Katzerina Fettels Alltag

Es war eine stille Nacht. Die Gedanken schweiften ab. Das Harmagedon brach herein. Ich erlebte vor Schreck meine erste außerkörperliche Erfahrung.

Es ist jetzt amtlich. Unsere Katze kann fliegen. Gestern absolvierte sie erfolgreich ihren Jungfernflug im Wohnzimmer. Die Gardine inbegriffen. Und auch die Gardinenstange. Und die Träger. Das Maß ist voll.

Ich wollte heute ein deftiges deutsches Abendessen zubereiten, aber stattdessen wird es geschmorte Katze mit Serviettenknödeln und Rahmwirsing geben. Dazu warmen Apfelstrudel mit Vanilleeis.

Ich muss allerdings erwähnen, dass das zukünftige Schmorgericht nicht besonders besorgt aussieht. Es hat sich hinter der Couch verbarrikadiert, bügelt seinen Kampfanzug, schärft die Krallen und wartet geduldig ab. Sechs weitere Räume mit Gardinen sind schließlich in der Wohnung zu finden.

* * *
Wenn die Katze nicht gerade schläft, frisst, kotzt oder das Gebäude bis auf die Grundmauern niederreißt, fährt sie Rennen. Sie fährt inzwischen einen Rennstaubsauger, einen Renngeschirrspüler, einen Rennwäschetrockner, eine Rennwasch-maschine und ein Rennskateboard.

Aus diesem Grund nennen wir sie Katzerina Fettel. Oder einfach – ach du kleines bescheuertes Scheusal.

You’re a fool, Φιλύρα!

„Wie kannst du mich nur lieben? Ich bin schwach, erschöpft, wankelmütig und charakterlos. Ich. Bin. Völlig. Unnütz.“
„You’re a fool, Φιλύρα! Other than that you’re the best wife in all possible worlds. Du bist nicht schwach. Du bist ein bisschen erschöpft. Du bist weder wankelmütig noch charakterlos. Dich zu lieben ist leicht. Wenn du so willst, bist du meine Karyatide.“
„Versteinerte Hure?“
„Keine versteinerte Hure. Steinerne Göttin. Hör auf mit dem Blödsinn. Du bist meine Galionsfigur, meine Nymphe und meine Hyade, Gebieterin über meine Sieben Meere. Du beschützt meine Galeone vor den steilen Felsen, gefährlichen Riffen und wütenden Sturmwinden. Ohne dich versänke ich auf dem Meeresgrund.“
„Auf dem Meeresgrund sind Ruhe und Geborgenheit.“
„Auf dem Meeresgrund sind Hoffnungslosigkeit und Tod. Ich könnte dich gar nicht lieben, wenn du keine Sonne wärst. Wenn wir zusammen sind, erfüllst du meine Seele mit Licht und Wärme. Wenn wir getrennt sind, bist du meine Armillarsphäre, mein Astrolabium, mein Polarstern. Für dich schlägt mein Herz. Nach dir richten sich meine Gedanken. Zu dir führen alle meine Pfade. Dank dir finde ich jedes Mal aus dem Labyrinth der Verzweiflung zurück ins Leben, meine launische Ariadne. Wegen meiner Liebe zu dir glaube ich an Gott und an den Himmel. Ich liebe dich, Φιλύρα! Bitte weine nicht, es ist halb drei.“
„Ich weine nicht. Ich bin unendlich traurig.“
„Take off your nightie. I’ll show you the way to paradise.“
„Schwachkopf.“
„Ich kann dich leise lächeln hören…“
„Und ich kann dich sehr gut leiden…“

Ты – дурочка, Φιλύρα!

Heliozentrisches Weltbild

Baby, Du bist meine Sonne.

Lach nicht, denn mir ist nach Heulen zumute. Ich bin bitterernst. Leg Deine Hand auf meine Brust und fühl, wie mein Herzschlag aussetzt, wie die Angst meine Kehle zuschnürt.

Du bist meine Sonne, Baby. Hörst Du? D u   b i s t   m e i n e   S o n n e. Keine transzendente, keine metaphysische Sonne, die den Tag in Gold ertränkt, die Luft mit Honig füllt und Gewässer in Bernstein verwandelt. Nein! Keine frostklirrende Polarsonne, deren Licht die Gletscher bricht im ewigen Zuchthaus aus Eis; keine tobende Wüstensonne, die das Leben als Geisel hält, nur um es endgültig zu vernichten. Nein!

Du bist die wahrhaftige Sonne: Wut, Zorn und Ekstase. Verzeih mir! Du bist mein Fegefeuer, mein höllenheißes Gestirn. Deine Strahlen verätzen meine Haut wie Salpetersäure. Deine Wärme schmilzt meine Muskelfaser. Du dringst in mich ein, fließt durch meine Adern, veränderst meine DNA-Helix und schreibst den genetischen Code um, alle Nucleotidtripletts aufhebend: LLL. Du umgibst mich, rankst an mir empor, verschlingst mich von innen nach außen. Du erfindest mich neu, definierst und versiehst mit einem Namen.

Wären wie Sumerer, würde ich Dich anbeten, meine Besitztümer zu Deinen Füßen werfen und meine Seele auf Deinem Altar darbieten wie eine Opfergabe. Lebten wir im alten Ägypten, würde ich Dich in einem Turm ohne Türen einsperren. Ich würde meinen Atem in Dich einhauchen, Deinen Mund küssen, in Deine Brüste beißen und Deinem Schoß huldigen, bis wir uns in Verzückung auflösen. Du würdest in meiner Liebe ruhen. Wären wir Babylonier, würdest Du meinen Untergang bedeuten, und ich würde straucheln, und stürzen, und Dich mit in den Abgrund reißen.

Du gehst nicht auf. Du gehst nicht unter. Du bist immer schon da. Punkt. Aus. Du bist immer schon da gewesen. Flüsternd, heimlich, verborgen, verboten. Auch dann, wenn ich an Dich nicht dachte.

Du ersetzt mich durch Dich. Nichts bleibt übrig. Und alles. © Mike

Über Gebete

XY: Was macht eine temperamentvolle Frau wie du, wenn ihr Liebhaber verreist?
L.: Wir beide wissen, welche Antwort du dir erhoffst.
XY: Ist das so?
L.: Ja, das ist so! Sie betet inbrünstig.
XY: Wirklich?
L.: Wirklich! Sie betet inbrünstig mit einer Hand zwischen ihren Beinen. Das Gebet hört sich folgendermaßen an: „Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gooott…“
XY: Haha. Witzig.
L.: Zufrieden mit der Antwort? Übrigens: Wenn der Liebhaber heimkehrt, hört sich das Gebet anders an.
XY: Nämlich?
L.: Mikey, Mikey, Mikey, oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gooott…
XY: Ich hasse dich ein wenig.
L.: Ich weiß, ich weiß.

* * *
Ich vermisse Dich unheimlich, Blödmann! Komm nach Hause.

Sternenkinder

Звездные дети:
PStRÄndG, HB 635

Once upon a time, there was Candy and Dan. Things were very hot that year. All the wax was melting in the trees. He would climb balconies, climb everywhere, do anything for her, oh Danny boy. Thousands of birds, the tiniest birds, adorned her hair. Everything was gold. One night the bed caught fire. He was handsome and a very good criminal. We lived on sunlight and chocolate bars. It was the afternoon of extravagant delight. Danny the daredevil. Candy went missing. The days last rays of sunshine cruise like sharks. I want to try it your way this time. You came into my life really fast and I liked it. We squelched in the mud of our joy. I was wet-thighed with surrender. Then there was a gap in things and the whole earth tilted. This is the business. This, is what we’re after. With you inside me comes the hatch of death. And perhaps I’ll simply never sleep again. The monster in the pool. We are a proper family now with cats and chickens and runner beans. Everywhere I looked. And sometimes I hate you. Friday ―― I didn’t mean that, mother of the blueness. Angel of the storm. Remember me in my opaqueness. You pointed at the sky, that one called Sirius or dog star, but on here on earth. Fly away sun. Ha ha fucking ha you are so funny Dan. A vase of flowers by the bed. My bare blue knees at dawn. These ruffled sheets and you are gone and I am going to. I broke your head on the back of the bed but the baby he died in the morning. I gave him a name. His name was Thomas. Poor little god. His heart pounds like a voodoo drum.

                              ― Luke Davies, Candy

At my feet, a squashed tin glints rustily inside a funnel of sand. Around me, silence and a kind of spring emptiness. There is no death. The wind comes tumbling upon me from behind like a limp doll and tickles my neck with its downy paw. There can be no death.

My heart, too, has soared through the dawn. You and I shall have a new, golden son, a creation of your tears and my fables. Today I understood the beauty of intersecting wires in the sky, and the hazy mosaic of factory chimneys, and this rusty tin with its inside-out, semidetached, serrated lid. The wan grass hurries, hurries somewhere along the dusty billows of the vacant lot. I raise my arms. The sunlight glides across my skin. My skin is covered with multicolored sparkles.

And I want to rise up, throw my arms open for a vast embrace, address an ample, luminous discourse to the invisible crowds. I would start like this: “O rainbow-colored gods . . .”

                              ― Vladimir Nabokov, Gods

Alte Last

zögere nicht und verzweifle . schlag mir die Flügel ab . du brauchst dafür kein Schwert . ein stumpfes Brotmesser reicht aus . ohne diese Flügel . werde ich nie wieder fliegen . ohne diese Flügel . werde ich lange stark bluten . aber vielleicht . aber vielleicht . aber nur vielleicht . werde ich lernen zu gehen

Wandelt im Geist,

so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen (Gal. 5,16)

Schreibe mit! Es könnte sich als nützlich erweisen.

Überfalle einen völlig fremden Mann in deiner Dusche, wenn er nackt und wehrlos ist, wenn er angenehm duftet. Mach ihn so glücklich, dass er sich vergisst. Lächle ihn danach süffisant an und stolziere feierlichen Schrittes aus dem Badezimmer. Lass ihn einfach erstaunt zurück mit bebender Stimme, schwerem Atem und entrücktem orgiastischem Gesichtsausdruck. Drehe dich nicht um und schäme dich nicht deiner List. Stampfe leidenschaftlich mit nassen Füßen auf den Boden.

Es stellt keinen hohen Kraftaufwand dar und währt nur eine kurze Zeit, versetzt ihn dafür in einen Zustand starker Erregung. Seine Gedanken kreisen den ganzen Tag nur um dich. Er kann seine Finger nicht bei sich behalten, stiehlt alle deine Küsse und macht dich gegen Mitternacht so glücklich, dass du dich vergisst.

Es sei denn, dein Fremder befindet sich in Asien und macht dich mit kurzen Textnachrichten erbarmungslos geil. Gemeiner, verdorbener Sünder!

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Ich bin entspannt und besonnen. Ich ruhe in mir. Das Licht der Tugend umgibt mich. Ich bin eine zarte Blume der Züchtigkeit, die von der Frucht der Begierde nie gekostet und sich am Quell der Triebhaftigkeit nie gelabt hat. Om mani padme hum. Om mani padme hum. Om mani padme… Damn it! Ich blühe auf. Ich werde mich doch letztendlich selbst beflecken, aber der Wille war stark.

Пароксизм шести утра

Four Months

Süßes Glühwürmchen Sole, unser himmlischer Sonnenschein, ist jetzt vier Monate alt.

Mein Schwiegervater hat neulich gemeint, sie wachse gar nicht. Und ob! Sie ist viel größer und schwerer geworden, seit wir sie aus der Klinik nach Hause mitnehmen durften. Fotos lügen nicht.

Was könnte ich über unser Glühwürmchen sagen? Sie schläft weniger. Sie ist deutlich aufgeweckter. Sie ist unglaublich ungeduldig. Sie erforscht die Umgebung und lutscht an allem drum herum. Sie nimmt das Spielzeug in den Mund und kaut mit Freude an ihrem Beißring. Die Katze gefällt ihr. Ihre Schwester gefällt ihr. Ihre Brüder gefallen ihr. Auch der Taufpate. Aiden, verzweifle nicht!

Kleidergröße 62. Frisch geimpft, daher quengelig.

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Unser Herzchen versucht sich zu drehen. Das Liegen auf dem Rücken ermüdet sie. Sie ist wissbegierig und will sich bewegen. Sie wedelt mit den Ärmchen, hilft sich mit den Beinchen, greift nach dem Rüssel des violetten Plüschelefanten und dreht sich auf die Seite. Dann verlassen sie die Kräfte. Sie ist halt noch ein Winzling. Sie ist griesgrämig und beschwert sich, also gebe ich ihr den letzten Schubs. Wenn sie zufrieden auf dem Bauch liegt, lobe ich sie. Sie lächelt. Ich schmelze dahin. Pures Glück.

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Höre ich ihr nebenbei zu, wie sie sich mit mir, mit den Engeln oder mit der Außenwelt unterhält, bekomme ich den Eindruck, wir hätten einen kleinen Drachen gezeugt, denn kein Menschenkind gibt vor sich solch rätselhaften Laute.

Topografie der Küsse

Auf Deine Schläfe, hinter Deinem Ohr, in Deinem Nacken, an Deinem Hals, auf Deinen Mund, auf Deine Drosselgrube, zwischen Deine Schulterblätter, entlang Deiner Wirbelsäule, auf Deine Lendenraute, unter Deine Achselhöhle, auf das Muttermal am Ansatz Deiner Brust, auf das Muttermal an Deinem Knie, auf das Muttermal an der Innenseite Deines Schenkels, auf Deinen Bauchnabel, auf Deinen Venushügel, zwischen Deine Beine

küsse ich Dich in meinen Gedanken. Immer und immer wieder. © Mike

Über Sumpftrolle & Schurken

Drei Schurkereien vollbrachte die Katze am Wochenende:

1. Sie bezwang nachts die hohen Gipfel der Gardinen im Speisesaal. Wir mussten sie retten.
2. Sie entführte meine Merinowollsocke und hüllte sich in Schweigen. Die Socke verzweifelte derweilen am Leben in einem düsteren Verlies.
3. Sie zähmte zu guter Letzt das mystische Ungeheuer namens Kobold VR200 und ritt es tollkühn durch die Wüste des Wohnzimmers. Unser kleiner Sohn, der achtzehn Monate alt ist, eiferte ihr nach.

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Mein Mann geht heute für drei Wochen auf Geschäftsreise. Ich bleibe zu Hause und fechte um mein Ansehen als Alleinherrscherin gegen fünf niedliche, reizende, grandiose und unglaublich freundliche Sumpftrolle.

Omnes sancti Angeli et Archangeli, omnes sancti beatorum Spirituum ordines, omnes sancti martyres, orate pro nobis. Propitius esto, parce nos, Domine. Propitius esto, exaudi nos, Domine. Amen.

Das wird lustig.

Über außerirdische Entitäten

Meinen Mann stelle ich auf dem Übungsgelände inzwischen nur so vor:

Das da hat mich vor fünf Jahren, nach zwölf Jahren wilden Treibens, unbegreiflicherweise geschwängert und geehelicht. Es nennt sich Michael. Model XY der Luxusklasse. Hochintelligent, hochbegabt, hochgewachsen. Kann gut kochen. Kann gut küssen. Macht wunderschöne Kinder.

Als ich fünfzehn war, verlor ich meine Unschuld an ihn. Als ich zwanzig war, erklärte er mir den Umgang mit einer Beretta 92. Als ich fünfundzwanzig war, überlebte er einen schweren Anschlag während der Befreiung des irakischen Volkes von Erdöl und Erdgas zu Gunsten amerikanischer Konzerne. Shock and awe. Shit happens, buddy! Als ich dreißig war, schenkte er mir ein desolates Herrenhaus mit einem Obstgarten. Als ich fünfunddreißig war, lehrte er mich mit einem Recurvebogen zu schießen. Jetzt befindet sich auch eine Armbrust Orion von Scorpyd in meinem Besitz. Ich übe tüchtig. Ich bin eine Prophetin der Endzeit.

Sieht wie ein Mann aus. Hört sich wie ein Mann an. Fühlt sich wie ein Mann an, wenn er in mir drin ist. Ist aber in Wahrheit eine feindselige außerirdische Entität, die zur Erde abgesandt wurde zwecks Versklavung der Menschheit.

Was war passiert? Er wurde einer nackten Frau ansichtig, erkannte sie und vergaß den Befehl. Seitdem schlage ich mich mit ihm herum, ohne mit dem Schicksal zu hadern, denn das Leid erleuchtet die Seele, beflügelt den Geist und veredelt das Wesen.

* * *
Folgendermaßen schätzt er sich selbst ein: A Résumé (English).

Zu bescheiden, wie ich finde.

Doppeltes Glück

Unsere hübschen, gutherzigen, seelenvollen, lebenslustigen, lauten, verzogenen, endlos geliebten Goldkinder sind heute Nacht vier Jahre alt geworden.

Sie sprachen vor wenigen Wochen recht bescheidene Wünsche aus und wollten unbedingt das festliche Essen par excellence kredenzt bekommen:

leckere Piiizzza!!! Yippee!

Wir küssen euch und umarmen fest, unsere honigsüßen Engel!

Three Years (English, русский)
Два года (русский)

Küsse

Meine Seele . findet Ruhe . zwischen deinen . schönen Beinen. © Mike

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Sanft geweckt . von deinen Küssen . auf meinem Venushügel.

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Deine Küsse — . gezähmte Schmetterlinge — . flattern sanft auf meinem Venushügel.

Plötzlich Vater

Michael war zwei Tage in Aberdeen, deswegen hat sich Kostja zu einem Anruf nach Berlin hingerissen. Als der Hörer am anderen Ende der Leitung abgenommenen wurde, hat er fröhlich gegrüßt:

Daddy, Daddy, hallo, Daddy, ich vermisse dich sehr.

Noch nie in seinem Leben war der kinderlose Simon so nah an einem Herzinfarkt.

Kids rule!

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Майк был два дня в Абердине, поэтому Костя решил порадовать его звонком в берлинский офис. Когда на том конце провода сняли трубку, он с энтузиазмом поздоровался:

Папочка, папочка, привет, папочка, я по тебе скучаю.

Еще никогда в своей жизни не был бездетный Саймон так близок к инфаркту.

Завтра позвоним в Сан-Антонио. Взбодрим бездетного Гидеона.

Like Father, Like Daughter

Am Donnerstag hat meine Tochter den Speisesaal dekorativ verschönert. Bei der Einnahme der Mahlzeiten betrachte ich jetzt mit zarter Ergriffenheit an der Wand unter dem Fensterbrett den Ehrenkodex der USMA, an der ihr Vater ausgebildet wurde:

A cadet will not lie, cheat, steal, or tolerate those who do.

Die Handschrift ist noch unbeholfen. Die Buchstaben hüpfen wie übermütige Hasen. Ihre Größe und Form variieren ständig. Wen kümmert’s?

Die Tochter strahlt. Der Vater ist selig. Die Katze kotzt vor Begeisterung im Wohnzimmer.

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Am Freitag hat meine Tochter unerwartet herausgefunden, dass das Zeitalter der Auflehnung gegen die elterliche Unterdrückung angebrochen war. Sie hat sich ihre wunderschönen lockigen Haare vor einem Spiegel selber geschnitten. Die Zwillinge haben geholfen.

Leider könnte ich nicht annähernd beschreiben, wie elend ihr Vater ausgesehen hat, als sie sich ihm in ihrer optimierten Gestalt offenbarte.

Seit dem Friseurbesuch am Samstag trägt sie übrigens den gleichen Haarschnitt wie er während seines Dienstes beim Militär.

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Indes bringt sich die Katze bei, wie man einen Staubsauger fährt, aber das ist eine andere Geschichte.

Das Mammut oder der böse November

Meine Güte, wo kommen die Mücken her? Es ist doch Mitte November!

Die Katze freut sich allerdings. Sie fängt die Mücken und verspeist sie genüsslich; dabei schmatzt und grunzt sie so laut, als hätte sie ein Mammut niedergestreckt und würde es samt Knochen vertilgen.

Ich erwarb in einem Laden eine Insektenfalle mit blauem UV-Licht. Die Mücken hat sie nicht angelockt. Mein kleiner Sohn und eine fette Fliege haben sich aber äußerst interessiert gezeigt. Nachdem die Fliege medium well gewesen war, stank es im Schlafzimmer so bestialisch, als hätte die Katze das erlegte Mammut vor dem Verzehr auf dem Rost gegrillt.

Das Fenster steht offen. Die Katze jagt auf dem Balkon eine Libelle. Eine Libelle! Was soll das?

Diese Ereignisse erinnern mich an die Novelle „Der Alligator oder das böse Jahr“ von Frank Thiess.

Nun warte ich auf die Wiederkehr der Schmetterlinge.

IQ in Zentimetern

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der IQ einiger Männer in Zentimetern gemessen wird. I.e.,

sein IQ beträgt fünf Zentimeter. Im erigierten Zustand.

Ob dies wissenschaftlich nachgewiesen wurde?

Du bist…

… meine Königin, meine Ketzerin, meine Göttin. Du bist meine germanische Kriegerin und meine florentinische Kurtisane. Du bist mein innigster Gedanke und mein sehnlichster Wunsch. Ich entdecke Dich, ich erkenne Dich, ich bekenne mich zu Dir.

Du bist mein Aberglaube, mein Irrglaube, mein Glaube. Du bist mein Lieblingsgemälde, meine kunstvolle Skulptur, mein erhabener Tempel. Ich lese in Dir wie in einem Liebesgedicht und finde jedes Mal neue Zeilen. Du bist meine Kerze in der Nacht und meine Sonne am Tage. Du verführst mich und gibst Dich mir hin. Du küsst mich gierig und entziehst Dich meiner Liebkosung. Du spielst mit mir, reizt mich, bringst mich um den Verstand, dann tänzelst Du, lachst und versprichst das Paradies auf Erden.

Du bist mein Wunder, mein Geheimnis, meine Sehnsucht. Du bist meine Ewigkeit, die Zeit davor, das Leben im Jenseits. Du bist meine Wirklichkeit und mein Traum, meine Zauberin und meine Hexe. Du bist meine zarte Lindenblüte, mein erquickender Wasserfall, meine Schöne. Du bist mein Mädchen, meine Freundin, meine Geliebte.

Meine verboten Frau, mein angetrautes Weib, mein geliebtes Wesen.

Ich liebe Dich bis zum Wahnsinn.

Komm, zieh Dich aus, lass uns ficken. © Mike

postapokalyptische Romantik

durch die zerstörten Kirchenmosaiken . in einem zerbrochenen Fensterrahmen . neben einem Menschen Löwen Adler und Stier . neben all den Cherubim Seraphim und Thronen . sehe ich jeden Morgen beim Aufwachen . einen grauen obszönen postapokalyptischen Himmel . behangen mit bleiernen und giftgrünen Wolken . ich könnte sie schön nennen . wären sie nicht so träge

in der stillgewordenen Welt existieren fast keine Farben . keine zwitschernden Vögel keine brandenden Wellen . keine aufkeimenden Blüten auf entschlafenen Bäumen . es herrschen Seuche Verwesung und radioaktiver Fallout . unter dem grauen obszönen postapokalyptischen Himmel

es gießt immerdar in Strömen . heißen Schwarzen Regen mit Cäsium und Strontium . es gibt nur selten einen Wind dafür aber die Sonne . diese heiße gleißende Sonne die unsere eiskalte Welt verbrennt . mit ihren nuklearen Strahlen . durch das enorme Ozonloch

nachdem fünftausend Megatonnen explodiert hatten verbrannte die Welt zu Asche . versank in Ruß und Staub . es überlebten nicht nur die Stärksten im Lichtblitz der Apokalypse . eine natürliche Dezimierung ein Leben getaucht in Dämmerung

mein Erzengel trägt keine Flügel keinen byzantinischen Nimbus . es befinden sich in seinem Besitz weder Tunika noch Sandalen . über seinem Gefechtshelm rotieren stählerne Rotorblätter . er ist ein eschatologischer Bote ein Krieger des Fegefeuers

jeden Morgen beim Aufwachen versuche ich krampfhaft zu finden . eine vollkommen erneuerte Sprache obsolete disponible Wörter . vergessene linguistische Konstrukte die mir helfen könnten . meine Liebe zu ihm zu definieren

in dem willkürlichen Chaos

Die Würde des Erzengels ist…

LINDE: (In einer fröhlichen Runde, leise ins Ohr flüsternd) Wo ist mein versprochener Orgasmus?
ERZENGEL: Was denn? Jetzt gleich?
LINDE: Ja, unbedingt.
ERZENGEL: Na gut. Du lenkst die Meute ab, während ich würdevoll unter den Tisch gleite.

* * *
ERZENGEL: Ich habe echt kein leichtes Leben hier, Kate. Du kannst mir aufs Wort glauben. Ich werde permanent beleidigt, als Vollidiot beschimpft und mit Orgasmen stillgestellt.
KATE: Oh you poor baby! Lass mich dich aus deinem Elend erlösen und deinen Platz einnehmen.
ERZENGEL: Just keep dreaming, darling. Nein, ich werde diese Bürde weiterhin selbstlos mit Würde ertragen.
KATE: Verstehe ich gut, ich würd‘ auch nicht tauschen wollen, obwohl ich zugeben muss, dass mich die Dualität ‚Orgasmus gegen Würde‘ doch sehr reizt, und ich dich ganz gerne deine Würde bei einem Orgasmus bewahren sehen würde. Nicht aus voyeuristischen Überlegungen heraus, wo denkst du hin, aus reinem Wissensdurst.

Über Geilheit und schriftstellerische Begabung

Weißt Du noch? Meine erste unanständige Geschichte schrieb ich, nachdem wir miteinander gefickt hatten. Ich saß auf dem Bett mit gekreuzten Beinen und spürte, wie Dein Samen aus mir langsam sickerte. Ich versuchte mich zu konzentrieren. Du warst dabei keine Hilfe. Du lehntest mit Deiner nackten Brust gegen meinen Rücken, küsstest meinen Hals, fuhrst mit Deinen Händen über mein Becken, streicheltest die Innenseite meiner Oberschenkel und flüstertest mir Schweinereien ins Ohr, bis ich es vor Geilheit nicht mehr aushielt, in Deiner Umarmung versank und mich Dich hingab — wieder und immer wieder.

Es dauerte eine Weile, aber die Geschichte ist gut geworden. Man munkelte, Du hättest sie geschrieben, denn keine Frau benutzt so eine derbe Sprache. Ich wurde königlich entlohnt. Vom Geld konnte ich mir ein schönes Kleid kaufen, mit Dir in ein Restaurant schick essen gehen und danach hart bis zur Erschöpfung ficken. Ich brauchte schließlich eine neue Geschichte ;)

Nel cuore della notte

Das geisterhafte Königreich des Schattens eroberte die Welt der Abenddämmerung. Wie ein Falke breitete es seine Flügel über die ganze Stadt aus und verdeckte die Sicht zu der lebendigen Wärme des Lichtes.

Auf dem düsteren Baldachin des Himmels erschienen Myriaden von Sternen, flimmernden kostbaren Edelsteinen, die ihre Magnifizenz dem Ozean abgrundtiefer Finsternis darreichten. Bronzene Laternen ähnelten den erstarrten Hütern der Gebieterin Nacht. Kein Geräusch, keine Stimme störte die Einsamkeit und den stolzen Schlaf der Bäüme entlang des Pfades. Die Hektik des Glanzes wich devot der Erhabenheit des Reiches der Nacht. Mit einem Schleier des Arkanums umhüllte sie die Welt. Die Macht der inspirierenden Ruhe gebot über jede bestehende Erscheinung unter der Sonne.

Ich ging durch die Dämmerung des Gartens. Ich kannte die Nacht. Sie war meine treue Gefährtin. Die Obhut gewährte sie mir, bot mir die Sicherheit an. Sie sprach zu mir durch ihr Schweigen und brachte den Frieden in meine desperate Welt.

Seit einer Ewigkeit flüchtete ich mich in ihre Arme. Ich entsagte dem Schrecken der Erinnerung. Ich floh vor meinem Herzweh, Vereinsamung und Zerrissenheit. Ich stellte mir Fragen, sehnte Antworten herbei. Es gab aber keine.

Ich bat ihn um Erlösung; ich bat ihn, mich gehen zu lassen. Seine Antwort war aber stets die Stille.

Zärtlichkeit ist, wenn ich sehe,

wie Deine Augen leuchten, wie Deine Stimme sich verändert, wie Dein Atem sich beruhigt, aber die Hände trotzdem fast unmerklich zittern.

Dann ziehst Du mich hoch, küsst zum Abschied auf den Mund und drückst fest an Dich, sodass mein Herz vor Liebe zu Dir schmerzt, Michael.

Zärtlichkeit ist,

wenn Du in der Badewanne sitzt und Deine Knie aus dem Wasser herausragen, so rund, glatt und schön, aber ich dabei keine Sekunde lang daran denke, Deine Beine zu öffnen, über Dich zu steigen und Dich zu nehmen, zuerst hart und heftig, bis Du Deine Lust laut in die Welt hinausschreist und dann sinnlich und erwartungsvoll, bis Du leise in mein Ohr stöhnst, sondern einfach nur daran, wie gerne ich diese Knie umarmen und mit meinen Küssen bedecken würde. © Mike

Three Months

Die Zeit rennt! Unsere Tochter Sólveig ist heute drei Monate alt geworden. Sie sieht aus wie ihr Vater. Sie hat schöne Lippen, lange dichte Wimpern und große Augen, die so kobaltblau sind wie sommerliche Kornblumen.

Sie ist sehr pflegeleicht und weint nur selten. Sie ist ein gesprächiges Baby. Sie summt, jauchzt, gurgelt und quietscht. Wenn sie nicht kichert, dann wundert sie sich. Sie staunt über alles: über unbekannte Menschen, Tiere und Musik. Sie erkennt uns, erwidert unseren Blick und schenkt uns ihr strahlendes Lächeln. Ihr Vater ist in sie vernarrt.

Inzwischen ballt sie ihre Hände nicht mehr zu Fäustchen. Sie winkt und hampelt mit den Armen. Sie strampelt kräftig mit den Beinen. Wenn sie auf dem Bauch liegt und neue Geräusche vernimmt, versucht sie ihren Kopf und ihre Schultern vom Boden zu heben.

Ich und ihr Taufpate Aiden sprechen mit ihr deutsch. Michael und unsere Kinder unterhalten sich mit ihr auf Englisch. Der Chupacabra im Katzenpelz schnurrt vergnügt.

Könnte man glücklicher sein?

Das Alptraum-Nächtebuch

Mein schottischer Mann wiederholt des Öfteren, dass sein Deutsch miserabel wäre. Ich unterstütze ihn voll und ganz. Ich schäme mich auch ein bisschen für ihn.

So sieht das miserable Deutsch meines Mannes aus ;)
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Warte! Beweg Dich nicht, bleib liegen. Erzähl mir etwas sinnvoll Bedeutungsloses. Wen interessiert es, wenn Du so verheißungsvoll offen und weich bist? Dich gibt es doch gar nicht. Ich habe mir Dich erträumt. Ich habe mir Deine Existenz herbeigewünscht. Ich stille mein Verlangen nach Dir zwischen fremden Beinen und in fremden Mündern, damit ich hinterher unruhig schlafen kann. Dich gibt es doch gar nicht. Meine Lieblingswörter bestehen aus vier Buchstaben. Cunt, dick, fuck, arse, tits. Dein Name gehört nicht dazu. Dein Name ist eine Ausnahme.

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Im Nirgendwo der Nacht spiele ich eine Partie Schach mit meiner Schlaflosigkeit auf dem Schachbrett des Himmels. Sterne sind Spielfiguren. Deine Sterne. In meinem Himmel.

Wenn meine Hände Dich berühren, erwacht in Deinem Schoß eine winzige Welle. Du bist eine Wellengöttin. Ich lade Dich ins Kino ein, kaufe Dir ein Eis, begleite Dich danach zu mir. Und ich lecke Dich, und ich ficke Dich, und ich lasse Dich kommen. Natürlich nicht sofort, zuerst quäle ich Dich ausgiebig in einer endlos unendlichen Schleife an der Schwelle zum Orgasmus. Wenn Du mir Deine Ekstase vorenthältst, will ich Dich immer sofort gegen die Wand drücken, vor Dir knien, unter Dein Sommerkleid greifen, Dein Höschen herunterreißen, Dich so lange in Erregung versetzen, bis Du um Gnade flehst — und dann zurückweichen. Wenn Du mich darum höflich bittest, schiebe ich meinen Schwanz in Dich hinein.

* * *
Drei mal drei Quadrate unterteilt jeweils in vier rechteckige Segmente ergeben sechs immense Fenster in einem einzigen Raum des leerstehenden Gebäudes, in dem ich Dich das erste Mal nackt gesehen habe. Jeder Radiator unter den Fensterbrettern besteht aus einundzwanzig Lamellen. Insgesamt hundertsechsundzwanzig. Wenn ich das schmutzige Fensterglas anstarre, höre ich Dich stöhnen.

Kahle Decke, entblößte Wände, blicklose Tristesse. Am Wochenende werde ich die knarrenden Bretter des Parkettbodens zählen, auf dem ich mit Dir das erste Mal geschlafen habe. Später die Schritte, die ich brauche, um den Raum der Länge nach, der Breite nach und in der Diagonale zu durchqueren. Anschließend die leblosen Sekunden. Die Zeit totschlagen. Das Leben verlachen, während es mich sorglos ermordet. Tage verschlafen. Nächte wach liegen. Dich lieben. Dich hassen. Ein Quantum Ordnung im Chaos.

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Meine Stunden ohne Dich duften auch jetzt noch nach Schokoladenkuchen und Mandelmilch. Ein Königreich für Deine Fotze! An Deiner Zunge saugen, in Deine Lippen beißen, Deine Beine auseinanderreißen und in Deine feuchte Fotze eindringen. Immer wieder eindringen und sich zurückziehen. Ich habe der Welt abgeschworen. Ich denke an Deine Fotze als meine heilige Zuflucht. Falls die Welt untergeht, bleibt nur diese Anbetung übrig.

Seitdem ich zu einem Glauben an Dich konvertiert bin, bete ich den Gott der Gottlosen an. Naja, eigentlich Deine Fotze.

* * *
Die Art, wie Du Dich in den Hüften wiegst, den karierten Faltenrock hebst und Dich auf mich setzt, bringt mich schier um den Verstand, aber leider nicht weiter. Morgens werfe ich meine Träume zum Fenster hinaus. Meine Träume von Dir, die der Windhauch der Zärtlichkeit davonträgt.

Komm zurück! Die untergehende Sonne impliziert über mir unheilschwanger. Erlöse mich von mir, vertreibe meine Ängste oder blase mir einfach einen — zumindest das bist Du mir schuldig.

* * *
Dich entdecken, mit meinen Küssen bedecken, mit meinem Körper verdecken von der Dunkelheit; den Kopf zwischen Deinen Beinen vergraben und hören, wie mein Blut pocht; fortwährend in Dich hineinstoßen und spüren, wie Deine Fotze meinen Schwanz eng umschließt; innehalten, mit der Eichel langsam Deine Öffnung umkreisen, den Orgasmus herauszögern, scheitern; dem Heraufziehen der Morgendämmerung beiwohnen.

Deine flüchtigen Atemzüge stehlen sich leise fort.

* * *
Du ignorierst mich, also gehe ich zu Deiner Sprache. Die Sprache riecht nach Dir. Die Sprache schmeckt nach Dir. Die Sprache flüstert mit Deiner Stimme. Ich ringe hart um Worte. Meine Worte entgleiten mir. Ich verscheuche sie, aber sie bauen trotzdem Nester auf den Bäumen meines deklarativen Gedächtnisses.

Ich verstumme, obwohl ich reden möchte. In mir steigt das Wasser der verschluckten Worte hoch. Meine Worte heben ab wie bunte durchsichtige Vögel. Meine Worte fliegen von dannen wie sündige scheue Chimären. Ich fange diese flatternden Wortschwärme mit Netzen der Sprache ein, solange sie noch im tiefen Grau meiner Gedanken verweilen.

* * *
Ich bringe mir bei, Deine Abwesenheit zu ertragen. Ich lehre mich, Dich zu vergessen: Deinen Geruch, Deinen Geschmack, die Wärme in Dir. Beseelte Nächte verwandeln sich gemütlich in seelenlose.

Ich stürze mich in Arbeit. Ich stürze mich in Tiraden. Ich stürze mich ins Vergnügen. Ich stürze mich ins Verderben. Ich stürze, und stürze, und stürze. Ich sarge mich im Wahnsinn ein. Ich will mich in Dir einschließen. In Dir sein. Mit Dir sein. Mit Dir zusammen. Ich küsse Dein Foto und versuche, mich daran zu erinnern, wie es ist, von Dir geküsst zu werden.

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Bilde Dir bloß nichts ein. Ich denke gar nicht an Dich. Die letzten zehn Monate habe ich jede Nacht eine andere Frau gefickt. Inzwischen weiß ich nicht mehr, wie sie alle heißen. Ich nenne sie ambulante Fotzen. Ich ficke sie unpersönlich. Ich wichse mir einen mit ihren fremden Körpern wie mit der eigenen Hand. Ich fertige sie ab wie auf einem Fließband. Mir geht es wunderbar. Alles Bestens. Ich komme, stehe auf, kleide mich an und verlasse schweigend den Tatort der Verzweiflung. Wenn ich meine Augen schließe, sehe ich Dich und kann nicht atmen. Deine Seele zog aus meiner Seele aus und hinterließ eine inhaltslose Hülle. Bitte lindere mich, Baby! © Mike

Trick or Treat

Meine Tochter Emiliana und ihre Freundin Miriam bleiben wie gebannt vor dem Schaufenster eines Kostümladens stehen. Es ist liebevoll schauerlich gestaltet.

Gelbe Kürbisse starren uns aus den leeren Augenhöhlen an. Hinter einem Grabstein treibt ein Vampir sein Unwesen, unschuldige Opfer erwartend, um sie in Geschöpfe der Nacht zu verwandeln. Im blutroten Zwielicht des Mondes ist ein verfallenes Haus auf dem Hügel zu erkennen. Ein schwarzer Kater sitzt auf dem Dach. Fette Ratten verstecken sich vor ihm im Gebüsch. In einem Kessel brodelt ein teuflischer Trunk, in dem Würmer, Vogelköpfe und Kröten schwimmen. Eine Hexe fliegt auf einem Reisigbesen davon. Fledermäuse begleiten sie.

Düster heulen Werwölfe. Eulen kündigen das Unheil an.

Der fröhliche Geist dieses Kostümverleihs ließ sich nicht lumpen. Dekorationen sind superb. Geräusche sind gruselig. Die Stimmung ist wunderbar getroffen.

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MARA: Dylan, feiern Juden Halloween?
DYLAN: Nein. Juden feiern Purim. Es gibt viele Süßigkeiten, schöne Kostüme, aber erst im März, und es hat nichts mit den Wesen der Anderen Welt zu tun.
MARA: Das gefällt mir nicht.
MILI: Mummy, feiern Katholiken Halloween?
LYNN: Nein, Katholiken feiern auch kein Halloween. Wir gedenken an diesem Tag aller Heiligen.
MILI: Gibt es dabei viele Süßigkeiten und schöne Kostüme?
LYNN: Nein. Aber wir könnten eine Messe besuchen, einen Allerheiligenstriezel mit Trockenobst backen, Herbstchrysantheme sammeln und viele Kerzen anzünden.
MILI: Das will ich nicht. Aber die Kerzen zünden wir trotzdem an. Und kaufen rote Rosen.
MARA: Wer feiert nun Halloween?
LYNN: Heidnische irische Druiden und altertümliche Kelten begangen früher ein Erntedankfest, das sie Oíche Shamhna nannten.
MILI: Großartig, in diesem Fall bin ich eine altertümliche Keltin. Mara, willst du eine heidnische irische Druidin sein?
MARA: Nein, ich will auch eine altertümliche Keltin sein.
MILI: Na gut, dann bin ich eine heidnische irische Druidin. Mummy, bin ich eine Irin?
LYNN: Nicht wirklich. Dafür hat dein Vater eine irische Urgroßmutter.
MILI: Die alte Hexe?
LYNN: Sie ist keine alte Hexe. Einfach eine ältere exzentrische Dame.
MILI: Du bist eine ältere exzentrische Dame!
LYNN: Ja, danke sehr. Du bist ein verwöhntes freches Ferkel!
MILI: Du bist aber eine wunderschöne ältere exzentrische Dame! Liebst du mich?
LYNN: Sicher. Wer könnte so ein charmantes Ferkel nicht lieben?!
MILI: Mummy, ich hab‘ dich auch ganz toll lieb. Als was willst du gehen, Mara?
MARA: Ich will als Brontosaurus gehen. Ein goldiger zurückhaltender Brontosaurus. Oder eine Ananas. Dylan, kann ich eine Ananas sein?
DYLAN: Du kannst sein, was du willst.
MILI: Und ich werde ein Sumpftroll sein. Mummy, kann ich ein Sumpftroll sein?
LYNN: Warum denn ein Sumpftroll?
MARA: Sumpftrolle sind sehr niedlich, Lindchen.
MILI: Und sehr reizend. Und grandios. Und freundlich.

Falls demnächst eine Ananas oder ein freundlicher Sumpftroll vor euren Türen stehen sollten, so seid gewiss: Das sind Mara und Mili, two lil‘ monsters. Sie sind verrückt nach Erdbeerbonbons.

Thank you! Danke! Спасибо! Grazie mille! धन्यवाद !תודה

Liebe Leute und Abgesandte extraterrestrischer Zivilisationen,

es tut mir ausgesprochen Leid, dass ich auf eure Kommentare immer noch nicht geantwortet habe. Das ist kein Symptom akuter Überheblichkeit. Es mangelt mir bloß an Zeit.

Vielen herzlichen Dank für eure netten Worte, all die Sternchen und Freundschaftsanfragen. Ihr macht meinen Oktober wesentlich heller.

Seid gesund und glücklich!

Eine Deppin entdeckt für sich moderne Kommunikationsmittel

Eine bekannte Deppin hat für sich die modernen Kommunikationsmittel entdeckt und belästigt ihren lieben, netten Mann mit pornografischen Nachrichten. Der Mann scheint den unsittlichen Annäherungsversuchen seiner Frau nicht abgeneigt zu sein, dafür verurteile ich die Beiden auf das Schärfste. Was ist aus der Tugend geworden? Was ist aus der erhabenen Liebe geworden? Widerliche, notgeile Säue! Pfui! Ich persönlich erfreue mich an der anständigen ventro-ventralen Kopulation, ausschließlich samstagabends, habe noch nie leidenschaftlich gefickt oder einen überwältigenden Orgasmus erlebt.

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Ja, ich wurde für meine ungezügelte Sprache mal wieder kritisiert ;) Ich beabsichtige in Kürze mit dem Ficken und mit dem Übers-Ficken-Schreiben aufzuhören und mich einem anderen Thema zu widmen, z.B. der Fundamentalontologie, obwohl es inzwischen allgemein bekannt sein sollte, dass Heidegger ein Nazi war und gerne fickte, so ‘ne Schweinebacke aber auch.

versuche zu versuchen

Teneat Nos

Wenn der Himmel auf die Erde stürzt, wenn Verzweiflung von der Erde gen Himmel empor tröpfelt, will ich wach, und schamlos, und glücklich sein mit Dir. Wach sein ganz nah an Deinem Atemrhythmus. Gegen die Traurigkeit, die an mir nagt, gegen die Ängste, die in mir wüten, will ich Dich küssen, und liebkosen, und liebhaben. Schamlos sein versunken in Deinem Schoß. Ich friere nackt im Wind. Der Regen peitscht mir die Luft aus meinen Lungen. Über meinem Kopf schreiten die Wolken einher. Meine Arme sind dünne Äste, die ins Nichts des Oktobers ragen. Ich versuche zu versuchen Halt zu finden. Glücklich sein ganz nah an Deinem Herzschlag. Voller Zärtlichkeit. Ein Hauch von Hoffnung. Und vielleicht ein unruhiger Schlaf.

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стараюсь стараться

Die Samhain Verschwörung

Michael war mit der Horrorbrigade draußen. Es hat geregnet. Die Kids sind natürlich in jede Pfütze hingefallen, die sie finden konnten. Von diesem erfreulichen Spaziergang haben sie nach Hause einen Riesenhaufen Blätter und ein Pfund Eicheln mitgebracht. Bei uns in der Straße wachsen alte Eichen und Ahorne.

Die Blätter waren schön, aber schmutzig, also haben die Kids sie im warmen Wasser mit Shampoo gewaschen und zum Trocknen auf dem Balkon aufgehängt. Jawohl! So flatterten die Blätter im Winde wie bunte buddhistische Gebetsfähnchen, bis die Katze sie entdeckt hat. Später gesellte sich dazu eine Krähe. Wir haben versucht sie zu verscheuche, die Krähe hatte allerdings ihre eigenen Pläne und schimpfte böse mit uns.

Des Morgens früh habe ich das dynamische Duo auf dem Balkon paradieren gesehen: Die Katze zwischen den Blumentöpfen, die Krähe auf der Brüstung. Ich traue den beiden nicht. Sie verschwören sich. Samhain naht heran.

Seit unsere Kinder auf der Welt sind, leben wir in einem surrealen Märchen. Das nimmt mich immer wieder wunder.

Пароксизм шести утра

Записывай, может пригодиться!

Напади на совершенно чужого мужчину* в душе, когда он нагой, беззащитный и приятно пахнет. Сделай ему так хорошо, что у него снесет крышу. Приветливо улыбнись и покинь ванную, оставив его изумленным: с дрожащим голосом, тяжелым прерывистым дыханием и отрешенным оргастическим взглядом. Не оглядывайся. Не стыдись своего коварства, звучно шлепай мокрыми ногами по полу.

У тебя это не займет и пару минут, зато его доведет до такой экзальтации, что он целый день не сможет оторвать от тебя своих рук, украдет каждый твой поцелуй и сделает тебе ближе к полночи** так хорошо, что у тебя снесет крышу. Сама виновата!
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*Да хоть на обаятельного маньяка, с которым судьба свела тебя на темной дубовой аллее в провинциальном кельтском городке за несколько недель до Самайна.
**Это оптимальное время для отключения префронтальной коры головного мозга, активизации функций миндалины и усиления нейрофизиологических реакций.