Die misslungene Integration

L.: Ich bin mal wieder Russin.
M.: Was habe ich mal wieder nicht mitgekriegt? 365 Tage im Jahr war dein Vater deutsch. 365 Tage im Jahr ist deine Mutter deutsch. Ich multipliziere mit 40. Entschuldige, du bist 20
L.: …warte, du entschuldigst dich zu früh.
M.: Du brauchst keinen Rechner. 7300 Tage.
L.: Seit 14600 Tagen bin ich deutsch. Acht Tage davon habe ich in Russland verbracht: fünf in Moskau, drei in Sankt Petersburg. Acht Tage!!!
M.: Acht Tage?! Widerlich! Ich habe noch nie mit einer indigenen Russin geschlafen. Willst du in Edinburgh bleiben? Erweise mir gefälligst Gefälligkeiten, sonst liefere ich dich an die guten toleranten Herrenmenschen in Deutschland aus, die dich fremd determinieren und die „Mensch mit Migrationshintergrund“ oder „besonderes Kind“ laut aussprechen und sich deswegen nicht in Grund und Boden schämen. Kannst du mit russischem Akzent sprechen?
L.: Ich könnte die Klitschkos nachahmen.
M.: Erschreckend. Verabschiede dich von all dem, was dir an meinem Körper lieb und teuer geworden ist.
L.: Deinen Ohren?
M.: Jawohl. Meinen Ohren. Ich habe die charismatischsten Ohren der Welt. Gib’s zu.
L.: Hast du in der Tat. „Charismatischste Ohren der Welt“ – keine Einträge.
M.: Geh weg. Grüße die Armen im Geiste.

* * *
Warum triumphiert immer wieder die Dummheit?

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Ehebruch ist kein Fehler

Linda, bist du wütend? Auf wen? Auf mich?! Du hast nichts zu befürchten. Egal, wie viele Ehen sich den Lemmingen anschließen. Leg die Waffe weg. Sofort. Bitte. Ich habe fünf Kinder. Ich liebe dich. Ehebruch ist kein Fehler. Ehebruch ist eine bewusste Entscheidung. Not a mistake, a choice to walk away no matter how tempting it is. Ich bekenne mich zu unserer Familie. Sogar zu deiner Katze. Ich kotze gleich… Hast du gelächelt? Leg die MP weg!

Back to the Roots

Mir wurde ein unbefristeter Job als Dolmetscherin/Übersetzerin für Arabisch-Englisch und Farsi-Englisch bei einem karitativen Verein angeboten.

Nach sechs Monaten, während der Flüchtlingskrise, bei einem evangelischen Bildungs- und Sozialwerk habe ich mir geschworen: „Nie wieder! Nie! Keine Jugendmigrationsdienste, keine Bürgerinitiativen, keine Nächstenliebe. I’m out. Ciao, tschüs, adieu.“

Deswegen habe ich mich beworben. *lol*

Drückt mir die Daumen.

Über die toten Seelen*

Denke um. Reagiere nicht. Lerne Erinnerungen zu evozieren.

Versage dem Feuer das Substrat für die Existenz. Lasse die Kreatur, die das Feuer der Zerstörung zu entfachen trachtet, schonend – pikant gewürzt mit Selbstgewissheit, Hass und Aversionen –, in der eigenen Galle garen, auf dass sie die Würde bewahre und sich in aller Stille annihiliere. Sei gnädig. Du. Bist. Lebendig!

Schließe dich den Menschen an, mit denen du auf einem gemeinsamen Pfad, obzwar steil und dornig, wandeln kannst: weg von der Dunkelheit; zum Licht, zur Hoffnung, zur Liebe hin.

* * *
Christians Worte.
__________
*Trolle, Hamster, Hater; Nikolaj Gogol, „Die toten Seelen“

Divide et impera

Ein guter Mann!

Nach all den Hetzkampagnen, Verunglimpfungen und Lügengeschichten, die unsere deutschen Massenmedien – mit eifriger Unterstützung ihrer europäischen und amerikanischen Pendants – in den letzten Jahren über Russland verbreitet haben, ohne dass jemand einen legitimen Einspruch erhoben hätte, sei dieser Triumph den Russen vergönnt.

Bei der Liveübertragung eines Fußballspiels gestaltet es sich prekärer, Fake News kontinuierlich zu generieren und alternative Fakten zu fabrizieren. Sport war schon immer politisch.

* * *
Nadja und Ilja sind da. Wir schauen noch „Wag the Dog“ und „Special Correspondents“, essen den Kühlschrank leer und freuen uns auf einen grenzenlosen Horizont, sternenreichen Himmel, Wind, Regen und… Freiheit von der Krux der Zivilisation.

Spätestens in acht Tagen sind wir in Glückstadt.

Bobos vs. Höhlenmenschen

L.: Kein vegetarisches Frühstück für dich.
M.: Erfahre ich auch den Grund dafür?
L.: Ich habe auf dich gewartet und zwei Männer belauscht, die eine halbe Stunde lang über Vorzüge von Amaranth und Quinoa diskutiert haben. Ich bin trocken wie die Sahara. Ich habe genug von Warmduschern. Sei du selbst: rüde, rüpelhaft und ungehobelt.
M.: Ich könnte dir die Niagarafälle anbieten. Was? Du hast mit den geografischen Vergleichen angefangen.

* * *
L.: Bevor ich deine Familie kennen gelernt hatte, aß ich wie ein Kolibri.
M.: Nun gut, jetzt isst du wie eine verfressene Ente, aber ich finde es sexy.
L.: Watch it!
M.: Au! Hast du mich gerade getreten?
L.: Nein, nein. Ich wollte mit dir unter dem Tisch füßeln.
M.: Füßeln… von wegen. Au, das hat wehgetan.
L.: Ach, verzeih mir, mein Liebling.
M.: Ha-ha. Daneben. Aua!

* * *
L.: Nur die Götter wissen, wie ich dich ertrage. Du solltest mich fürs Bundesverdienstkreuz vorschlagen.
M.: Eigentlich wollte ich mich an die UNESCO wenden und dich zum Weltkulturerbe erklären lassen.
L.: Eine weise Entscheidung. Ich unterstütze dich.

Three Men in a Boat*

oder: Ab – nach Australien!

Ich ziehe Magisches an. Ich bin ein Schwarzes Loch. Keine blöden Witze, Michael! Mach deinen Mund zu, sonst töte ich dich. Vor einer viertel Stunde sind mir und den Höllenhunden vier wunderbar besoffene Gestalten im Holyrood Park begegnet: ein dürrer Riesenrentner mit schütterem Haar, in eine saphirblaue Jacke geheimnisvoll gehüllt, ein kleiner dicker Rentner mit schwarz gefärbter Haarpracht und eine ältere Frau in einem giftgrünen Pullover. Sie haben eine anregende Diskussion geführt. In Deutsch.

* * *
Schönheit in Giftgrün mit Einkaufsnetz: Schottland ist ein Scheißland. Ich will auswandern.
Schönheit in Saphirblau mit Dackel (unangenehm laut, torkelnd): Wohin?
Schönheit in Giftgrün mit Einkaufsnetz: Nach Russland.
Kleiner Dicker (sich kaum auf den Beinen haltend): Nach Australien?
Schönheit in Saphirblau mit Dackel: Nach Russland, sagt sie.
Kleiner Dicker (erhobenen Hauptes): Russland ist auch ein Scheißland.
Dackel: Anubis, mein Herr, befreie mich von dieser Qual. Ich werde nie mehr in einen Stiefel kotzen.
__________
*Three Men in a Boat (To Say Nothing of the Dog) by Jerome K. Jerome

3 ;)

XX: Du bist also Single und dreifache Mama…
L.: Äh…
M.: Das ist richtig.
XX: Bist du ihr Freund?
M.: Nein, Liebhaber. Ich bin glücklich verheiratet und ziehe mit meiner Gattin fünf wunderbare Kinder groß.
XX (verdutzter Blick): Nett.

L.: Musste das sein?
M.: Wechsle nicht das Thema. Warum erwähnst du mich so selten, dass man denkt, du wärst vogelfrei?
L.: Ist das nicht offensichtlich? Ich schäme mich für dich.
M.: Ist dir klar, dass du mich gerade herausgefordert hast?

Erzengel und Linde: 101 Geschichte, 30 weitere als „privat“ gekennzeichnet
us: 363 Geschichten
kids: 294 Geschichten

Wie hält er es mit einer undankbaren Egoistin nur aus? Der Mann ist ein Heiliger.

* * *
Weiterlesen

Female Honesty

XX: Du frisst wie ein Nilpferd und bist trotzdem dünn. Hast du Würmer?
L.: Yep. Sie heißen Pietro und Gianluca. Ich habe sie auf meiner Reise in die Toskana kennengelernt. Sie residierten in einem Apfel.

Wie schreibt man „Neit“ und „Mizgunst“ richtig?

* * *
XX2: Newlyweds?
L.: Newlyweds??? 18 years together. 5 kids, 2 dogs, 2 bunnies and the cat of the Apocalypse – Fräulein Fettel.

Ich wollte XX2, die ich vor diesem Geschäftsessen noch nie getroffen habe, umarmen und abküssen. Gesegnet soll ihr gutes Herz sein.

* * *
Anfang Juni werde ich Michael nach Russland begleiten: fünf Tage in Moskau, drei Tage in Sankt Petersburg.

Dreams do come true :)

Mamas‘ Willkür

Ich fuhr mit dem Bus zu einem Date. Der Busfahrer bremste plötzlich. Ich nieste, furzte, biss mir auf die Zunge und pinkelte vor Verlegenheit in die Hose. Alle haben gelacht.

* * *
Welche Frau würde freiwillig diesen peinlichen Vorfall mit der ganzen Welt teilen? Das Gerücht hält sich schließlich hartnäckig: Prinzessinnen kacken nicht.

Ich verhandle mit Michael:

„Du Baby [koketter Tritt gegen das Schienbein]…“
„Was willst du?“
„Wir haben noch Bier. Ich schlage einen burping contest vor. Der Verlierer macht den Abwasch.“
„Ich verzichte.“
„Feigling!“
„Ich bin nicht feige. Ich gehe keine aussichtslosen Wetten ein.“

Darn my luck! Ich bin keine Prinzessin und – ich bevorzuge die Au­to­fahrten.

* * *
Warum schämen sich viele Frauen für solche Fauxpas? Warum schämen sich keine Mütter, die in den ‚coolen Mamablogs‘ ihre Kinder bloßstellen: peinliche Bilder mit verschmierten Gesichtern, in der Badewanne sitzend, auf der Toilette hockend, fast nackt mit nasser Windel; liebevolle Beschreibungen des Erbrochenen, Details über die Konsistenz der Fäkalien oder die Farbe der Expektoration?

Begreifen sie nicht, dass die Kinder nicht ihr Eigentum sind, das sie nach Lust und Laune zu merkantilen Zwecken veräußern dürfen? Das sind einzigartige, neugierige, vorurteilsfreie kleine Menschen, die zu jungen denkenden Menschen heranwachsen und sich kaum dafür bedanken werden.

Und die verurteilen mich?!

Vergebt mir meine jugendliche Naivität. Ignorance is bliss.

Ein Treuebruch

XX: Ich mache mir Sorgen.
L.: Sag bloß. Warum?
XX: Um dich. Und um Michael.
L.: Hä?
XX: Ungefähr seit einem Monat isst er nicht mehr im Büro zu Mittag.
L.: Skandalös. Ich werde ihm die Leviten lesen.
XX: Er sieht glücklich aus. Er scheint ausgeglichen zu sein. Er hat diesen sinnlichen Glanz eines verliebten Mannes in den Augen.
L.: Ich bin empört. Shame on him.
XX: Scherzt du? Ich glaube, er hat eine Geliebte.
L.: Ich weiß. Er ist verrückt nach ihr. Eine wunderbare Frau: schön, klug, gebildet. Sie liebt ihn so sehr, dass das Herz schmerzt, doch die Seele jubelt, wenn sie in seinen Armen liegt. Ich gönne ihr jede Liebkosung, die er ihr schenkt und jeden Orgasmus, den sie mit ihm erlebt. Eine erschlichene Stunde der Zweisamkeit ist himmlisch süß.

* * *
Hätte ich XX erzählen sollen, dass er an dem Tag selig, zufrieden und dankbar war, weil er eine lukullische Orgie mit seinem persischen Lieblingsessen zelebriert hat: Hähnchen mit Basmati-Reis und deliziöser Sauerkirschsauce, das nach Zeit und Geduld verlangt, weil es aufwendig in Zubereitung ist?

Der Reis köchelt vor sich hin, bis er einen körnigen Biss hat. Das Hähnchen schmort im eigenen Saft. Die Sauerkirschen vereinigen sich mit Honig und verwandeln sich besonnen in einen dickflüssigen Sirup. Abwarten, umrühren, abkühlen lassen, Sauerkirschen vom Sirup trennen – die köstlichste Scheidung der schlemmerhaften Adelswelt. Wieder warten. Die Zutaten in einem Topf schichten: Reis, Sauerkirschen, Safran, Reis, Hähnchenfleisch, Zwiebeln, Reis, Orangenzesten, Mandeln und Pistazien. Weitere dreißig Minuten dämpfen.

Die Aromen gehen zärtliche Liaisons miteinander ein. Der Reis bekommt eine verführerische Kruste. Die sanfte Säure der Kirschen durchtränkt die delikate Speise.

Nein! Ich habe geschwiegen. Ich würde den schlechten Ruf dieses guten, anständigen, unwiderstehlichen Mannes nie zerstören wollen.

Baby, I love you to pieces!
__________
Die hohle Nuss hat er vernascht und auf ein Schäferstündchen mit mir verzichtet.

M.: Ich werde alt. Ich habe mich tatsächlich für die Schwelgerei entschieden. Sei mir nicht böse.
L.: Dein Geheimnis ist bei mir sicher. Ich werde es niemandem verraten :D

Digitale Selbstdarstellung

Ich hatte gestern im Park gejoggt, war zweimal ausgerutscht und auf meinem Hintern gelandet. Die Wolken hingen tief. Der Himmel schien elend und düster. Meine Hunde lachten mich aus. Dylan war rüde, rüpelhaft und ungehobelt wie immer, weswegen ich ihn zu einem Kampf herausforderte [und versagte].

Zu Hause, in der innigen Umarmung des Wassers unter der Dusche, habe ich endlich begriffen, was mir zum Glück fehlt, obwohl ich schön, reich und schamlos bin. Vielen Dank auch, Baby!

Berühmtheit! Ich will unbedingt Influencerin werden. Erzittert, o Götter der keltischen Triade!

Ich fange sofort damit an, euch zu influencen. Bewundert bitte meine langen Beine, meinen immensen Reichtum und, ich erröte… Ach, riskiert doch selber einen Blick.

* * *
Ich trage bei jeder Gelegenheit High Heels. Den Mann rechts kenne ich nicht. Er versteht sowieso kein Deutsch.

Den Spiegel und den Mülleimer sieht man nicht, aber wie gefällt euch der Fußboden einer öffentlichen Toilette?

* * *
Demnächst erzähle ich euch von meinem perfekten Leben.

Türme & Erker

Meinen Liebhaber sehe ich erst am Dienstag. Also, keine Texte mehr, lediglich ein paar anspruchsvolle Bilder.

Mann – „Passionierter Angler“
Frau – „Kamasutra“
*meine Werbeagentur vertritt sowohl die Katze als auch die Pampuschen. Das rosa Schleifchen war meine Idee.

0^2

Ein Würdenträger ←→ ein Eierträger. Wer erkennt den bitteren Hohn?

Als stolzer Eierträger will übrigens kein Mann gelten. So bezeichnen die Russinnen einen kompletten Versager. Eine Null… mit zwei weiteren Nullen gratis. Eigentlich einen bedauernswerten Elch. Jaaa *seufz*

Kopf hoch (oben wie unten)! Ihr gehört bestimmt nicht dazu.

Jungs?! Bitte lächeln, hier kommt das Vögelchen ;)

Fremde Zungen lieben lernen

Selfie auf Polnisch, Hühnerarsch und stolzer Eierträger auf Russisch… Was diese Begriffe gemeinsam haben?

Ich bin die gesegnete Frau, die sie nach Silvester zu ihrem aktiven Wortschatz zugefügt hat. Ich erkläre es euch.

Selfie: auf Polnisch „samojebka“, auf Russisch „die Wichse“ – noch Fragen? Ich verspreche, ich wichse samojebke das letzte Mal in der Öffentlichkeit (mir wurde gesagt, ich solle kokettieren; ich bin miserabel darin).

Hühnerarsch, куриная жопа: auf Deutsch „der Schmollmund“, auf Russisch – zutreffende Bezeichnung. Findet ihr nicht? Instagram-Prinzessinnen aus den Sozialschlösschen, habt ihr euch sofort auf euren gestellten Bildern erkannt?

Gibt’s auch unter den deutschen Männern stolze Eierträger? Meldet euch!

Ratet mal, was das heißen soll ;)

Streichhölzer

L.: Hallo! Sagen Sie bitte, wo im Regal finde ich Brillenputztücher?
B K.*: Was?
L.: Brillenputztücher.
B K.: Was?
L.: Feuchte Putztücher, mit denen man Brillen gründlich reinigen kann.
B K.: Was?
L.: Ich brauche Brillenputztücher!
B K.: Ach sooo. Streichhölzer?

* * *
Herrlich. Ich freue mich immer wie ein Kind, wenn ich Deutsch in Edinburgh höre. Über die geistige Tiefe dieses philosophischen Diskurses zwischen zwei Abteilungen werde ich noch Jahrzehnte nachsinnen.

Immerhin haben wir Erdbeeren abgegriffen. Preisreduzierung in dieser Größe (£ 2.00 zu £ 0.02)? Auf jeden Fall wissen wir, was wir damit machen werden: Erdbeeren, Honig, aufgeschlagene Kokoscreme – that’s it. Die Erdbeeren werden die heutige Nacht nicht überleben.
__________
* B K. – Brandenburger Kassiererin; Dialog in Deutsch. Bin ich zu gemein?

Liebe Grüße an St. Martin!

День святого Мартина 2014/2015

* * *
L.: Ääääääh…
M.: Schön formuliert. Bloß nicht aufhören. Go on. Reach for the stars.
L.: Ha-ha. Sag mal, haben wir die Uhr umgestellt?
M.: Huh? Are you kidding me?! Vor über zehn Tagen. Hast du deine denn nicht umgestellt?
L.: Ich habe meine erst morgen… neben Gewürzdosen gefunden und eine Stunde Zeitunterschied bemerkt.
M.: Ой, как всё запущено. Hauptsache, du hast die Kürbissuppe damit nicht abgeschmeckt. Ingwer, Kokosmilch, Armbanduhr.

Mit dieser fulminanten Erkenntnis bin ich am Freitag (Ist heute überhaupt Freitag?) in die weite grausame Welt gezogen, um saure Fruchtgummis zu kaufen und mich mit Dylan bei Kaffee und Kuchen zu verschwören. Diese Form der Verhandlung ist bei unseren Stämmen üblich.

Auf dem Weg zur Bäckerei ist mir eine Frau begegnet, die sich plötzlich auf die gepflasterte Straße legte und einen Mann, der an ihr vorbeiging, von unten nach oben abfotografierte. Ich glaube, er war ihr Freund. Ein ungewöhnliches Bildchen für Instagremchen*.

Die Erdenbewohner werden doch mit jedem Augenblick debiler.
__________
*Verzeihung, ich wollte den Gleichklang [irgendwie] erhalten. Instagrimchen ginge auch gerade noch.
**Mein Beitrag zum Untergang der Menschheit ist ein Bildchen für WordPresschen. Das dargestellte süße Backwerk bezeichnet man bei uns in Edinburgh als ‚rainbow cake‘ und isst mit Händen oder Füßen. Dabei ist lautes Schmatzen unerlässlich. Danach grunzt man wollüstig und lockert den Hosenbund.

Etwas bewirken

Gewissenlose Rabeneltern laden ihre Horrorzwerge vor der Wohnungstür der Großeltern ab. Die Mutter schleppt den tugendhaften Vater in die Höhle und kettet ans Bett, um mit ihm unsäglich verdorbene Dinge anzustellen.

Der Herbst ist da. Die Katzen fliegen gen Süden.

Eine Sorge treibt uns mit Aidan* um: Wen sollen wir wählen? CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke oder rassistische Parteien kommen nicht in Frage. A.M. wird zwar diesmal weiterhin die deutsche Politiklandschaft beherrschen, aber wir können etwas dagegen tun.

Jede Stimme zählt tatsächlich. Bei den Wahlen in St Andrews ist die Partei Nicola Sturgeons nur wegen zwei [!] Stimmen an der Macht geblieben: 13,743 zu 13,741.
__________
*Aidans Eltern sind Rheinländer. Er und seine drei Söhne besitzen die doppelte Staatsangehörigkeit.

FAQ

Zwei Fragen wurden mir in letzter Zeit häufig gestellt:

. Habt ihr euch getrennt?
. Bist du wieder schwanger?

. Nein! Wir haben uns, am Silvesterabend vor einem Jahr, unsere Vornamen an die Innenseite des Ringfingers tätowieren lassen und tragen seitdem keine Eheringe mehr.

Michael (ܡܝܟܐܝܠ) & Linda (ܠܝܢܕܐ). Das ist Aramäisch, die Sprache Christi. Auf Hebräisch hätte es auch schön ausgesehen: מיכאל & לינדה.

. Nein! Wir haben ein Gehirn, nicht nur das Fortpflanzungssystem. Wobei ich hier ausschließlich an mich denke. Es gibt wenig Erkenntnisse über die Männer aus dem Sternbild Orion. Grundsätzlich über die Männer :D

Gut zu Vögeln

L.: Michael, ich lese hier gerade einen Beitrag: „Ich bin bald 40, sehe wie 25 aus. Kaufe ich Zigaretten oder Alkohol, wollen die Kassiererinnen meinen Ausweis sehen. Ich bin schön und dünn. Mein Mann ist hübsch und wesentlich jünger als ich. Er verdient viel. Wir sind eine glückliche Familie und lieben uns. Ja, wir besitzen ein Riesenhaus und ein Hausmädchen, das unseren Dreck wegräumt. Der Gärtner kümmert sich um den Garten. Das Kindermädchen versorgt das Baby. Beneidet uns ruhig.“
M.: Und – deine Frage ist?
L.: Glaubst du an diese Idylle?
M.: Mein Täubchen, weißt du noch, wie du mich vorstellst? „Das ist der Mann, der mich fickt. Und das sind seine Kinder.“
L.: Hast du mich gerade „mein Täubchen“ genannt?
M.: War das falsch? Mein Lerchlein? Mein Schwälbchen?
L.: Mein Vollidiötchen!
M.: Danke!
L.: Na gut. Mein Spätzchen.
M.: Hättest du keinen erhabenen Vogel wählen können? Einen Adler, einen Falken?..
L.: … oder einen Pterodaktylus?
M.: Einen Flugsaurier des Juras mit rückgebildetem Schwanz – wirklich? Schämst du dich nicht?
L.: Nö, keineswegs.
M.: Ich dafür hasse dich ein bisschen. Go away! I want to get divorced.
L.: Do you wanna fuck me, before the divorce?
M.: Well, ask me politely. I’m in a bad mood right now.

* * *
Well, I had.
Well, he wanted
__________
*Vor der Küste Edinburghs gibt’s auch eine kleine Pfütze, Leuchtturm am Newhaven eingeschlossen ;)

An Evening to Die for

Eine uneigennützige, aufrichtige, gütige Bekannte, die keineswegs um einen Rat gebeten wurde, hat mir nahe gelegt, ich solle Schuhe mit hohen Absätzen tragen, weil Michael mich sonst betrügen würde. Ich bin sofort in ein Geschäft gerannt und habe… eine Ananas, eine Drachenfrucht und zwölf gelbe Kiwis gekauft.

Es ist ein wahrer Segen: Der verliebte Trottel hat noch gar nicht bemerkt, dass ich wesentlich kleiner bin als er und eigentlich auf Biker Boots stehe. Das Unglück abgewendet, die Familie gerettet.

Ein Hoch auf die Frauen, die sich gerne reden hören. Auf sie wartet die Hölle.

* * *
Michael hat mich gestern in ein nettes Restaurant ausgeführt und danach ins Halbkoma gebumst*, deswegen fasse ich mich heute kurz.

Unser erster grüner Spargel in diesem Jahr. Dazu ein perfekt pochiertes Ei und Sauce hollandaise mit Zitronengras. Tradition trifft auf Moderne.

Ein Stück Torte aus Pistazien mit weißer Schokolade und Himbeersorbet als Nachtisch. Ein Traum!

Das war’s :)

Live long and prosper!
_______
*Er verlässt uns demnächst für zwei Wochen in Richtung Singapur. Wir nehmen momentan alles mit, was wir kriegen können.

Über wissbegierige Wuschelköpfe

Niko begrüßt seinen Vater an der Eingangstür:

„Und, Vater, wo hast du dich den ganzen lieben Tag herumgetrieben?“
„Ich bin im Büro gewesen.“
„So, so. Im Büro? Wärst du zuhause geblieben, müsste ich nicht in die Kita gehen, und wir hätten den ganzen lieben Tag miteinander spielen können. Denk darüber nach.“

Ich pflichte meinem Kind bei:

„Natürlich hat er Recht.“
„Wirklich? Seit wann das?“
„Na überlege mal. Vor allem hättest du den ganzen lieben Tag mit dessen Mutter spielen können.“
„Ich lasse mich von dir nicht verführen. Ich bin stark. Ich bin stark. Ich bin… schwach. Ich bin schwach. Ich bin schwach.“

Kostja plagen andere Sorgen. Er hat zu wenige Väter.

„Mummy, ist Daddy mein Daddy?“
„Ja, er ist dein Daddy.“
„Bist du sicher?“
„Ziemlich sicher.“
„Er ist auch Nikos Daddy – richtig?“
„Definitiv. Zwillinge haben in der Regel denselben Daddy.“
„Ist er auch Elis Daddy?“
„Ja, ist er.“
„Und Milis? Und Soles?“
„Ja. Und ja.“
„Das ist unfair! Agnes hat z.B. einen Daddy. Ihr Bruder Andrew hat einen zweiten Daddy. Ihre kleine Schwester hat einen dritten Daddy. Und jetzt wird die Mutter wieder heiraten und ein weiteres Baby mit dem vierten Mann bekommen. Sie haben viele Daddys, und wir nur einen. Einen!“

Hilfe! Wo gibt’s Väter zu mieten? Möglichst günstig. Ich brauche fünf bis acht Stück. Mein guter Ruf steht auf dem Spiel.

IQ in Zentimetern

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der IQ einiger Männer in Zentimetern gemessen wird. D.h.,

sein IQ beträgt fünf Zentimeter. Im erigierten Zustand.

Ob dies wissenschaftlich nachgewiesen wurde?

Thank you! Danke! Спасибо! Grazie mille! धन्यवाद !תודה

Liebe Leute und Abgesandte extraterrestrischer Zivilisationen,

es tut mir ausgesprochen Leid, dass ich auf eure Kommentare immer noch nicht geantwortet habe. Das ist kein Symptom akuter Überheblichkeit. Es mangelt mir bloß an Zeit.

Vielen herzlichen Dank für eure netten Worte, all die Sternchen und Freundschaftsanfragen. Ihr macht meinen Oktober wesentlich heller.

Seid gesund und glücklich!

Eine Deppin entdeckt für sich moderne Kommunikationsmittel

Eine bekannte Deppin hat für sich die modernen Kommunikationsmittel entdeckt und belästigt ihren lieben, netten Mann mit pornografischen Nachrichten. Der Mann scheint den unsittlichen Annäherungsversuchen seiner Frau nicht abgeneigt zu sein, dafür verurteile ich die beiden auf das Schärfste. Was ist aus der Tugend geworden? Was ist aus der erhabenen Liebe geworden? Widerliche, notgeile Säue! Pfui! Ich persönlich erfreue mich an der anständigen ventro-ventralen Kopulation, ausschließlich samstagabends, habe noch nie leidenschaftlich gefickt oder einen überwältigenden Orgasmus erlebt.

* * *
Ja, ich wurde für meine ungezügelte Sprache mal wieder kritisiert ;) Ich beabsichtige in Kürze mit dem Ficken und mit dem Übers-Ficken-Schreiben aufzuhören und mich einem anderen Thema zu widmen, z.B. der Fundamentalontologie, obwohl es inzwischen allgemein bekannt sein sollte, dass Heidegger ein Nazi war und gerne fickte, so ‘ne Schweinebacke aber auch.

Добро пожаловать в гетто!

Мамин квартал превращается в гетто, равномерно распределенное между румынами, сирийцами, иранцами и африканцами. У каждой этнической группы свои древние красивые обычаи.

Например, в мамином подъезде лютуют румыны. Сначала (ночью) въехала одна семья и внезапно пропали выключатели на площадках. Затем (ночью) – вторая и уже не так внезапно исчезли придверные коврики. Затем (ночью) – третья.

Потихоньку почтовые ящики обросли румынскими фамилиями, т.е. в подъезде живут три бездетные семьи, но на их почтовых ящиках по пять, семь, девять чужих фамилий.

Из окон полетела мебель. Газоны забелели мусором. Эка невзгода. Что мы в СССР не жили? Привыкшие.

Страшное случилось на днях. Мы не знаем, когда точно. Многоуважаемые румыны выкрутили лампы, взломали секции* цокольного этажа и обворовали всех соседей. Бог с ними, с украденными вещами, меня сильно беспокоит факт, что мама живет по соседству с ворами.

Один из ценителей чужого добра носит красочную фамилию Дрочу. Лучше бы на Ворую сменил!

Меня трясет. Мне хочется выманить упрямую маму из этой жопы и заманить на хутор, но такие добровольно не сдаются.
_________
*Keller – небольшие комнаты, которые не являются эквивалентом русским „погребу“ или „подвалу“.

Sing It to the Ass

Включила по глупости телевизор и увидела полуголого длинноволосого Тома Круза с банданой, поющего в жопу Малин Акерман:

I Want To Know What Love Is.

Поперхнулась компотом, уронила дистанционное управление, стукнулась головой с Орионом, переключила на передачу про лигров и тигрольвов, умиротворенно сложила на животе руки.

А песня замечательная.

* * *
Иду завтра на очередной сеанс БДСМ. На этот раз с Майком, сияющим всеми оттенками желтого. Думайте о нас нежно, а я за ваше здоровье слопаю по краденному пончику. Краденные пончики не идут ни в какое сравнение с купленными :)

Гадюшник, прощай!

Сегодня мы с Таней виделись в последний раз (я отдала ей ключи к офису в гадюшнике). Тинхен, кто бы подумал, сделала мне на прощание подарок, продала меня с потрохами в пятницу: нет, нет, Линда не пришла и не работала.

Мы договорились, что она скажет: Линда была, но только что ушла.

* * *
Танхен принесла два горшка с астрами. Мне, уходящей, и заслуженной мымре Тинхен, чтобы не обиделась. Я отдала Биргитт деньги из двух касс (для Танхен и Тинхен). После шести месяцев с этими христианскими* тварями святыми я легкая и счастливая.

Когда Биргитт с Танхен ушли, Тинхен притянула к себе оба горшка с астрами и сказала: они тебе не нужны? Я отдам дочке, она их посадит в землю. Упаковала в мусорные мешки и сунула в свою авоську.
_________
*Линда: Скоро Рождество, церковный праздник.
Тинхен: Рождество не имеет к церкви никакого отношения!

* * *
Тинхен во время работы с удовольствием раскрашивала. Она просила, я ей копировала рисунки для взрослых. Она затыкалась на полчаса.

Тинхен мудрая женщина. С четверга на пятницу она попросила: положи рисунки на твой стол под стекло. Я положила. Тинхен настучала. Танхен увидела.

Черно-белые рисунки я демонстративно разложила на столике в детской зале.

* * *
Господи, почему я не могу работать с Тинхен еще полгода? Господи, спасибо, что в нашей стране больше нет концлагерей!

* * *
Целую хороших девчонок в ушки,
а остальным могу дать адрес Танхен и Тинхен

Великий Четверг

Великий Четверг: я покидаю гадюшник. Познакомилась с новым сотрудником с роковым именем Генри, про которого Тинхен сказала: „Он абсолютно твой тип!“ Высокий, светлоглазый, стройный. Да, возможно, но он не Майк :) Наверное, я понравилась ему с высоты третьего этажа, потому что он пришел ко мне на второй этаж, когда я громко пурхалась в посудомойке, протянул руку, поздоровался и задал нелепый вопрос. Я так поняла: красивый мужчина Генри хотел познакомиться с красивой женщиной Линдой (иначе зачем он вообще вышел из своего бюро; он работник берлинской ратуши, шеф разных отделов по вопросам культуры и беженцев). Красивая женщина Линда обломала. Была немногословной, уставшей. Генри стал искать в шкафах свое достоинство и тарелки.

* * *
Танхен и Тинхен сегодня шутили шутливые шутки. Чуть не лопнули со смеху.

Я (размениваю Танину валюту): Мы почти вcё можем.
Таня (размахивает сигаретой): Всё, кроме немецкого.

* * *
На выходных мы на хуторе с Р.Г., К.В. и котиками. Во вторник мы уезжаем в Лондон, где пробудем на Острове Облаков до дня рождения Бурундучка.

За сим прощаюсь: в толерантном гадюшнике никогда не было скучно.

Ваша Липа со львом и медведями