SM

Letzte Woche habe ich [ausnahmsweise] mit zwei schönen Männern im Bett unter einem Dach gewohnt: Mike & Sam. Zum Frühstück gab’s Crêpes Suzette mit flambierten Orangen und Champagner. Wie dekadent.

Ich war im Himmel. Ich bin eine simple Frau.

* * *
L.: Können wir Sam behalten? Können wir? Können wir? Können wir? Bitte! Bitte, bitte.
M: Nein! Definitiv nicht. Schmachte ihn nicht vergebens an.
L.: Das ist schade. Er beherrscht Hochdeutsch und leugnet nicht, dass er deutsch ist. Erinnere mich, warum ich dich und nicht Sam geheiratet habe?
M.: Nix verstehen.
L.: Du verstehen nur das, was dir gefallen.
M.: Und? Was sein deine Problemen?
L.: Ich liebe einen Blödian. Das sein meine Problemen.

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חנה סנש, הליכה לקיסריה

אלי אלי, שלא יגמר לעולם
החול והים
רשרוש של המים
ברק השמיים
תפילת האדם

Foodporn

oder: Die hohe Kunst der Blamage

Der Frühling ist da. Die Katzen fliegen gen Norden. Und mein Ehemann nennt mich neuerdings eine Attraktion der wandelnden Peinlichkeiten. Aber egal, ich mag ihn trotzdem.

* * *
L.: Besteige mich.
M.: Wie bitte?
L.: Ich meine, decke mich.
M.: Gerne. Wo?
L.: Halt die Klappe. Ich habe mich versprochen. Stelle dich so, dass mich niemand sieht.
M.: Schade. Die Konversation hat vielversprechend begonnen, obwohl ich zugeben muss, mich über die Wortwahl doch leicht gewundert zu haben.
L.: Habe ich rote Ohren?
M.: Hast du. Fühle dich nicht verlegen. Die Farbe passt perfekt zu deinem Lippenstift.

Unterbewusstsein ist eine Bitch, dabei wollte ich bloß ein Foto machen.

Wo Gott* Urlaub macht

Für mich gibt’s weiterhin keinen Yeti :(

Der Schotte mit den kornblumenblauen Augen hat mich mal wieder manipuliert und nach Edinburgh verschleppt. So gemein *seufz, schluchz*
__________
*Der Herr ist uns zwar nicht begegnet, dafür aber viele merkwürdige Gestalten, allesamt – menschlich.

Falljökull glacier

Ist diese isländische Landschaft nicht zauberhaft?

Unser Hafen der Glückseligkeit für eine Woche. Wahrscheinlich bleibe ich hier für immer. Michael darf von meinem Traum nicht zu früh erfahren…

Eighth Wonder of the World

M.: Überfällst du mich? Ich habe doch geschlafen. Was gedenkst du in der Gegend zu finden? Dort wurden weder Smaragde noch Rubine versteckt, höchstens Fabergé-Eier.
L.: Ich interessiere mich für kein Geschmeide. Ich will ficken. Ich will einen dicken, prallen Schwanz tief in mir drin spüren. Sofort!
M.: Hilfe! Das kannst du von mir nicht verlangen. Schaue mich nicht lüstern an. Finger weg. Nicht anfassen. Die Schamröte steigt mir ins Gesicht. Ich bin ein keuscher Mann. Ich entsage dem lasterhaften Sinnenrausch und darbe in der Abgeschiedenheit meiner Betthälfte.
L.: Halt die Klappe. Ich bin geil und nass. Ich brauche es dringend.
M.: Großer Gott im Himmel! Ich werde deine Begierde nicht schüren. Vergiss es. Flüstere keine Schweinereien in mein Ohr. Berühre nicht meinen Körper mit deinen Brüsten, dadurch entsteht ein wollüstiges Kribbeln in der Eichel. Ich protestiere. Schmiege dich nicht an mich. Nein, hab‘ ich gesagt. Meine unsterbliche Seele… Was machst du bloß? Warum quälst du mich? Reibe nicht an ihm, wenn du das Wunder der Auferstehung nicht mit den eigenen Augen erleben willst.
L.: Das ist Blasphemie. Dafür wirst du in der Hölle schmoren, Ketzer.
M.: Gehinnom ist keine Hölle. Unsere Hölle sind unsere Frauen. Here we go. Satisfied, you demiurge of sin and lust, you demon of seduction? The Eighth Wonder of the World. Go on. Take it.

Natürlich tut mir Michael menschlich leid, aber er wusste genau, worauf er sich einlässt, als er die tückische Frage des Priesters mit „I Do!“ beantwortet hat.

Mamas‘ Willkür

Ich fuhr mit dem Bus zu einem Date. Der Busfahrer bremste plötzlich. Ich nieste, furzte, biss mir auf die Zunge und pinkelte vor Verlegenheit in die Hose. Alle haben gelacht.

* * *
Welche Frau würde freiwillig diesen peinlichen Vorfall mit der ganzen Welt teilen? Das Gerücht hält sich schließlich hartnäckig: Prinzessinnen kacken nicht.

Ich verhandle mit Michael:

„Du Baby [koketter Tritt gegen das Schienbein]…“
„Was willst du?“
„Wir haben noch Bier. Ich schlage einen burping contest vor. Der Verlierer macht den Abwasch.“
„Ich verzichte.“
„Feigling!“
„Ich bin nicht feige. Ich gehe keine aussichtslosen Wetten ein.“

Darn my luck! Ich bin keine Prinzessin und – ich bevorzuge die Au­to­fahrten.

* * *
Warum schämen sich viele Frauen für solche Fauxpas? Warum schämen sich keine Mütter, die in den ‚coolen Mamablogs‘ ihre Kinder bloßstellen: peinliche Bilder mit verschmierten Gesichtern, in der Badewanne sitzend, auf der Toilette hockend, fast nackt mit nasser Windel; liebevolle Beschreibungen des Erbrochenen, Details über die Konsistenz der Fäkalien oder die Farbe der Expektoration?

Begreifen sie nicht, dass die Kinder nicht ihr Eigentum sind, das sie nach Lust und Laune zu merkantilen Zwecken veräußern dürfen? Das sind einzigartige, neugierige, vorurteilsfreie kleine Menschen, die zu jungen denkenden Menschen heranwachsen und sich kaum dafür bedanken werden.

Und die verurteilen mich?!

Vergebt mir meine jugendliche Naivität. Ignorance is bliss.

Buddhistische Weisheit

L.: Was ist das?
M.: Ein Graffito in Leith.
L.: Wie willst du sterben?
M.: Ich habe keine Angst vor dir. Ich habe alle Bratpfannen und Nudelhölzer versteckt.
L.: Du bist ein kluger tapferer Mann.
M.: Ich würde gerne meinen Vierzigsten erleben.
L.: Das verstehe ich gut. Gehst du mit mir zum Schießstand?
M.: Nein. Ich unterstützte die Forderung nach schärferem Waffenrecht. Vermutlich sollte ich heute Nacht auch im Arbeitszimmer schlafen. Bei abgeschlossener Tür.

Damn it! Wo kaufe ich einen solchen Aufkleber für meinen Wagen?

Männerherzen, Frauenseelen

M.: Wo bist du?
L.: Ich hüpfe die* Treppe hinauf. Zum dritten Mal.
M.: Hüpf nach Hause. Ich habe eine Überraschung für dich.
L.: Das bist aber nicht du, nackt, mit steifem Schwanz?
M.: Ganz und gar nicht, aber es kränkt mich, dass du dieses noble Geschenk nicht annehmen willst, denn es kommt vom Herzen.
L.: Erwischt! Ich habe immer gesagt, dein Herz befindet sich in der Hose.
M.: Na und? Kritisiere ich dich, wenn deine Seele ins Höschen rutscht und dort bis zum Höhepunkt verweilt – zitternd, zuckend, pulsierend?
L.: Halt die Klappe.
M.: Diskutiere nicht mit mir. Hüpf nach Haus‘.
__________
*Bestimmter Artikel, weil ich „the Vennel“ gemeint habe. Das ist diese Treppe.

High Heels Diaries

Strand, Höllenhunde, mysteriöser Schuhabdruck… Ist das ein Yeti, ein Einhorn oder gar ein martialischer Gott der keltischen Triade?

* * *
So sieht es aus. Könnte auch Ichthyander sein. Will sich erfrischen und ins kühle Nass hüpfen. Immer mit der Ruhe. Bloß nicht verscheuchen. Süß, der Kleine.

* * *
Jetzt werde ich schweres Geschütz auffahren.

„Steak, Whisky, nackte Frau – das nenne ich einen gelungenen Abend“, sagt Michael.

„Speisen de luxe, festliche Kleidung, nackter Mann – das nenne ich einen gelungenen Weihnachtsmorgen“, sage ich. Ach, war das herrlich.

Die Robe von Golce & Dabbana, die Schuhe von Banolo Mlahnik zur Verfügung gestellt. Das Essen von einem Koch mit drei Michelin Sternen gezaubert. Das Bild von einem Starfotografen geschossen. Der Mann hat sich selber verziert: elegantes Styling, sinnlicher Duft, goldener Staub, Strass und Feder. Alles, damit die Frau sich wohl fühlt, während sie ihn mit dem Mund verwöhnt.

* * *
Hi-hi-hi. Ich spreche nicht die Problematik der Unzulänglichkeit bei kleineren Größen an. Ich weise darauf hin, wie hübsch die Türklinken aussehen würden, hätten sie sich rechtzeitig geschmückt. Männer, ich habe noch Glitzer übrig!

Der Schöne und das Biest

L.: Diplodoken und Troglodyten zog ich nicht zurate.
M.: Sei fair, triff eine Entscheidung. Bin ich nun ein Troglodyt oder ein Diplodokus? Schicksal, wofür bestrafst du mich? Zumindest stimmt die Größe des Schwanzes. Das ist erfreulich.
L.: Du bist ein Hybrid, das in einem Genlabor auf der Bellatrix künstlich erzeugt und mit einer Geheimmission beauftragt wurde.
M.: Bin ich ein Formwandler? Was bist du überhaupt? Immerhin hast du Kinder von mir empfangen.
L.: Ich bin ein Engel – reiner, unschuldiger Engel – und eine Drachengöttin. Also: auf die Knie und anbeten.
M.: Klar. Also: auf das Bett und Beine spreizen. Ich werde dich so heftig anbeten, dass dir Sehen und Hören vergeht.
L.: Ungehobeltes Monstrum!
M: Ich bin Krieger. Engel und Drachengöttinnen unterwerfe ich zum Vergnügen. Ich genieße sie. Es erregt mich, sie zu küssen, sie zu besitzen, sie wollüstig stöhnen zu hören und wenn sie mich nach der süßen Qual um Erlösung anflehen. Gib dich mir hin. Ich gelobe zärtlich zu sein. Warum verlässt du mich, mein Drache? Engelchen? Dein Mittelfinger ist sehr schön.
L.: Du bist auf Liebesentzug, Bellatrixianer!
M: Ich wüte und tobe. Kehre um und begehre mich unverweilt.

Üblicher Blödsinn

L.: Guter Fick. Care for a beer?
M.: Baby, you’re the woman of my dreams.
L.: Hast du das nach achtzehn Jahren endlich begriffen?
M.: I’m a guy. I’m simple.

* * *
M.: Was war das? Wo lernt man das? Ich dachte, ich stürbe gleich.
L.: Bei Theo. Hab‘ ihn aufgesucht und ins Kreuzfeuer genommen: „Wie mache ich Mike so glücklich, dass er vor Verzückung mit den Ohren schlackert?“
M.: Geez, I work with him. Egal. Mach’s nochmal. Mach’s nochmal! Lass mich nicht betteln.

* * *
L.: Erinnerst du dich an Jenna?
Haley: Veras Mutter?
L.: Ja. Mike gefällt ihr.
H.: Wem nicht?
L.: Ha-ha. Sie hat ihm ein Video geschickt. Sie ist darauf zu bewundern, schiebt sich einen Vibrator in die Möse und nennt laut seinen Namen beim Stöhnen.
H.: Echt??? Wie hast du das erfahren?
L.: Er hat mir das Video gezeigt. War lustig. Ich hatte keine Brille an. Danach ist mir das Lachen vergangen.
H.: Wie hast du darauf reagiert?
L.: Ich habe ihn gefragt, ob ich auf die Mail antworten dürfe und ihr geschrieben: „Wenn du dich meinem Ehemann näherst, komme ich rüber und stecke diesen Vibrator in deinen Rachen. Liebe Grüße, Linda.“
H.: Liebe Grüße, Linda?
L.: Ja. Ich bin eine kultivierte Frau, vermaledeite Scheiße.

* * *
L.: Wir waren gestern trainieren. Die Jungs haben Basketball gespielt. Ich habe mich aufgegeilt.
H.: Ich bitte dich.
L.: Verurteile mich nicht. Ich bin ehrlich. Wann hast du Michael, Daniel, Dylan, Henry, Luke und Stuart – halbnackt, schwitzend, vor Ehrgeiz brennend – an einem Ort versammelt erlebt?
H.: Sei nicht gemein, ruf mich nächstes Mal an. Ich habe vier von ihnen am Strand gesehen.
L.: Wer ist jetzt gemein? Das ist zu viel für mein armes Herz. Ich habe zwei von ihnen ganz ohne Kleidung gesehen. Den Zweiten zufällig, aber seitdem empfinde ich einen Riesenrespekt für ihn.
H.: Du bist unmöglich. Wer hat denn gewonnen?
L.: Keine Ahnung. Ich war mit Glotzen beschäftigt.

* * *
L.: Die eine Mannschaft zieht das T-Shirt aus, die andere legt die Hose ab, damit wir euch auseinander halten können. Beeilt euch, meine Herren. Hier gibt’s nichts zu wiehern.
S.: Wir sind keine Witzfiguren zu deiner Belustigung.
M.: Zieh du doch die Hose aus.
L.: Chauvi! Ich bin eine züchtige Frau.
M.: Na, die Behauptung bestreite ich vehement, mein Täubchen.
L.: Kenne ich dich?

Solche Spaßbremsen. Ich verfasse gerade eine Beschwerde an den IGH.

Ein Treuebruch

XX: Ich mache mir Sorgen.
L.: Sag bloß. Warum?
XX: Um dich. Und um Michael.
L.: Hä?
XX: Ungefähr seit einem Monat isst er nicht mehr im Büro zu Mittag.
L.: Skandalös. Ich werde ihm die Leviten lesen.
XX: Er sieht glücklich aus. Er scheint ausgeglichen zu sein. Er hat diesen sinnlichen Glanz eines verliebten Mannes in den Augen.
L.: Ich bin empört. Shame on him.
XX: Scherzt du? Ich glaube, er hat eine Geliebte.
L.: Ich weiß. Er ist verrückt nach ihr. Eine wunderbare Frau: schön, klug, gebildet. Sie liebt ihn so sehr, dass das Herz schmerzt, doch die Seele jubelt, wenn sie in seinen Armen liegt. Ich gönne ihr jede Liebkosung, die er ihr schenkt und jeden Orgasmus, den sie mit ihm erlebt. Eine erschlichene Stunde der Zweisamkeit ist himmlisch süß.

* * *
Hätte ich XX erzählen sollen, dass er an dem Tag selig, zufrieden und dankbar war, weil er eine lukullische Orgie mit seinem persischen Lieblingsessen zelebriert hat: Hähnchen mit Basmati-Reis und deliziöser Sauerkirschsauce, das nach Zeit und Geduld verlangt, weil es aufwendig in Zubereitung ist?

Der Reis köchelt vor sich hin, bis er einen körnigen Biss hat. Das Hähnchen schmort im eigenen Saft. Die Sauerkirschen vereinigen sich mit Honig und verwandeln sich besonnen in einen dickflüssigen Sirup. Abwarten, umrühren, abkühlen lassen, Sauerkirschen vom Sirup trennen – die köstlichste Scheidung der schlemmerhaften Adelswelt. Wieder warten. Die Zutaten in einem Topf schichten: Reis, Sauerkirschen, Safran, Reis, Hähnchenfleisch, Zwiebeln, Reis, Orangenzesten, Mandeln und Pistazien. Weitere dreißig Minuten dämpfen.

Die Aromen gehen zärtliche Liaisons miteinander ein. Der Reis bekommt eine verführerische Kruste. Die sanfte Säure der Kirschen durchtränkt die delikate Speise.

Nein! Ich habe geschwiegen. Ich würde den schlechten Ruf dieses guten, anständigen, unwiderstehlichen Mannes nie zerstören wollen.

Baby, I love you to pieces!
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Die hohle Nuss hat er vernascht und auf ein Schäferstündchen mit mir verzichtet.

M.: Ich werde alt. Ich habe mich tatsächlich für die Schwelgerei entschieden. Sei mir nicht böse.
L.: Dein Geheimnis ist bei mir sicher. Ich werde es niemandem verraten :D

Die Korrelation der IQ

L.: Das ist doch kein Sixpack. Das ist ein Witz. Baby, zeig ihm deinen Bauch.
M.: Bin ich ein Sexobjekt? Ich zeig‘ dir gleich was.
L.: Nein, vielen Dank. Hab‘ ich ausgiebig betrachtet, hat mir außerordentlich gut gefallen. Hab‘ ihn etliche Male ausprobiert und für ekstatisch befunden. Wenn du zu mir nach Mitternacht kommst, flüstere ich eine erregende Geschichte in dein Ohr und bis auf die Besitzgier wirst du jedes Gefühl vergessen haben.
M.: Hexe!

* * *
L.: In letzter Zeit habe ich verdächtig viele Männer in sehr engen Hosen in der Old Town gesehen.
M.: Die Männer in meiner Familie ziehen keine Leggings an.
L.: Nein, ihr zieht karierte Röcke an – und ihr seht betörend darin aus vor allem, weil frau sich dem Zauber nicht entziehen kann, was sich drunter verberge?
M.: Im Sommer nur der frische Wind. Im Winter eine Waschbärunterhose.
L.: Wie eine Waschbärmütze? Die mit dem Schwanz?
M.: Keineswegs, wir geben uns mit eigenem Schwanz zufrieden.
L.: Ich würde gerne die Waschbärunterhose bewundern. Darf ich?
M.: Finger weg, verderbtes Ferkel. Ich bin ein sittsamer Mann.

* * *
M.: Zum Thema „Männer und Strumpfhosen“ erkläre ich dir Folgendes.
L.: Mach dir keine Umstände.
M.: Daran hättest du früher denken sollen.
L.: Gott stehe uns bei.
M.: Klappe halten und die Lauscher weit aufsperren. Notizen wären auch nicht verkehrt. Stell dir vor, wir stünden komplett nackt vor einem Spiegel. Welche Unterschiede würden dir auffallen?
L.: Oi! Du bist wesentlich größer. Der neue Haarschnitt ist schön. Deine Wimpern sind länger und dichter. Der Körper ist muskulöser. Du, gemeiner Schuft, hast mich zu einem Tattoo überredet und trägst jetzt den Ehering.
M.: Schluss mit dem Blödsinn. Erstens: Du bist hübsch. Zweitens: Wenn du nackt bist, werde ich geil. Drittens: Mein oberer IQ entspricht meinem unteren IQ. Eine Strumpfhose täte mir weh. So eine Strumpfhose passt zu den Frauen oder zu den Männern, die zurückhaltend gebaut sind, i.e., im Kopf 90, im Schritt 9. Ich bleibe beim Kilt.
L.: Warum bist du zum Militär gegangen? Warum bist du kein Soziologe geworden? Mit diesen bannbrechenden Hypothesen hättest du längst den Weltruhm erlangt.
M.: Ich bin bescheiden. Ich begnüge mich mit der Rolle der Grauen Eminenz.
L.: Eher eines Schweinepriesters.
M.: Das möchte ich überhört haben.

Wer teilt mir freiwillig seinen oberen IQ mit? *roflmao*

Über die Schuhe

M.: ´Ne Frage…
L.: Geh weg, Michael!
M.: Sei nicht unhöflich, Linda! Wurdest du von Katzen aufgezogen? Nein? Warum sagt ihr nicht „Fußschuhe“?
L.: Was?!
M.: Wie „was“? „Handschuhe“: Das Wort kennt ihr. Sonach: „Fußschuhe“, „Kopfschuhe“, „Rückenschuhe“, „Eierschuhe“. Logisch – nicht?
L.: Du bist ein Vollidiot.
M.: Und du hast diesen Vollidioten geheiratet. Warum weinst du, mein Täubchen? Bitte weine nicht.

Über optimistische Schotten

M: Mach Liebe mit mir.
L: Geh ins Badezimmer.
M: Okay, lass uns einfach ficken.

* * *
L: Weißt du, warum es zu wenige Kinder gibt?
M: Werde ich mich nach der Antwort für dich fremdschämen?
L: Freilich.
M: Erzähl.
L: Früher hat man die Frau auf den Mund geküsst und in die Fotze gefickt. Jetzt ist alles umgekehrt.
M: Pfui. Wollen wir gleich unseren Beitrag zur Weiterentwicklung der modernen Gesellschaft leisten? Bitte! Bitte, bitte. Ich fang an.

Heute Morgen habe ich Mike angelächelt und mich gleichzeitig gewundert, was mit meiner Hose über Nacht passiert sei, dann hat er mich süffisant gefragt: „Und – stört es dich gar nicht, dass deine Hose eine Kapuze hat?“

Natürlich nicht! Ich habe schon immer gerne Hosen mit Kapuzen getragen. Ihr etwa nicht? :D

Wake up, Baby! You’re Dreaming.

Ich eiferte meinem kleinen Sohn nach. Ich warf mich auf den Boden. Ich drehte mich um die eigene Achse: nach links, nach rechts, nach oben und nach unten. Ich strampelte mit den Beinen in der Luft und kreischte empört: „Winter, geh nicht weg! Winter, bleib bei mir!“

Was ist das? Was soll das? Maiglöckchen?

* * *
Am Sonntag kehrten die Kinder meines Mannes aus der Verbannung von der Insel der Wolken heim, wo sie ihre Schulferien verbracht hatten, und überredeten den Frühling zu einem Besuch.

Ich bin untröstlich. Aus Protest schließe ich mich in der TK-Truhe ein.

Schottische Philosophie

M: Memmen wuseln in Mösen. Männer ficken Fotzen – enge, nasse, glü­hende Fotzen, welche die Schwänze umschließen, als gäbe es keinen Morgen.
L: Du bist mein Prinz auf dem weißen Ross. Mit einer roten Rose…
M: … im Arsch.
L: Schwachkopf!
M: Und lass mich den Gedanken zu Ende führen.
L: Bloß nicht! Verschone mich.
M: Träum weiter, o Unglückliche! Die Suche nach dem Paradies, nach dem Sinn des Lebens, nach der Unsterblichkeit ist eine tri­vi­ale Schimäre, wenn du in die heiß geliebte Fotze hineinstichst und diesen süßlichen Schmerz spürst, kurz bevor die Zuckungen einsetzen und du abspritzt. Übrigens: als du die Zitronen vom Fußboden aufgesammelt hast, habe ich mir vorgestellt, wie ich in deinem Mund komme.

Ab nach Alberta. Den Philosophen nehme ich doch mit. In wessen göttlichen Augen würde ich mich sonst verlieren?

* * *
„Freust du dich auf die Huskys?“, fragt er mich. Der Vollidiot kapiert gar nichts.

Die Morgenröte

M: Sind wir verstimmt?
L: Klappe halten!
M: PMS?
L: Ich PMSe dir gleich ein Veilchen.
M: Mannomann, ich gehe lieber.
L: Baby, vergib mir. Komm bitte zurück. Kuschle mich glücklich.

* * *
Ich bin endlos traurig. Leider habe ich momentan keine Kräfte, um mich gegen die Außenwelt zu schützen, deswegen – der Himmel, die Schönheit, die Nordlichter.

Das ist nicht der Polarkreis. Das ist Edinburgh im September, vom Haven aus gesehen.

Enjoy! Keine Kooperation mit der Werbeträgerin. Ich bekomme von der Mutter Natur keinen Cent.
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Diese chinesischen Laternen gibt’s ab sofort auch in Deutschland zu bewundern. In Halle.

A Declaration of Love?

M.: Wenn ich dich drei Tage lang nicht anfassen durfte, küsse ich in meinen Gedanken deinen Hals. Am sechsten Tag stelle ich mir vor, wie du mir einen bläst. Und beim Wiedersehen will ich bloß zwischen deinen Schenkeln kommen. Ohne Kondom, wenn es geht.
L.: Prinzessin!

Und man behauptet, Frauen wären launisch und inkonsequent.

Edinburgher Zoo

Wie schnell doch unser Leben geworden ist. Du verreist für eine Woche und kehrst in eine völlig veränderte Realität zurück.

Deine Familie wohnt jetzt unten, in einer gemütlichen Deckenburg, die sich in einer malerischen Couchlandschaft befindet. Oben im Badezimmer haben sich Puppen und Quietscheenten eingenistet, weil dein Kind abends majestätisch badet. Wir brauchen mehr Schaum, Mama! Deine Frau hat ihren vierten guten Vorsatz gebrochen und trainiert wieder, obwohl du dich so sehr darauf gefreut hast, dass sie weitere 50 kg zunimmt und du sie überall als „meine Frau, der deutsche Kartoffelknödel“ vorstellen kannst.

Verdammt nochmal!

Ärgere dich nicht, Baby. Fräulein Fettel, dieses Symbol der Beständigkeit, schaukelt starrsinnig auf den Jalousien, denn die Gardinen gehören der Vergangenheit an.

Hach, was waren das für unbekümmerte Zeiten, damals – vor sechs Tagen.

Digitale Selbstdarstellung

Ich hatte gestern im Park gejoggt, war zweimal ausgerutscht und auf meinem Hintern gelandet. Die Wolken hingen tief. Der Himmel schien elend und düster. Meine Hunde lachten mich aus. Dylan war rüde, rüpelhaft und ungehobelt wie immer, weswegen ich ihn zu einem Kampf herausforderte [und versagte].

Zu Hause, in der innigen Umarmung des Wassers unter der Dusche, habe ich endlich begriffen, was mir zum Glück fehlt, obwohl ich schön, reich und schamlos bin. Vielen Dank auch, Baby!

Berühmtheit! Ich will unbedingt Influencerin werden. Erzittert, o Götter der keltischen Triade!

Ich fange sofort damit an, euch zu influencen. Bewundert bitte meine langen Beine, meinen immensen Reichtum und, ich erröte… Ach, riskiert doch selber einen Blick.

* * *
Ich trage bei jeder Gelegenheit High Heels. Den Mann rechts kenne ich nicht. Er versteht sowieso kein Deutsch.

Den Spiegel und den Mülleimer sieht man nicht, aber wie gefällt euch der Fußboden einer öffentlichen Toilette?

* * *
Demnächst erzähle ich euch von meinem perfekten Leben.

Türme & Erker

Meinen Liebhaber sehe ich erst am Dienstag. Also, keine Texte mehr, lediglich ein paar anspruchsvolle Bilder.

Mann – „Passionierter Angler“
Frau – „Kamasutra“
*meine Werbeagentur vertritt sowohl die Katze als auch die Pampuschen. Das rosa Schleifchen war meine Idee.

Von Botschaftern & Betriebsräten

L.: Es gibt drei Dinge, die ich ewig betrachten könnte: fließendes Wasser, loderndes Feuer und ejakulierende Männer.
M.: Du Ferkel. Hast du in absehbarer Zeit vor, ein Buch mit deinen Aphorismen herauszugeben?
L.: Würdest du es lesen?
M.: Machst du Scherze? Ich bin ein Süchtiger. Ich würde monatelang vor dem Buchladen zelten, um ein Exemplar zu ergattern. Würdest du wie früher Autorenlesungen abhalten? Ich würde an allen Vorträgen teilnehmen, auch wenn ich danach Privatinsolvenz anmelden müsste. Ich bin optimistisch. Vielleicht lerne ich dich bei einem Vortrag kennen; du verliebst dich in mich unsterblich, kochst sonntags Spaghetti mit Fleischbällchen und holst mir einen runter. Sofort bitte, wenn es dir nicht allzu umständlich erscheint.
L.: Du bist und bleibst ein Schwachkopf.
M.: Warum bist du gemein zu mir? Wagst du es tatsächlich – grausam und erbarmungslos wie immer –, mir einen bescheidenen Wunsch zu verwehren? Ich lese dir jeden Wunsch von den Lippen ab. Ich unterstütze dich bei dem ehrgeizigen Vorhaben. Ich lasse das Wasser in der Küche laufen. Ich zünde Feuer im Kamin an. Ich ejakuliere für dich. Sag mal, Frau, schämst du dich nicht?
L.: Du bist ein edelmütiges Menschenwesen. Mir kommen die Tränen. Bitte vergib mir diesen schwachen Moment der Gleichgültigkeit. Ich bügle schnell die Schnürsenkel und wedle dir einen von der Palme.
M.: Mich beschleicht ein ungutes Gefühl. Ich verlange keine Perfektion von dir, wenn wir miteinander schlafen. Frag mich, was mir gefällt? Womöglich sehne ich mich insgeheim danach, dich so zu sehen, wie Gott dich in seiner unendlichen Weisheit geschaffen hat – verletzlich und mit zerknitterten Schnürsenkeln. Ihr Frauen verkompliziert Beziehungen. Wir Männer sind direkt. Uns wohnt die natürliche Schönheit inne. Wimperntusche, reichhaltige Tagescreme, maßgeschneiderter Anzug, handgefertigte Schuhe – und wir sind un…
L.: …ausstehlich.
M.: …widerstehlich. Unwiderstehlich. Hörst du schlecht?! Was ist los mit dir?
L.: Dir, mein Lieber, wohnt in erster Linie die angeborene Blödmannitis inne.
M.: Du magst mich trotzdem.
L.: Ja, aber nur aus Angst und Schrecken. Ich simuliere oft. Hände weg von meinem Höschen. Wer hat dich denn eingeladen? Wurdest du akkreditiert? Leg mir das Beglaubigungsschreiben vor.
M.: Once again? Hast du gerade unsere Ehe aufgelöst und dich zu einem souveränen Staat erklärt?
L.: Jawohl.
M.: Ich bin unsicher, wie ich darauf reagieren soll. Mir fehlen die Worte.
L.: Echt?
M.: Ja, aber die Herausforderung reizt mich. Um Missverständnisse zu vermeiden: Gehe ich recht in der Annahme, dass du der Empfangsstaat bist? Bin ich der Entsendestaat? Beglaubige ich mich bei dir selber als designierten Botschafter? Die Botschaft befindet sich demzufolge im Tal südlich des Venusberges. Keine Sorgen, ich bestehe nicht auf dem militärischen Zeremoniell. Den Weg finde ich schon allein. Okay. Listen up. „Der Gesandte bewunderte die Fassade der Botschaft.“ „Die Botschaft bereitete ihm einen wohlwollenden Empfang.“ „In der Botschaft bewegte er sich sanft und langsam.“ „Er merkte wohl, wie steif seine Haltung wurde, als die Tore der Botschaft sich öffneten.“
L.: Mich packt das kalte Grausen.
M.: Warte ab. „Sein Leben widmete er inbrünstig der Botschaft.“ „Die Wände der Botschaft zitterten und bebten heftig, noch bevor die Überschwemmung sich ankündigte.“
L.: Ich hasse dich. Ich hasse dich aus tiefstem Herzen, Michael.
M.: Deswegen lachst du? Liefere mir doch keine Vorlagen, Linda.
L.: Be quiet and shut the fuck up. I’ll do whatever you please.

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White, Red, Green

Wie prunkvoll! Habe ich zufällig unseren Winter erwähnt?

Das sieht verdächtig nach dem Einhorn aus. Nein? In Ordnung. Ich habe alle Spuren gefälscht. Naida hat nichts damit zu tun.

Ja, das ist ein schottischer Schneemann. Kichert nicht. Er ist schüchtern. Aber sehr freundlich.

Die Einheimischen

Man trifft beim nächtlichen Joggen viele nette Leute. Dieser Jogger, ein Fuchs, ist geradezu der Sympathischste. Leider hat er uns seinen Namen nicht verraten.

Bei unserem Glück lernen wir bald das Einhorn von Schottland kennen.