ein, — engumschlungen, eingelullt in die selige Sommernacht wie in die Umarmung der Liebe.

Aufbruch nach Blaubeerpandora

Endlich! Es donnert. Es blitzt. Es regnet in Strömen. Die Bäume jubilieren. Die Pferde sind aufgewühlt. Die Katzen sitzen unter dem Bett und verfassen Beschwerdebriefe an Greenpeace. Im Wald wächst der erste Pilz.

Gleich werfe ich meine Kleidung weg und hüpfe in jede Pfütze hinein, die sich mir in den Weg stellt.

* * *
M.: Früher hättest du mich ins Gebüsch gezerrt und verunehrt. Ich bin enttäuscht. Was ist passiert?
L.: Ich bin eine alte weise Frau geworden, die an ihren Lebensabend denkt. Jetzt mache den Mund zu, ziehe den Badeanzug an und folge mir. Die Blaubeersträucher sehen so einladend aus. Lass uns aufbrechen. Warst du auf Pandora?

Once upon a midnight dreary…

Ich, zartes Maiglöckchen, wurde Opfer eines perfiden Übergriffes. Leider nicht seitens eines liebeshungrigen keltischen Kriegers.

Der Himmel hing so tief, dass ich mit den Fingerkuppen die Sterne anfassen könnte. Die Nacht erhellte der Sichelmond. Im Wald heulten Chupacabras. Ich lag auf einer weißen Decke, weich und kuschelig wie eine Wolke, in einer Gartenlaube, an deren Wänden sich wilder Wein emporrankte. Meinen Leib umhüllte die schwüle sommerliche Hitze.

Gut, ich lag im Bett und trug einen Pyjama, der nur aus einem Bikinihöschen bestand. Neben mir schlief unruhig der Mann, der wahrscheinlich davon träumte, wie er irgendeine doofe Schnalle knallt. Mein Unterbewusstsein beschäftigte sich hingegen mit reinen, unschuldigen Gedanken. Ich träumte vom Frieden auf der ganzen Welt, von der Weltherrschaft, alten Villen und Daniel. Wie alle Zwerge bin ich leicht größenwahnsinnig.

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Zitruseis

M.: Hast du das Eis schon immer so gegessen oder provozierst du mich einfach gern?
L.: Du bist nicht der Mittelpunkt meines Universums, Michael.
M.: Das ist schade, Linda, denn du bist der Mittelpunkt meines Universums. Und das, was du gerade mit deinem Mund machst, berührt mich durchaus.
L.: Ferkel. Ich bin nicht diejenige, die ständig an Blowjobs denkt.
M.: Nein, wirklich nicht. Ich habe auch nicht bemerkt und weise dich nicht darauf hin, dass du die Parallelen sehr wohl wahrgenommen hast. Noch ein Eis gefällig? Ein größeres? Ich denke übrigens nicht ständig an Blowjobs. Ich will dich nur lecken, küssen, streicheln, liebkosen, ficken und – das will ich allerdings ständig. Verklag mich.

Nö, werde ich nicht :D

Sieben

KEINE WERBUNG!

M.: Was möchtest du zum Geburtstag geschenkt bekommen, Baby?
L.: Nichts Besonderes. Ich bin bescheiden. Schenke mir einen Ferrari 275 oder einen Aston Martin DB11.
M.: Eine hervorragende Auswahl für die Familienmutter wie dich. Gäbest du dich eventuell mit einem U-Boot oder einem Hubschrauber zufrieden?
L.: Na, ich weiß nicht. Bezahlst du meine Privatpilotenlizenz?
M.: O Gott, nein!!! Du kannst die Menschheit inzwischen zu Land und zu Wasser bedrohen. Ich lasse dich nicht freiwillig in die Lüfte erheben.

* * *
Sieben wird unsere Große am siebten. Mysteriöse Sieben. Möge das kleine Wunder 7fach glücklicher, 7fach intelligenter und 7fach erfolgreicher sein als wir.

Kupferne Hochzeit

L.: Hat unsere Ehe nach sieben Jahren Patina angesetzt?
M.: Hast du den Wodka gefunden?
L.: Nein, ich habe von der Schwarzen Tollkirsche genascht.
M.: Nimm Abstand davon. Mach mir bitte keinen Kummer.
L.: Hast du gewusst, dass das siebte Ehejahr verflixt sei? Die Routine kehrt ein. Die Liebe bedarf sorgsamerer Hingabe und neuer Impulse.
M.: Findest du, wir hätten zu wenig Sex?
L.: Es geht nicht darum.
M.: Es geht immer darum.
L.: Höhlenmensch! Es geht um Respekt und Toleranz.
M.: An mir soll’s nicht liegen. Um sieben bin ich zu Hause. Ich werde dich gefühlvoll tolerieren; du darfst mich beim Respektieren viel härter anpacken. Sei nicht scheu. Hast du mit „neuen Impulsen“ eine neue fantasiereiche Stellung gemeint? Ich bin für jeden Vorschlag offen und zu jeder Schandtat bereit. Unsere gegenseitige Hingebung wird hoffentlich mit Stöhnen und heftigen Muskelkontraktionen ausklingeln. Eine schöne Vorstellung.
L.: Idiot! Ich brauche Kupferteller, Kupferkelche, Kupferflaschen, Kupfervasen, Kupferlampen und Kupferstiche.
M.: Kein Problem. Alles da. Alles in Reichweite. Ich habe nämlich vor sieben Minuten eine Manufaktur erworben, die sich auf die Herstellung von Kupfergegenständen spezialisiert. Um sieben werde ich dir die Kupferwelt zu Füßen legen. Werden wir eigentlich irgendwelche mythischen Traditionen oder Bräuche zelebrieren?
L.: Freilich. Wir werden uns Kupferkessel über den Kopf stülpen, nackig im Wald umherlaufen und die Dorfbewohner das Fürchten lehren. Später in der Nacht werden sie uns, mit Fackeln und Heugabeln bewaffnet, aufsuchen. Die Frösche werden gebraten. Bier und Wein werden reichlich fließen. Man wird tanzen. Man wird singen. Die Ernte wird verbrannt. Das Haus wird angezündet.
M.: Herrlich. Ich freue mich darauf. .אילת, אני אוהב אותך
L.: Vollidiot! Ich lege auf.

Das siebte Ehejahr war überwältigend.
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Der hebräische Satz heißt übersetzt „Ich liebe Dich, Ayelet!“; אַיֶלֶת (ayelet) steht für ein Reh und ist ein Frauen–vorname; אַיֶלֶת הַשַׁחַר (ayelet haschachar) bedeutet das Reh der Dämmerung, den Morgenstern. Warum wohl?

Là breith sona dhuit!

Unsere Kleine, unser Sonnenschein, Papas Drachenmädchen ist heute zwei geworden. Ich habe sie gefragt, was sie mit ihrem Leben anzustellen gedenke und wann sie ausziehen wolle? Sie hat mir die Zunge gezeigt. Wie unhöflich.

Zuerst machen sie sich in deinem Körper breit und treten dich von innen mit schweren Armeestiefeln. Dann lassen sie dich nachts nicht schlafen. Dann lernen sie dich zu beißen und kichernd von dir wegzurennen. Ungefähr mit einem Jahr werden sie selbstständig, verstecken deine Autoschlüssel und probieren das erste Mal deine Schuhe an. Sic transit gloria mundi.

Ach so, trollen tun sie dich auch noch:

„Mama, Mama, Mama. Mama, Mama, Mama. Maaaaaaaaama!“
„Sole?“
„Mama, sag Papa, dass ich ihn liebe. Mehr als dich. Jawohl.“

Hach, die Blumen des Lebens…
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Добро пожаловать!

Der Apologet der Romantik

Ein zärtlicher Kuss auf den Hals. Die Finger wandern sanft am Schlüsselbein entlang. Seine Hand liebkost meine Haut und verweilt auf der Brust unterhalb der Drosselgrube.

Ich lächle ihn an. Ich blicke in seine Augen. Er beugt sich über mich und flüstert verschwörerisch:

„Und, hast du in deinem Leben schon mal einen Schildkrötenporno gesehen?“

Viele halten ihn für arrogant, zynisch und skrupellos. Blödsinn! Der Mann ist ein Romantiker, wie er im Buche steht.

Sir Walter Scott, Edgar Allan Poe und Clemens Brentano würden sich für ihn sofort verbürgen.

Черенкование палых слов

Ты проникаешь в мою кору. Ты изливаешься в мои сосуды. Ты насыщаешь мое сердце нежностью и утоляешь мое желание шепотом. Я погружаю в мое дыхание стебли твоих палых слов, и они пускают корни. В полнолуние под тревожное уханье ночи я присыплю садовую землю пеплом сгоревших строчек, полью слезами и прошепчу заклинание над спящими почками, в которых прячутся желтые зонтики.

В городе безумствует дождь. В глубоком небе тонут стаи воронов. Я верю в наше с тобой бессмертие. Я верю в бесконечность. Нас никогда не засыпет червонными листьями. Нас не поглотит холодный северный ветер. Мы не ляжем камнем на дно осени. Души наизнанку. Крылья распахнуты.

Прильни ко мне. Обними меня крепко. Посмотри мне в глаза. Коснись губами виска, и твои мысли запутаются в моей буйной кроне. Я люблю тебя, потому что я люблю тебя потому что я люблю тебя потому что я люблю тебя.

Wortlos

Heute ist Dein Geburtstag, Baby. In allen Sprachen, die ich beherrsche, in allen Sprachen, die Du verstehst, suche ich seit einiger Zeit nach passenden Worten, mit deren Hilfe ich meine Liebe zu Dir ausdrücken könnte und begreife, dass diese gar nicht existieren.

Wie kann ich ein Gefühl beschreiben, das mich zum Lachen bringt und mir Flügel verleiht? Ich baue ein Wolkenschloss und verliere mich völlig in einem Labyrinth aus Träumen. Ich begleite Dich zum Nordpol und wohne einen Winter lang dem Zauber der Aurora borealis bei. Ich entledige mich meiner Kleider unter dem Regen und laufe nackt durch die Pfützen. Ich steige nachts auf das Dach unseres Herrenhauses und schreie laut in den Himmel, dass ich Dich liebe.

Wie male ich ein Gefühl mit Aquarellfarben, das ich gleichzeitig in einer vergessenen Krypta hinter verschlossenen Türen unter einer zerstörten Kirche verstecken und in den bekanntesten Galerien ausstellen will, um damit schamlos anzugeben.

Wie fotografiere ich ein Gefühl, die Fotografie einrahme und an die Wand aufhänge, auf dass ich sie betrachte, wenn Du nicht in der Nähe bist?

Und weil ich es nicht weiß, starre ich Dich wortlos an und warte ungeduldig darauf, dass Du aufwachst, mich anlächelst, mich küsst und umarmst.

Heute ist Dein Geburtstag, Baby, aber ich bekomme die Geschenke.

Umgeschriebenes Geburtstagsgedicht

Während Du ruhig daliegst geborgen in meiner Liebe, lausche ich Deinem Herzschlag und überlege mir, wie gerne ich Dich doch nachbilden würde mit meinen nackten Worten. Ich taste mit der Hand nach Dir und forme mit den Fingerkuppen die feinen Gesichtszüge nach: die kornblumenblauen Augen, die schmale Nase, den vollen Mund.

Ich wecke Dich zärtlich mit meinen heißen Lippen. Nicht nur Dein Verlangen erwacht langsam aus dem Schlaf, sondern auch die Gefühle, Hoffnungen und Sehnsüchte. Ich küsse Dich heil, ich küsse Dich wach, ich küsse Dich immer wieder. Ich liebe Dich, ich liebe Dich wach, Du verliebst Dich neu in mich.

Mit meinem gierigen Körper finde ich Dein Herz. Mit meiner glühenden Haut tröste ich Deine Seele. Ich atme Deinen Geruch ein, ich trinke Deinen Atem aus, ich hauche vorsichtig meine Seele in die Deine hinein.

Hey, wach auf! Ich habe für Dich ein Geschenk.

Der Tag des Schachs

M.: Apropos UNESCO
L.: Niemand hat die UNESCO erwähnt.
M.: Lass mich ausreden, Frau. …heute ist der Tag des Schachs.
L.: Faszinierend. Hier, ich verleihe dir feierlich eine Marille als Zeichen meiner Wertschätzung und Anerkennung deiner Verdienste um die Aufklärung meines Volkes. Fortan bist du der Ritter der Reifen Marille.
M.: Welch eine Ehre. Ich bin gerührt. Eigentlich wollte ich dir eine Partie Schach vorschlagen. Der Gewinner1 tröstet den Verlierer mit einem Blowjob. Was?! Wohin gehst du?

Ich brauche dringend die gusseiserne Bratpfanne und den Besen, die Insignien meiner Macht. Heute scheuche ich ihn über die Erdbeerfelder, jage durch die Wälder und folge ihm bis in den Teich.

Nächste Woche werde ich ihn vergöttern, anbeten und verwöhnen. Ich werde ihm dienen und jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Versprochen. In Florenz werde ich zahm wie ein Lämmchen sein.
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1Gewinner – Ich habe noch nie ein Spiel gegen Michael gewonnen.

„Jenseits“

Am 14. Juli vor 24 Sommern hatte mich mein Mann das erste Mal geküsst1. Meine Hände zitterten. Meine Beine knickten weg. Mein Herz raste. Vier Tage später habe ich das erste Mal mit ihm geschlafen2.

* * *
Ich war zehn, als die Engel der himmlischen Kanzlei mir das wertvollste Geschenk zuteilwerden ließen. Seine Großeltern Hannah und Konstantin brachten ihn zu uns zum Kennenlernen. Ich tobte und kreischte: „Mutter, ich will ihn nicht. Ich werde nicht russisch mit ihm sprechen.“

Ich habe mich geirrt.

Er ist mein Schicksal. Wir bergen eine Seele. Er hat mich zur Frau genommen. Ich habe ihm fünf Kinder geschenkt. Russisch ist unsere erste Sprache gewesen, weder Deutsch noch Englisch, weder Farsi noch Ivrit. Meine schönsten Liebesbriefe an ihn habe ich in Russisch verfasst.

* * *
Zwei Jahre drückten wir gemeinsam die Schulbank in Mainz. Vier weitere Jahre brauchte er, um das Abitur von einem Londoner Internat zu erhalten. Er langweilte sich. Poor baby. Die Genies sind ungeduldig. Er hatte die Scheiße satt.

* * *
Am 14. August vor 24 Sommern war ich fast sechzehn. Die Sonne schien. Die Raben stritten. Ich unternahm eine Wanderung um meinen damaligen Freund herum wie eine graziöse Saiga. Ich zwickte, schubste und pöbelte ihn an. Zärtlichkeit, Wärme, Zuneigung erfuhr ich selten. Da blieb plötzlich ein Junge, der über den Bürgersteig entlang der Straße ging, direkt neben uns stehen und drehte sich um. Ich schaute ihn düster an: „Was glotzt du? Kenne ich dich? Ich kenne dich, nicht wahr? Миша?!“

* * *
Es war am späten Abend. Es regnete in Strömen. Ich hatte nicht vor, seinen Kuss zu erwidern. Ich hätte nie zugegeben, dass ich die ganze Nacht an ihn dachte. Die Schmetterlinge waren erwacht. Als er mir beim nächsten Wiedersehen sagte: „Ich habe an dich gedacht.“, antwortete ich stolz: „Und? Ist das mein Problem?“.

* * *
Unsere Gefühle haben den Verlust unseres Sohnes, unsere Trennung und eine abgrundtiefe Krise überdauert. Ohne Richards Hilfe, ohne Michaels Mut, wäre unsere Liebesgeschichte eine Trilogie geblieben: „Paradies“, „Erde“, „Hölle“.

Wir sind bei „Jenseits“3 angelangt. Vor acht Jahren haben wir ein neues Kapitel aufgeschlagen. Jetzt sind wir glücklich.

Bald fliegen wir nach Florenz4, in die Heimat meiner Ahnen und für eine kurze Zeit wird er nur mir gehören.
__________
1perché forte come la morte è l’amore (русский, Deutsch, English)
2Über außerirdische Entitäten
3А Love Story in Five Pictures (русский)
4La bellezza di Firenze (русский)

Мое прибежище

Мишка говорит: я верю в нас, на этом моя вера заканчивается, этого достаточно, чтобы быть счастливым, с тобой, с детьми, с друзьями, с животными, с работой. Мы научились жить равномерно, без ссор, без драм и без погромов. Мы научились любить в глубину. Мы научились любить спокойно, без предательств, без лжи и почти без ревности. Наша любовь циклическая.

Мишка говорит: я люблю тебя с четвертого класса, я любил тебя раньше, я люблю тебя сейчас, я любить тебя буду всегда. Мы научились оберегать нашу любовь, это согревающее чувство, которое живет в нас и обволакивает паутиной света наш дом. Мы научились беречь друг друга, ограждать от ночи, быть милосердными, когда говорим правду, доверять и прощать. Когда я смотрю в ясное небо его глаз, я теряюсь и нахожу себя сызнова. Мой мир отражается в этом небе. Когда он улыбается исподлобья, я забываю и вспоминаю все, что имеет значение. Когда он заключает меня в объятия, фантомные скелеты моих крыльев начинают свербеть, обрастая новой плотью — перо за пером. О, какими сильными были у меня крылья. О, какой я была бесстрашной.

B Мишкe мое спасение. Мишка отдавал, и отдавал, и отдавал, ничего взамен не требуя, отворял душу настежь и осыпал меня всем, что имел: восторгом, преданностью, простодушием, дружбой и любовью. Мишка стал источником всего, чего мне остро не хватало: доброты, понимания, радости, счастья и ласки. Я нашла в Мишкиной любви прибежище. Без Мишки меня не существует.

Linda Goes Berlin*

Oder: Eine Biene im Honigtopf

Am Samstag hat sich mein Weisheitszahn, das querulante Arschloch, wieder gemeldet als Memento an die heitere Lebensfreude, die vor zwei Wochen Besitz von mir ergriff und uns alle mit märchenhaften Augenblicken überschüttete: „Das Leben ist Marter. Sei nicht übermütig. Fröne keiner Völlerei. Weiche von Ilja. Du bringst ihn aus der Ruhe. Hallöchen! Wie geht’s? Hast mich nicht erwartet, gell?“ Dann kichert er und meißelt sumerische Piktogramme mit gewaltigen, dröhnenden, quälenden Hammerschlägen in meinen Unterkiefer.

Wenn ich die Bilderschrift richtig entschlüsselt habe, handelt der Traktat von unprätentiösem Wesen, Ergebenheit und noch mehr Demut.

Ob ich ein Sommercamp für Kinder eröffnen sollte?

* * *
Die Zahnschmerzen lindern Salbeitee, Gewürznelken und ein sanfter sinnlicher Mann.

Das Urchaos in den Kinderzimmern merzen freiwillige kleine Monster, Spülmittel und ein Wischmopp aus.

Gegen Iljas Abreise hilft keine Panazee, aber ich werde mit Crêpes Suzette und Champagner zum Frühstück fürliebnehmen.

* * *
Bleibt gesund! Hadert nicht mit dem Schicksal. Und ich frohlocke, denn morgen findet das Konzil mit Herrn Dr. G., dem Heiligen meines Vertrauens und dentalen Exorzisten, statt.
__________
*„Ingrid Goes West“, Schein vs. Sein, empfehlenswert

Über die toten Seelen*

Denke um. Reagiere nicht. Lerne Erinnerungen zu evozieren.

Versage dem Feuer das Substrat für die Existenz. Lasse die Kreatur, die das Feuer der Zerstörung zu entfachen trachtet, schonend – pikant gewürzt mit Selbstgewissheit, Hass und Aversionen –, in der eigenen Galle garen, auf dass sie die Würde bewahre und sich in aller Stille annihiliere. Sei gnädig. Du. Bist. Lebendig!

Schließe dich den Menschen an, mit denen du auf einem gemeinsamen Pfad, obzwar steil und dornig, wandeln kannst: weg von der Dunkelheit; zum Licht, zur Hoffnung, zur Liebe hin.

* * *
Christians Worte.
__________
*Trolle, Hamster, Hater; Nikolaj Gogol, „Die toten Seelen“

Das Glück

Warum denke ich bloß an Michael, immer wenn ich eine Kornblume sehe?

* * *
Ich bin die Verkörperung der Demut. Ich wohne seit einer Woche mit zwölf Kindern in meinem Kibbutz. Beat me!

Ich war nie glücklicher. Es gibt nichts Besseres. [Trotz der Proteste unserer Katzen.] Der Mann kommt auf dumme Gedanken und würde gerne die Kontrazeption absetzen. Ich verbarrikadiere mich in meinem Schlafzimmer. Wenn Du mich bumsen willst, mach’s einfach, weck mich nicht auf. Ich schlafe ein, kaum mein Kopf das Kissen berührt.

* * *
Am Wochenende verabschieden wir den schönen Wolgadeutschen, seine Frau Nadja und deren beide Kinder. Samu darf ich auch nicht behalten. So gemein.

Chris und Theresa schließen sich dem Grillfest an. Sie haben zwei Kinder :D

Divide et impera

Ein guter Mann!

Nach all den Hetzkampagnen, Verunglimpfungen und Lügengeschichten, die unsere deutschen Massenmedien – mit eifriger Unterstützung ihrer europäischen und amerikanischen Pendants – in den letzten Jahren über Russland verbreitet haben, ohne dass jemand einen legitimen Einspruch erhoben hätte, sei dieser Triumph den Russen vergönnt.

Bei der Liveübertragung eines Fußballspiels gestaltet es sich prekärer, Fake News kontinuierlich zu generieren und alternative Fakten zu fabrizieren. Sport war schon immer politisch.

* * *
Nadja und Ilja sind da. Wir schauen noch „Wag the Dog“ und „Special Correspondents“, essen den Kühlschrank leer und freuen uns auf einen grenzenlosen Horizont, sternenreichen Himmel, Wind, Regen und… Freiheit von der Krux der Zivilisation.

Spätestens in acht Tagen sind wir in Glückstadt.

Who is Ethan?

L.: Was verstehst du schon von Frauen?
E.: Was verstehst du schon von Männern? Hast du einen nackten Mann aus der Nähe betrachtet?
L.: Nein, ich fiebere diesem aufregenden Ereignis noch entgegen.
E.: Also, wenn du möchtest, wäre ich bereit…
L.: Nein, nein. Sei mir nicht böse, aber du bist nicht mein Typ.
E.: Ehrlich? Wer ist denn dein Typ?
L.: Ich vergöttere schwangere Kobolde mit Glatzen.
E.: Das ist einleuchtend. Sogar ich bin bei dieser Beschreibung steif geworden.
L.: Eine faszinierende Geschichte. Lege sie für die Enkel nieder.
E.: Witzig. Hast du nicht behauptet, Frauen wählten oft Männer, die ihren Vätern ähnlich aussähen?
L.: Die Hypothese vertrete ich weiterhin.
E.: Ich habe deinen Vater doch gekannt. Er war größer als ich.
L.: Er hat leidenschaftlich gerne High Heels getragen.
E.: Was du nicht sagst. Er hatte keine Glatze.
L.: Rabenschwarz, lockig, voll? Eine osteuropäische Echthaarperücke.
E.: Diesen Verdacht hegte ich insgeheim.
L.: Es freut mich, dich aufgeklärt zu haben. Mein Vater war eigentlich blond. Viel blonder als Richard.
E.: Besitzt dein Bruder auch osteuropäische Echthaarperücken?
L.: Er ist weltoffener. Seine Kollektion der Echthaarperücken ist exquisit.
E.: Weiß er davon?
L.: Ich äußere mich nicht zu dem Sachverhalt.
E.: Vernünftig. Was ist mit der Schwangerschaft?
L.: Edles Korsett. Ich entsinne mich mit Vergnügen dieser sorglosen Zeiten. Mein Vater stand auf, frühstückte, duschte. Meine Mutter schnürte sein Korsett eng. Hach. Ich schenke dir eine erotische Korsage aus Satin mit zarter Spitze zum Geburtstag.
E.: Zu gütig. Ich fühle mich überwältigt. Ist deine Liebe zu mir so stark, kleine Lügnerin?
L.: Ich lüge nicht. Ich interpretiere die Wirklichkeit. Mein Mann gehört einer Nation von Geschichtenerzählern an.
E.: Welche Nation ist das präzise?
L.: Wahrscheinlich alle fünf. Zur Intensivierung des Effekts.
E.: Warum hast du dich für ihn nur entschieden?
L.: Ich leide Tantalusqualen. Jetzt ziehe die Decke nicht über deine Hüften. Entehre mich, bevor er nach Hause kommt.
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About the Nation of Storytellers in My Life

Die Meilensteine

„Was willst du hier, Muttersöhnchen? Verpiss dich von meinem Grundstück!“
„Heiliger Himmel, du bist wunderschön.“

Dies waren die Worte, die mein Mann und ich vor zehn Jahren nach einer 6-jährigen Trennung miteinander wechselten.

„Der Mond ist auf die Erde gestürzt… Was war das denn? Wann hattest du das letzte Mal Sex?“
„Vor sechs Jahren. Alles Andere war Masturbation: egal, ob mit der Hand oder mit einem Frauenkörper.“

Dies waren seine Worte, nachdem ich das erste Mal Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr. von ihm gehört hatte. Es bedurfte einer Nichtigkeit: acht Jahre zusammen, sechs Jahre in parallelen Wirklichkeiten. Ich verhielt mich unnachgiebig. Es waren immerhin fast zehn Minuten seit unserem Wiedersehen verstrichen, bevor er in mir das erste Mal in dieser Nacht kam.

„Heirate mich.“
„Wie bitte? Ich habe dich nicht verstanden.“
„Du hast mich verstanden. Heirate mich. Ich bin kein schlechter Mann. Du wirst es gut bei mir haben.“

Wir lagen im Bett. Mein Bauch wölbte sich. Ich habe nie an unserer Ehe gezweifelt.

„Gott, was machen wir jetzt?“
„Sorge dich nicht. Wir schaffen das. Ich werde jedes Kind großziehen, das du mir schenkst.“

Wir hegten ein Baby um. Wir erfuhren gerade vom Gynäkologen, dass ich mit Zwillingen schwanger bin. Mein Herz rutschte in die Fersen. Für einen kurzen Augenblick sah ich, wie das Blut aus seinem Gesicht wich.

Ich bin stolz auf meinen Mann. Sein Wille ist ehern. Ich werde mich nicht mit fremden Federn schmücken, obwohl er oft genug betont, dass hinter einem erfolgreichen Mann immer eine starke Frau stehe*.

Ich glaube, ich hatte keinen Vogel abgeschossen. Der Phönix selbst ging freierdings in mein Netz. Zu seinem Versprechen bekennt er sich bis heute. Er kümmert sich inbrünstig um meine Kinder, und sie schauen zu ihm auf.

Die Romantik ist überbewertet. Nur die Taten zählen. Gestellte Fotografien in sozialen Medien verwandeln das Leben nicht in ein Märchen.

Fata Morganas bleiben Fata Morganas. Die Erzengel sind echt.
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*Wer ist der Autor dieses Zitats?

et lucifer oriatur in cordibus vestris*

L.: Your stepmother told me I bring light into the world.
M.: I am come a light into the world, that whosoever believeth on me should not abide in darkness1. Und wir wissen genau, wer der Lichtträger ist.
L.: Und wir wissen genau, wessen Großmutter Morgenstern hieß. Wie ist es eigentlich, wenn einem sowohl der Erzengel als auch der Drache2 innewohnt, der verschmäht und in die Hölle hinabgestürzt wird? Beide sind Krieger. Beide sind Lieblingssöhne. Der tugendhafte botmäßige Zelot gegen den rebellierenden Verführer, in einem äonenlangen erbitterten Kampf um die Gunst des Vaters gefangen.
M.: Inconsistency, disunity, emotional turmoil. I wage my war. I have my moments. Es ist überraschend idyllisch hier, tief im Abgrund der ewigen Verdammnis.
L.: Natürlich. Wozu zweifeln und staunen? Ich teile mein Leben mit dem Fürsten der Finsternis.
M.: Ich liebe die Demiurgin der Wollust und der Sünde. We are far from perfection. Just concede defeat and I will bestow the most magnificent panoramic view over my entire empire upon you. I promise.
L.: You mean our bed?
M.: That’s exactly what I meant. You’re such a smart woman, dearest.
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*II Petri 1,19 VUL
1John 12:46 KJB
2Offb 12,7

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3:30 Uhr. Die Zeit für einen gemütlichen Spaziergang mit den Zerberussen. Wir haben eh nicht geschlafen.

Professor Unrat lässt grüßen

L.: Wo gehst du jetzt noch bitte hin?
M.: Ins (nuschelnd) …uff.
L.: Wohin? Ins Puff?
M.: Doch nicht ins Puff. Ins Kabuff.
L.: Haben wir neuerdings ein Kabuff? Lesen wir neuerdings Heinrich Mann?
M.: Wenden wir neuerdings den Pluralis Majestatis an?
L.: Ja, bei uns ist neuerdings der Größenwahn ausbibrochen*. An allen Miseren sind die Biber schuld.
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*Lapsus Linguae: ausbibrochen statt ausgebrochen

Extremsport zum Wochenende

L.: Baby, was machen wir am Freitag?
M.: Wir besteigen den Mount Everest und segeln die Sieben Weltmeere um.
L.: Okay. Ich treibe „Bullets over Broadway“ auf. Du bestellst die Pizza.

* * *
H.: Ein wenig windig heute.
L.: Haley, übertreibe nicht so maßlos.

Linguistische Paradigmata

L.: Michael, was machst du?
M.: Siehst du’s nicht? Ich liege auf der Couch und denke Gedanken.
L.: Du denkst Gedanken?..
M.: Ich denke Gedanken! Was passt dir nicht daran? Manchmal träume ich Träume. Manchmal fantasiere ich Fantasien. Willst du mit mir einen Fick ficken?
L.: Einen Fick ficken entspricht nicht ganz dem Paradigma, wessen du dich so großzügig bedienst.
M.: Wen interessiert’s?! ich bin Ausländer. Ich bin kein Linguist. Runter mit dem Höschen.

Ich überlege gerade, auf welche Art und Weise ich ihn töten werde… Hat jemand den wütenden Mob gesehen?

Bobos vs. Höhlenmenschen

L.: Kein vegetarisches Frühstück für dich.
M.: Erfahre ich auch den Grund dafür?
L.: Ich habe auf dich gewartet und zwei Männer belauscht, die eine halbe Stunde lang über Vorzüge von Amaranth und Quinoa diskutiert haben. Ich bin trocken wie die Sahara. Ich habe genug von Warmduschern. Sei du selbst: rüde, rüpelhaft und ungehobelt.
M.: Ich könnte dir die Niagarafälle anbieten. Was? Du hast mit den geografischen Vergleichen angefangen.

* * *
L.: Bevor ich deine Familie kennen gelernt hatte, aß ich wie ein Kolibri.
M.: Nun gut, jetzt isst du wie eine verfressene Ente, aber ich finde es sexy.
L.: Watch it!
M.: Au! Hast du mich gerade getreten?
L.: Nein, nein. Ich wollte mit dir unter dem Tisch füßeln.
M.: Füßeln… von wegen. Au, das hat wehgetan.
L.: Ach, verzeih mir, mein Liebling.
M.: Ha-ha. Daneben. Aua!

* * *
L.: Nur die Götter wissen, wie ich dich ertrage. Du solltest mich fürs Bundesverdienstkreuz vorschlagen.
M.: Eigentlich wollte ich mich an die UNESCO wenden und dich zum Weltkulturerbe erklären lassen.
L.: Eine weise Entscheidung. Ich unterstütze dich.