Ein Wunder der Schöpfung Mann

L.: Ausziehen. Hinlegen. Pronto!
M.: Vergiss es! Wirb um mich. Schenke mir Blumen. Führe mich aus. Lege mir die Welt zu Füßen. Ich bin nicht ein Stück Fleisch. Ich habe ein Herz.
L.: Was du nicht sagst. Das in deiner Hose?
M.: Nein, nicht das in meiner Hose. Shame on you, woman. The other one. Das in meiner Brust.

Moderne Männer sind so kompliziert und empfindsam.

Ich gehe heute mit diesem zarten Pflänzchen (über 1,90 groß, fast zwei Zentner schwer, kornblumenblaue Augen) ins Kino, wo er nach fünfzehn Minuten einschlafen wird. Im Anschluss daran lade ich ihn in unser italienisches Stammlokal ein, damit ich ihn mit Cocktails abfüllen kann. Und zum Ausklang des Abends fahre ich ihn heim, zerre in eine dunkle Ecke und versohle… falsches Ver­bum… und schüttele ihm leidenschaftlich die Hand. Er soll nicht erfahren, dass ich ihn nur seines schönen Körpers wegen anhimmle.

Advertisements

Geschlechtsspezifische Chancenlosigkeit

L.: Wozu frau einen Mann braucht… Wozu frau einen Mann braucht… Wozu frau einen Mann braucht? Lass mich nachdenken. Auf Anhieb fallen mir drei Gründe ein. Zum Ersten sind Männer stark und öffnen fest verschraubte Gläser ohne großen Kraftaufwand. Zum Zweiten schleppt frau sie überall mit. Beim Shoppen tragen sie z.B. die schweren Taschen. Zum Dritten wärmt sich frau an ihnen, jedes Mal wenn ihr kalt ist. Ja, das war’s.
M.: Hinreißend.
L.: Oh, warte. Mir fällt gerade der vierte Grund ein. Männer haben Penisse, was per se angenehm ist. Der Penis ist ein bemerkenswertes Schlafzimmergerät. Er wird groß und dick, sollte frau ihn liebkosen. Frau erlebt damit viel Lust. Sie kann mit ihm spielen. Ihn in ihre Hand oder den Mund nehmen. Er kann in ihren Körper eindringen. Willst du die Sexposition bestimmen, Baby?

* * *
L.: Was ich an Männern mag? Ihre Einfachheit. Männer sind simpel wie ihr Orgasmus. Nach außen hin gerichtet. Männer ejakulieren. Sie heucheln ihr sexuelles Vergnügen nicht vor. Sie sind, in der Hinsicht, tatsächlich ehrlicher und ehrenhafter als Frauen. Frauen simulieren. Blöde Mösen!
M.: Simulierst du?
L.: Würde dir so passen. Ich bin keine Frau. Ich bin ein Drache. Also: Lecken, lecken, lecken – und dann zum Höhepunkt ficken. Witzbold!

Geflüster aus kuscheliger Gosse

L.: Michael, du weißt doch alles.
M.: Fast alles. Ich versuche seit Jahrzehnten herauszufinden, wer du bist, aber es muss dich nicht verwirren. Das ist meine eigene Suche nach dem Sinn des Lebens. Was interessiert dich?
L.: Existiert Gott?
M.: Gott des Monotheismus? Der Schöpfer? Nein. Es existiert eine Myriade Götter, allesamt entworfen nach dem Ebenbild und dem Bildnis des Menschen.
L.: Nett. Geradezu hoffnungsfreudig. Wie wichst man richtig im Weltall?
M.: Oi*, Linda!
L.: Was? Tue nicht so scheinheilig. Wir haben längst begriffen, wozu du dich mit zwölf gerne im Badezimmer einsperrtes.
M.: Hole deine Gedanken aus der Gosse, Frau. Ich betete.
L.: Zu welchem Gott, Ketzer?
M.: Zu meiner damaligen Vorstellung von dir. Ich wundere mich bis heute, wie ich die finstere Zeit des Sturm und Drang unbeschadet überstanden und mich nicht zu Tode onaniert habe.
L.: Das ist ekelhaft.
M.: Mir hat’s gefallen, aber zurück zu der Frage. Ich bezweifle stark, dass Männer eine Erektion ohne Schwerkraft zu Stande bringen würden.
L.: Überlege mal: Du bist in der Raumstation mit dem herrlichsten Ausblick auf den blauen Planeten. Du fasst dich an und es passiert rein gar nichts. What a pity.
M.: Der Zusammenhang zwischen Erde und Geilheit entzieht sich meinem Verständnis. Die Message ist trotzdem klar. Nach mehreren Monaten der Enthaltsamkeit würde ich mir auch den Gnadenschuss geben. Außerdem trinken Astronauten recycelten Urin.
L.: Was essen sie? Recycelte Scheiße?
M.: Den Fraß aus Tuben und Plastiktüten. Und ich bin ekelhaft? Unfassbar.
L.: Wechsele nicht das Thema. Also ist dieser Beruf im Grunde etwas für harte Männer.
M.: Witzig. „Harte“. Ha-ha. Eher für Schlappschwänze und Weicheier. Hast du weitere substanzielle Fragen?
L.: Vielleicht, bloß wird gleich der Wecker klingeln.

* * *
L.: Ich habe die ganze Nacht von dir geträumt.
M.: Wie entsetzlich. Mich packt das kalte Grausen. Was habe ich getrieben?
L.: Du hieß Daniel.
M.: Aber natürlich. Warum sollte ich Michael heißen, wenn es Daniel gibt?
L.: Wir haben uns nicht anstößig verhalten.
M.: Vielen Dank. Sehr rücksichtsvoll.
L.: Wovon hast du denn geträumt?
L.: Vom Wichsen im Weltall.
L.: Mein armes Baby. War das ein Alptraum? Brauchst du Trost?
M.: Halte den Rand und bereite das Frühstück zu. Von Daniel hat sie geträumt… Und ich bin ekelhaft…

* * *
M.: Ich warte seit zwanzig Minuten.
L.: You’re welcome! Ich hätte mich beinahe um vierzig Minuten verspätet. Motze nicht, umarme mich.
M.: Du bist kalt. Bist du die Schneekönigin? Bist du zu Fuß gegangen?
L.: Nein, ich habe mich zu einem Nickerchen in die Tiefkühltruhe gelegt.
M.: Meine Güte, ich habe tatsächlich die Schneekönigin gefickt. Ich verkaufe die Firma und schreibe ab sofort Ratgeber für Männer ohne Furcht und Tadel. Wenn ich daran nur denke…
L.: Shut up, Kai. Denk lieber daran, dass die Schneekönigin dich in ihrem Mund hat kommen lassen.
M.: Ich bedanke mich herzlich für die Erfahrung. Du hast übrigens den uralten Konflikt zwischen meinem Penis und meinem Gehirn neu entfacht. Wait a moment. Aha. Das primordiale Gehirn streckt gerade den präfrontalen Cortex nieder und kommandiert das Blut in die strategisch relevante geopolitische Südhemisphäre ab. Houston, we have a problem. Amüsiere dich ruhig. Was verstehst du schon von den Unannehmlichkeiten, mit denen ich lebe.
L.: Fertig? Du bist ein Schmock. „I’m getting hard.“ hätte genügt.
M.: Hätte es nicht. Ich bin ein komplexes Wesen. Hör zu. Du darfst zwischen zwei Optionen wählen. Die erste: wir fahren zu mir und ficken im Büro. Die zweite: wir fahren zu dir, ich vernachlässige die Pflichten, feuere mich deswegen und du gewöhnst dich an einen arbeitslosen Schnorrer, der nackt herumläuft.
L.: Ich entscheide mich für die dritte Option. Fick dich ins Knie, mein Pfirsich.
M.: Und ich bin ekelhaft? Unfassbar. „Fick dich ins Knie, mein Pfirsich.“ Eine rhetorische Hochleistung. Wahrlich. Ich bin beeindruckt und deinem Zauber verfallen. Du bist so obszön, meine Mango.
L.: Ha-ha. Nicht witzig. Wo schaust du bitte hin?
M.: Na weg. Nicht auf deine Lippen. Will mich beruhigen, bevor ich mich ins Knie ficke.
L.: Fühlst du dich gekränkt?
M.: I hate you, my cruel killjoy.
L.: I hate you, too, my hopeless romantic. Wirst du mich nicht zum Abschied küssen?
M.: Küss dich selbst. Koste deinen Triumph aus. Um Mitternacht sehen wir uns im Bett wieder.

Wenn ich mich nicht täusche, sind es noch sieben Stunden ;)
__________
*Oi – British interjection as expression of disapproval

Lucky Me

M.: You are remarkable. I definitely mean it. You are tougher than any guy I’ve ever met. You often land yourself in a lot of trouble. You are a rebel! A rebel and a tomboy.
L.: Is that right?
M.: Well. Actually, I saw you evolving into this strong extraordinary woman.
L.: Did you? Lucky me.
M.: No, the other way round. Lucky me, for you have given me hope. I love you to infinity and beyond. I’m truly grateful for all the strength, encouragement, happiness and adventure you bring to my life. The hours spent with you are incredibly precious. What?! Why are you smiling so sweetly? Come on, just don’t hold back and shout it out loud. ‚You are such an idiot.‘ I agree, but let me tell you. It doesn’t change anything.

At this point it’s obvious to me that I’m keeping my husband, although he’s an arrogant bastard and I’m covered with hematomas, scratches, bite marks, and love bruises. I look pretty much like a cheetah.

Why did I have to say, don’t be easy on me, I can take it?

Bench workout (half an hour), stair workout (half an hour), Krav Maga, weapons, jogging with the hounds of hell.

* * *
Entweder sterbe ich am Wochenende oder trete dem Royal Regiment of Scotland bei.

Bärchen hat mir den Befehl erteilt kein meckernder Waschlappen zu sein. Sie geht nämlich als Anführerin der Konföderierten Drachenstämme des Orion zu einer Halloween-Party und wird keine Schwächlinge in der eigenen Sippe dulden *seufz*.

Also lese ich „Sniper Training“ und denke an die gesegnete Zeit, als Michael mich geliebt und nicht durch die Stadt gejagt hat. Mit Kratzern, Bissspuren und Knutschflecken habe ich mich abgefunden, obwohl ich immer noch zögere auf die Frage zu antworten: „Was, um Himmels willen, macht er mit dir?“ – denn bekanntlich hadere ich nie mit dem Schicksal.

Ahoi! Ahoi! Frau über Bord!

L.: Yey, Deutschland hat mich wieder.
M.: Oh bitte, sogar dieses Land hat eine solche biblische Plage nicht verdient.
L.: Sehr nett. Nur du bist im Stande Fürsorge und Gemeinheit in einem Satz unterzubringen.
M.: Dabei mache ich mir überhaupt keine Mühe. Es passiert einfach so, aus dem Stegreif. Ich bin ein Naturtalent.
L.: Ja… Nicht jeder von uns teilt diese Begeisterung. Niemand von uns lügt dermaßen enthusiastisch wie du. Wir treffen jetzt eine Vereinbarung. Okay? In den nächsten Wochen benimmst du dich wie ein taktvoller, höflicher, gebildeter Mann. Du wirfst mich nicht über die Schulter und schleppst in die Höhle, während zufällige Fußgänger uns verdutzt anglotzen. Du benutzt keine Redewendungen à la „Nix sprechen Deitsch“. Du behauptest nicht, dein Name wäre Horst, Gundolf oder Siegenot. Du berichtest keiner Menschenseele von deiner Arbeit als Nachtwächter in einer geschlossenen Irrenanstalt. Es ist nicht witzig.
M.: Das sehe ich anders. Womit würdigst du meine Folgsamkeit? Schläfst du mit mir einmal täglich und bläst mir zweimal täglich einen? Ich bin fair. Schlag ein!
L.: Du ahnungsloser Träumer! Dafür verprügle ich dich nicht zweimal täglich mit einer gusseisernen Bratpfanne und ziehe dir nicht einmal täglich mit einem Nudelholz eins über den Kopf.
M.: Du gemeiner Giftzwerg! Erinnerst du dich noch ab und zu, dass ich die Liebe deines Lebens und der Vater deiner Kinder bin?
L.: Streng dich an, sei ein Schatz, blamiere mich nicht!
M.: Keine Sorge, das schaffst du auch ohne meine Hilfe.

* * *
Also, Deutschland hat mich nach zwölf Monaten wieder. Schöne Grüße aus Schleswig-Holstein ;)

Meine Horrorzwerge sind vorerst bei den Großeltern auf der Insel der Wolken geblieben und lehren die Schotten das Fürchten.

In den letzten sechs Jahren sind wir mit Michael selten allein gewesen. Wir sind nie zu zweit verreist. Es fühlt sich ungewohnt an, deswegen skype ich ständig mit meiner Schwiegermutter. Wahrscheinlich nerve ich sie.

Morgen werden wir in See stechen, und sie wird ihre Ruhe haben.

Kennt ihr gute Seemannslieder?

Eine Wetterprophetie

L.: Wach auf. Waaach auf. Michael, wach auf!
M.: Belästige mich nicht, Frau. Ich habe keine Lust.
L.: Was für eine epochale Neuigkeit. Seit wann das denn?
M.: Fortschreitendes Alter. Existenzielle Erschöpfung. Alzheimer. Das ist eine Krankheit, bei der ein Mann in eine Frau eindringt und sofort vergisst wozu.
L.: Besteht eine klitzekleine Möglichkeit, dass du dich irgendwann änderst? Darf ich träumen? Dreh dich jetzt auf die Seite und schlaf ruhig weiter.
M.: Warte! Warte. Waaarte… Ich horche in mich hinein, horch‘ in mich hinein, horch‘ in mich hinein… Ich hätte doch Lust. Fang an mich wieder zu belästigen.

* * *
L.: Erkläre dich bitte. Was treibst du da gerade?
M.: Ich ziehe dir das Höschen aus.
L.: Ginge das auch ohne Vandalismus? Zuerst höflich fragen, dann sich mir zärtlich nähern.
M.: Mein Engel, meine Königin, meine Göttin, voller Demut flehe ich euch an. Seid gnädig und lasst mich an eurem Quell der Erkenntnis laben.
L.: Idiot.
M.: Gestattet mir, euren unschuldigen Leib, welcher sich der Wollust und dem ungezügelten Sinnenrausch noch nicht hingegeben hat, mit sündigen Liebkosungen zu entflammen, auf dass sich eure Bestimmung offenbare?
L.: Vollidiot!
M.: So, mir reicht’s! Ich bin bedient. Sieh zu, wie du ohne einen zweiten Orgasmus auskommst.
L.: Willst du vielleicht auf der Couch im Wohnzimmer schlafen?
M.: Nein. Warte! Warte. Waaarte… Ich horche in mich hinein, horch‘ in mich hinein, horch‘ in mich hinein… Du musst nicht ohne einen zweiten Orgasmus auskommen.

Es ist sonnig mit Aussicht auf erhöhte Atemfrequenz, rhythmische Muskelkontraktionen und Freisetzung angestauter sexueller Energie.

Die Sterne verheißen schlaflose Nächte und prächtige Sonnenaufgänge.

Zwei Deppen auf einem Übungsgelände

L.: Ich wollte dich noch fragen…
M.: Ja!
L.: Was „ja“?
M.: Ja, ich habe Kondome dabei und würde liebend gern mit dir schlafen.
L.: Warum hast du denn Kondome dabei?
M.: Man weiß nie, wann sich die Gelegenheit ergibt.
L.: Mit mir? Auf dem Übungsgelände?
M.: Nein. Mit unserem pensionierten Nachbarn. Im Treppenhaus. Wir haben eine heftige Zuneigung zueinander gefasst.
L.: Du bist so ein Schwachkopf! Wirst du irgendwann erwachsen?
M.: Ich bin erwachsen, ernsthaft, verantwortungsbewusst. Glaubst du, ich sollte ihm zuerst Blumen schenken?

* * *
L.: Bist du stolz auf mich, Honey?
M.: Ich bin immer stolz auf dich, Baby! Ich lade jetzt die Waffe neu, und du versuchst diesmal das Ziel nicht zu verfehlen.
L.: Ich habe doch das Ziel nicht verfehlt.
M.: Jaaa… Folgendes: Die meisten Angreifer gehen ohne einen weißen Nimbus neben oder über dem Kopf spazieren. Hör auf zu lachen. Konzentriere dich! Du musst die schwarze Mitte treffen.
L.: Sei nett zu mir, sonst könnte ich dich zufällig treffen.
M.: Das traue ich dir zu, aber es wäre schade um die Kondome.

* * *
L.: Balze mich nicht am Schießstand an. Das ist Erregung öffentlichen Ärgernisses.
M.: Sag nicht „Erregung“. Es macht mich geil.
L.: Dich macht doch alles geil. Ich wundere mich, wie du überhaupt den Tag bei so vielen Reizen überstehst.
M.: Mein Leben ist hart.
L.: Sag nicht „hart“. Es macht mich geil.

* * *
M.: (zu einem Freund) Die Hübsche… Mit den wunderschönen Augen… Siehst du?
L.: Zieh mich da bitte nicht mit hinein!
M.: Das ist meine Stalkerin. Sie heißt Linda. Sie hat fünf Kinder und ist deswegen ein wenig verzweifelt. Gierig nach Nähe. Ständig geil. Raubt mir im Bett den Verstand. Ich gebe zu. Sie hat mir hartnäckig nachgestellt. Sie hat mir vor meiner Wohnung aufgelauert. Ich habe mich lange dagegen gewährt. Ich bin schwach. Ich betrüge meine Frau mit ihr.
L.: Wer bist du? Verschwinde!

* * *
L.: Fuck. Fuck. Fuck. Fuck. Fuck. Verfickte Scheiße!
XY: (verdutzt) Was war das?
M.: Was? Ach das? Lindas Tourette-Syndrom hat sich mal wieder verschlimmert.

* * *
XY: Sie kennt nur beide Extreme: Entweder schreibt sie über Wolken, Regen, Feen oder übers Ficken.
M.: Manchmal schreibt sie auch übers Ficken mit Feen. Beim Regen. Auf den Wolken. Sie ist ziemlich erfinderisch.

Bald ist Sommer. Wir sind glücklich. Das Notebook verstaubt seit geraumer Zeit auf dem Sekretär.

Ist das kein gutes Zeichen? ;)

Bebumsen, verliebhabern, umbeinen

oder Wie man die deutsche Sprache ungebetenerweise bereichert

L.: Beschwere dich nicht. Du wirst jeden Tag bekocht und…
M.: … bebumst.
L.: Das Wort gibt es nicht.
M.: Vielleicht nicht in deinem Vokabular. Ich benutze es häufig.
L.: Was habe ich verbrochen? Womit habe ich dich verdient?
M.: Mit gar nichts. Ich war ein Geschenk des Himmels.
L.: Sag doch die Wahrheit. Die da oben hatten dich satt und setzten vor die Tür.
M.: Mag sein, aber zur richtigen Zeit und am richtigen Ort, denn du bist mir begegnet, hast mich empfangen, gewaschen, wohl gespeist, mit Zuneigung getränkt und mit Wonne gekrönt. Und dann machst du noch diese schöne Sache mit deinem Mund und meinem…
L.: Geh weg. Ich kenne dich nicht. Und denke bloß nicht, ich hätte Jesus Sirach* nicht identifiziert, du Plagiator.
M.: Ich habe nicht plagiiert. Ich habe interpretiert. Übrigens steht bei Sirach nichts über Blowjobs drin. Warum seufzt du, Baby?
L.: Ach, nur so. Ich stoße gerade Flüche gen Himmel aus als Danksagung für das wunderbare Geschenk, welches mir zuteilwurde.
M.: Aber liebevoll – richtig?
L.: Du hast ja keine Ahnung, Freundchen!
M.: Also bist du mir nicht mehr böse und wir vertöchtern uns. Hab‘ ich Recht?
L.: Das Wort existiert nicht.
M.: Wieso „versöhnen“? Wieso nicht „vertanten“ oder „veronkeln“?
L.: Michael!
M.: Der Name existiert aber. Dessen bin ich mir ziemlich sicher. Hebräisch. Heißt übersetzt „Wer ist wie Gott?“. Schaue nicht so düster drein. Wir verliebhabern uns. In Ordnung? Nein? Vergeliebten?
L.: Ich töte dich gleich.
M.: Durch Sex?
L.: Mit Zyankali.
M.: Bemerkenswert, dass du Zyankali ständig bei sich führst. Umbeine mich lieber.
L.: Was bedeutet das schon wieder?
M.: Ganz simpel. Das Verbum „umbeinen“ ist ein schwaches Verbum. Ungefähr wie du, wenn du geil bist, aber nicht so hübsch. Roll nicht mit den Augen. Es verwirrt mich. Solltest du nicht einen Konspekt anfertigen?
L.: Ich verzichte.
M.: As you wish. Weiter. Das Verbum wird wie folgt getrennt: um|bei|nen. Es wird von einer kleinen schottischen Minderheit…
L.: … die praktisch aus einem Hohlkopf besteht…
M.: Frau, unterbrich mich nicht! Es wird von einer kleinen schottischen Minderheit, die praktisch aus einem Hohlkopf besteht und in Berlin beheimatet ist, gesprochen. Es bedeutet „jemanden fest an sich drücken und seine Hüften mit den Beinen umschließen“. Manchmal unter der Dusche. Komm mit. Den Wortgebrauch veranschauliche ich anhand verschiedener Beispiele. Du assistierst.

Falls ich ihn heute Nacht nicht mit einem Kissen ersticke, weil er mich in den Wahnsinn getrieben hat, fliegt er morgen nach München, und ich werde ihn unglaublich vermissen.
__________
*Ecclesiasticus 15, 1–6

Eine Liebeserklärung

Weil eine Frau, die liebt und geliebt wird, paradiesisch schön ist. Weil die Luft um diese verliebte Frau mit Licht überflutet und mit Wärme durchtränkt ist. Weil sie lächelt, weil ihr Antlitz strahlt, weil ihre Haut schimmert, und leuchtet, und einen betörenden Duft verströmt. Weil Du diese Frau bist. Weil Dein Duft mich anlockt wie einen Schmetterling, und ich mir nicht zu helfen weiß. Ich kreise und flattere um Dich herum. Ich habe keine Angst zu verbrennen, – und fange doch Feuer, und lodere.

Du bist begehrenswert und zerbrechlich. Du bist begehrenswert zerbrechlich. Ein Geheimnis blüht in Dir auf. Du willst Deine Liebe verbergen wie einen kostbaren Schatz; sie beschützen wie einen Neugeborenen und behüten wie ein Wunder. Du willst es, aber es gelingt Dir nicht. Es ist gänzlich unmöglich. Du kannst nicht Deine Liebe in ein Glas füllen, sie mit einem Deckel verschrauben und in einem finsteren Verlies einkerkern.

Du bist Liebe, und Liebe ist Du. Liebe bedeutet Halt. Die Liebe badet Dich in wiegenden Wellen und bettet auf Wolken. Die Liebe erhellt Dich von innen und umhüllt von außen, perlt von Deiner Stirn und tropft aus allen Poren. Diese Liebe hat sich erfüllt. Sie singt, jubelt und triumphiert. Sie ist göttlich, vollkommen und tadellos. Diese Liebe sprengt mit ihrer Kraft die Ketten, öffnet alle Käfigtüren, steigt in den Himmel empor wie ein Vogel und bringt die Himmelshöhen auf die Erde hernieder.

Und mich verlangt nach Dir, weil ich ohne Dich nicht atmen kann, und mich dürstet nach Dir, weil ich Dir verfallen bin, und mich hungert nach Deiner Nähe. Ich will über Deine Schönheit staunen, Dich spüren, in Dir sein, – sein. Ich will Dich nehmen, in Dich eintauchen, vollständig mit Dir verschmelzen. Ich will mich aufgeben, mich Dir hingeben in zügelloser Leidenschaft.

Ich will mit Dir schlafen, während ich Auto fahre, arbeite, esse, lese oder ausgehe, während ich träume, wachträume oder albträume, während ich Dich umarme, Dich herze, mich an Dich schmiege. Ich will mit Dir schlafen, während ich beim Sonnenaufgang wach im Bett liege und die Sterne anstarre, die am Fenster vorbeisegeln. Ich will mit Dir schlafen, während ich einschlafe, aufwache, schlafe oder mit Dir schlafe. Rund um die Uhr. Tag und Nacht. Du bist mein einziger Gedanke.

Ich will mit Dir sein, ich will bei Dir sein, Dich berühren, anfassen, streicheln und an mich drücken. Wenn Du nach einer Nacht der Verzückung in meinen Armen sanft eingeschlummert bist, schaue ich Dich an, lausche Deinem Atem, bis mich plötzlich das Glück überwältigt, und ich beinahe vor Liebe zerberste, Deine Hüfte umschließe, eine Haarlocke aus Deinem Gesicht streiche, mit meinen Fingerkuppen die Konturen Deines Mundes nachziehe und heimlich Deine Augen küsse.

Und wenn ich nicht bei Dir bin, dann denke ich an Dich. Ich denke an Deine Muttermale, an Deine Lippen, an die feinsten Äderchen an Deiner Schläfe, an den Pulsschlag an Deinem Hals, an die Kuhle zwischen Deinen Schlüsselbeinen, die ich gierig mit meinen Liebkosungen übersäe, an die zarte Linie Deiner Achselhöhle, an Deine Brüste, an Deine Hände, an Deinen Bauchnabel, an Deinen Schoß, der zu meinem Elysium, meinem Lebenselixier, meiner Heimat geworden ist.

Und die Vergangenheit überlebt nicht, und die Hölle weicht zurück. Du überschwemmst mich mit Deiner Liebe, linderst meine Schmerzen und reinigst mich von meinem Heidentum. Ich vergesse den Tod, entsage dem Hass und erfinde eine neue Sprache — eine wilde, blumige Sprache, die nach Dir schmeckt, nach Dir riecht, nach Deinem Körper lechzt und in Deiner Seele Geborgenheit findet. Ich. Lebe. Keine Zweifel plagen mich. Ich kenne keine Furcht. Ich verbrenne zu Asche und werde wiedergeboren. Ich bin fast unsterblich geworden.

Weil. Ich. Dich. Liebe. © Mike

Über Geheimnisse einer Ehe

XY: Was schätzt du an einem Mann?
L.: Starke Hände, einen harten Schwanz und natürlich seine inneren Werte.
M.: Du bist eine Romantikerin, Baby. Hättest du Novalis gevögelt, würde sich „Heinrich von Ofterdingen“ spannender lesen. Was ist los?
L.: Ruhe! Ich versuche vergeblich vor Ehrerbietung und Demut zu erröten. Wie es sich für eine Frau geziemt.

* * *
L.: Sicher. Ich kann meine Äußerung ausführlich erläutern. Männer gehören zu der Hälfte der Menschheit, die beim Wichsen urkomisch aussieht, aber gleichzeitig einen phänomenal faszinierenden Orgasmus erlebt, wenn Frauen sie mit ihren Händen verwöhnen.
M.: Stimmt nicht. Bei mir verhält es sich umgekehrt. Beim Wichsen sehe ich ungeheuer würdevoll aus. Bei einem Handjob gebe ich jegliche Kontrolle ab. Ich lasse dich gewähren.
L.: Ja, weil du ein Vollidiot bist.
M.: Ist dir bewusst, dass du diesen Vollidioten geheiratet hast?
L.: Ein bedauerlicher Fehler. Wie kam es dazu?
M.: Rate mal. Du spreiztest deine Beine und vergaß die Verhütung.
L.: Ich dachte, du hättest mich aus Liebe geheiratet, nicht weil mein Bauch wuchs.
M.: Was du für Gedanken hegst. Nein, nur wegen dem Kind. Du gefällst mir aber. Ein wenig.
L.: Reizend. Mir kommen gleich die Tränen. Ich bin gerührt und fühle mich so gesegnet.
M.: Ich bin ein charmanter Typ. Zu welcher Hälfte der Menschheit gehören nun Frauen?
L.: Du bist doch ein Mathegenie. Was ist das für eine doofe Frage? Zweifelsohne gehören sie zu der anderen Hälfte der Menschheit. Bei einem Höhepunkt sehen sie immer entzückend aus. Wichsen tun sie schon gar nicht. Sie sind reine, märchenhafte Geschöpfe.
M.: Und Männer sind Trolle von unter der Brücke.
L.: Genau! Das ist nebenbei eines der Geheimnisse unserer Ehe: Wir verstehen uns blind.

Eigentlich haben wir überlegt, uns ein intellektuelles Hobby oder eine niveauvolle Freizeitbeschäftigung zuzulegen, aber stattdessen werden wir am Freitag das Übungsgelände aufsuchen. Eventuell werde ich Mike auch verprügeln, denn die Ärzte haben mir erlaubt, wieder Sport zu treiben.

Selber schuld wohlgemerkt. Er hat mir schließlich beigebracht, wie frau* kämpft.
__________
*kein Tribut an Feminismus, scheint mir einfach angebracht zu sein

בְּרֵאשִׁית

das Mondlicht breitete seinen schimmernden Teppich auf dem kalten Boden aus . die Eichen entwarfen Bildwirkereien mit silbernen Schatten auf nackten Wänden . die unsichtbare Entfernung zwischen Dir und mir erhellten die Sterne

wie unverschämt glücklich konnten wir doch sein . in einem tadellos leeren Zimmer . in dieser letzten . in dieser ersten Nacht

В начале

You’re a fool, Φιλύρα!

„Wie kannst du mich nur lieben? Ich bin schwach, erschöpft, wankelmütig und charakterlos. Ich. Bin. Völlig. Unnütz.“
„You’re a fool, Φιλύρα! Other than that you’re the best wife in all possible worlds. Du bist nicht schwach. Du bist ein bisschen erschöpft. Du bist weder wankelmütig noch charakterlos. Dich zu lieben ist leicht. Wenn du so willst, bist du meine Karyatide.“
„Versteinerte Hure?“
„Keine versteinerte Hure. Steinerne Göttin. Hör auf mit dem Blödsinn. Du bist meine Galionsfigur, meine Nymphe und meine Hyade, Gebieterin über meine Sieben Meere. Du beschützt meine Galeone vor den steilen Felsen, gefährlichen Riffen und wütenden Sturmwinden. Ohne dich versänke ich auf dem Meeresgrund.“
„Auf dem Meeresgrund sind Ruhe und Geborgenheit.“
„Auf dem Meeresgrund sind Hoffnungslosigkeit und Tod. Ich könnte dich gar nicht lieben, wenn du keine Sonne wärst. Wenn wir zusammen sind, erfüllst du meine Seele mit Licht und Wärme. Wenn wir getrennt sind, bist du meine Armillarsphäre, mein Astrolabium, mein Polarstern. Für dich schlägt mein Herz. Nach dir richten sich meine Gedanken. Zu dir führen alle meine Pfade. Dank dir finde ich jedes Mal aus dem Labyrinth der Verzweiflung zurück ins Leben, meine launische Ariadne. Wegen meiner Liebe zu dir glaube ich an Gott und an den Himmel. Ich liebe dich, Φιλύρα! Bitte weine nicht, es ist halb drei.“
„Ich weine nicht. Ich bin unendlich traurig.“
„Take off your nightie. I’ll show you the way to paradise.“
„Schwachkopf.“
„Ich kann dich leise lächeln hören…“
„Und ich kann dich sehr gut leiden…“

Ты – дурочка, Φιλύρα!

Heliozentrisches Weltbild

Baby, Du bist meine Sonne.

Lach nicht, denn mir ist nach Heulen zumute. Ich bin bitterernst. Leg Deine Hand auf meine Brust und fühl, wie mein Herzschlag aussetzt, wie die Angst meine Kehle zuschnürt.

Du bist meine Sonne, Baby. Hörst Du? D u   b i s t   m e i n e   S o n n e. Keine transzendente, keine metaphysische Sonne, die den Tag in Gold ertränkt, die Luft mit Honig füllt und Gewässer in Bernstein verwandelt. Nein! Keine frostklirrende Polarsonne, deren Licht die Gletscher bricht im ewigen Zuchthaus aus Eis; keine tobende Wüstensonne, die das Leben als Geisel hält, nur um es endgültig zu vernichten. Nein!

Du bist die wahrhaftige Sonne: Wut, Zorn und Ekstase. Verzeih mir! Du bist mein Fegefeuer, mein höllenheißes Gestirn. Deine Strahlen verätzen meine Haut wie Salpetersäure. Deine Wärme schmilzt meine Muskelfaser. Du dringst in mich ein, fließt durch meine Adern, veränderst meine DNA-Helix und schreibst den genetischen Code um, alle Nucleotidtripletts aufhebend: LLL. Du umgibst mich, rankst an mir empor, verschlingst mich von innen nach außen. Du erfindest mich neu, definierst und versiehst mit einem Namen.

Wären wie Sumerer, würde ich Dich anbeten, meine Besitztümer zu Deinen Füßen werfen und meine Seele auf Deinem Altar darbieten wie eine Opfergabe. Lebten wir im alten Ägypten, würde ich Dich in einem Turm ohne Türen einsperren. Ich würde meinen Atem in Dich einhauchen, Deinen Mund küssen, in Deine Brüste beißen und Deinem Schoß huldigen, bis wir uns in Verzückung auflösen. Du würdest in meiner Liebe ruhen. Wären wir Babylonier, würdest Du meinen Untergang bedeuten, und ich würde straucheln, und stürzen, und Dich mit in den Abgrund reißen.

Du gehst nicht auf. Du gehst nicht unter. Du bist immer schon da. Punkt. Aus. Du bist immer schon da gewesen. Flüsternd, heimlich, verborgen, verboten. Auch dann, wenn ich an Dich nicht dachte.

Du ersetzt mich durch Dich. Nichts bleibt übrig. Und alles. © Mike

Über Gebete

XY: Was macht eine temperamentvolle Frau wie du, wenn ihr Liebhaber verreist?
L.: Wir beide wissen, welche Antwort du dir erhoffst.
XY: Ist das so?
L.: Ja, das ist so! Sie betet inbrünstig.
XY: Wirklich?
L.: Wirklich! Sie betet inbrünstig mit einer Hand zwischen ihren Beinen. Das Gebet hört sich folgendermaßen an: „Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gooott…“
XY: Haha. Witzig.
L.: Zufrieden mit der Antwort? Übrigens: Wenn der Liebhaber heimkehrt, hört sich das Gebet anders an.
XY: Nämlich?
L.: Mikey, Mikey, Mikey, oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gooott…
XY: Ich hasse dich ein wenig.
L.: Ich weiß, ich weiß.

* * *
Ich vermisse Dich unheimlich, Blödmann! Komm nach Hause.

Alte Last

zögere nicht und verzweifle . schlag mir die Flügel ab . du brauchst dafür kein Schwert . ein stumpfes Brotmesser reicht aus . ohne diese Flügel . werde ich nie wieder fliegen . ohne diese Flügel . werde ich lange stark bluten . aber vielleicht . aber vielleicht . aber nur vielleicht . werde ich lernen zu gehen

Wandelt im Geist,

so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen (Gal. 5,16)

Schreibe mit! Es könnte sich als nützlich erweisen.

Überfalle einen völlig fremden Mann in deiner Dusche, wenn er nackt und wehrlos ist, wenn er angenehm duftet. Mach ihn so glücklich, dass er sich vergisst. Lächle ihn danach süffisant an und stolziere feierlichen Schrittes aus dem Badezimmer. Lass ihn einfach erstaunt zurück mit bebender Stimme, schwerem Atem und entrücktem orgiastischem Gesichtsausdruck. Drehe dich nicht um und schäme dich nicht deiner List. Stampfe leidenschaftlich mit nassen Füßen auf den Boden.

Es stellt keinen hohen Kraftaufwand dar und währt nur eine kurze Zeit, versetzt ihn dafür in einen Zustand starker Erregung. Seine Gedanken kreisen den ganzen Tag nur um dich. Er kann seine Finger nicht bei sich behalten, stiehlt alle deine Küsse und macht dich gegen Mitternacht so glücklich, dass du dich vergisst.

Es sei denn, dein Fremder befindet sich in Asien und macht dich mit kurzen Textnachrichten erbarmungslos geil. Gemeiner, verdorbener Sünder!

* * *
Ich bin entspannt und besonnen. Ich ruhe in mir. Das Licht der Tugend umgibt mich. Ich bin eine zarte Blume der Züchtigkeit, die von der Frucht der Begierde nie gekostet und sich am Quell der Triebhaftigkeit nie gelabt hat. Om mani padme hum. Om mani padme hum. Om mani padme… Damn it! Ich blühe auf. Ich werde mich doch letztendlich selbst beflecken, aber der Wille war stark.

Пароксизм шести утра

Topografie der Küsse

Auf Deine Schläfe, hinter Deinem Ohr, in Deinem Nacken, an Deinem Hals, auf Deinen Mund, auf Deine Drosselgrube, zwischen Deine Schulterblätter, entlang Deiner Wirbelsäule, auf Deine Lendenraute, unter Deine Achselhöhle, auf das Muttermal am Ansatz Deiner Brust, auf das Muttermal an Deinem Knie, auf das Muttermal an der Innenseite Deines Schenkels, auf Deinen Bauchnabel, auf Deinen Venushügel, zwischen Deine Beine

küsse ich Dich in meinen Gedanken. Immer und immer wieder. © Mike

Über außerirdische Entitäten

Meinen Mann stelle ich auf dem Übungsgelände inzwischen nur so vor:

Das da hat mich vor fünf Jahren, nach zwölf Jahren wilden Treibens, unbegreiflicherweise geschwängert und geehelicht. Es nennt sich Michael. Model XY der Luxusklasse. Hochintelligent, hochbegabt, hochgewachsen. Kann gut kochen. Kann gut küssen. Macht wunderschöne Kinder.

Als ich fünfzehn war, verlor ich meine Unschuld an ihn. Als ich zwanzig war, erklärte er mir den Umgang mit einer Beretta 92. Als ich fünfundzwanzig war, überlebte er einen schweren Anschlag während der Befreiung des irakischen Volkes von Erdöl und Erdgas zu Gunsten amerikanischer Konzerne. Shock and awe. Shit happens, buddy! Als ich dreißig war, schenkte er mir ein desolates Herrenhaus mit einem Obstgarten. Als ich fünfunddreißig war, lehrte er mich mit einem Recurvebogen zu schießen. Jetzt befindet sich auch eine Armbrust Orion von Scorpyd in meinem Besitz. Ich übe tüchtig. Ich bin eine Prophetin der Endzeit.

Sieht wie ein Mann aus. Hört sich wie ein Mann an. Fühlt sich wie ein Mann an, wenn er in mir drin ist. Ist aber in Wahrheit eine feindselige außerirdische Entität, die zur Erde abgesandt wurde zwecks Versklavung der Menschheit.

Was war passiert? Er wurde einer nackten Frau ansichtig, erkannte sie und vergaß den Befehl. Seitdem schlage ich mich mit ihm herum, ohne mit dem Schicksal zu hadern, denn das Leid erleuchtet die Seele, beflügelt den Geist und veredelt das Wesen.

* * *
Folgendermaßen schätzt er sich selbst ein: A Résumé (English).

Zu bescheiden, wie ich finde.

Küsse

Meine Seele . findet Ruhe . zwischen deinen . schönen Beinen. © Mike

* * *
Sanft geweckt . von deinen Küssen . auf meinem Venushügel.

* * *
Deine Küsse — . gezähmte Schmetterlinge — . flattern sanft auf meinem Venushügel.

Du bist…

… meine Königin, meine Ketzerin, meine Göttin. Du bist meine germanische Kriegerin und meine florentinische Kurtisane. Du bist mein innigster Gedanke und mein sehnlichster Wunsch. Ich entdecke Dich, ich erkenne Dich, ich bekenne mich zu Dir.

Du bist mein Aberglaube, mein Irrglaube, mein Glaube. Du bist mein Lieblingsgemälde, meine kunstvolle Skulptur, mein erhabener Tempel. Ich lese in Dir wie in einem Liebesgedicht und finde jedes Mal neue Zeilen. Du bist meine Kerze in der Nacht und meine Sonne am Tage. Du verführst mich und gibst Dich mir hin. Du küsst mich gierig und entziehst Dich meiner Liebkosung. Du spielst mit mir, reizt mich, bringst mich um den Verstand, dann tänzelst Du, lachst und versprichst das Paradies auf Erden.

Du bist mein Wunder, mein Geheimnis, meine Sehnsucht. Du bist meine Ewigkeit, die Zeit davor, das Leben im Jenseits. Du bist meine Wirklichkeit und mein Traum, meine Zauberin und meine Hexe. Du bist meine zarte Lindenblüte, mein erquickender Wasserfall, meine Schöne. Du bist mein Mädchen, meine Freundin, meine Geliebte.

Meine verboten Frau, mein angetrautes Weib, mein geliebtes Wesen.

Ich liebe Dich bis zum Wahnsinn.

Komm, zieh Dich aus, lass uns ficken. © Mike

postapokalyptische Romantik

durch die zerstörten Kirchenmosaiken . in einem zerbrochenen Fensterrahmen . neben einem Menschen Löwen Adler und Stier . neben all den Cherubim Seraphim und Thronen . sehe ich jeden Morgen beim Aufwachen . einen grauen obszönen postapokalyptischen Himmel . behangen mit bleiernen und giftgrünen Wolken . ich könnte sie schön nennen . wären sie nicht so träge

in der stillgewordenen Welt existieren fast keine Farben . keine zwitschernden Vögel keine brandenden Wellen . keine aufkeimenden Blüten auf entschlafenen Bäumen . es herrschen Seuche Verwesung und radioaktiver Fallout . unter dem grauen obszönen postapokalyptischen Himmel

es gießt immerdar in Strömen . heißen Schwarzen Regen mit Cäsium und Strontium . es gibt nur selten einen Wind dafür aber die Sonne . diese heiße gleißende Sonne die unsere eiskalte Welt verbrennt . mit ihren nuklearen Strahlen . durch das enorme Ozonloch

nachdem fünftausend Megatonnen explodiert hatten verbrannte die Welt zu Asche . versank in Ruß und Staub . es überlebten nicht nur die Stärksten im Lichtblitz der Apokalypse . eine natürliche Dezimierung ein Leben getaucht in Dämmerung

mein Erzengel trägt keine Flügel keinen byzantinischen Nimbus . es befinden sich in seinem Besitz weder Tunika noch Sandalen . über seinem Gefechtshelm rotieren stählerne Rotorblätter . er ist ein eschatologischer Bote ein Krieger des Fegefeuers

jeden Morgen beim Aufwachen versuche ich krampfhaft zu finden . eine vollkommen erneuerte Sprache obsolete disponible Wörter . vergessene linguistische Konstrukte die mir helfen könnten . meine Liebe zu ihm zu definieren

in dem willkürlichen Chaos

Die Würde des Erzengels ist…

LINDE: (In einer fröhlichen Runde, leise ins Ohr flüsternd) Wo ist mein versprochener Orgasmus?
ERZENGEL: Was denn? Jetzt gleich?
LINDE: Ja, unbedingt.
ERZENGEL: Na gut. Du lenkst die Meute ab, während ich würdevoll unter den Tisch gleite.

* * *
ERZENGEL: Ich habe echt kein leichtes Leben hier, Kate. Du kannst mir aufs Wort glauben. Ich werde permanent beleidigt, als Vollidiot beschimpft und mit Orgasmen stillgestellt.
KATE: Oh you poor baby! Lass mich dich aus deinem Elend erlösen und deinen Platz einnehmen.
ERZENGEL: Just keep dreaming, darling. Nein, ich werde diese Bürde weiterhin selbstlos mit Würde ertragen.
KATE: Verstehe ich gut, ich würd‘ auch nicht tauschen wollen, obwohl ich zugeben muss, dass mich die Dualität ‚Orgasmus gegen Würde‘ doch sehr reizt, und ich dich ganz gerne deine Würde bei einem Orgasmus bewahren sehen würde. Nicht aus voyeuristischen Überlegungen heraus, wo denkst du hin, aus reinem Wissensdurst.

Über Geilheit und schriftstellerische Begabung

Weißt Du noch? Meine erste unanständige Geschichte schrieb ich, nachdem wir miteinander gefickt hatten. Ich saß auf dem Bett mit gekreuzten Beinen und spürte, wie Dein Samen aus mir langsam sickerte. Ich versuchte mich zu konzentrieren. Du warst dabei keine Hilfe. Du lehntest mit Deiner nackten Brust gegen meinen Rücken, küsstest meinen Hals, fuhrst mit Deinen Händen über mein Becken, streicheltest die Innenseite meiner Oberschenkel und flüstertest mir Schweinereien ins Ohr, bis ich es vor Geilheit nicht mehr aushielt, in Deiner Umarmung versank und mich Dich hingab — wieder und immer wieder.

Es dauerte eine Weile, aber die Geschichte ist gut geworden. Man munkelte, Du hättest sie geschrieben, denn keine Frau benutzt so eine derbe Sprache. Ich wurde königlich entlohnt. Vom Geld konnte ich mir ein schönes Kleid kaufen, mit Dir in ein Restaurant schick essen gehen und danach hart bis zur Erschöpfung ficken. Ich brauchte schließlich eine neue Geschichte ;)

Nel cuore della notte

Das geisterhafte Königreich des Schattens eroberte die Welt der Abenddämmerung. Wie ein Falke breitete es seine Flügel über die ganze Stadt aus und verdeckte die Sicht zu der lebendigen Wärme des Lichtes.

Auf dem düsteren Baldachin des Himmels erschienen Myriaden von Sternen, flimmernden kostbaren Edelsteinen, die ihre Magnifizenz dem Ozean abgrundtiefer Finsternis darreichten. Bronzene Laternen ähnelten den erstarrten Hütern der Gebieterin Nacht. Kein Geräusch, keine Stimme störte die Einsamkeit und den stolzen Schlaf der Bäüme entlang des Pfades. Die Hektik des Glanzes wich devot der Erhabenheit des Reiches der Nacht. Mit einem Schleier des Arkanums umhüllte sie die Welt. Die Macht der inspirierenden Ruhe gebot über jede bestehende Erscheinung unter der Sonne.

Ich ging durch die Dämmerung des Gartens. Ich kannte die Nacht. Sie war meine treue Gefährtin. Die Obhut gewährte sie mir, bot mir die Sicherheit an. Sie sprach zu mir durch ihr Schweigen und brachte den Frieden in meine desperate Welt.

Seit einer Ewigkeit flüchtete ich mich in ihre Arme. Ich entsagte dem Schrecken der Erinnerung. Ich floh vor meinem Herzweh, Vereinsamung und Zerrissenheit. Ich stellte mir Fragen, sehnte Antworten herbei. Es gab aber keine.

Ich bat ihn um Erlösung; ich bat ihn, mich gehen zu lassen. Seine Antwort war aber stets die Stille.

Zärtlichkeit ist, wenn ich sehe,

wie Deine Augen leuchten, wie Deine Stimme sich verändert, wie Dein Atem sich beruhigt, aber die Hände trotzdem fast unmerklich zittern.

Dann ziehst Du mich hoch, küsst zum Abschied auf den Mund und drückst fest an Dich, sodass mein Herz vor Liebe zu Dir schmerzt, Michael.

Zärtlichkeit ist,

wenn Du in der Badewanne sitzt und Deine Knie aus dem Wasser herausragen, so rund, glatt und schön, aber ich dabei keine Sekunde lang daran denke, Deine Beine zu öffnen, über Dich zu steigen und Dich zu nehmen, zuerst hart und heftig, bis Du Deine Lust laut in die Welt hinausschreist und dann sinnlich und erwartungsvoll, bis Du leise in mein Ohr stöhnst, sondern einfach nur daran, wie gerne ich diese Knie umarmen und mit meinen Küssen bedecken würde. © Mike

Das Alptraum-Nächtebuch

Mein schottischer Mann wiederholt des Öfteren, dass sein Deutsch miserabel wäre. Ich unterstütze ihn voll und ganz. Ich schäme mich auch ein bisschen für ihn.

So sieht das miserable Deutsch meines Mannes aus ;)
__________
Warte! Beweg Dich nicht, bleib liegen. Erzähl mir etwas sinnvoll Bedeutungsloses. Wen interessiert es, wenn Du so verheißungsvoll offen und weich bist? Dich gibt es doch gar nicht. Ich habe mir Dich erträumt. Ich habe mir Deine Existenz herbeigewünscht. Ich stille mein Verlangen nach Dir zwischen fremden Beinen und in fremden Mündern, damit ich hinterher unruhig schlafen kann. Dich gibt es doch gar nicht. Meine Lieblingswörter bestehen aus vier Buchstaben. Cunt, dick, fuck, arse, tits. Dein Name gehört nicht dazu. Dein Name ist eine Ausnahme.

* * *
Im Nirgendwo der Nacht spiele ich eine Partie Schach mit meiner Schlaflosigkeit auf dem Schachbrett des Himmels. Sterne sind Spielfiguren. Deine Sterne. In meinem Himmel.

Wenn meine Hände Dich berühren, erwacht in Deinem Schoß eine winzige Welle. Du bist eine Wellengöttin. Ich lade Dich ins Kino ein, kaufe Dir ein Eis, begleite Dich danach zu mir. Und ich lecke Dich, und ich ficke Dich, und ich lasse Dich kommen. Natürlich nicht sofort, zuerst quäle ich Dich ausgiebig in einer endlos unendlichen Schleife an der Schwelle zum Orgasmus. Wenn Du mir Deine Ekstase vorenthältst, will ich Dich immer sofort gegen die Wand drücken, vor Dir knien, unter Dein Sommerkleid greifen, Dein Höschen herunterreißen, Dich so lange in Erregung versetzen, bis Du um Gnade flehst — und dann zurückweichen. Wenn Du mich darum höflich bittest, schiebe ich meinen Schwanz in Dich hinein.

* * *
Drei mal drei Quadrate unterteilt jeweils in vier rechteckige Segmente ergeben sechs immense Fenster in einem einzigen Raum des leerstehenden Gebäudes, in dem ich Dich das erste Mal nackt gesehen habe. Jeder Radiator unter den Fensterbrettern besteht aus einundzwanzig Lamellen. Insgesamt hundertsechsundzwanzig. Wenn ich das schmutzige Fensterglas anstarre, höre ich Dich stöhnen.

Kahle Decke, entblößte Wände, blicklose Tristesse. Am Wochenende werde ich die knarrenden Bretter des Parkettbodens zählen, auf dem ich mit Dir das erste Mal geschlafen habe. Später die Schritte, die ich brauche, um den Raum der Länge nach, der Breite nach und in der Diagonale zu durchqueren. Anschließend die leblosen Sekunden. Die Zeit totschlagen. Das Leben verlachen, während es mich sorglos ermordet. Tage verschlafen. Nächte wach liegen. Dich lieben. Dich hassen. Ein Quantum Ordnung im Chaos.

* * *
Meine Stunden ohne Dich duften auch jetzt noch nach Schokoladenkuchen und Mandelmilch. Ein Königreich für Deine Fotze! An Deiner Zunge saugen, in Deine Lippen beißen, Deine Beine auseinanderreißen und in Deine feuchte Fotze eindringen. Immer wieder eindringen und sich zurückziehen. Ich habe der Welt abgeschworen. Ich denke an Deine Fotze als meine heilige Zuflucht. Falls die Welt untergeht, bleibt nur diese Anbetung übrig.

Seitdem ich zu einem Glauben an Dich konvertiert bin, bete ich den Gott der Gottlosen an. Naja, eigentlich Deine Fotze.

* * *
Die Art, wie Du Dich in den Hüften wiegst, den karierten Faltenrock hebst und Dich auf mich setzt, bringt mich schier um den Verstand, aber leider nicht weiter. Morgens werfe ich meine Träume zum Fenster hinaus. Meine Träume von Dir, die der Windhauch der Zärtlichkeit davonträgt.

Komm zurück! Die untergehende Sonne impliziert über mir unheilschwanger. Erlöse mich von mir, vertreibe meine Ängste oder blase mir einfach einen — zumindest das bist Du mir schuldig.

* * *
Dich entdecken, mit meinen Küssen bedecken, mit meinem Körper verdecken von der Dunkelheit; den Kopf zwischen Deinen Beinen vergraben und hören, wie mein Blut pocht; fortwährend in Dich hineinstoßen und spüren, wie Deine Fotze meinen Schwanz eng umschließt; innehalten, mit der Eichel langsam Deine Öffnung umkreisen, den Orgasmus herauszögern, scheitern; dem Heraufziehen der Morgendämmerung beiwohnen.

Deine flüchtigen Atemzüge stehlen sich leise fort.

* * *
Du ignorierst mich, also gehe ich zu Deiner Sprache. Die Sprache riecht nach Dir. Die Sprache schmeckt nach Dir. Die Sprache flüstert mit Deiner Stimme. Ich ringe hart um Worte. Meine Worte entgleiten mir. Ich verscheuche sie, aber sie bauen trotzdem Nester auf den Bäumen meines deklarativen Gedächtnisses.

Ich verstumme, obwohl ich reden möchte. In mir steigt das Wasser der verschluckten Worte hoch. Meine Worte heben ab wie bunte durchsichtige Vögel. Meine Worte fliegen von dannen wie sündige scheue Chimären. Ich fange diese flatternden Wortschwärme mit Netzen der Sprache ein, solange sie noch im tiefen Grau meiner Gedanken verweilen.

* * *
Ich bringe mir bei, Deine Abwesenheit zu ertragen. Ich lehre mich, Dich zu vergessen: Deinen Geruch, Deinen Geschmack, die Wärme in Dir. Beseelte Nächte verwandeln sich gemütlich in seelenlose.

Ich stürze mich in Arbeit. Ich stürze mich in Tiraden. Ich stürze mich ins Vergnügen. Ich stürze mich ins Verderben. Ich stürze, und stürze, und stürze. Ich sarge mich im Wahnsinn ein. Ich will mich in Dir einschließen. In Dir sein. Mit Dir sein. Mit Dir zusammen. Ich küsse Dein Foto und versuche, mich daran zu erinnern, wie es ist, von Dir geküsst zu werden.

* * *
Bilde Dir bloß nichts ein. Ich denke gar nicht an Dich. Die letzten zehn Monate habe ich jede Nacht eine andere Frau gefickt. Inzwischen weiß ich nicht mehr, wie sie alle heißen. Ich nenne sie ambulante Fotzen. Ich ficke sie unpersönlich. Ich wichse mir einen mit ihren fremden Körpern wie mit der eigenen Hand. Ich fertige sie ab wie auf einem Fließband. Mir geht es wunderbar. Alles Bestens. Ich komme, stehe auf, kleide mich an und verlasse schweigend den Tatort der Verzweiflung. Wenn ich meine Augen schließe, sehe ich Dich und kann nicht atmen. Deine Seele zog aus meiner Seele aus und hinterließ eine inhaltslose Hülle. Bitte lindere mich, Baby! © Mike

Eine Deppin entdeckt für sich moderne Kommunikationsmittel

Eine bekannte Deppin hat für sich die modernen Kommunikationsmittel entdeckt und belästigt ihren lieben, netten Mann mit pornografischen Nachrichten. Der Mann scheint den unsittlichen Annäherungsversuchen seiner Frau nicht abgeneigt zu sein, dafür verurteile ich die Beiden auf das Schärfste. Was ist aus der Tugend geworden? Was ist aus der erhabenen Liebe geworden? Widerliche, notgeile Säue! Pfui! Ich persönlich erfreue mich an der anständigen ventro-ventralen Kopulation, ausschließlich samstagabends, habe noch nie leidenschaftlich gefickt oder einen überwältigenden Orgasmus erlebt.

* * *
Ja, ich wurde für meine ungezügelte Sprache mal wieder kritisiert ;) Ich beabsichtige in Kürze mit dem Ficken und mit dem Übers-Ficken-Schreiben aufzuhören und mich einem anderen Thema zu widmen, z.B. der Fundamentalontologie, obwohl es inzwischen allgemein bekannt sein sollte, dass Heidegger ein Nazi war und gerne fickte, so ‘ne Schweinebacke aber auch.

versuche zu versuchen

Teneat Nos

Wenn der Himmel auf die Erde stürzt, wenn Verzweiflung von der Erde gen Himmel empor tröpfelt, will ich wach, und schamlos, und glücklich sein mit Dir. Wach sein ganz nah an Deinem Atemrhythmus. Gegen die Traurigkeit, die an mir nagt, gegen die Ängste, die in mir wüten, will ich Dich küssen, und liebkosen, und liebhaben. Schamlos sein versunken in Deinem Schoß. Ich friere nackt im Wind. Der Regen peitscht mir die Luft aus meinen Lungen. Über meinem Kopf schreiten die Wolken einher. Meine Arme sind dünne Äste, die ins Nichts des Oktobers ragen. Ich versuche zu versuchen Halt zu finden. Glücklich sein ganz nah an Deinem Herzschlag. Voller Zärtlichkeit. Ein Hauch von Hoffnung. Und vielleicht ein unruhiger Schlaf.

* * *
стараюсь стараться

Пароксизм шести утра

Записывай, может пригодиться!

Напади на совершенно чужого мужчину* в душе, когда он нагой, беззащитный и приятно пахнет. Сделай ему так хорошо, что у него снесет крышу. Приветливо улыбнись и покинь ванную, оставив его изумленным: с дрожащим голосом, тяжелым прерывистым дыханием и отрешенным оргастическим взглядом. Не оглядывайся. Не стыдись своего коварства, звучно шлепай мокрыми ногами по полу.

У тебя это не займет и пару минут, зато его доведет до такой экзальтации, что он целый день не сможет оторвать от тебя своих рук, украдет каждый твой поцелуй и сделает тебе ближе к полночи** так хорошо, что у тебя снесет крышу. Сама виновата!
__________
*Да хоть на обаятельного маньяка, с которым судьба свела тебя на темной дубовой аллее в провинциальном кельтском городке за несколько недель до Самайна.
**Это оптимальное время для отключения префронтальной коры головного мозга, активизации функций миндалины и усиления нейрофизиологических реакций.

Da un’eternità

Four elements, five senses, seven planets, and nine heavens. The soul and the heart of the entire world in the middle of nowhere. Water, air, wind, and fire transcend all existence, and make the pre-eternity evident in the mirror of the post-eternity.

All of a sudden, I can hear silent voices, I notice a ray that illuminates the gloomy firmament, smell the sweet odour of flowers, taste the bitterness of loneliness and almost touch infinity. The sun sets up, the moon is rising. Mercury, Venus, Mars, and Jupiter light candles for a forlorn vagrant. My flesh and bones and brains become a new entity. Boiling blood runs through my veins, colours my skin in amaranth red.

I’m seeking shelter for salvation, trying to escape from nothingness, looking for understanding and explanation. The stars shine upon the darkness, sweeping the sand from my path. I’m like a particle of dust drifting around in a world of dualities searching for passion, contentment and sobriety. And I find no rest.

Sicut lilium inter spinas

From Before the Day of My Birth

Is it difficult to reach the place you want to go to? How long does it take to achieve your indefinite aim? How far is it to the abode of the blessed? Is there someone who will help you in times of troubles?

They told me I’m a traveller from before the day of my birth. I have to move on till I grow old, till I stumble and fall, worn out and exhausted – up and down, back and forth, over mountains and seas, across deserts and meadows. You cannot stand still, they say. And I believe them.

There is no sky. Steppes and hills, and forests. The town is small. The streets are narrow. They all are walled by wooden buildings with thatched roofs. Dusk and moonlight, and silence. No one there.

The storm is rolling in from the north. The wind is tender. It rubs branches together over sinister surfaces of the river flowing silently somewhere in the dark. The fields lay abandoned, the crops are unharvested. Apricot, cherry and apple trees. Rotten fruits on the ground.

The land of the dead – and I don’t know why I’m here.

Sicut lilium inter spinas