Die Höhepunkte der Woche

  • Dinner mit einem Diplomaten im Restaurant eines Lusuxhotels; galanter Ehemann, eloquente Gespräche, deliziöse Verköstigung.

    M.: Manchmal erkenne ich dich nicht mehr. Du bist so unwirklich bezaubernd, charmant, geistreich. Es macht mich heiß.
    L.: Nur wenn ich mein Gegenüber mag. Und XY gefällt mir sehr. Verstehst du, worauf ich hinauswill?
    M.: Ich verstehe schon. Ich habe mich damit abgefunden. Am Ende des Tages steigst du doch mit mir in die Kiste.
    L.: Das ist leider meine eheliche Pflicht. Ich empfinde dabei keine Lust.
    M.: Deswegen wirst du feucht vor lauter Gefühlskälte. Sei nicht traurig. Hauptsache, ich komme in dir.
    L.: Igitt.
    M.: Ja…

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    Mal raten

    Mal raten, wer am Montag den Arbeitsvertrag unterschreibt. Grüne Augen, sinnlicher Mund, die Weltmeisterin im Blasen. Momentan verbringt sie fast keine Zeit unter dem Tisch des ehemaligen *spöttisches Wiehern* Chefs. Ob die Chefin sich darüber freuen würde? Abwarten.

    Mal raten, wer bitterlich weint, weil die ehemalige *spöttisches Wiehern* Mitarbeiterin die Firma tatsächlich verlässt. Nein, nicht der Chef, der am verwaisten Tisch sitzt. Das ist die Belegschaft. Der Chef hat keinen Grund mehr so zu tun, als sei er nett. Er ist in seinem Element. Ein Soldat halt. Warum nehme ich Michael nicht mit, er sei doch noch intelligenter als ich *düsteres Dreinschauen*, meinte heute Markus, sein Stellvertreter in Edinburgh.

    Mal raten, wer morgen eine Premiere hat? Ich fahre nach Glasgow. Zum ersten Mal werde ich mit einer Kollegin als Prüfungsaufsicht die Aufgabe übernehmen. Langweiliger geht es nicht. Ich freue mich trotzdem. Die Kollegin ist eine Wolgadeutsche. Sie spricht Russisch und Deutsch als Muttersprachen. Sie lebt seit zehn Jahren in Schottland. Ihr Englisch ist auch nicht von schlechten Eltern.

    Hach… Ist das nicht schön?

    Keine Gefahr im Verzug

    Das war dieser Tag, wenn dein Mann dich anruft und sagt: „Ihr seid außer Gefahr! Euch kann nichts passieren. Gleich fahren sechs Feuerwehrwagen an eurem Gebäude vorbei. Ein Haus in der … Straße brennt.“

    Ich gebe es ungern zu, aber beruflich ist er noch besser als sein Ruf. Niemand reagiert so schnell. Zwei Minuten später haben wir mit der Chefin die Sirenen gehört. Makaber, dass wir kurz davor über den Brand bei dem Nachbarn gesprochen haben.

    Überraschung! Sie haben ein Vorstellungsgespräch.

    L.: H.! Sofort stehen bleiben!
    M.: Ich habe dich auch vermisst – ?
    L.: Nix da. Erzähl! Was hast du gemacht?
    M.: Ich liebe dich. Ich bin artig gewesen. Bitte schlage mich nicht. Ich verweigere die Aussage. Ich rufe meinen Anwalt an.
    L.: So viel an einem Tag? Weißt du, wer Herr K. ist?
    M.: Nein.
    L.: Er hat mich angerufen. Ich solle morgen um 11.30 Uhr zu einem Vorstellungsgespräch kommen.
    M.: Ich bin sprachlos – ?
    L.: Er hat im Auftrag der Stiftung angerufen. Was hast du damit zu tun?
    M.: Nichts.
    L.: Dein Vater?
    M.: Keine Ahnung. Gehst du hin?
    L.: Ich habe mich nicht beworben. Ich verfasse das Anschreiben. Ich nehme mein Curriculum Vitæ und die Zeugnisse mit. Wir haben lediglich davon gesprochen, dass ich dreimal wöchentlich Deutsch unterrichte. Als Freiberuflerin. Wegen Sole. Na, die Eingewöhnungsphase im Kindergarten.
    M.: Hört sich logisch an: eine hochbegabte Lehrkraft für die hochbegabten Kinder. Bist du versucht?
    L.: Ja, ich bin versucht. Dann bin ich dich los. Dann ist Schluss mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.
    M.: Du wirst mich vermissen. Haben sie genug Platz unter den Tischen? Einem Mitmenschen den Mittelfinger zu zeigen ist sehr unhöflich.
    L.: Bite me.
    M.: With great pleasure.
    L.: Bugger off.
    M.: Entscheide dich doch.

    * * *
    Drückt mir die Finger. Kreuzt mir die Daumen. Haha. Ich habe wieder ein Vorstellungsgespräch. Wenn es hinhaut, lasse ich alles ohne Zögern fallen und werde für die Stiftung arbeiten, die das Förderungsprogramm für hochbegabte Horrorzwerge verwaltet. Ich bin kein deutscher Gutmensch. Ich bleibe ein gemeiner Giftzwerg. Weltverbesserung… am Arsch.

    New Innocence

    Mili: Stop making out.
    Me: We are not making out. We are kissing each other.
    Mili: Well, stop kissing each other. You’ve got enough children already.
    Mike: Babies do not exactly come from kissing alone.
    Sole: Where exactly do babies come from?
    Mike: From lovemaking.
    Sole: So, no lovemaking for both of you either.

    Our girls are so strict.

    Who would have thought that stealing kisses from my own husband could be so exciting?

    Das Lindengejammer

    Ich werde nie mehr trinken. Ich werde nie mehr trinken. Ich werde nie mehr trinken. Geez, es gibt noch drei Flaschen Champagner und einen Kasten Bier… Verstecke ich mich im Schrank oder unter dem Bett, wenn unsere Freunde heute kommen? Ich mache die Tür einfach nicht auf. Jawohl. Brandenburg wählt. Ich bin schwanger mit dem Gedanken, die deutsche Staatsangehörigkeit abzugeben und Schottin zu werden. Ob unsere Ehe das aushielte? Der Typ erklärt doch jeden Liebesakt zu einer Schlacht um die Unabhängigkeit Schottlands. Dabei ist er nicht einmal dafür. Das Leben mit 40 war viel simpler. Warum hat mich niemand gewarnt?

    41

    Der Typ, der mir gelegentlich überwältigende Orgasmen antut, fickt neuerdings eine 41-Jährige. Igitt, igitt. Er ekelt sich echt vor Nichts. Das heiße ich nicht gut. Aber ich verstehe ihn. Ich habe sie nackt gesehen. Ich bin auch schwach geworden.

    Adventszeit: gut vorbereitet

    Am 09. August? – Yes! Sure. Why not?

    * * *
    Die Schwiegereltern haben mich gerettet. Die Funktionäre der Horrorbrigade verbringen die Woche vor Schulbeginn in den Scottish Highlands. Der Ruf wurde immer lauter: „Mama! Maaama!! Maaamaaa!!! Wann können wir den Tannenbaum schmücken?“

    * * *
    Ich rede mit Derek ein ernstes Wörtchen. Er wird bald sechs Monate alt. Was er mit seinem Leben wohl anzustellen gedenke? Wann ziehe er aus?

    Über Günther, den Allwissenden

    M.: Hast du Muhammad gesehen?
    L.: Er ist in Damaskus. Ich habe Günther gesehen.
    M.: Igitt. Höre ich den Namen, juckt meine Haut am ganzen Körper.
    L.: Ich teile deine Meinung. Die Rumänin Natasa hat viel über ihr Herkunftsland, die Republik Moldau, erfahren. Über die Kultur, über den Alltag. Über die Sitten, über die Bräuche, über die Traditionen. Er verstehe Rumänisch, hat er uns erzählt. Es sei dem Italienischen ähnlich. Und dem Russischen. Unser Russisch hat er womöglich wesentlich verbessert. Wir sind uns nicht ganz sicher. Wir haben fast nichts verstanden.
    M.: Dein Russisch ist miserabel. Verstehst du Rumänisch?
    L.: Natürlich nicht. Ich verstehe, wenn die Rumänen auf Russisch schimpfen.
    M.: Du bist ja keine ausgebildete Sprachwissenschaftlerin. Dein Italienisch ist ausbaufähig.
    L.: Ich arbeite hart daran. Hast du Nathaniel absichtlich weggeschickt?
    M.: Die Blöße gäbe ich mir nie. Ein Kunde hat ausdrücklich nach ihm verlangt. Warst du im Büro? Ich habe dich nicht wiehern gehört.
    L.: Witzig. Ich war im Büro. Ich habe mich vor Markus versteckt. Ich müsste den Kassenbericht abgeben. Er nervt.
    M.: Bitte nicht gleichzeitig gähnen und reden. Ist dir klar, dass ich dein Boss bin?
    L.: Du bist nicht mein Boss. Nicht seitdem du mich feige an Markus weitergereicht hast.
    M.: Du wolltest eine deutsche Diaspora gründen. Du hast genervt. Wer hat dich gefahren?
    L.: Yusuf. Günther hat ihn sofort auf die Missstände in der israelischen Gesellschaft aufmerksam gemacht. Auf Rassismus, Ausgrenzung, Polizeigewalt. Yusuf hat die Verantwortung für die äthiopische Community nicht übernommen.
    M.: Wie blamabel. Yusuf stammt aus London.
    L.: What’s your point? Als äthiopischer Jude soll er sich gefälligst seiner Verantwortung vor Günther bewusstwerden.
    M.: Es fehlt ihm an sozialem Bewusstsein. Ich nehme ihm gerne diese Bürde ab.
    L.: Nein! Ich erinnere mich lebhaft an eure letzte Diskussion. Ich bin froh, dass ich das Blutbad verhindert habe. Du gehörst zu deinen Kindern, nicht ins Gefängnis wegen Mord und Totschlag. Richard hat er auch nicht gefallen. Die Diskussion über die Missstände bei der Bundeswehr hat leider nicht stattgefunden.
    M.: Zu Günters Glück. Warum zieht dein Bruder mit der Familie nicht nach Edinburgh? Das war eine schöne Woche. Du hast mich nicht verflucht. Du hast mich nicht geschlagen. Du hast mich nicht zurückgewiesen. Ich habe nicht um Sex gebettelt. Ich habe nicht um Nahrung gebettelt. Du warst zahm. Und fügsam. Und gesittet.
    L.: Klappe!
    M.: Eben.
    L.: Du brauchst nicht zu seufzen. Saida war übrigens da.
    M.: Übrigens? Freue ich mich darüber? Bin ich entzückt? Sexuell erregt? Ist das die Alte mit gelben Haaren, die sich beim Tanzen an den Zwanzigjährigen reibt, die Augen verdreht und grenzdebil blökt: „Ich glaube, ich bin schwanger.“?
    L.: Du bist unmöglich.
    M.: Du lamentierst, ich müsse mich bessern und toleranter werden. Ernte die Früchte deiner Bemühungen. Ich käme mit zwei Wörtern aus. Die Afghanin?
    L.: Oi.
    M.: Es hat sich ausgeoit. Was ich dich fragen wollte: Wie sieht’s nun bei Muhammad aus? Will er uns den Transformer abnehmen? Ich schenke ihm alles: Transformerfutter, Transformerklo, Transformerspielzeug, Transformerkörbchen, Transformerhäuschen, Transformerstreu.
    L.: Ist der Karakal jetzt ein Transformer?
    M.: Hast du ihn schnurren gehört? Er plant bestimmt etwas gegen uns. Woran habe ich gedacht, als ich ihn vorm Tor aufgesammelt habe?
    L.: Ans Bumsen?
    M.: Lustig. Wahrscheinlich. Ich bin verstimmt. Steh auf, geh in die Küche. Aua! Echt. Kann ich dich noch umtauschen? Aua. Oi.

    Ich bin demütig. Ich übe mich in Geduld. Ich übe mich in Nächstenliebe. Ich liebe ihn so, wie er ist. Ich liebe ihn so, wie er ist. Ich liebe ihn… Ob ich in einem Kloster Ruhe fände? In einem Männerkloster?

    Zwei Sternbilder meines Nordhimmels

    א שִׁיר, הַמַּעֲלוֹת
    אַשְׁרֵי, כָּל-יְרֵא יְהוָה– הַהֹלֵךְ, בִּדְרָכָיו
    ב יְגִיעַ כַּפֶּיךָ, כִּי תֹאכֵל; אַשְׁרֶיךָ, וְטוֹב לָךְ
    ג אֶשְׁתְּךָ, כְּגֶפֶן פֹּרִיָּה– בְּיַרְכְּתֵי בֵיתֶךָ
    בָּנֶיךָ, כִּשְׁתִלֵי זֵיתִים– סָבִיב, לְשֻׁלְחָנֶךָ
    ד הִנֵּה כִי-כֵן, יְבֹרַךְ גָּבֶר– יְרֵא יְהוָה
    ה יְבָרֶכְךָ יְהוָה, מִצִּיּוֹן: וּרְאֵה, בְּטוּב יְרוּשָׁלִָם–כֹּל, יְמֵי חַיֶּיךָ
    ו וּרְאֵה-בָנִים לְבָנֶיךָ: שָׁלוֹם, עַל-יִשְׂרָאֵל
    * * *
    Mit ihren zarten acht Jahren hat meine Tochter das Unmögliche vollbracht: Sie hat ihren Vater sozialisiert. So gerne ich diesen Erfolg für mich beansprucht hätte. Ich bin nicht etwa neidisch oder eifersüchtig.

    Schöne Seele. Tiefer Verstand. So viel Licht, Liebe, Wärme und Güte kann in dieser Welt nicht existieren. Doppelt schon gar nicht. Träume ich? Mein Herz zerspringt vor Glück.
    __________
    Psalm 128
    Милки Вей объясняет папе, как устроен мир
    Là breith sona dhuit, mo nighean donn!
    All unsere Liebe zu Deinem Geburtstag, Täubchen!
    Buon compleanno!
    Willkommen im August!
    Griselda Apfelbaum

    Aus dem Alltag der Waldbewohner

    Ich liebe meine Kinder. Ich liebe meine Kinder. Ich liebe meine Kinder. Noch zwei Wochen. Noch zwei Wochen. Noch zwei Wochen.

    L.: Ich finde, wir haben die Welt gerettet.
    M.: Was habe ich verpasst?
    L.: Ich meine nur… Als wir aufs Land gezogen sind und die kleinen Monster mitgenommen haben.
    M.: Ist das nicht logisch? Das sind deine Kinder. Verstehe ich nicht.
    L.: Du kriegst inzwischen nichts mehr mit. Hör zu. Weißt du noch, wie sich die Stille anhört? Bei uns hört es sich täglich so an, als würden deine reinen, unschuldigen Engel das Haus bis auf die Grundmauern niederreißen.
    M.: Für mich hört es sich so an, als würden die Drachenstämme vom rechten Ufer des Eridanus die Drachenstämme vom linken Ufer des Eridanus ausrotten, aber ich lebe gerne, als stünde die Apokalypse kurz bevor.
    L.: Hast du überhaupt vor etwas Angst?
    M.: Vor dir. Niemand darf es je erfahren. Der Karakal hat übrigens beim Herumtoben vor einigen Stunden die Schallmauer durchbrochen, glaube ich. Zumindest hat es geknallt.

    * * *
    Ende August gehen Frechdachs und Drachenmädchen in den Kindergarten. Ich werde dort dreimal wöchentlich Deutschunterricht geben. Die Bezahlung ist schlecht, aber ich kann in der Nähe meiner Kleinen sein, wenn sie sich an das neue abenteuerreiche Leben gewöhnt.

    L.: Wir werden uns oft sehen. Freust du dich?
    Sole: Das ist gut. Ich werde dort auch unterrichten.

    Meine Kinder wissen, was sie sein wollen. Wann werde ich es endlich herausfinden?

    * * *
    M.: Wir sind Elis Kindergärtnerin in der Stadt über den Weg gelaufen. Er wohne im Wald, hat er berichtet.
    L.: Ein entzückendes Bild. Idylle. Vogelgezwitscher. Bachgeplätscher. Wilde Tiere.
    M.: Schneewittchen und die sieben Zwerge.
    L.: Bei dir enden alle Szenarios auf dieselbe Art. Schneewittchen und die sechs Riesen. Ich, der Schotte, der Ire, der Ami, der Israeli, der Deutsche und – Ethan.
    M.: Jaaa…
    L.: Nate zieht bei uns ein. Wir ändern nichts, bis auf die Zwerge.
    M.: Die Zwergin, der Schotte, der Ire, der Ami, der Aschkenasi, der Wolgadeutsche und – Ethan. Passt! Ohne Nate.
    L.: Seine Schwester ist bei meinem Bruder eingezogen.
    M.: Was du nicht sagst? Sie haben zwei Kinder gezeugt. Informiere mich, falls dahin gehend ein Plan entsteht.
    L.: Witzig. Heute und morgen sind wir im Ghetto. Am Donnerstag treffen wir uns mit Muhammad und Iraj. Lust mitzukommen?
    M.: Nein, danke. Ich bin kein Menschenfreund. Ich habe allerdings Zwerginnen lieb. Nackte Zwerginnen. Nackte feuchte Zwerginnen.
    L.: Verschwinde.
    M.: Gemeine nackte feuchte Zwerginnen.
    L.: Weg mit dir.
    M.: Echt! Warum habe ich geheiratet?
    L.: Weil du mich angebumst hast. Das erzählst du bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit.
    M.: Ich bin weg. Ich höre nichts.

    Ich mach‘ ein Nickerchen. Bitte um 12.00 Uhr aufwecken.

    שבת שלם

    Michael: Du schläfst zu wenig. Viel zu wenig.
    Richard: Du isst zu wenig. Du trinkst zu viel. Du trainierst zu viel. Viel zu viel.

    Mein Mann und mein Bruder haben Recht. Ich bin am Tage eingeschlafen, ohne es zu merken. Gott sei Dank ist Anna Linda (reine Angeberei ;) verantwortungsbewusst und hat auf die Cousins aufgepasst.

    * * *
    אם אשכחך ירושלים _ עופר פרנסיס

    Psalm 137:5 _ Wenn ich Ofer Francis` Stimme höre, fällt es mir schwer an Gott nicht zu glauben.

    Beannachadh Aaronic

    Am Sonntag wird Derek getauft in derselben Sakristei, in der auch Michaels Vater, Großvater, Urgroßvater und alle Vorväter vor Anbeginn der Zeit getauft wurden.

    Gum beannaich ’s gun glèidh an Tighearna thu;
    25 gun toir an Tighearna air aodann deàrrsadh ort ’s a bhith gràsmhor dhut;
    26 gun togadh an Tighearna a ghnùis thugad agus sìth a thoirt dhut.

    Mein geliebtes Vögelchen, sei gesund und glücklich!

    С Днем Рождения!

    Mein Drachenmädchen ist drei. Nate ist 36. Ich bin glücklich und fühle mich gesegnet, diese wunderbaren Menschen in meinem Leben zu haben.

    Sólveig feiert ihren Geburtstag später. Mit der Schwester, mit den Brüdern und dem coolsten Dad der Welt.

    Für Nathaniel gibt es Kuchen. Und ab 14.00 Uhr wird die Welt wieder verbessert.

    Mäusejagd

    Der Karakal jagt kleine Mäuse: mich und meinen Mann. Ich habe bereits mehrere Herzattacken erlitten. Mein Mann ist dreimal gestolpert. Der Mann wiegt 100 kg. Der Karakal wiegt 1000 gr.

    0:3

    * * *
    Karakal und Chupacabra erholen sich

    Die Ehrlichkeit in einer Ehe

    M.: I’m exhausted. I feel empty.
    L.: Wegen uns? Wegen mir?
    M.: Nein, nicht wegen dir. Wegen der Umstände, in denen wir uns befinden nach diesen zehn Monaten. Ich leugne es. Ich gebe es nicht zu. Ich will dich schützen. Ich mache mir Sorgen um dich. Ich weiß, dass du Alpträume hast. Ich will nicht meinen Geburtstag feiern. Ich will nicht, dass du stundenlang vor dem Herd in der Küche stehst. Wir bestellen uns was. Ich will nicht nach Wales segeln. Ich will nicht nach Russland fliegen. Ich gehe auf keine Geschäftsreise. Können wir in August einfach zu Hause bleiben? Wir werden Soles Geburtstag feiern. Wir werden Milis Geburtstag feiern. Wir werden deinen Geburtstag feiern. Auch unser Ehejubiläum. Du, ich und die Kinder. Jeden, der mein Grundstück beträte, empfinge ich am Tor mit einem M16.

    Wir verwerfen unsere Pläne. Wir lernen mühevoll seit vielen Jahren, uns zu überwinden und die Wahrheit auszusprechen. Das wird unsere Blecherne Hochzeit sein. Ich habe genug Kuchenbleche. Ich werde auf die Rosenhochzeit warten. Und, Dank dem Himmel, besitzen wir keine Waffen.

    Ich wünsche mir, wir fänden endlich zur Normalität zurück.

    Zurück zur Demut

    Liebe Leute,

    vielen Dank für Eure Worte. Ihr seid nett. I really appreciate it. Bless yourselves.

    * * *
    Leihe mir bitte jemand einen Panzer aus. Ich bräuchte dringend einen Panzer.

    Ich wollte noch fragen, wie diese mobilen Raketenabwehrsysteme heißen, mit denen der israelische Aggressor die Raketen abschießt, die von den friedlichen Nachbarn zur Bekundung der Toleranz und Nächstenliebe an seine kriegstreibende Zivilbevölkerung gesandt werden?

    Iron Dome, sagt Dylan. Aber man fange damit die Raketen ab. Die Welt könne man damit nicht verbessern. Nicht in meinem Sinne. Schade. Ich habe solch eine bilderreiche Gewaltfantasie ausgearbeitet. Dann eben nicht. Ich verprügle einfach ein paar Ex-Militärs und gehe nach Hause. Michael bäckt heute Abend Plätzchen.

    Ein schönes Wochenende. Übertreibt’s nicht mit den Kakteen.

    Kurz

    Die Woche ist kurz ausgefallen.

    Der Montag war schön. Der Dienstag war schön. Es bricht dir als Mutter oder Vater das Herz, wenn du mit fünf verheulten Kindern skypst, die gemeinsam als eine einzige Stimme schluchzen: „Neve ist tot.“ Die Nacht zum Mittwoch war lang. Wir sind wieder zu Hause.

    Es wird alles gut. Es gibt nichts, was wir nicht überwinden können, solange wir zusammen sind, solange wir uns haben.

    * * *
    L.: Mischa, du bist einzigartig. Ist dir das klar? Vor einem Jahr hast du die kürzeste Geschäftsreise ever unternommen, jetzt den kürzesten Urlaub ever gehabt.
    M.: Meinst du die Geschäftsreise, bei der ich in Singapur landete und Joel sah, der auf mich zuging und sagte: „Deine Familie ist am Leben. Mach dir keine Sorgen. Deine Kinder sind bei deinen Eltern. Deine Frau ist auf der Feuerwehrwache.“? Diese Geschäftsreise? Das ist nicht witzig. Immer noch nicht. Ich missbillige diesen Galgenhumor.

    Irgendwie ist es doch witzig. Auf eine ganz makabre Art und Weise.

    Luciens Papa

    Wir haben einen Besuch von einem charismatischen Nachbarn bekommen. Fräulein Fettel hat sofort eine unzufriedene Fresse gezogen. Meine Kleine wollte wissen, ob Fräulein Fettel Luciens Papa sei. Das würde ich Fräulein Fettel zutrauen.

    * * *
    Was war das für eine schöne Zeit, als ich ein halbes Jahr keine Nachrichten gelesen und nur für meinen Mann und dessen Kinder gelebt habe. Die Welt war fast in Ordnung, obwohl wir bei den Schwiegereltern gewohnt haben.

    * * *
    Übrigens sind wir Rabeneltern. Wir fliegen nach Florenz. Fräulein Fettel beaufsichtigt die Horrorbrigade. Sie wird unsere reinen, unschuldigen Engel doch nicht etwa indoktrinieren? Das traue ich ihr auch zu. Sie ist eine Funktionärin der SNP, plädiert für die Unabhängigkeit des Landes und kotzt mir aus Prinzip in die Schuhe.

    Weltverbesserung nach Uhrzeit


    Habt ihr zufällig mitbekommen, wie wunderbar die Welt plötzlich wurde? So ungefähr gegen 14.00 Uhr? Das waren wir. Wir allein. Nathaniel und ich.

    Die kleinen Monster haben eine neue Freundin kennen gelernt, die Lilas heißt. Ich, Nate, Muhammad und Lilas‘ Vater haben die Armada aus Papier nachgebaut und bemalt. Wir haben mehr Spaß daran gehabt als die Kinder. Jetzt kaufe ich einen Kaktus und fahre nach Hause.

    Lautes Stöhnen und heftige Muskelkontraktionen wünscht euch Alvaro de Bazán, Marqués de Santa Cruz.

    Ciao, tschüss, bye-bye. Seid nett zu Kakteen. Und auch gut zu Vögeln.

    Juhu!

    Diese reinen, unschuldigen Engel, die Kinder meines Mannes, haben Sommerferien.

    Erschieße mich bitte jemand.

    Ask, Seek, Knock

    Man fragt mich: „Und? Wie war es? Der Brand? Die Zeit danach als obdachlos? Glaubst du immer noch an Gott?“ Ja, das tue ich. Das tue ich mit meinem ganzen Herzen!

    7Ask, and it shall be given you; seek, and ye shall find; knock, and it shall be opened unto you: 8For every one that asketh receiveth; and he that seeketh findeth; and to him that knocketh it shall be opened.

    Die letzte Woche war übel. Grausam für mich sowohl seelisch als auch persönlich. Ich wurde angefeindet. Ich wurde bedroht. Ich wurde verleumdet. Donna wurden ihre Kinder gestohlen.

    Ich hadere mit meinem Gott. Doch gibt er mich nicht auf. Heute habe ich gestrahlt. In zwei Monaten, so hoffe ich, werde ich darüber berichten können.

    Ein wenig Selbstkasteiung

    Ich bin wütend und enttäuscht. Ich bade noch in Selbstmitleid. Ich bin fast fertig. Hoffentlich.

    Warum? In zwei Monaten hätte ich die Kätzchen verschenkt. Mit blutendem Herzen. Aber ich hätte sie verschenkt. Warum die Kätzchen traumatisieren? Warum die Mutter traumatisieren?

    Wir wissen genau, wer das war. Unser Haus wird videoüberwacht.

    Heute will ich die Welt wirklich nicht verbessern. Sie soll mir den Buckel runterrutschen.

    * * *
    Das ist Lucies erstes Bild.

    Neve, dann Lucie


    Donnas Kinder wurden heute von unserem Hof gestohlen. Donna jammert und ruft nach ihren Babys. Ich heule. Das ist das letzte Bild. Fünf Wochen sind sie alt.

    Rhetorisch


    Mili, meine Große, begrüßt Nate: „Fists up, elbows in, chin down.“ Sole, meine Kleine, streckt die Arme aus, stellt sich auf die Fußspitzen, fasst ihn an den Hintern und fragt, als er sich verwundert umdreht: „Do you know my dad? My dad is the coolest on the planet. Do you like giraffes?“ Ich bringe ihm eine neue Redewendung bei: „Пиздец, какие же мы охуительные.“ Und das an einem Abend.

    Vor zweieinhalb Jahren hast Du uns nicht gekannt. Wie hast Du ohne uns nur gelebt, Nathaniel?

    ברוכים הבאים לירושלים


    Ich wundere mich, warum ich immer wieder gefragt werde, ob Michael noch bei uns sei? Wo sonst sollte er denn sein? Ich schreibe zu wenig über ihn, glaube ich. Meine Schuld. Ich werde mich bessern.

    * * *
    Meinem Mann hat’s in den Fingern gejuckt, deswegen ist unsere Bettwäsche seit gestern schweinchenrosa. Aber immerhin hat er den Weg in die Waschküche gefunden.

    * * *
    Nächste Woche sind wir in Jerusalem. Michael passt auf das Baby auf. Ich laufe nackt durch die Straßen. Mir ist danach. That’s going to be epic. Schaltet den Fernseher an. Ich brauche dringend ein langes weißes Schlafhemd. Nachts könnte es kühl werden.

    1000 und 1 Grund, warum ich M.H. liebe

    Ich hatte viel Zeit mit Tierbabys und Menschenkindern verbracht, bis ich Michaels Blick bemerkte. Was?!, wollte ich angriffslustig wissen. Nichts, entgegnete er versöhnlich, ich könnte heulen, wenn ich dich so gelöst und glücklich lachen sehe. Ich wünsche mir nichts sehnlicher.

    Ich werde meinen Blog nicht in 1000 und 1 Grund, warum ich M.H. liebe umbenennen. Bestimmt nicht wegen einer karitativen Veranstaltung. Schönen Abend noch!

    Ich krieche gleich unter seine Kuscheldecke und schmiege mich eng an ihn heran. Ich bin eine stolze florentinische Frau. Ich brauche weder Liebe noch Zuneigung, noch Herzlichkeit, noch Anerkennung. Schluss mit Kichern!

    סמי וחנה

    יזכור אלהים נשמת בני מורי (שמואל בן מייקל) שהלך לעולמו בעבור שאתן בלי נדר צדקה בעדו, בשכר זה תהא נפשו צרורה בצרור החיים עם נשמות אברהם יצחק ויעקב שרה רבקה רחל ולאה ועם שאר צדיקים וצדקניות שבגן עדן. ונאמר: אמן

    יזכור אלהים נשמת סבתי מורתי (חנה בת אסתר) שהלכה לעולמה בעבור שאתן בלי נדר צדקה בעדה, בשכר זה תהא נפשה צרורה בצרור החיים עם נשמות אברהם יצחק ויעקב שרה רבקה רחל ולאה ועם שאר צדיקים וצדקניות שבגן עדן. ונאמר: אמן

    Niamh & Lucie

    Neve (schwarz) hat heute eine feine Pastete von meinen Fingern gefressen. Zähne scharf wie kleine Nadeln. Lucie bedient sich erst an der Milchbar. Donna ist einfach geduldig und lässt sich von mir knuddeln.

    Mein Mann, der Engel

    Eine Bekannte von mir wollte wissen, warum ich meinen Mann ständig verprügle. Er sei doch so lieb und hilfsbereit. Sicher. Warum fragt mich niemand, warum ich ständig seufze oder fassungslos den Kopf schüttle?

    * * *
    L.: Michael, wie heißt der Papst? Fällt mir gerade nicht ein.
    M.: Olga Tabea DCLXVI..

    Hab‘ ihm in den Bauch geboxt. Dann begrabscht. Jetzt kann ich keine Doku über Papst Franziskus schauen, ohne zu wiehern. Vielen Dank auch.

    Acht Monate

    Wir sind umgezogen. Wir sind jetzt endlich zu Hause.

    Vor acht Monaten ging unsere Welt unter/in Flammen auf. Gravierend. Radikal. Für immer. Nicht, weil wir es uns gewünscht hätten. Nein! Unser Nachbar hatte die Entscheidung für uns getroffen.

    Er ist tot. Er ist unter der Erde. Wir leben mit den Konsequenzen seines Handelns weiter. UNSER LEBEN LANG. Mit der Angst vor der Angst, es könne sich wiederholen.

    Ich möchte im Stande sein, einen Text über die letzten acht Monate zu formulieren – einfach, um damit abzuschließen. Es gelingt mir leider noch nicht. Ich bin erbost. Ich bin verzweifelt.

    UPDATE

    Zwei Namen. Für die Kätzchen. Süß. Die Mutti heißt Donna. Behauptet meine Große. Leider ist sie [fast] immer ehrlich. Der Vater meiner Kinder heißt immer noch Michael. Enttäuschend.

    Nicht wirklich.

    My New Queendome

    Mein Mann ist Vater geworden. Am 28. Februar. Das Kind heißt Derek Caleb. Seine Augen sind so grün wie die seiner Mutter.

    Ich bin Oma geworden. Am 16. Mai. Milis Adoptivkatze hat zwei Kätzchen zur Welt gebracht. Jetzt brauche ich drei Namen.

    Your Majesty, welcome to your new queendome!, said Michael once we moved in. I like it here.

    Für Kitty, Naida und Orion

    Am 25.09. wurden wir morgens wegen Brand evakuiert: ich, meine Kleine und die Hunde. Kitty hat sich versteckt. Sie wurde gerettet. Ihr geht’s gut.

    Hätten wir noch 5 Minuten geschlafen, so die Feuerwehr, hätten unsere Tiere nicht gemiaut, geheult, gejault und an der Schlafzimmertür gekratzt, wären wir nie mehr aufgewacht.

    Der Mann im ersten Obergeschoss ist eines entsetzlichen Todes gestorben. Fast hätte er uns mitgenommen.

    Jetzt sind wir obdachlos.

    Die misslungene Integration

    L.: Ich bin mal wieder Russin.
    M.: Was habe ich mal wieder nicht mitgekriegt? 365 Tage im Jahr war dein Vater deutsch. 365 Tage im Jahr ist deine Mutter deutsch. Ich multipliziere mit 40. Entschuldige, du bist 20
    L.: …warte, du entschuldigst dich zu früh.
    M.: Du brauchst keinen Rechner. 7300 Tage.
    L.: Seit 14600 Tagen bin ich deutsch. Acht Tage davon habe ich in Russland verbracht: fünf in Moskau, drei in Sankt Petersburg. Acht Tage!!!
    M.: Acht Tage?! Widerlich! Ich habe noch nie mit einer indigenen Russin geschlafen. Willst du in Edinburgh bleiben? Erweise mir gefälligst Gefälligkeiten, sonst liefere ich dich an die guten toleranten Herrenmenschen in Deutschland aus, die dich fremd determinieren und die „Mensch mit Migrationshintergrund“ oder „besonderes Kind“ laut aussprechen und sich deswegen nicht in Grund und Boden schämen. Kannst du mit russischem Akzent sprechen?
    L.: Ich könnte die Klitschkos nachahmen.
    M.: Erschreckend. Verabschiede dich von all dem, was dir an meinem Körper lieb und teuer geworden ist.
    L.: Deinen Ohren?
    M.: Jawohl. Meinen Ohren. Ich habe die charismatischsten Ohren der Welt. Gib’s zu.
    L.: Hast du in der Tat. „Charismatischste Ohren der Welt“ – keine Einträge.
    M.: Geh weg. Grüße die Armen im Geiste.

    * * *
    Warum triumphiert immer wieder die Dummheit?

    5779

    Happy Rosh Hashanah!

    Шана това у-метука!

    !שנה טובה ומתוקה
    יְבָרֶכְךָ ה‘ וְיִשְׁמְרֶךָ
    יָאֵר ה‘ פָּנָיו אֵלֶיךָ וִיחֻנֶּךָּ
    יִשָּׂא ה‘ פָּנָיו אֵלֶיךָ וְיָשֵׂם לְךָ שָׁלוֹם
    וְשָׂמוּ אֶת שְׁמִי עַל בְּנֵי יִשְׂרָאֵל, וַאֲנִי אֲבָרֲכֵם
    * * *
    Л.: Мишкa, привет!
    М.: Привет!
    Л.: Мы с Диланом были только что в церкви. Я плакала. Он меня успокаивал.
    М.: Ну, зачем?..
    Л.: Ты не волнуйся, милый. У меня всё хорошо. Это был всего лишь слабый момент. Потом я научила его новому красивому слову «פיזדץ».
    __________
    *5777 – לשנה תובה תכתבו
    **King-James-Bibel, Aaronitischer Segen (4 Mos 6,24-26)
    24The LORD bless thee, and keep thee:
    25The LORD make his face shine upon thee, and be gracious unto thee:
    26The LORD lift up his countenance upon thee, and give thee peace.
    27And they shall put my name upon the children of Israel; and I will bless them.

    Sorgen um Vampire

    E.: Mama, Papa hat das Abendessen gemacht.
    L.: Ich weiß. Jedes Wesen im Radius von zwei Kilometern nimmt den Knoblauchgeruch wahr.
    E.: Frau B. hat sich gefreut.
    L.: Was hat Papa gekocht?
    E.: Tomatensalat, Kartoffelgratin und Pflaumenstreuselkuchen.
    L.: Pflaumenstreuselkuchen? Papa hat gebacken?!

    * * *
    M.: Baby?
    L.: Ruhe! Haben wir noch ein sauberes Bentō? Frau B., die Mutter unseres Vermieters, ist hungrig.

    * * *
    L.: Hände weg! Ich esse alles auf. Tomatensalat mit roten Zwiebeln, Croûtons und Knoblauch… Kartoffelgratin mit Knoblauch… Pflaumenstreuselkuchen mit Knoblauch?..
    M.: Nein. Kein Knoblauch im Pflaumenstreuselkuchen.
    L.: Ich glaube dir nicht. Du?!
    M.: Ja?
    L.: Sei nett. Setze einen Brief auf und informiere mich von deinen Absichten, kurz bevor du dich in meinem Mund… berauschend fühlen wirst. Ich stamme von Vampiren ab.

    Back to the Roots

    Mir wurde ein unbefristeter Job als Dolmetscherin/Übersetzerin für Arabisch-Englisch und Farsi-Englisch bei einem karitativen Verein angeboten.

    Nach sechs Monaten, während der Flüchtlingskrise, bei einem evangelischen Bildungs- und Sozialwerk habe ich mir geschworen: „Nie wieder! Nie! Keine Jugendmigrationsdienste, keine Bürgerinitiativen, keine Nächstenliebe. I’m out. Ciao, tschüs, adieu.“

    Deswegen habe ich mich beworben. *lol*

    Drückt mir die Daumen.

    Once upon a midnight dreary…

    Ich, zartes Maiglöckchen, wurde Opfer eines perfiden Übergriffes. Leider nicht seitens eines liebeshungrigen keltischen Kriegers.

    Der Himmel hing so tief, dass ich mit den Fingerkuppen die Sterne anfassen könnte. Die Nacht erhellte der Sichelmond. Im Wald heulten Chupacabras. Ich lag auf einer weißen Decke, weich und kuschelig wie eine Wolke, in einer Gartenlaube, an deren Wänden sich wilder Wein emporrankte. Meinen Leib umhüllte die schwüle sommerliche Hitze.

    Gut, ich lag im Bett und trug einen Pyjama, der nur aus einem Bikinihöschen bestand. Neben mir schlief unruhig der Mann, der wahrscheinlich davon träumte, wie er irgendeine doofe Schnalle knallt. Mein Unterbewusstsein beschäftigte sich hingegen mit reinen, unschuldigen Gedanken. Ich träumte vom Frieden auf der ganzen Welt, von der Weltherrschaft, alten Villen und Daniel. Wie alle Zwerge bin ich leicht größenwahnsinnig.

    Das Haupt ruhte auf dem Kissen mit kühlem seidenem Bezug, den ich vollgeschwitzt hatte. Ich hörte ein dumpfes Geräusch des Aufpralls, machte die Augen auf und sah direkt vor meinem Gesicht etwas Schwarzes, entsetzlich Lebendiges sitzen. Ich kreischte panisch. Es schnellte in die Höhe, landete auf meinem Rücken und verschwand in der Dunkelheit. Der Mann erschreckte sich und wachte auf.

    „Etwas ist im Zimmer! Iss ihn auf, iss ihn auf! Er schmeckt süßer.“
    „Hör auf zu schreien. Ich habe gerade mehr Angst vor dir. Hast du tatsächlich ‚Iss ihn auf!‘ gesagt? Unfassbar.“
    „Was ist das?“
    „Ich weiß es nicht. Wo ist es? Ich lache mich kaputt. Frau, wie feige bist du denn?“
    „Halt die Klappe. Was ist das?“
    „Eine Fledermaus. Da hängt sie kopfüber an der Gardine. Sie ist kaum größer als zehn Zentimeter.“

    Ich beobachtete aus sicherer Entfernung, wie er die Gardine vorsichtig um die Fledermaus herum faltete und sie in die Freiheit entließ.

    „Pah…“, schlussfolgerte ich triumphierend. „Das hätte ich auch allein geschafft.“ Dann kletterte ich vom Leuchter herunter.

    Gott sei Dank hat mich der kleine Vampir nicht gebissen. Warum tut mir das Sonnenlicht bloß weh? Warum gelüstet mich nach Nähe? Michael riecht gut. Sein Hals ist unwiderstehlich anziehend. Leise rauscht das Blut durch die Venen.

    „Ich nenne mich ab sofort Fürstin von Schwarzenberg.“
    „Nicht Baronin von Angsthasenburg?“
    „Nein, mein Pfirsich, nicht Baronin von Angsthasenburg. Welch eine Unverschämtheit.“

    Sieben

    KEINE WERBUNG!

    M.: Was möchtest du zum Geburtstag geschenkt bekommen, Baby?
    L.: Nichts Besonderes. Ich bin bescheiden. Schenke mir einen Ferrari 275 oder einen Aston Martin DB11.
    M.: Eine hervorragende Auswahl für die Familienmutter wie dich. Gäbest du dich eventuell mit einem U-Boot oder einem Hubschrauber zufrieden?
    L.: Na, ich weiß nicht. Bezahlst du meine Privatpilotenlizenz?
    M.: O Gott, nein!!! Du kannst die Menschheit inzwischen zu Land und zu Wasser bedrohen. Ich lasse dich nicht freiwillig in die Lüfte erheben.

    * * *
    Sieben wird unsere Große am siebten. Mysteriöse Sieben. Möge das kleine Wunder 7fach glücklicher, 7fach intelligenter und 7fach erfolgreicher sein als wir.

    Là breith sona dhuit!

    Unsere Kleine, unser Sonnenschein, Papas Drachenmädchen ist heute zwei geworden. Ich habe sie gefragt, was sie mit ihrem Leben anzustellen gedenke und wann sie ausziehen wolle? Sie hat mir die Zunge gezeigt. Wie unhöflich.

    Zuerst machen sie sich in deinem Körper breit und treten dich von innen mit schweren Armeestiefeln. Dann lassen sie dich nachts nicht schlafen. Dann lernen sie dich zu beißen und kichernd von dir wegzurennen. Ungefähr mit einem Jahr werden sie selbstständig, verstecken deine Autoschlüssel und probieren das erste Mal deine Schuhe an. Sic transit gloria mundi.

    Ach so, trollen tun sie dich auch noch:

    „Mama, Mama, Mama. Mama, Mama, Mama. Maaaaaaaaama!“
    „Sole?“
    „Mama, sag Papa, dass ich ihn liebe. Mehr als dich. Jawohl.“

    Hach, die Blumen des Lebens…
    __________
    Добро пожаловать!

    Linda Goes Berlin*

    Oder: Eine Biene im Honigtopf

    Am Samstag hat sich mein Weisheitszahn, das querulante Arschloch, wieder gemeldet als Memento an die heitere Lebensfreude, die vor zwei Wochen Besitz von mir ergriff und uns alle mit märchenhaften Augenblicken überschüttete: „Das Leben ist Marter. Sei nicht übermütig. Fröne keiner Völlerei. Weiche von Ilja. Du bringst ihn aus der Ruhe. Hallöchen! Wie geht’s? Hast mich nicht erwartet, gell?“ Dann kichert er und meißelt sumerische Piktogramme mit gewaltigen, dröhnenden, quälenden Hammerschlägen in meinen Unterkiefer.

    Wenn ich die Bilderschrift richtig entschlüsselt habe, handelt der Traktat von unprätentiösem Wesen, Ergebenheit und noch mehr Demut.

    Ob ich ein Sommercamp für Kinder eröffnen sollte?

    * * *
    Die Zahnschmerzen lindern Salbeitee, Gewürznelken und ein sanfter sinnlicher Mann.

    Das Urchaos in den Kinderzimmern merzen freiwillige kleine Monster, Spülmittel und ein Wischmopp aus.

    Gegen Iljas Abreise hilft keine Panazee, aber ich werde mit Crêpes Suzette und Champagner zum Frühstück fürliebnehmen.

    * * *
    Bleibt gesund! Hadert nicht mit dem Schicksal. Und ich frohlocke, denn morgen findet das Konzil mit Herrn Dr. G., dem Heiligen meines Vertrauens und dentalen Exorzisten, statt.
    __________
    *„Ingrid Goes West“, Schein vs. Sein, empfehlenswert

    Über die toten Seelen*

    Denke um. Reagiere nicht. Lerne Erinnerungen zu evozieren.

    Versage dem Feuer das Substrat für die Existenz. Lasse die Kreatur, die das Feuer der Zerstörung zu entfachen trachtet, schonend – pikant gewürzt mit Selbstgewissheit, Hass und Aversionen –, in der eigenen Galle garen, auf dass sie die Würde bewahre und sich in aller Stille annihiliere. Sei gnädig. Du. Bist. Lebendig!

    Schließe dich den Menschen an, mit denen du auf einem gemeinsamen Pfad, obzwar steil und dornig, wandeln kannst: weg von der Dunkelheit; zum Licht, zur Hoffnung, zur Liebe hin.

    * * *
    Christians Worte.
    __________
    *Trolle, Hamster, Hater; Nikolaj Gogol, „Die toten Seelen“

    Das Glück

    Warum denke ich bloß an Michael, immer wenn ich eine Kornblume sehe?

    * * *
    Ich bin die Verkörperung der Demut. Ich wohne seit einer Woche mit zwölf Kindern in meinem Kibbutz. Beat me!

    Ich war nie glücklicher. Es gibt nichts Besseres. [Trotz der Proteste unserer Katzen.] Der Mann kommt auf dumme Gedanken und würde gerne die Kontrazeption absetzen. Ich verbarrikadiere mich in meinem Schlafzimmer. Wenn Du mich bumsen willst, mach’s einfach, weck mich nicht auf. Ich schlafe ein, kaum mein Kopf das Kissen berührt.

    * * *
    Am Wochenende verabschieden wir den schönen Wolgadeutschen, seine Frau Nadja und deren beide Kinder. Samu darf ich auch nicht behalten. So gemein.

    Chris und Theresa schließen sich dem Grillfest an. Sie haben zwei Kinder :D

    Divide et impera

    Ein guter Mann!

    Nach all den Hetzkampagnen, Verunglimpfungen und Lügengeschichten, die unsere deutschen Massenmedien – mit eifriger Unterstützung ihrer europäischen und amerikanischen Pendants – in den letzten Jahren über Russland verbreitet haben, ohne dass jemand einen legitimen Einspruch erhoben hätte, sei dieser Triumph den Russen vergönnt.

    Bei der Liveübertragung eines Fußballspiels gestaltet es sich prekärer, Fake News kontinuierlich zu generieren und alternative Fakten zu fabrizieren. Sport war schon immer politisch.

    * * *
    Nadja und Ilja sind da. Wir schauen noch „Wag the Dog“ und „Special Correspondents“, essen den Kühlschrank leer und freuen uns auf einen grenzenlosen Horizont, sternenreichen Himmel, Wind, Regen und… Freiheit von der Krux der Zivilisation.

    Spätestens in acht Tagen sind wir in Glückstadt.

    Die Meilensteine

    „Was willst du hier, Muttersöhnchen? Verpiss dich von meinem Grundstück!“
    „Heiliger Himmel, du bist wunderschön.“

    Dies waren die Worte, die mein Mann und ich vor zehn Jahren nach einer 6-jährigen Trennung miteinander wechselten.

    „Der Mond ist auf die Erde gestürzt… Was war das denn? Wann hattest du das letzte Mal Sex?“
    „Vor sechs Jahren. Alles Andere war Masturbation: egal, ob mit der Hand oder mit einem Frauenkörper.“

    Dies waren seine Worte, nachdem ich das erste Mal Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr. von ihm gehört hatte. Es bedurfte einer Nichtigkeit: acht Jahre zusammen, sechs Jahre in parallelen Wirklichkeiten. Ich verhielt mich unnachgiebig. Es waren immerhin fast zehn Minuten seit unserem Wiedersehen verstrichen, bevor er in mir das erste Mal in dieser Nacht kam.

    „Heirate mich.“
    „Wie bitte? Ich habe dich nicht verstanden.“
    „Du hast mich verstanden. Heirate mich. Ich bin kein schlechter Mann. Du wirst es gut bei mir haben.“

    Wir lagen im Bett. Mein Bauch wölbte sich. Ich habe nie an unserer Ehe gezweifelt.

    „Gott, was machen wir jetzt?“
    „Sorge dich nicht. Wir schaffen das. Ich werde jedes Kind großziehen, das du mir schenkst.“

    Wir hegten ein Baby um. Wir erfuhren gerade vom Gynäkologen, dass ich mit Zwillingen schwanger bin. Mein Herz rutschte in die Fersen. Für einen kurzen Augenblick sah ich, wie das Blut aus seinem Gesicht wich.

    Ich bin stolz auf meinen Mann. Sein Wille ist ehern. Ich werde mich nicht mit fremden Federn schmücken, obwohl er oft genug betont, dass hinter einem erfolgreichen Mann immer eine starke Frau stehe*.

    Ich glaube, ich hatte keinen Vogel abgeschossen. Der Phönix selbst ging freierdings in mein Netz. Zu seinem Versprechen bekennt er sich bis heute. Er kümmert sich inbrünstig um meine Kinder, und sie schauen zu ihm auf.

    Die Romantik ist überbewertet. Nur die Taten zählen. Gestellte Fotografien in sozialen Medien verwandeln das Leben nicht in ein Märchen.

    Fata Morganas bleiben Fata Morganas. Die Erzengel sind echt.
    __________
    *Wer ist der Autor dieses Zitats?

    Professor Unrat lässt grüßen

    L.: Wo gehst du jetzt noch bitte hin?
    M.: Ins (nuschelnd) …uff.
    L.: Wohin? Ins Puff?
    M.: Doch nicht ins Puff. Ins Kabuff.
    L.: Haben wir neuerdings ein Kabuff? Lesen wir neuerdings Heinrich Mann?
    M.: Wenden wir neuerdings den Pluralis Majestatis an?
    L.: Ja, bei uns ist neuerdings der Größenwahn ausbibrochen*. An allen Miseren sind die Biber schuld.
    _________
    *Lapsus Linguae: ausbibrochen statt ausgebrochen

    Extremsport zum Wochenende

    L.: Baby, was machen wir am Freitag?
    M.: Wir besteigen den Mount Everest und segeln die Sieben Weltmeere um.
    L.: Okay. Ich treibe „Bullets over Broadway“ auf. Du bestellst die Pizza.

    * * *
    H.: Ein wenig windig heute.
    L.: Haley, übertreibe nicht so maßlos.

    Bobos vs. Höhlenmenschen

    L.: Kein vegetarisches Frühstück für dich.
    M.: Erfahre ich auch den Grund dafür?
    L.: Ich habe auf dich gewartet und zwei Männer belauscht, die eine halbe Stunde lang über Vorzüge von Amaranth und Quinoa diskutiert haben. Ich bin trocken wie die Sahara. Ich habe genug von Warmduschern. Sei du selbst: rüde, rüpelhaft und ungehobelt.
    M.: Ich könnte dir die Niagarafälle anbieten. Was? Du hast mit den geografischen Vergleichen angefangen.

    * * *
    L.: Bevor ich deine Familie kennen gelernt hatte, aß ich wie ein Kolibri.
    M.: Nun gut, jetzt isst du wie eine verfressene Ente, aber ich finde es sexy.
    L.: Watch it!
    M.: Au! Hast du mich gerade getreten?
    L.: Nein, nein. Ich wollte mit dir unter dem Tisch füßeln.
    M.: Füßeln… von wegen. Au, das hat wehgetan.
    L.: Ach, verzeih mir, mein Liebling.
    M.: Ha-ha. Daneben. Aua!

    * * *
    L.: Nur die Götter wissen, wie ich dich ertrage. Du solltest mich fürs Bundesverdienstkreuz vorschlagen.
    M.: Eigentlich wollte ich mich an die UNESCO wenden und dich zum Weltkulturerbe erklären lassen.
    L.: Eine weise Entscheidung. Ich unterstütze dich.

    The Wall

    L.: Hast du den Sonnenaufgang gesehen?
    M.: Er war schön.
    L.: Holyrood Park. Hab‘ gehofft, meine neuen Freunde zu treffen.
    M.: Die sind wahrscheinlich bereits abgereist.
    L.: Isst du mit mir zu Mittag?
    M.: Heute nicht. Leider.
    L.: Gut. Dann gehe ich zu Henry und lasse mich von ihm quälen.

    * * *
    Henry, ein ehemaliger Bootneck/mein Lieblingscoach, ist vor kurzem von Carlisle nach Newcastle gelaufen.

    14:12:46
    110.8 km
    7:42/km

    Bloody hell! I should bow when I see him today, shouldn’t I?

    Happy Father’s Day!

    Haley: Was hast du Mike zum Vatertag geschenkt?
    L.: Rote Rosen zum Necken, Springbank 45yo und mich. Die Blumen hat unsere Große geklaut. Sie sind in ihrem Kinderzimmer zu bewundern. Den Whisky wird er bei Texas Hold’em mit seinen Kumpels an einem Freitag genießen. Ich wurde ausgepackt. Was hast du Daniel geschenkt?
    H. (lachend): Motivsocken, aber er hat mich trotzdem ausgepackt.

    Baby, we’re the lucky ones. You are the greatest and most precious gift from Heaven. We love you and we feel your love wherever we go. You’re the best father in the world. Every single day.

    * * *
    Am 29. Juni endet für die Horrorbrigade das Schuljahr. Danach werden wir mit Haley und Daniel, Nadja und Ilja von Edinburgh über Helgoland durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Glückstadt segeln*. 450 Seemeilen.

    Hach, ich freue mich auf meinen Bruder, meine Freunde und meine Tiere.
    __________
    *Ahoi! Ahoi! Frau über Bord!

    Three Men in a Boat*

    oder: Ab – nach Australien!

    Ich ziehe Magisches an. Ich bin ein Schwarzes Loch. Keine blöden Witze, Michael! Mach deinen Mund zu, sonst töte ich dich. Vor einer viertel Stunde sind mir und den Höllenhunden vier wunderbar besoffene Gestalten im Holyrood Park begegnet: ein dürrer Riesenrentner mit schütterem Haar, in eine saphirblaue Jacke geheimnisvoll gehüllt, ein kleiner dicker Rentner mit schwarz gefärbter Haarpracht und eine ältere Frau in einem giftgrünen Pullover. Sie haben eine anregende Diskussion geführt. In Deutsch.

    * * *
    Schönheit in Giftgrün mit Einkaufsnetz: Schottland ist ein Scheißland. Ich will auswandern.
    Schönheit in Saphirblau mit Dackel (unangenehm laut, torkelnd): Wohin?
    Schönheit in Giftgrün mit Einkaufsnetz: Nach Russland.
    Kleiner Dicker (sich kaum auf den Beinen haltend): Nach Australien?
    Schönheit in Saphirblau mit Dackel: Nach Russland, sagt sie.
    Kleiner Dicker (erhobenen Hauptes): Russland ist auch ein Scheißland.
    Dackel: Anubis, mein Herr, befreie mich von dieser Qual. Ich werde nie mehr in einen Stiefel kotzen.
    __________
    *Three Men in a Boat (To Say Nothing of the Dog) by Jerome K. Jerome

    Die Kunst der Malerei

    Henry: Linda?
    L.: Sie ist nach Sibirien ausgewandert.
    H.: Wie ich dich vermisst habe.
    L.: Das ist nachvollziehbar. Ich bin bezaubernd.
    H.: Geez. Und so bescheiden. Sehe ich dich heute?
    L.: Nein. Ich bin zu beschäftigt.
    H.: Was machst du?
    L.: Ich sitze auf dem Balkon und bemale Bananen. Wo kann ich einen Axolotl kaufen?
    H.: Wirst du ihn auch bemalen?

    * * *
    Kundgabe: Du! Hab‘ beschlossen, fett zu werden. Freunde Dich mit dem Gedanken an. Küsschen. Dein Weib.
    Resonanz: Wer?

    Тост

    М.: To my first and only love. To the mother of my children. To my beautiful bride. Я люблю тебя, Линка! Я люблю тебя больше своей жизни. Ты меня любишь?
    L.: Немного. Ты чем обдолбался, дебил?
    М.: Гонораром.
    L.: Я люблю тебя бесконечно!

    From Russia with Love

    Sollte ich Kaviar, Blini, eiskalten Wodka und die berühmte russische Gastfreundschaft überleben, sehen wir uns in acht Tagen beim Sonnenuntergang am Leuchtturm wieder.

    * * *
    L.: Gibt’s in Russland auch zärtliche Yeti -Männer?
    M.: Hast du Fliegenpilze geraucht? Für dich gibt’s nur mich. Get used to it. Und jetzt – halt die Klappe. Hier ist deine Lieblingslektüre.
    L.: Ein Thesaurus?
    M.: Das Telefonbuch.

    3 ;)

    XX: Du bist also Single und dreifache Mama…
    L.: Äh…
    M.: Das ist richtig.
    XX: Bist du ihr Freund?
    M.: Nein, Liebhaber. Ich bin glücklich verheiratet und ziehe mit meiner Gattin fünf wunderbare Kinder groß.
    XX (verdutzter Blick): Nett.

    L.: Musste das sein?
    M.: Wechsle nicht das Thema. Warum erwähnst du mich so selten, dass man denkt, du wärst vogelfrei?
    L.: Ist das nicht offensichtlich? Ich schäme mich für dich.
    M.: Ist dir klar, dass du mich gerade herausgefordert hast?

    Erzengel und Linde: 101 Geschichte, 30 weitere als „privat“ gekennzeichnet
    us: 363 Geschichten
    kids: 294 Geschichten

    Wie hält er es mit einer undankbaren Egoistin nur aus? Der Mann ist ein Heiliger.

    * * *
    Weiterlesen

    Forfar Triathlon

    For Mike (sprint)
    Swim: 750m
    Bike: 21.1km
    Run: 5km

    For me (novice)
    Swim: 400m
    Bike: 10.74km
    Run: 5km

    52 days to go.
    That’s gonna be an awesome summer.

    EMF

    I ran Edinburgh.

    13.1mi
    6:42/mi
    1:28:25

    A little bit proud of myself.

    Hunde & Luxus

    L.: Überleg mal, man kauft ein Haus, das fast 10.000.000 € wert ist. Luxusimmobilie aus der Gründerzeit. Am Flussufer gebaut. Wohnfläche über 1000 m2. Grundstück fast 2000 m2. 20 Zimmer. Swimmingpool, indoor.
    Dafydd: Nebenkosten nicht inbegriffen. 43.000 für Grundbucheintrag. 500.000 für Grunderwerbssteuer. Der Makler bekommt 607.000, der Notar 128.000.
    L.: 1.278.000 insgesamt.
    D.: 11.278.000 insgesamt.
    L.: Gibt es auch für solche Fälle Finanzierungsmöglichkeiten?
    D.: Sicher. 3.300.000 Eigenkapital sind zwingend nachzuweisen. Bei einem Jahreszins von 1,28% erhält man von der Bank 8.100.000.
    L.: Wie hoch ist die Monatsrate?
    D.: Sollzinsbindung von 10 Jahren? Ungefähr 22.000.
    L.: Krass.
    D.: Na, entweder ist man wohlhabend genug oder man entscheidet sich lieber für ein einfaches Haus, das 160.000 kostet.
    L.: Immer noch ein stolzer Preis. Meine Mutter hat immer gesagt: „Nimm nie einen Kredit auf, das Geld gehört der Bank. Heirate keinen reichen Mann, nur weil er reich ist, das Geld gehört ihm. Heirate keinen alten Mann, je älter sie werden, desto langweiliger sind sie.“
    D.: Klingt weise.

    Was denn? Worüber redet ihr bei einem Spaziergang mit den Hunden am Strand?

    * * *
    Das ist kein Hund. Das ist ein Schwein.

    Female Honesty

    XX: Du frisst wie ein Nilpferd und bist trotzdem dünn. Hast du Würmer?
    L.: Yep. Sie heißen Pietro und Gianluca. Ich habe sie auf meiner Reise in die Toskana kennengelernt. Sie residierten in einem Apfel.

    Wie schreibt man „Neit“ und „Mizgunst“ richtig?

    * * *
    XX2: Newlyweds?
    L.: Newlyweds??? 18 years together. 5 kids, 2 dogs, 2 bunnies and the cat of the Apocalypse – Fräulein Fettel.

    Ich wollte XX2, die ich vor diesem Geschäftsessen noch nie getroffen habe, umarmen und abküssen. Gesegnet soll ihr gutes Herz sein.

    * * *
    Anfang Juni werde ich Michael nach Russland begleiten: fünf Tage in Moskau, drei Tage in Sankt Petersburg.

    Dreams do come true :)

    SM

    Letzte Woche habe ich [ausnahmsweise] mit zwei schönen Männern unter einem Dach gewohnt: Mike & Sam.

    Zum Frühstück reichte mir uns Sam Crêpes Suzette mit flambierten Orangen und Champagner. Wie dekadent.

    Ich war im Himmel. Ich bin eine simple Frau.

    * * *
    L.: Können wir Samu behalten? Können wir? Können wir? Können wir? Bitte! Bitte, bitte.
    M: Nein! Definitiv nicht. Schmachte ihn nicht vergebens an.
    L.: Das ist schade. Er beherrscht Hochdeutsch und leugnet nicht, dass er deutsch ist. Erinnere mich, warum ich dich und nicht Sam geheiratet habe?
    M.: Nix verstehen.
    L.: Du verstehen nur das, was dir gefallen.
    M.: Und? Was sein deine Problemen?
    L.: Ich liebe einen Blödian. Das sein meine Problemen.

    Wo Gott* Urlaub macht

    Für mich gibt’s weiterhin keinen Yeti :(

    Der Schotte mit den kornblumenblauen Augen hat mich mal wieder manipuliert und nach Edinburgh verschleppt. So gemein *seufz, schluchz*
    __________
    *Der Herr ist uns zwar nicht begegnet, dafür aber viele merkwürdige Gestalten, allesamt – menschlich.

    Falljökull glacier

    Ist diese isländische Landschaft nicht zauberhaft?

    Unser Hafen der Glückseligkeit für eine Woche. Wahrscheinlich bleibe ich hier für immer. Michael darf von meinem Traum nicht zu früh erfahren…

    Mamas‘ Willkür

    Ich fuhr mit dem Bus zu einem Date. Der Busfahrer bremste plötzlich. Ich nieste, furzte, biss mir auf die Zunge und pinkelte vor Verlegenheit in die Hose. Alle haben gelacht.

    * * *
    Welche Frau würde freiwillig diesen peinlichen Vorfall mit der ganzen Welt teilen? Das Gerücht hält sich schließlich hartnäckig: Prinzessinnen kacken nicht.

    Ich verhandle mit Michael:

    „Du Baby [koketter Tritt gegen das Schienbein]…“
    „Was willst du?“
    „Wir haben noch Bier. Ich schlage einen burping contest vor. Der Verlierer macht den Abwasch.“
    „Ich verzichte.“
    „Feigling!“
    „Ich bin nicht feige. Ich gehe keine aussichtslosen Wetten ein.“

    Darn my luck! Ich bin keine Prinzessin und – ich bevorzuge die Au­to­fahrten.

    * * *
    Warum schämen sich viele Frauen für solche Fauxpas? Warum schämen sich keine Mütter, die in den ‚coolen Mamablogs‘ ihre Kinder bloßstellen: peinliche Bilder mit verschmierten Gesichtern, in der Badewanne sitzend, auf der Toilette hockend, fast nackt mit nasser Windel; liebevolle Beschreibungen des Erbrochenen, Details über die Konsistenz der Fäkalien oder die Farbe der Expektoration?

    Begreifen sie nicht, dass die Kinder nicht ihr Eigentum sind, das sie nach Lust und Laune zu merkantilen Zwecken veräußern dürfen? Das sind einzigartige, neugierige, vorurteilsfreie kleine Menschen, die zu jungen denkenden Menschen heranwachsen und sich kaum dafür bedanken werden.

    Und die verurteilen mich?!

    Vergebt mir meine jugendliche Naivität. Ignorance is bliss.

    High Heels Diaries

    Strand, Höllenhunde, mysteriöser Schuhabdruck… Ist das ein Yeti, ein Einhorn oder gar ein martialischer Gott der keltischen Triade?

    * * *
    So sieht es aus. Könnte auch Ichthyander sein. Will sich erfrischen und ins kühle Nass hüpfen. Immer mit der Ruhe. Bloß nicht verscheuchen. Süß, der Kleine.

    * * *
    Jetzt werde ich schweres Geschütz auffahren.

    „Steak, Whisky, nackte Frau – das nenne ich einen gelungenen Abend“, sagt Michael.

    „Speisen de luxe, festliche Kleidung, nackter Mann – das nenne ich einen gelungenen Weihnachtsmorgen“, sage ich. Ach, war das herrlich.

    Die Robe von Golce & Dabbana, die Schuhe von Banolo Mlahnik zur Verfügung gestellt. Das Essen von einem Koch mit drei Michelin Sternen gezaubert. Das Bild von einem Starfotografen geschossen. Der Mann hat sich selber verziert: elegantes Styling, sinnlicher Duft, goldener Staub, Strass und Feder. Alles, damit die Frau sich wohl fühlt, während sie ihn mit dem Mund verwöhnt.

    * * *
    Hi-hi-hi. Ich spreche nicht die Problematik der Unzulänglichkeit bei kleineren Größen an. Ich weise darauf hin, wie hübsch die Türklinken aussehen würden, hätten sie sich rechtzeitig geschmückt. Männer, ich habe noch Glitzer übrig!

    Über die Schuhe

    M.: ´Ne Frage…
    L.: Geh weg, Michael!
    M.: Sei nicht unhöflich, Linda! Wurdest du von Katzen aufgezogen? Nein? Warum sagt ihr nicht „Fußschuhe“?
    L.: Was?!
    M.: Wie „was“? „Handschuhe“: Das Wort kennt ihr. Sonach: „Fußschuhe“, „Kopfschuhe“, „Rückenschuhe“, „Eierschuhe“. Logisch – nicht?
    L.: Du bist ein Vollidiot.
    M.: Und du hast diesen Vollidioten geheiratet. Warum weinst du, mein Täubchen? Bitte weine nicht.

    Wake up, Baby! You’re Dreaming.

    Ich eiferte meinem kleinen Sohn nach. Ich warf mich auf den Boden. Ich drehte mich um die eigene Achse: nach links, nach rechts, nach oben und nach unten. Ich strampelte mit den Beinen in der Luft und kreischte empört: „Winter, geh nicht weg! Winter, bleib bei mir!“

    Was ist das? Was soll das? Maiglöckchen?

    * * *
    Am Sonntag kehrten die Kinder meines Mannes aus der Verbannung von der Insel der Wolken heim, wo sie ihre Schulferien verbracht hatten, und überredeten den Frühling zu einem Besuch.

    Ich bin untröstlich. Aus Protest schließe ich mich in der TK-Truhe ein.

    Die Morgenröte

    M: Sind wir verstimmt?
    L: Klappe halten!
    M: PMS?
    L: Ich PMSe dir gleich ein Veilchen.
    M: Mannomann, ich gehe lieber.
    L: Baby, vergib mir. Komm bitte zurück. Kuschle mich glücklich.

    * * *
    Ich bin endlos traurig. Leider habe ich momentan keine Kräfte, um mich gegen die Außenwelt zu schützen, deswegen – der Himmel, die Schönheit, die Nordlichter.

    Das ist nicht der Polarkreis. Das ist Edinburgh im September, vom Haven aus gesehen.

    Enjoy! Keine Kooperation mit der Werbeträgerin. Ich bekomme von der Mutter Natur keinen Cent.
    __________
    Diese chinesischen Laternen gibt’s ab sofort auch in Deutschland zu bewundern. In Halle.

    Edinburgher Zoo

    Wie schnell doch unser Leben geworden ist. Du verreist für eine Woche und kehrst in eine völlig veränderte Realität zurück.

    Deine Familie wohnt jetzt unten, in einer gemütlichen Deckenburg, die sich in einer malerischen Couchlandschaft befindet. Oben im Badezimmer haben sich Puppen und Quietscheenten eingenistet, weil dein Kind abends majestätisch badet. Wir brauchen mehr Schaum, Mama! Deine Frau hat ihren vierten guten Vorsatz gebrochen und trainiert wieder, obwohl du dich so sehr darauf gefreut hast, dass sie weitere 50 kg zunimmt und du sie überall als „meine Frau, der deutsche Kartoffelknödel“ vorstellen kannst.

    Verdammt nochmal!

    Ärgere dich nicht, Baby. Fräulein Fettel, dieses Symbol der Beständigkeit, schaukelt starrsinnig auf den Jalousien, denn die Gardinen gehören der Vergangenheit an.

    Hach, was waren das für unbekümmerte Zeiten, damals – vor sechs Tagen.

    White, Red, Green

    Wie prunkvoll! Habe ich zufällig unseren Winter erwähnt?

    Das sieht verdächtig nach dem Einhorn aus. Nein? In Ordnung. Ich habe alle Spuren gefälscht. Naida hat nichts damit zu tun.

    Ja, das ist ein schottischer Schneemann. Kichert nicht. Er ist schüchtern. Aber sehr freundlich.

    Die Einheimischen

    Man trifft beim nächtlichen Joggen viele nette Leute. Dieser Jogger, ein Fuchs, ist geradezu der Sympathischste. Leider hat er uns seinen Namen nicht verraten.

    Bei unserem Glück lernen wir bald das Einhorn von Schottland kennen.

    Es schneit :D

    Ich skype mit meiner Mama. Sie sitzt mit dem Rücken zum Fenster. Ich sehe, dass es [seit den frühen Morgenstunden] schneit. Im Norden Brandenburgs stellt der Winter gerade einen Antrag auf seine Gültigkeit. Es gibt ihn wahrlich – jawohl.

    Wo schneit es noch in Deutschland, Leute?

    Wenn ihr nur wüsstet, wie ich den Winter liebe. Kindheitserinnerungen halt. Mein Papa hat mir allerdings die Geschichten von Theodor Storm vorgelesen. Gott, wie ich ihn vermisse. Ich würde so gerne sein lebensbejahendes Lachen noch einmal hören. Ich war immer sein Lieblingssohn.

    Heute bin ich die Schneekönigin. Aber ich entführe keine kleinen Jungs. Andersen, du Lügner! Ich bevorzuge ausschließlich die Jungs mit harten Eiszapfen. Aber warm serviert bitte. Glaubt mir, niemand will mich krank erleben.

    Ein Quäntchen Hoffnung

    Der Mann hat sich erkältet. Die Große hat gezickt. Die dritte Klasse sei völlig überflüssig; sie wisse genug und strebe sowieso eine Karriere in Vaters Firma an. Wessen Charakter sie wohl geerbt hat? Die Kleine hat schlecht geschlafen. Fräulein Fettel hat auf meine Laufschuhe gekotzt. Seht aber, wie herrlich es draußen ist.

    Jetzt muss ich lediglich herausfinden, wie ich dem sterbenden Schwan verdeutliche, dass er nicht den ganzen lieben Tag in einem Pyjama unter vier Decken auf dem Sofa im Wohnzimmer verbringen kann, sondern aufstehen und mich mit den Hunden in die Meadows begleiten soll. Das Wetter ist so schön.

    Wünscht mir Glück.

    Fremde Zungen lieben lernen

    Selfie auf Polnisch, Hühnerarsch und stolzer Eierträger auf Russisch… Was diese Begriffe gemeinsam haben?

    Ich bin die gesegnete Frau, die sie nach Silvester zu ihrem aktiven Wortschatz zugefügt hat. Ich erkläre es euch.

    Selfie: auf Polnisch „samojebka“, auf Russisch „die Wichse“ – noch Fragen? Ich verspreche, ich wichse samojebke das letzte Mal in der Öffentlichkeit (mir wurde gesagt, ich solle kokettieren; ich bin miserabel darin).

    Hühnerarsch, куриная жопа: auf Deutsch „der Schmollmund“, auf Russisch – zutreffende Bezeichnung. Findet ihr nicht? Instagram-Prinzessinnen aus den Sozialschlösschen, habt ihr euch sofort auf euren gestellten Bildern erkannt?

    Gibt’s auch unter den deutschen Männern stolze Eierträger? Meldet euch!

    Ratet mal, was das heißen soll ;)

    Gefangen im Reich aus Eis

    Hilfe! Die Stadt versinkt im Schnee. Die Schneeflocken kann man zwar an einer Hand abzählen, aber es ist trotzdem schön zu Hause zu sein. Unsere süßen Bären bauen auf dem Balkon ein Schneemonster. Fräulein Fettel lacht sie aus.

    Noch drei Tage der Muße, dann wird der Zauber der Weihnacht endgültig verflogen sein und der Alltag wieder einkehren.

    Thank you for the wonderful time we spent in paradise, honey.

    Fernab der Traumbilder

    oder: Der geschäftstüchtige Exhibitionismus in den asozialen Netzwerken

    Meine Frau kochte; ich aß, bis ich ohnmächtig wurde. Das Bier schmeckte erfrischend herb. Der Waschbrettbauch packte seine Koffer. Der Waschbärbauch winkte ihm zu und giggelte fies. Vielleicht lege ich mir eine Glatze zu. Ob die Frau sich darüber erzürnt?

    Morgens wachte ich nackt auf – erschöpft, aber ungemein entspannt. Nächstes Jahr werde ich versteckte Kameras über dem Bett installieren, um zu erfahren, was sie mit mir Nacht für Nacht anstellt. Ich fühle mich ausgenutzt und schmutzig. Manchmal weine ich mich sogar in den Schlaf, während sie sich auf die andere Seite dreht und zufrieden schnarcht.

    Am Tage tobten die Pferde mit den Kindern auf der Wiese, nachdem wir Tove Janssons Geschichten gelesen und eine Vogelbeere mit Strohengeln geschmückt hatten. Abends gingen wir mit den Hunden im Wald spazieren. Ich kann mich nicht beklagen, obwohl ich oft verhindern musste, dass die Frau vom Winde verweht wird. In Edinburgh schneite es. In der Mark setzte der Dauerregen ein.

    Ach ja, fast vergessen: Zu Weihnachten beschenkte sie mich. Ich bekam einen Lachanfall. Bald wälzte auch sie sich vor Lachen auf dem Boden. Wir lachten Tränen. Sex fiel aus. Ich weinte mich wieder in den Schlaf. Baby, Du bist so doof. Wer schenkt bitte schön einem Mann Kondome, die im Dunkeln leuchten?

    Alles in allem tat uns das stille Leben in der Abgeschiedenheit gut. Nein, nein, ich seufze nicht, mir stockt einfach der Atem. Ich bin glücklich.

    * * *
    Meine Vorsätze für 2018:

    1. Erwachsen werden.
    2. Sich ernst nehmen.
    3. Dem Blödmann seinen sehnlichsten Wunsch zum 8. März erfüllen.

    Luminous Evening

    Der Botanische Garten verwandelte sich zur Weihnacht in einen funkelnden Zauberwald, in dem das Licht über die Dunkelheit triumphiert. Ein wunderbarer Ort für vier Elfen und zwei Drachen.

    Aber zu viele Mistelzweige, wenn ich’s mir recht überlege. Die Elfen busselte ich 16000 Male ab. Der Drache gab sich mit 1000 Küssen zufrieden. Ich wurde mit heißem Gaelic Coffee bestochen.

    Ein gelungener Ausflug in eine feuerfarbene Märchenwelt trotz der Kälte.

    Sonntagnacht

    Sonntagnacht, 4:30 Uhr. Der Fremde, der die Hälfte meines Bettes fürs Wochenende gemietet und seine Schulden in frei konvertierbaren Orgasmen beglichen hat, freut sich auf seinen zehnten unkeuschen Traum. Ich liege daneben, starre auf das Dachfenster über meinem Kopf, in dem kein einziges Sternchen flimmert und überlege, ob ich den dreisten Träumer auf die Rippen schlagen oder gegen das Schienbein treten soll. Ich bin nämlich abgrundtief gemein und beneide ihn seit Jahren um seinen Schlaf. Da kommt mir mein Kind zuvor.

    Sonntagnacht, 4:40 Uhr. In der Dunkelheit erklingt eine unzufriedene Stimme:

    „Papa? Papa, Papa, Paaapa.”
    “Sweety, was ist los?”
    “Mir ist kalt, Papa.”

    Er steht auf, holt noch eine Decke, knuddelt das Kind, küsst das Kind, legt sich wieder hin, begrabscht beiläufig die Frau, ohne wirklich zu erwachen.

    Sonntagnacht, 4:50 Uhr. Die Stimme meldet sich zurück:

    „Papa? Papa, Papa, Paaapa.”
    “Sweety, was ist los?”
    “Mir ist heiß, Papa.”

    Er steht auf, holt eine weitere Decke, weder zu dünn noch zu dick, stößt mit voller Wucht mit einem Zeh gegen den Schrank, flucht – oh, wie herrlich dieser Mann flucht –, knuddelt das Kind, küsst das Kind, legt sich wieder hin, wirft der Frau einen vorwurfsvollen Blick zu, entscheidet sich kurzerhand doch fürs Fummeln um.

    Sonntagnacht, 5:05 Uhr. Die Spannung steigt.

    „Papa? Papa, Papa, Paaapa.”
    “Sweety, was ist los?”
    “Papa, ich bin hungrig.”

    Er steht auf, bringt ihr Kekse und Mandelmilch, wärmt sie, umarmt sie, während sie ihren Snack verputzt und ihm Geschichten erzählt, deckt sie zu, knuddelt und küsst, legt sich wieder hin. Hey, was ist denn aus Grabschen und Fummeln geworden?

    Sonntagnacht, 5:20 Uhr. Die Apokalypse kündigt sich an.

    „Papa? Papa, Papa, Paaapa.”
    “Sweety, was ist los?”
    “Papa, ich habe vergessen, meine Zähne zu putzen.”

    Sonntagnacht, 5:35 Uhr. Erinnert ihr euch an die unheilvolle Musik aus Hitchcocks Filmen? Ja, ja, die hört man deutlich im Hintergrund.

    „Papa? Papa, Papa, Paaapa.”
    “Poppet, willst du nicht noch ein bisschen schlafen?”
    “Papa, ich muss aber dringend auf die Toilette.”

    Sonntagnacht, 5:55 Uhr. Die Tür geht auf. Im Zimmer erscheint das Fass auf vier kurzen Pfoten, welches wir Fräulein Fettel nennen. Im Türrahmen dahinter steht der kleine Engel mit verwuscheltem Haar:

    „Mami, ich möchte mit dir kuscheln. Fahren wir heute zur Farm und streicheln die Ziegen?“

    * * *
    Versteht ihr, warum Michael gestern so schweigsam war? Komisch.
    __________
    Die Chronik eines Verbrechens (или Кто украл мои трусы?)

    Über Edinburgher Raubtiere

    That was my best bench workout so far: ein opulentes Sandwich mit gegrilltem Cashew-Käse, knusprigem Kokosnuss-Bacon, Tomaten und Basilikum, das ich genossen hatte, während ich mit Engelsgeduld auf Dylan wartete, der mit den Höllenhunden im Park joggte.

    Dylan hat die verführerischsten smaragdgrünen Augen, die bei einem humanoiden Wesen je gesehen wurden. Seine Wimpern sind noch länger und dichter als die meines Mannes; sein Intelligenzquotient ist noch höher, falls es überhaupt möglich ist. Es könnte sein, dass er vom linken Ufer des Eridanus stammt, aber er hüllt sich im Schweigen.

    Wenn er nicht gerade Mara erzieht oder die Welt durch seine bloße Präsenz zu einem besseren Ort macht, ist er mein Coach, mit dessen Kampftechniken ich einst den Koloss von Edinburgh bezwungen habe. Wo ist mein Dame Grand Cross, Michael?

    Früher haben wir dem morgendlichen Matratzensport gefrönt, jetzt führe ich bizarre Freudentänze mit Tamburin auf, bis meinem Mann der Kragen platzt, und er mich unter die Dusche schleppt. Ich bin zutiefst unglücklich.

    „Warum das breite Grinsen, o Märtyrerin?“, erdreistet er sich, mich zu fragen. Nun wirklich.

    Also sitze ich auf der Bank und vertilge friedlich mein Frühstück Also trainiere ich hart, hopse begeistert in der Gegend herum, als plötzlich ein Eichhörnchen aufkreuzt, mir eine Pistole auf die Brust setzt und ein beachtliches Stück von Dylans Sandwich mampft. Dabei schaut es mich überheblich an und lächelt sinister.

    Eine wahre Geschichte. Leider weiß niemand, warum meine Jeans zwickt.

    * * *
    Kompromittierendes Beweismaterial: Typisch! Zuerst das Essen mopsen, dann den heißen Kerl anbaggern. Ich bin nicht eifersüchtig, aber das hätte ich allein hingekriegt.

    Eisskulpturen

    Und morgen fahren wir nach Gleann Comhann in die Highlands, wo ich mich wahrscheinlich beim Wandern und Klettern im Schnee verlaufen, einen zärtlichen Yeti-Mann kennen lernen und mit ihm liebevolle Yeti-Kinder großziehen werde.

    „Eine Unverschämtheit!“, sagt Michael. „Du, meine Liebe, wirst geknebelt, in Fesseln gelegt, im Kofferraum nach Hause befördert und dort wider jeglicher Vernunft belohnt, sprich: ins Koma gevögelt. Vielleicht siedle ich dich aber auch ins Gästezimmer aus, sodass du gründlich über dein Verhalten nachdenken, es bereuen und feierlich geloben kannst, dich zu bessern. Im Gegensatz zu dir bin ich nett.“

    Was soll ich nur tun? Verbannung oder Ehebett? Abenteuer oder raffinierte Folter? Warmer Körper oder kalte Nächte? Einsamkeit oder Küsse, Umarmungen und innige Streicheleinheiten? Ich befinde mich in solch einem Dilemma.

    Höllenbewohner unter sich

    Der erste Advent naht. Entledige Dich Deiner Schuhe und umgarne mit nackten Füßen die Pfütze vor Edinburghs Küste. Habe ich versprochen, dass es warm wird? Nein! Frage Naida. Sie ist glücklich.

    Am Wochenende haben wir dank einer Privatführung einen ihrer Verwandten beim Weihnachtsmarkt getroffen. Majestätisch, erbarmungslos, so­lenn. Willst Du ihn kennen lernen? Er ist frostkalt und wunderschön.

    Liebe Grüße an St. Martin!

    День святого Мартина 2014/2015

    * * *
    L.: Ääääääh…
    M.: Schön formuliert. Bloß nicht aufhören. Go on. Reach for the stars.
    L.: Ha-ha. Sag mal, haben wir die Uhr umgestellt?
    M.: Huh? Are you kidding me?! Vor über zehn Tagen. Hast du deine denn nicht umgestellt?
    L.: Ich habe meine erst morgen… neben Gewürzdosen gefunden und eine Stunde Zeitunterschied bemerkt.
    M.: Ой, как всё запущено. Hauptsache, du hast die Kürbissuppe damit nicht abgeschmeckt. Ingwer, Kokosmilch, Armbanduhr.

    Mit dieser fulminanten Erkenntnis bin ich am Freitag (Ist heute überhaupt Freitag?) in die weite grausame Welt gezogen, um saure Fruchtgummis zu kaufen und mich mit Dylan bei Kaffee und Kuchen zu verschwören. Diese Form der Verhandlung ist bei unseren Stämmen üblich.

    Auf dem Weg zur Bäckerei ist mir eine Frau begegnet, die sich plötzlich auf die gepflasterte Straße legte und einen Mann, der an ihr vorbeiging, von unten nach oben abfotografierte. Ich glaube, er war ihr Freund. Ein ungewöhnliches Bildchen für Instagremchen*.

    Die Erdenbewohner werden doch mit jedem Augenblick debiler.
    __________
    *Verzeihung, ich wollte den Gleichklang [irgendwie] erhalten. Instagrimchen ginge auch gerade noch.
    **Mein Beitrag zum Untergang der Menschheit ist ein Bildchen für WordPresschen. Das dargestellte süße Backwerk bezeichnet man bei uns in Edinburgh als ‚rainbow cake‘ und isst mit Händen oder Füßen. Dabei ist lautes Schmatzen unerlässlich. Danach grunzt man wollüstig und lockert den Hosenbund.

    Das Lichtfest

    Wir sind neuerdings Heiden und feiern Samhuinn.

    Wir verbrüderten uns mit den Bewohnern des Elfenhügels an einem Feuer. Mit den Schicksalsfrauen des Feen–hügels tanzten wir zum Gedröhn der Trommeln. Ich wollte dem Gott der Unterwelt eine Opfergabe darbringen, aber Michael sagte, das sei eine Bitte um Fruchtbarkeit, also boxte ich ihn in den Bauch und teilte Karamell–bonbons mit der Anführerin der Konföderierten Drachenstämme des Orion.

    Der Tod fand an mir Gefallen, darum durfte ich ihn nicht mit nach Hause nehmen.

    Den Krieger durfte ich leider auch nicht behalten.

    Es war lebensbejahend, fröhlich und laut. Die Gebieter der Wolken zeigten sich uns gewogen.

    Zum Ausklang des Abends wurden macaroni cheese verzehrt und real ale getrunken in einem gemütlichen gay pub* in Calton Hill. Sie verschenken aus purer Freude am Leben Kondome und Gleitmittel. Ich habe nicht alles mitgehen lassen. Ehrlich nicht :)
    __________
    *macaroni cheese, real ale, gay pub – absolutely, diese Schreibweise stimmt mit den reformierten Rechtschreib–regeln überein. Was heißt hier, lüge doch nicht so dreist? Eine Unverschämtheit!

    Etwas bewirken

    Gewissenlose Rabeneltern laden ihre Horrorzwerge vor der Wohnungstür der Großeltern ab. Die Mutter schleppt den tugendhaften Vater in die Höhle und kettet ans Bett, um mit ihm unsäglich verdorbene Dinge anzustellen.

    Der Herbst ist da. Die Katzen fliegen gen Süden.

    Eine Sorge treibt uns mit Aidan* um: Wen sollen wir wählen? CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke oder rassistische Parteien kommen nicht in Frage. A.M. wird zwar diesmal weiterhin die deutsche Politiklandschaft beherrschen, aber wir können etwas dagegen tun.

    Jede Stimme zählt tatsächlich. Bei den Wahlen in St Andrews ist die Partei Nicola Sturgeons nur wegen zwei [!] Stimmen an der Macht geblieben: 13,743 zu 13,741.
    __________
    *Aidans Eltern sind Rheinländer. Er und seine drei Söhne besitzen die doppelte Staatsangehörigkeit.

    FAQ

    Zwei Fragen wurden mir in letzter Zeit häufig gestellt:

    . Habt ihr euch getrennt?
    . Bist du wieder schwanger?

    . Nein! Wir haben uns, am Silvesterabend vor einem Jahr, unsere Vornamen an die Innenseite des Ringfingers tätowieren lassen und tragen seitdem keine Eheringe mehr.

    Michael (ܡܝܟܐܝܠ) & Linda (ܠܝܢܕܐ). Das ist Aramäisch, die Sprache Christi. Auf Hebräisch hätte es auch schön ausgesehen: מיכאל & לינדה.

    . Nein! Wir haben ein Gehirn, nicht nur das Fortpflanzungssystem. Wobei ich hier ausschließlich an mich denke. Es gibt wenig Erkenntnisse über die Männer aus dem Sternbild Orion. Grundsätzlich über die Männer :D

    Gut zu Vögeln

    L.: Michael, ich lese hier gerade einen Beitrag: „Ich bin bald 40, sehe wie 25 aus. Kaufe ich Zigaretten oder Alkohol, wollen die Kassiererinnen meinen Ausweis sehen. Ich bin schön und dünn. Mein Mann ist hübsch und wesentlich jünger als ich. Er verdient viel. Wir sind eine glückliche Familie und lieben uns. Ja, wir besitzen ein Riesenhaus und ein Hausmädchen, das unseren Dreck wegräumt. Der Gärtner kümmert sich um den Garten. Das Kindermädchen versorgt das Baby. Beneidet uns ruhig.“
    M.: Und – deine Frage ist?
    L.: Glaubst du an diese Idylle?
    M.: Mein Täubchen, weißt du noch, wie du mich vorstellst? „Das ist der Mann, der mich fickt. Und das sind seine Kinder.“
    L.: Hast du mich gerade „mein Täubchen“ genannt?
    M.: War das falsch? Mein Lerchlein? Mein Schwälbchen?
    L.: Mein Vollidiötchen!
    M.: Danke!
    L.: Na gut. Mein Spätzchen.
    M.: Hättest du keinen erhabenen Vogel wählen können? Einen Adler, einen Falken?..
    L.: … oder einen Pterodaktylus?
    M.: Einen Flugsaurier des Juras mit rückgebildetem Schwanz – wirklich? Schämst du dich nicht?
    L.: Nö, keineswegs.
    M.: Ich dafür hasse dich ein bisschen. Go away! I want to get divorced.
    L.: Do you wanna fuck me, before the divorce?
    M.: Well, ask me politely. I’m in a bad mood right now.

    * * *
    Well, I had.
    Well, he wanted
    __________
    *Vor der Küste Edinburghs gibt’s auch eine kleine Pfütze, Leuchtturm am Newhaven eingeschlossen ;)

    Sommerferien adé!

    That’s it! Die Sommerferien sind fast vorbei. Am 16. August gehen meine Kinder das erste Mal auf eine Privatschule in Edinburgh. Der Sommer war kühl. Wir alle waren trotzdem glücklich.

    Ich habe jetzt auch einen ersten deutschen Freund. Für gewöhnlich treibe ich mich mit Kelten und Israelis herum.

    Er ist groß, stark und… schwarz. Er liebt mich. Ich liebe ihn. Sein Name ist Artus.

    Willkommen im August!

    Mit Erstaunen habe ich das Gerücht vernommen, dass es frohmütige Frauen auf Erden gäbe, deren Männer sie morgens zärtlich aus dem Schlaf wach küssten, deren Kinder sie mit engelsgleichen Gesängen sanft weckten und deren Katzen sie immer mit einem vorzüglichen Frühstück verwöhnten.

    Von wegen!

    Mir wurden z.B. Schweinereien ins Ohr geflüstert. Ich wurde am Hintern begrabscht. Ich wurde gekniffen und gekitzelt. Meine Katzen murksten einen Maulwurf ab und haben ihn mir als rituelle Opfergabe dargeboten. Anscheinend bin ich eine Katzengottheit. Meine Kinder fielen über mich her wie eine Horde wilder Kelten und haben mir ihre ehrgeizigen Pläne für den Tag erläutert. Ich habe mich beinahe im Badezimmer gerettet.

    Willkommen im August!

    * * *
    Das goldige Drachenmädchen, das Sonnenscheinchen Sólveig, ist jetzt ein Jahr alt.

    Sie sitzt, krabbelt, steht und geht mit unserer Hilfe. Sie mag Hunde und ist verrückt nach Bananen. Mit „Mama“, „Papa“, „Kika“*, „Fifi“*, „ga-ga-ga“ und „bu-bu-buuu“ kann sie philosophisch das ganze Universum erklären.

    Sie ist stark. Sie ist eine Kämpferin wie ihr Vater.

    * * *
    Am 4. August vor sechs Jahren hatten wir standesamtlich in San Antonio geheiratet. Als ich „I now pronounce you husband and wife!“ hörte, wollte ich panisch wegrennen. Zum Glück blieb ich.

    I couldn’t have picked a better partner to spend my life with. Thank you for marrying me, Michael.

    * * *
    Vierzig** Wochen später, am 7. August, gebar ich Emiliana, unser Leben, unser Wunder, unseren Stern.

    Der Himmel hat uns reichlich beschenkt.

    * * *
    Ende August werde ich… und hier scheiden sich die Geister: nach dem elfischen Kalender meiner Tochter – neunzehn, nach dem julianischen Kalender – neununddreißig.

    Aus einem nebulösen Grund gefallen mir die Elfen sehr, und ich freue mich auf den letzten Monat dieses bescheidenen Sommers.
    __________
    *Kika – Katzerina Freikatze v. Katzenburg, Schottische Faltohrkatze mit römischem Migrationshintergrund; Fifi – Friedrich Basileus Fresserossa, Maine-Coon-Kater, eine Mischung aus Waschbären und amerikanischen Pilgern
    **Okay, drei Tage später. Ich leide an Dyskalkulie.

    Die Pilzsammler

    Ich habe meine Große neulich gefragt, was sie ihrem Papa zum Geburtstag zu schenken gedenke? Er wird neun–unddreißig am Donnerstag, und ich werde mich nach einem jüngeren Mann umsehen müssen. Was soll ich, zar–tes Pflänzchen, mit einem alten Knacker? Nun wirklich!

    „Warum braucht Papa ein Geschenk?“ wollte kluges Bärchen wissen. „Ich bin doch bezaubernd!“

    Danach hat sie ein Bild gemalt.

    Ja, Michael und ich waren darauf dargestellt, wie wir Pilze im Wald sammeln. Vier Pfund pro Seele. Wir sind gesetzestreue Außerirdische.

    Die Pampuschen am Baum ließen sich leicht erklären. Der Hase hieß Thaddel.

    An Thaddels Ohren, Fettels Vorderbeinen und Hinterläufen konnten wir die Malerin einfach identifizieren.

    Für Linchen

    Eine Bekannte beschwert sich, dass Frauen über fünfunddreißig praktisch keine Chance hätten, von einem guten, aufrichtigen Mann geliebt zu werden. Ich kann das nicht bestätigen. Hübsche keltische Jungs verlieben sich in mich jedes Mal, wenn ich meine Zerberusse spazieren führe.

    Der kleine süße Hund hat sich als Fergus vorgestellt – und wir wünschen allen netten Leuten ein wunderschönes Wochenende ;)