Das Mitternachtsgewitter

Ich bin mir gänzlich unsicher, ob ich diesen Text veröffentlichen soll. Auf jeden Fall darf ich es. Das war ein Geschenk. Vor ungefähr drei Jahren.

Ciao, Germania! Bis Ende Dezember ;)

* * *
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Aufbruch nach Blaubeerpandora

Endlich! Es donnert. Es blitzt. Es regnet in Strömen. Die Bäume jubilieren. Die Pferde sind aufgewühlt. Die Katzen sitzen unter dem Bett und verfassen Beschwerdebriefe an Greenpeace. Im Wald wächst der erste Pilz.

Gleich werfe ich meine Kleidung weg und hüpfe in jede Pfütze hinein, die sich mir in den Weg stellt.

* * *
M.: Früher hättest du mich ins Gebüsch gezerrt und verunehrt. Ich bin enttäuscht. Was ist passiert?
L.: Ich bin eine alte weise Frau geworden, die an ihren Lebensabend denkt. Jetzt mache den Mund zu, ziehe den Badeanzug an und folge mir. Die Blaubeersträucher sehen so einladend aus. Lass uns aufbrechen. Warst du auf Pandora?

Zitruseis

M.: Hast du das Eis schon immer so gegessen oder provozierst du mich einfach gern?
L.: Du bist nicht der Mittelpunkt meines Universums, Michael.
M.: Das ist schade, Linda, denn du bist der Mittelpunkt meines Universums. Und das, was du gerade mit deinem Mund machst, berührt mich durchaus.
L.: Ferkel. Ich bin nicht diejenige, die ständig an Blowjobs denkt.
M.: Nein, wirklich nicht. Ich habe auch nicht bemerkt und weise dich nicht darauf hin, dass du die Parallelen sehr wohl wahrgenommen hast. Noch ein Eis gefällig? Ein größeres? Ich denke übrigens nicht ständig an Blowjobs. Ich will dich nur lecken, küssen, streicheln, liebkosen, ficken und – das will ich allerdings ständig. Verklag mich.

Nö, werde ich nicht :D

Kupferne Hochzeit

L.: Hat unsere Ehe nach sieben Jahren Patina angesetzt?
M.: Hast du den Wodka gefunden?
L.: Nein, ich habe von der Schwarzen Tollkirsche genascht.
M.: Nimm Abstand davon. Mach mir bitte keinen Kummer.
L.: Hast du gewusst, dass das siebte Ehejahr verflixt sei? Die Routine kehrt ein. Die Liebe bedarf sorgsamerer Hingabe und neuer Impulse.
M.: Findest du, wir hätten zu wenig Sex?
L.: Es geht nicht darum.
M.: Es geht immer darum.
L.: Höhlenmensch! Es geht um Respekt und Toleranz.
M.: An mir soll’s nicht liegen. Um sieben bin ich zu Hause. Ich werde dich gefühlvoll tolerieren; du darfst mich beim Respektieren viel härter anpacken. Sei nicht scheu. Hast du mit „neuen Impulsen“ eine neue fantasiereiche Stellung gemeint? Ich bin für jeden Vorschlag offen und zu jeder Schandtat bereit. Unsere gegenseitige Hingebung wird hoffentlich mit Stöhnen und heftigen Muskelkontraktionen ausklingeln. Eine schöne Vorstellung.
L.: Idiot! Ich brauche Kupferteller, Kupferkelche, Kupferflaschen, Kupfervasen, Kupferlampen und Kupferstiche.
M.: Kein Problem. Alles da. Alles in Reichweite. Ich habe nämlich vor sieben Minuten eine Manufaktur erworben, die sich auf die Herstellung von Kupfergegenständen spezialisiert. Um sieben werde ich dir die Kupferwelt zu Füßen legen. Werden wir eigentlich irgendwelche mythischen Traditionen oder Bräuche zelebrieren?
L.: Freilich. Wir werden uns Kupferkessel über den Kopf stülpen, nackig im Wald umherlaufen und die Dorfbewohner das Fürchten lehren. Später in der Nacht werden sie uns, mit Fackeln und Heugabeln bewaffnet, aufsuchen. Die Frösche werden gebraten. Bier und Wein werden reichlich fließen. Man wird tanzen. Man wird singen. Die Ernte wird verbrannt. Das Haus wird angezündet.
M.: Herrlich. Ich freue mich darauf. .אילת, אני אוהב אותך
L.: Vollidiot! Ich lege auf.

Das siebte Ehejahr war überwältigend.
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Der hebräische Satz heißt übersetzt „Ich liebe Dich, Ayelet!“; אַיֶלֶת (ayelet) steht für ein Reh und ist ein Frauen–vorname; אַיֶלֶת הַשַׁחַר (ayelet haschachar) bedeutet das Reh der Dämmerung, den Morgenstern. Warum wohl?

Der Apologet der Romantik

Ein zärtlicher Kuss auf den Hals. Die Finger wandern sanft am Schlüsselbein entlang. Seine Hand liebkost meine Haut und verweilt auf der Brust unterhalb der Drosselgrube.

Ich lächle ihn an. Ich blicke in seine Augen. Er beugt sich über mich und flüstert verschwörerisch:

„Und, hast du in deinem Leben schon mal einen Schildkrötenporno gesehen?“

Viele halten ihn für arrogant, zynisch und skrupellos. Blödsinn! Der Mann ist ein Romantiker, wie er im Buche steht.

Sir Walter Scott, Edgar Allan Poe und Clemens Brentano würden sich für ihn sofort verbürgen.

Черенкование палых слов

Ты проникаешь в мою кору. Ты изливаешься в мои сосуды. Ты насыщаешь мое сердце нежностью и утоляешь мое желание шепотом. Я погружаю в мое дыхание стебли твоих палых слов, и они пускают корни. В полнолуние под тревожное уханье ночи я присыплю садовую землю пеплом сгоревших строчек, полью слезами и прошепчу заклинание над спящими почками, в которых прячутся желтые зонтики.

В городе безумствует дождь. В глубоком небе тонут стаи воронов. Я верю в наше с тобой бессмертие. Я верю в бесконечность. Нас никогда не засыпет червонными листьями. Нас не поглотит холодный северный ветер. Мы не ляжем камнем на дно осени. Души наизнанку. Крылья распахнуты.

Прильни ко мне. Обними меня крепко. Посмотри мне в глаза. Коснись губами виска, и твои мысли запутаются в моей буйной кроне. Я люблю тебя, потому что я люблю тебя потому что я люблю тебя потому что я люблю тебя.

Wortlos

Heute ist Dein Geburtstag, Baby. In allen Sprachen, die ich beherrsche, in allen Sprachen, die Du verstehst, suche ich seit einiger Zeit nach passenden Worten, mit deren Hilfe ich meine Liebe zu Dir ausdrücken könnte und begreife, dass diese gar nicht existieren.

Wie kann ich ein Gefühl beschreiben, das mich zum Lachen bringt und mir Flügel verleiht? Ich baue ein Wolkenschloss und verliere mich völlig in einem Labyrinth aus Träumen. Ich begleite Dich zum Nordpol und wohne einen Winter lang dem Zauber der Aurora borealis bei. Ich entledige mich meiner Kleider unter dem Regen und laufe nackt durch die Pfützen. Ich steige nachts auf das Dach unseres Herrenhauses und schreie laut in den Himmel, dass ich Dich liebe.

Wie male ich ein Gefühl mit Aquarellfarben, das ich gleichzeitig in einer vergessenen Krypta hinter verschlossenen Türen unter einer zerstörten Kirche verstecken und in den bekanntesten Galerien ausstellen will, um damit schamlos anzugeben.

Wie fotografiere ich ein Gefühl, die Fotografie einrahme und an die Wand aufhänge, auf dass ich sie betrachte, wenn Du nicht in der Nähe bist?

Und weil ich es nicht weiß, starre ich Dich wortlos an und warte ungeduldig darauf, dass Du aufwachst, mich anlächelst, mich küsst und umarmst.

Heute ist Dein Geburtstag, Baby, aber ich bekomme die Geschenke.

Umgeschriebenes Geburtstagsgedicht

Während Du ruhig daliegst geborgen in meiner Liebe, lausche ich Deinem Herzschlag und überlege mir, wie gerne ich Dich doch nachbilden würde mit meinen nackten Worten. Ich taste mit der Hand nach Dir und forme mit den Fingerkuppen die feinen Gesichtszüge nach: die kornblumenblauen Augen, die schmale Nase, den vollen Mund.

Ich wecke Dich zärtlich mit meinen heißen Lippen. Nicht nur Dein Verlangen erwacht langsam aus dem Schlaf, sondern auch die Gefühle, Hoffnungen und Sehnsüchte. Ich küsse Dich heil, ich küsse Dich wach, ich küsse Dich immer wieder. Ich liebe Dich, ich liebe Dich wach, Du verliebst Dich neu in mich.

Mit meinem gierigen Körper finde ich Dein Herz. Mit meiner glühenden Haut tröste ich Deine Seele. Ich atme Deinen Geruch ein, ich trinke Deinen Atem aus, ich hauche vorsichtig meine Seele in die Deine hinein.

Hey, wach auf! Ich habe für Dich ein Geschenk.

Der Tag des Schachs

M.: Apropos UNESCO
L.: Niemand hat die UNESCO erwähnt.
M.: Lass mich ausreden, Frau. …heute ist der Tag des Schachs.
L.: Faszinierend. Hier, ich verleihe dir feierlich eine Marille als Zeichen meiner Wertschätzung und Anerkennung deiner Verdienste um die Aufklärung meines Volkes. Fortan bist du der Ritter der Reifen Marille.
M.: Welch eine Ehre. Ich bin gerührt. Eigentlich wollte ich dir eine Partie Schach vorschlagen. Der Gewinner1 tröstet den Verlierer mit einem Blowjob. Was?! Wohin gehst du?

Ich brauche dringend die gusseiserne Bratpfanne und den Besen, die Insignien meiner Macht. Heute scheuche ich ihn über die Erdbeerfelder, jage durch die Wälder und folge ihm bis in den Teich.

Nächste Woche werde ich ihn vergöttern, anbeten und verwöhnen. Ich werde ihm dienen und jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Versprochen. In Florenz werde ich zahm wie ein Lämmchen sein.
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1Gewinner – Ich habe noch nie ein Spiel gegen Michael gewonnen.

„Jenseits“

Am 14. Juli vor 24 Sommern hatte mich mein Mann das erste Mal geküsst1. Meine Hände zitterten. Meine Beine knickten weg. Mein Herz raste. Vier Tage später habe ich das erste Mal mit ihm geschlafen2.

* * *
Ich war zehn, als die Engel der himmlischen Kanzlei mir das wertvollste Geschenk zuteilwerden ließen. Seine Großeltern Hannah und Konstantin brachten ihn zu uns zum Kennenlernen. Ich tobte und kreischte: „Mutter, ich will ihn nicht. Ich werde nicht russisch mit ihm sprechen.“

Ich habe mich geirrt.

Er ist mein Schicksal. Wir bergen eine Seele. Er hat mich zur Frau genommen. Ich habe ihm fünf Kinder geschenkt. Russisch ist unsere erste Sprache gewesen, weder Deutsch noch Englisch, weder Farsi noch Ivrit. Meine schönsten Liebesbriefe an ihn habe ich in Russisch verfasst.

* * *
Zwei Jahre drückten wir gemeinsam die Schulbank in Mainz. Vier weitere Jahre brauchte er, um das Abitur von einem Londoner Internat zu erhalten. Er langweilte sich. Poor baby. Die Genies sind ungeduldig. Er hatte die Scheiße satt.

* * *
Am 14. August vor 24 Sommern war ich fast sechzehn. Die Sonne schien. Die Raben stritten. Ich unternahm eine Wanderung um meinen damaligen Freund herum wie eine graziöse Saiga. Ich zwickte, schubste und pöbelte ihn an. Zärtlichkeit, Wärme, Zuneigung erfuhr ich selten. Da blieb plötzlich ein Junge, der über den Bürgersteig entlang der Straße ging, direkt neben uns stehen und drehte sich um. Ich schaute ihn düster an: „Was glotzt du? Kenne ich dich? Ich kenne dich, nicht wahr? Миша?!“

* * *
Es war am späten Abend. Es regnete in Strömen. Ich hatte nicht vor, seinen Kuss zu erwidern. Ich hätte nie zugegeben, dass ich die ganze Nacht an ihn dachte. Die Schmetterlinge waren erwacht. Als er mir beim nächsten Wiedersehen sagte: „Ich habe an dich gedacht.“, antwortete ich stolz: „Und? Ist das mein Problem?“.

* * *
Unsere Gefühle haben den Verlust unseres Sohnes, unsere Trennung und eine abgrundtiefe Krise überdauert. Ohne Richards Hilfe, ohne Michaels Mut, wäre unsere Liebesgeschichte eine Trilogie geblieben: „Paradies“, „Erde“, „Hölle“.

Wir sind bei „Jenseits“3 angelangt. Vor acht Jahren haben wir ein neues Kapitel aufgeschlagen. Jetzt sind wir glücklich.

Bald fliegen wir nach Florenz4, in die Heimat meiner Ahnen und für eine kurze Zeit wird er nur mir gehören.
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1perché forte come la morte è l’amore (русский, Deutsch, English)
2Über außerirdische Entitäten
3А Love Story in Five Pictures (русский)
4La bellezza di Firenze (русский)

Мое прибежище

Мишка говорит: я верю в нас, на этом моя вера заканчивается, этого достаточно, чтобы быть счастливым, с тобой, с детьми, с друзьями, с животными, с работой. Мы научились жить равномерно, без ссор, без драм и без погромов. Мы научились любить в глубину. Мы научились любить спокойно, без предательств, без лжи и почти без ревности. Наша любовь циклическая.

Мишка говорит: я люблю тебя с четвертого класса, я любил тебя раньше, я люблю тебя сейчас, я любить тебя буду всегда. Мы научились оберегать нашу любовь, это согревающее чувство, которое живет в нас и обволакивает паутиной света наш дом. Мы научились беречь друг друга, ограждать от ночи, быть милосердными, когда говорим правду, доверять и прощать. Когда я смотрю в ясное небо его глаз, я теряюсь и нахожу себя сызнова. Мой мир отражается в этом небе. Когда он улыбается исподлобья, я забываю и вспоминаю все, что имеет значение. Когда он заключает меня в объятия, фантомные скелеты моих крыльев начинают свербеть, обрастая новой плотью — перо за пером. О, какими сильными были у меня крылья. О, какой я была бесстрашной.

B Мишкe мое спасение. Мишка отдавал, и отдавал, и отдавал, ничего взамен не требуя, отворял душу настежь и осыпал меня всем, что имел: восторгом, преданностью, простодушием, дружбой и любовью. Мишка стал источником всего, чего мне остро не хватало: доброты, понимания, радости, счастья и ласки. Я нашла в Мишкиной любви прибежище. Без Мишки меня не существует.

Who is Ethan?

L.: Was verstehst du schon von Frauen?
E.: Was verstehst du schon von Männern? Hast du einen nackten Mann aus der Nähe betrachtet?
L.: Nein, ich fiebere diesem aufregenden Ereignis noch entgegen.
E.: Also, wenn du möchtest, wäre ich bereit…
L.: Nein, nein. Sei mir nicht böse, aber du bist nicht mein Typ.
E.: Ehrlich? Wer ist denn dein Typ?
L.: Ich vergöttere schwangere Kobolde mit Glatzen.
E.: Das ist einleuchtend. Sogar ich bin bei dieser Beschreibung steif geworden.
L.: Eine faszinierende Geschichte. Lege sie für die Enkel nieder.
E.: Witzig. Hast du nicht behauptet, Frauen wählten oft Männer, die ihren Vätern ähnlich aussähen?
L.: Die Hypothese vertrete ich weiterhin.
E.: Ich habe deinen Vater doch gekannt. Er war größer als ich.
L.: Er hat leidenschaftlich gerne High Heels getragen.
E.: Was du nicht sagst. Er hatte keine Glatze.
L.: Rabenschwarz, lockig, voll? Eine osteuropäische Echthaarperücke.
E.: Diesen Verdacht hegte ich insgeheim.
L.: Es freut mich, dich aufgeklärt zu haben. Mein Vater war eigentlich blond. Viel blonder als Richard.
E.: Besitzt dein Bruder auch osteuropäische Echthaarperücken?
L.: Er ist weltoffener. Seine Kollektion der Echthaarperücken ist exquisit.
E.: Weiß er davon?
L.: Ich äußere mich nicht zu dem Sachverhalt.
E.: Vernünftig. Was ist mit der Schwangerschaft?
L.: Edles Korsett. Ich entsinne mich mit Vergnügen dieser sorglosen Zeiten. Mein Vater stand auf, frühstückte, duschte. Meine Mutter schnürte sein Korsett eng. Hach. Ich schenke dir eine erotische Korsage aus Satin mit zarter Spitze zum Geburtstag.
E.: Zu gütig. Ich fühle mich überwältigt. Ist deine Liebe zu mir so stark, kleine Lügnerin?
L.: Ich lüge nicht. Ich interpretiere die Wirklichkeit. Mein Mann gehört einer Nation von Geschichtenerzählern an.
E.: Welche Nation ist das präzise?
L.: Wahrscheinlich alle fünf. Zur Intensivierung des Effekts.
E.: Warum hast du dich für ihn nur entschieden?
L.: Ich leide Tantalusqualen. Jetzt ziehe die Decke nicht über deine Hüften. Entehre mich, bevor er nach Hause kommt.
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About the Nation of Storytellers in My Life

Die Meilensteine

„Was willst du hier, Muttersöhnchen? Verpiss dich von meinem Grundstück!“
„Heiliger Himmel, du bist wunderschön.“

Dies waren die Worte, die mein Mann und ich vor zehn Jahren nach einer 6-jährigen Trennung miteinander wechselten.

„Der Mond ist auf die Erde gestürzt… Was war das denn? Wann hattest du das letzte Mal Sex?“
„Vor sechs Jahren. Alles Andere war Masturbation: egal, ob mit der Hand oder mit einem Frauenkörper.“

Dies waren seine Worte, nachdem ich das erste Mal Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr. von ihm gehört hatte. Es bedurfte einer Nichtigkeit: acht Jahre zusammen, sechs Jahre in parallelen Wirklichkeiten. Ich verhielt mich unnachgiebig. Es waren immerhin fast zehn Minuten seit unserem Wiedersehen verstrichen, bevor er in mir das erste Mal in dieser Nacht kam.

„Heirate mich.“
„Wie bitte? Ich habe dich nicht verstanden.“
„Du hast mich verstanden. Heirate mich. Ich bin kein schlechter Mann. Du wirst es gut bei mir haben.“

Wir lagen im Bett. Mein Bauch wölbte sich. Ich habe nie an unserer Ehe gezweifelt.

„Gott, was machen wir jetzt?“
„Sorge dich nicht. Wir schaffen das. Ich werde jedes Kind großziehen, das du mir schenkst.“

Wir hegten ein Baby um. Wir erfuhren gerade vom Gynäkologen, dass ich mit Zwillingen schwanger bin. Mein Herz rutschte in die Fersen. Für einen kurzen Augenblick sah ich, wie das Blut aus seinem Gesicht wich.

Ich bin stolz auf meinen Mann. Sein Wille ist ehern. Ich werde mich nicht mit fremden Federn schmücken, obwohl er oft genug betont, dass hinter einem erfolgreichen Mann immer eine starke Frau stehe*.

Ich glaube, ich hatte keinen Vogel abgeschossen. Der Phönix selbst ging freierdings in mein Netz. Zu seinem Versprechen bekennt er sich bis heute. Er kümmert sich inbrünstig um meine Kinder, und sie schauen zu ihm auf.

Die Romantik ist überbewertet. Nur die Taten zählen. Gestellte Fotografien in sozialen Medien verwandeln das Leben nicht in ein Märchen.

Fata Morganas bleiben Fata Morganas. Die Erzengel sind echt.
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*Wer ist der Autor dieses Zitats?

et lucifer oriatur in cordibus vestris*

L.: Your stepmother told me I bring light into the world.
M.: I am come a light into the world, that whosoever believeth on me should not abide in darkness1. Und wir wissen genau, wer der Lichtträger ist.
L.: Und wir wissen genau, wessen Großmutter Morgenstern hieß. Wie ist es eigentlich, wenn einem sowohl der Erzengel als auch der Drache2 innewohnt, der verschmäht und in die Hölle hinabgestürzt wird? Beide sind Krieger. Beide sind Lieblingssöhne. Der tugendhafte botmäßige Zelot gegen den rebellierenden Verführer, in einem äonenlangen erbitterten Kampf um die Gunst des Vaters gefangen.
M.: Inconsistency, disunity, emotional turmoil. I wage my war. I have my moments. Es ist überraschend idyllisch hier, tief im Abgrund der ewigen Verdammnis.
L.: Natürlich. Wozu zweifeln und staunen? Ich teile mein Leben mit dem Fürsten der Finsternis.
M.: Ich liebe die Demiurgin der Wollust und der Sünde. We are far from perfection. Just concede defeat and I will bestow the most magnificent panoramic view over my entire empire upon you. I promise.
L.: You mean our bed?
M.: That’s exactly what I meant. You’re such a smart woman, dearest.
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*II Petri 1,19 VUL
1John 12:46 KJB
2Offb 12,7

* * *
3:30 Uhr. Die Zeit für einen gemütlichen Spaziergang mit den Zerberussen. Wir haben eh nicht geschlafen.

Linguistische Paradigmata

L.: Michael, was machst du?
M.: Siehst du’s nicht? Ich liege auf der Couch und denke Gedanken.
L.: Du denkst Gedanken?..
M.: Ich denke Gedanken! Was passt dir nicht daran? Manchmal träume ich Träume. Manchmal fantasiere ich Fantasien. Willst du mit mir einen Fick ficken?
L.: Einen Fick ficken entspricht nicht ganz dem Paradigma, wessen du dich so großzügig bedienst.
M.: Wen interessiert’s?! ich bin Ausländer. Ich bin kein Linguist. Runter mit dem Höschen.

Ich überlege gerade, auf welche Art und Weise ich ihn töten werde… Hat jemand den wütenden Mob gesehen?

Knigge für Ferkel

M.: Kaufe dir ein Kleid und neue Schuhe.
L.: Nachdem ich diese Worte das letzte Mal aus deinem Mund gehört hatte, stolperte ich, stürzte, bettete mich auf die kühlen Stufen eines Nobelrestaurants – in einem Interieur aus Gold, Spiegeln und Kronleuchtern; das seidene Kleid geschickt um den Hals gewickelt –, und kam Ilja so nah, wie sonst keinem deiner Freunde.
M.: Ich gebe zu, du sahst dabei unbegreiflich würdevoll aus: Grazie, Anmut… die Zierde der Marmortreppe par excellence. Die Zeit erstarrte. Der flüchtige Zauber des Augenblicks hallte nach. Venus erblasste vor Neid. Achtzehn Monate harter Arbeit und Disziplin auf dem Übungsgelände hatten sich gelohnt. Wäre ich an Iljas statt, griffe ich bestimmt nach deinem Po, nicht nach dem Schenkel.
L.: Verderbtes Ferkel.
M.: Apropos Verderbtheit: Erwähne nochmals seinen Namen mit einem schwärmerischen Lächeln, und ich werde dich einkerkern. Warum trägst du nie den eleganten Kartoffelsack, den ich dir geschenkt habe?
L.: Ich überlasse ihn dir.
M.: Zu kurz. Frau würde meine Beine sehen.
L.: Hör auf. Ich werde wuschig. Deine Beine vertrügen allerdings eine gründliche Rasur. Rasieren, Epilieren, Waxing, Shugaring, Alexandritlaser?
M.: Vergiss es. Ich bin wie Sampson, meine liebe Delila. Werde ich der Körperbehaarung beraubt, schwindet meine Kraft, auch die Manneskraft. Stelle dir all die desperaten Nächte vor, in denen du vollkommen nackt, glühend und zitternd vor Verlangen, unter die Decke schlüpfen und mit mir stundenlang über Belanglosigkeiten reden müsstest.
L.: Blanker Horror.

* * *
M.: Benimm dich. Falle nicht unangenehm auf.
L.: Was heißt das schon wieder? Darf ich nicht am Tisch schmatzen, auf dem Tisch tanzen oder neben dem Tisch gemütlich der Ruhe pflegen?
M.: Tue mir den Gefallen.
L.: Kann ich mindestens versuchen, dir unter dem Tisch einen zu blasen?
M.: Gegen solchen vernünftigen Vorschlag ist nichts einzuwenden.

* * *
L.: Darf ich mit deinen Geschäftspartnern tändeln?
M.: Nein.
L.: Darf ich sie berühren?
M.: Auf gar keinen Fall.
L.: Aber es ist angebracht, wenn du deine Hand auf mein Knie legst?
M.: Ja. Du hast schöne Knie. Ich bin willenlos in deiner Nähe.
L.: Du hast einen schönen Bauch. Trotzdem fasse ich nicht in deine Hose.
M.: In meine Hose? Denkst du wirklich an den Bauch? Sei ehrlich. Schäme dich nicht deiner Sehnsüchte.

* * *
L.: Gehen wir nach dem Geschäftsessen tanzen?
M.: Wenn du möchtest. Später dann gehen wir in ein Hotel, wo ich dich ordentlich durchpfeffern werde.
L.: Durchpfeffern… Charmant.
M.: Ich bin ein Mann von guter Erziehung. Ich entstamme einer langen Reihe von Generälen.
L.: Ich bin ein simples Bauernmädchen. Pfeffere dich selber durch.

Die Tage huschen an mir vorbei schneller, als ich zwinkere. Mit dem Schreiben komme ich nur nicht hinterher.

Das Bildnis der Pimpinelle H.*

M.: Frau, du bist so eine… Pimpinelle.
L.: Pimpinelle ist kein Schimpfwort, mein ungebildeter Freund.
M.: Da wurdest du falsch informiert.
L.: Klappe halten. Ich bin reizend.
M.: Du hast ja keine Ahnung, wie sehr du mich manchmal reizt.

* * *
Ich gehe heute mit diesem unverschämten Kerl zu einem Geschäftsessen. Ich werde kein Höschen tragen :D

Baby, hast Du mich verstanden?
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*Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde

Hexen & deren Kraftfahrzeuge

I.: Partnertausch?
L.: Wie bitte? Ist das ein russischer Brauch? Ich bin Ethnologin. Ich füge mich in mein Schicksal.
I.: Wodka, Kaviar, Partnertausch. Ich meine bloß, fährst du bei mir mit oder bei deinem Mann?
L.: Wem? Ich weiß nicht, wer das ist.
M.: Dafür wirst du Buße tun, mein Täubchen.
L.: Das hoffe ich stark. Das war die geheime Absicht der Aussage.

* * *
L.: Ich habe bis dato gefahren… snowmobiles, jetskis, rock crawlers, dune buggies, beach buggies and now – a quad. Gibt es solche Gefährte auch für den Himmel?
I. (schmunzelnd): Gefährte für den Himmel…
L.: Was? Zu abgehoben für den feinen Herrn? Klingt Töfftöffs vertrauter?
I.: Ich bin mit Gefährten zufrieden. Da wären… Drachen, fliegende Teppiche, Santas Schneeschlitten.
L.: Aha. Ich bin von Vollidioten umgeben.
I.: Gleich und gleich gesellt sich gern. Sie erkennen sich in dir wie in einem Spiegel. Seufze nicht. Ich habe gescherzt. Ich wollte dich zum Lächeln bringen. Ernsthaft, Luftfahrzeuge: Luftschiffe, Gleitschirme, Flugzeuge.
L.: Ab und zu verprügle ich unverschämt witzige Männer. Aus Spaß halt.
I.: Das glaube ich dir. Ich versuche gerade, dich zu besänftigen. Setze dich doch ans Steuer.

* * *
L.: Wie heißen die Fahrzeuge, die wir gefahren haben?
M.: Geländefahrzeuge.
L.: Ilja hat sie anders genannt.
M.: ATV?
L.: Ja. Wofür steht die Abkürzung?
M.: All Terrain Vehicle.
L.: Ilja hat mich seins lenken lassen.
M.: Ist das ein Euphemismus?
L.: Oi. So ist er nicht drauf. Er ist nicht wie du.
M.: Er ist genau wie ich. Er hat einen Schwanz.
L.: Bist du eifersüchtig? Grollst du mit mir? Du hast gesagt, ich solle ihn verzaubern.
M.: Mit deiner Schönheit und deiner Redegewandtheit. Ich habe nie verlangt, dass du ihm deine Unterwäsche demonstrierst. Auf den Anblick seiner Hand, die auf deinem Schenkel ruht, hätte ich freiwillig verzichtet.
L.: Ich habe improvisiert. Er hat mich übrigens nicht begrabscht. Er hat mein Kleid gerichtet und mich aus einer peinlichen Lage befreit.
M.: Ich werde ihn für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen.
L.: Eigentlich bist du an allem schuld.
M.: Warum das denn jetzt?
L.: Du machst mich mit diesen großen klugen blauäugigen Männern bekannt, mit denen ich mich gut unterhalte und zu denen ich mich hingezogen fühle.
M.: Großartig. In Ordnung, ab sofort stelle ich dich ausschließlich schwangeren Kobolden mit Glatzen vor.
L.: Kennst du viele schwangere Kobolde mit Glatzen?
M.: Leave me alone.
L.: Du Baby…
M.: Don’t flirt with me. I am not in the mood.
L.: Liebst du mich?
M.: Nein, aber ich opfere mich für einen Fick mit dir.
L.: Auf der Toilette? Nein, danke, dem Club trete ich keineswegs bei.
M.: Dann schlafe ich eine Runde.
L.: Und falls das Flugzeug abstürzt, rettest du mich?
M.: Hände weg. Hast du deinen Besen nicht dabei? Fliege doch einfach davon.
L.: Ich bin eine moderne Hexe. Ich besitze einen Staubsauger.
M.: Meinetwegen einen goldenen Vibrator. Hauptsache, du bist glücklich.

Gott, wie ich ihn liebe!

A Short Film

M.: Hey… Woman?!
L.: What do you want? Go away.
M.: I got an erection. What do you think I want?
L.: Fascinating. Write an article about this sensation. I’ll post it.
M.: Should I take a photo?
L.: Shoot a short film.

I admit I’m sorely tempted to drop him off at the airport today, but the luggage is too heavy.

When in Russia

Blau, so blau.

* * *
“That’s not true. He’s neither an arrogant bastard nor a cynical dick. His smile is just adorable. He is charming, witty, and intelligent. He is… well, pretty much a frustrated teddy bear.”

Who would’ve thought? I’m in love with a frustrated teddy bear.

Майк таки Мишка.

אני חושב

L: Make a serious face and whisper softly „אני חושב“.
M: No.
L: Why?
M: Don’t want you to get hot and excited.
L: I thought that’s all you ever wanted.
M: Well, yes, actually, yes, that might be true, but not immediately.
L: Should I undress myself?
M (bursting out in laugh): No. Definitely not. I enjoy seeing you naked, but not in a grocery store. Wait till we’re at home.

* * *
M: You’re still not naked.
L: You still didn’t say „אני חושב“.
M: Is that gonna lead to an orgasm?
L: Everything leads to an orgasm in your particular universe, Michael. A friendly handshake, an accidental touch, a bare toe.
M: .ליני, אני חושב שאני אוהב אותך
L: Blödmann.
M: Das war klar. How about an orgasm right now?
__________
Я думаю

Foodporn

oder: Die hohe Kunst der Blamage

Der Frühling ist da. Die Katzen fliegen gen Norden. Und mein Ehemann nennt mich neuerdings eine Attraktion der wandelnden Peinlichkeiten. Aber egal, ich mag ihn trotzdem.

* * *
L.: Besteige mich.
M.: Wie bitte?
L.: Ich meine, decke mich.
M.: Gerne. Wo?
L.: Halt die Klappe. Ich habe mich versprochen. Stelle dich so, dass mich niemand sieht.
M.: Schade. Die Konversation hat vielversprechend begonnen, obwohl ich zugeben muss, mich über die Wortwahl doch leicht gewundert zu haben.
L.: Habe ich rote Ohren?
M.: Hast du. Fühle dich nicht verlegen. Die Farbe passt perfekt zu deinem Lippenstift.

Unterbewusstsein ist eine Bitch, dabei wollte ich bloß ein Foto machen.

Eighth Wonder of the World

M.: Überfällst du mich? Ich habe doch geschlafen. Was gedenkst du in der Gegend zu finden? Dort wurden weder Smaragde noch Rubine versteckt, höchstens Fabergé-Eier.
L.: Ich interessiere mich für kein Geschmeide. Ich will ficken. Ich will einen dicken, prallen Schwanz tief in mir drin spüren. Sofort!
M.: Hilfe! Das kannst du von mir nicht verlangen. Schaue mich nicht lüstern an. Finger weg. Nicht anfassen. Die Schamröte steigt mir ins Gesicht. Ich bin ein keuscher Mann. Ich entsage dem lasterhaften Sinnenrausch und darbe in der Abgeschiedenheit meiner Betthälfte.
L.: Halt die Klappe. Ich bin geil und nass. Ich brauche es dringend.
M.: Großer Gott im Himmel! Ich werde deine Begierde nicht schüren. Vergiss es. Flüstere keine Schweinereien in mein Ohr. Berühre nicht meinen Körper mit deinen Brüsten, dadurch entsteht ein wollüstiges Kribbeln in der Eichel. Ich protestiere. Schmiege dich nicht an mich. Nein, hab‘ ich gesagt. Meine unsterbliche Seele… Was machst du bloß? Warum quälst du mich? Reibe nicht an ihm, wenn du das Wunder der Auferstehung nicht mit den eigenen Augen erleben willst.
L.: Das ist Blasphemie. Dafür wirst du in der Hölle schmoren, Ketzer.
M.: Gehinnom ist keine Hölle. Unsere Hölle sind unsere Frauen. Here we go. Satisfied, you demiurge of sin and lust, you demon of seduction? The Eighth Wonder of the World. Go on. Take it.

Natürlich tut mir Michael menschlich leid, aber er wusste genau, worauf er sich einlässt, als er die tückische Frage des Priesters mit „I Do!“ beantwortet hat.

Buddhistische Weisheit

L.: Was ist das?
M.: Ein Graffito in Leith.
L.: Wie willst du sterben?
M.: Ich habe keine Angst vor dir. Ich habe alle Bratpfannen und Nudelhölzer versteckt.
L.: Du bist ein kluger tapferer Mann.
M.: Ich würde gerne meinen Vierzigsten erleben.
L.: Das verstehe ich gut. Gehst du mit mir zum Schießstand?
M.: Nein. Ich unterstützte die Forderung nach schärferem Waffenrecht. Vermutlich sollte ich heute Nacht auch im Arbeitszimmer schlafen. Bei abgeschlossener Tür.

Damn it! Wo kaufe ich einen solchen Aufkleber für meinen Wagen?

Männerherzen, Frauenseelen

M.: Wo bist du?
L.: Ich hüpfe die* Treppe hinauf. Zum dritten Mal.
M.: Hüpf nach Hause. Ich habe eine Überraschung für dich.
L.: Das bist aber nicht du, nackt, mit steifem Schwanz?
M.: Ganz und gar nicht, aber es kränkt mich, dass du dieses noble Geschenk nicht annehmen willst, denn es kommt vom Herzen.
L.: Erwischt! Ich habe immer gesagt, dein Herz befindet sich in der Hose.
M.: Na und? Kritisiere ich dich, wenn deine Seele ins Höschen rutscht und dort bis zum Höhepunkt verweilt – zitternd, zuckend, pulsierend?
L.: Halt die Klappe.
M.: Diskutiere nicht mit mir. Hüpf nach Haus‘.
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*Bestimmter Artikel, weil ich „the Vennel“ gemeint habe. Das ist diese Treppe.

Der Schöne und das Biest

L.: Diplodoken und Troglodyten zog ich nicht zurate.
M.: Sei fair, triff eine Entscheidung. Bin ich nun ein Troglodyt oder ein Diplodokus? Schicksal, wofür bestrafst du mich? Zumindest stimmt die Größe des Schwanzes. Das ist erfreulich.
L.: Du bist ein Hybrid, das in einem Genlabor auf der Bellatrix künstlich erzeugt und mit einer Geheimmission beauftragt wurde.
M.: Bin ich ein Formwandler? Was bist du überhaupt? Immerhin hast du Kinder von mir empfangen.
L.: Ich bin ein Engel – reiner, unschuldiger Engel – und eine Drachengöttin. Also: auf die Knie und anbeten.
M.: Klar. Also: auf das Bett und Beine spreizen. Ich werde dich so heftig anbeten, dass dir Sehen und Hören vergeht.
L.: Ungehobeltes Monstrum!
M: Ich bin Krieger. Engel und Drachengöttinnen unterwerfe ich zum Vergnügen. Ich genieße sie. Es erregt mich, sie zu küssen, sie zu besitzen, sie wollüstig stöhnen zu hören und wenn sie mich nach der süßen Qual um Erlösung anflehen. Gib dich mir hin. Ich gelobe zärtlich zu sein. Warum verlässt du mich, mein Drache? Engelchen? Dein Mittelfinger ist sehr schön.
L.: Du bist auf Liebesentzug, Bellatrixianer!
M: Ich wüte und tobe. Kehre um und begehre mich unverweilt.

Üblicher Blödsinn

L.: Guter Fick. Care for a beer?
M.: Baby, you’re the woman of my dreams.
L.: Hast du das nach achtzehn Jahren endlich begriffen?
M.: I’m a guy. I’m simple.

* * *
M.: Was war das? Wo lernt man das? Ich dachte, ich stürbe gleich.
L.: Bei Theo. Hab‘ ihn aufgesucht und ins Kreuzfeuer genommen: „Wie mache ich Mike so glücklich, dass er vor Verzückung mit den Ohren schlackert?“
M.: Geez, I work with him. Egal. Mach’s nochmal. Mach’s nochmal! Lass mich nicht betteln.

* * *
L.: Erinnerst du dich an Jenna?
Haley: Veras Mutter?
L.: Ja. Mike gefällt ihr.
H.: Wem nicht?
L.: Ha-ha. Sie hat ihm ein Video geschickt. Sie ist darauf zu bewundern, schiebt sich einen Vibrator in die Möse und nennt laut seinen Namen beim Stöhnen.
H.: Echt??? Wie hast du das erfahren?
L.: Er hat mir das Video gezeigt. War lustig. Ich hatte keine Brille an. Danach ist mir das Lachen vergangen.
H.: Wie hast du darauf reagiert?
L.: Ich habe ihn gefragt, ob ich auf die Mail antworten dürfe und ihr geschrieben: „Wenn du dich meinem Ehemann näherst, komme ich rüber und stecke diesen Vibrator in deinen Rachen. Liebe Grüße, Linda.“
H.: Liebe Grüße, Linda?
L.: Ja. Ich bin eine kultivierte Frau, vermaledeite Scheiße.

* * *
L.: Wir waren gestern trainieren. Die Jungs haben Basketball gespielt. Ich habe mich aufgegeilt.
H.: Ich bitte dich.
L.: Verurteile mich nicht. Ich bin ehrlich. Wann hast du Michael, Daniel, Dylan, Henry, Luke und Stuart – halbnackt, schwitzend, vor Ehrgeiz brennend – an einem Ort versammelt erlebt?
H.: Sei nicht gemein, ruf mich nächstes Mal an. Ich habe vier von ihnen am Strand gesehen.
L.: Wer ist jetzt gemein? Das ist zu viel für mein armes Herz. Ich habe zwei von ihnen ganz ohne Kleidung gesehen. Den Zweiten zufällig, aber seitdem empfinde ich einen Riesenrespekt für ihn.
H.: Du bist unmöglich. Wer hat denn gewonnen?
L.: Keine Ahnung. Ich war mit Glotzen beschäftigt.

* * *
L.: Die eine Mannschaft zieht das T-Shirt aus, die andere legt die Hose ab, damit wir euch auseinander halten können. Beeilt euch, meine Herren. Hier gibt’s nichts zu wiehern.
S.: Wir sind keine Witzfiguren zu deiner Belustigung.
M.: Zieh du doch die Hose aus.
L.: Chauvi! Ich bin eine züchtige Frau.
M.: Na, die Behauptung bestreite ich vehement, mein Täubchen.
L.: Kenne ich dich?

Solche Spaßbremsen. Ich verfasse gerade eine Beschwerde an den IGH.

Ein Treuebruch

XX: Ich mache mir Sorgen.
L.: Sag bloß. Warum?
XX: Um dich. Und um Michael.
L.: Hä?
XX: Ungefähr seit einem Monat isst er nicht mehr im Büro zu Mittag.
L.: Skandalös. Ich werde ihm die Leviten lesen.
XX: Er sieht glücklich aus. Er scheint ausgeglichen zu sein. Er hat diesen sinnlichen Glanz eines verliebten Mannes in den Augen.
L.: Ich bin empört. Shame on him.
XX: Scherzt du? Ich glaube, er hat eine Geliebte.
L.: Ich weiß. Er ist verrückt nach ihr. Eine wunderbare Frau: schön, klug, gebildet. Sie liebt ihn so sehr, dass das Herz schmerzt, doch die Seele jubelt, wenn sie in seinen Armen liegt. Ich gönne ihr jede Liebkosung, die er ihr schenkt und jeden Orgasmus, den sie mit ihm erlebt. Eine erschlichene Stunde der Zweisamkeit ist himmlisch süß.

* * *
Hätte ich XX erzählen sollen, dass er an dem Tag selig, zufrieden und dankbar war, weil er eine lukullische Orgie mit seinem persischen Lieblingsessen zelebriert hat: Hähnchen mit Basmati-Reis und deliziöser Sauerkirschsauce, das nach Zeit und Geduld verlangt, weil es aufwendig in Zubereitung ist?

Der Reis köchelt vor sich hin, bis er einen körnigen Biss hat. Das Hähnchen schmort im eigenen Saft. Die Sauerkirschen vereinigen sich mit Honig und verwandeln sich besonnen in einen dickflüssigen Sirup. Abwarten, umrühren, abkühlen lassen, Sauerkirschen vom Sirup trennen – die köstlichste Scheidung der schlemmerhaften Adelswelt. Wieder warten. Die Zutaten in einem Topf schichten: Reis, Sauerkirschen, Safran, Reis, Hähnchenfleisch, Zwiebeln, Reis, Orangenzesten, Mandeln und Pistazien. Weitere dreißig Minuten dämpfen.

Die Aromen gehen zärtliche Liaisons miteinander ein. Der Reis bekommt eine verführerische Kruste. Die sanfte Säure der Kirschen durchtränkt die delikate Speise.

Nein! Ich habe geschwiegen. Ich würde den schlechten Ruf dieses guten, anständigen, unwiderstehlichen Mannes nie zerstören wollen.

Baby, I love you to pieces!
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Die hohle Nuss hat er vernascht und auf ein Schäferstündchen mit mir verzichtet.

M.: Ich werde alt. Ich habe mich tatsächlich für die Schwelgerei entschieden. Sei mir nicht böse.
L.: Dein Geheimnis ist bei mir sicher. Ich werde es niemandem verraten :D

Die Korrelation der IQ

L.: Das ist doch kein Sixpack. Das ist ein Witz. Baby, zeig ihm deinen Bauch.
M.: Bin ich ein Sexobjekt? Ich zeig‘ dir gleich was.
L.: Nein, vielen Dank. Hab‘ ich ausgiebig betrachtet, hat mir außerordentlich gut gefallen. Hab‘ ihn etliche Male ausprobiert und für ekstatisch befunden. Wenn du zu mir nach Mitternacht kommst, flüstere ich eine erregende Geschichte in dein Ohr und bis auf die Besitzgier wirst du jedes Gefühl vergessen haben.
M.: Hexe!

* * *
L.: In letzter Zeit habe ich verdächtig viele Männer in sehr engen Hosen in der Old Town gesehen.
M.: Die Männer in meiner Familie ziehen keine Leggings an.
L.: Nein, ihr zieht karierte Röcke an – und ihr seht betörend darin aus vor allem, weil frau sich dem Zauber nicht entziehen kann, was sich drunter verberge?
M.: Im Sommer nur der frische Wind. Im Winter eine Waschbärunterhose.
L.: Wie eine Waschbärmütze? Die mit dem Schwanz?
M.: Keineswegs, wir geben uns mit eigenem Schwanz zufrieden.
L.: Ich würde gerne die Waschbärunterhose bewundern. Darf ich?
M.: Finger weg, verderbtes Ferkel. Ich bin ein sittsamer Mann.

* * *
M.: Zum Thema „Männer und Strumpfhosen“ erkläre ich dir Folgendes.
L.: Mach dir keine Umstände.
M.: Daran hättest du früher denken sollen.
L.: Gott stehe uns bei.
M.: Klappe halten und die Lauscher weit aufsperren. Notizen wären auch nicht verkehrt. Stell dir vor, wir stünden komplett nackt vor einem Spiegel. Welche Unterschiede würden dir auffallen?
L.: Oi! Du bist wesentlich größer. Der neue Haarschnitt ist schön. Deine Wimpern sind länger und dichter. Der Körper ist muskulöser. Du, gemeiner Schuft, hast mich zu einem Tattoo überredet und trägst jetzt den Ehering.
M.: Schluss mit dem Blödsinn. Erstens: Du bist hübsch. Zweitens: Wenn du nackt bist, werde ich geil. Drittens: Mein oberer IQ entspricht meinem unteren IQ. Eine Strumpfhose täte mir weh. So eine Strumpfhose passt zu den Frauen oder zu den Männern, die zurückhaltend gebaut sind, i.e., im Kopf 90, im Schritt 9. Ich bleibe beim Kilt.
L.: Warum bist du zum Militär gegangen? Warum bist du kein Soziologe geworden? Mit diesen bannbrechenden Hypothesen hättest du längst den Weltruhm erlangt.
M.: Ich bin bescheiden. Ich begnüge mich mit der Rolle der Grauen Eminenz.
L.: Eher eines Schweinepriesters.
M.: Das möchte ich überhört haben.

Wer teilt mir freiwillig seinen oberen IQ mit? *roflmao*

Über optimistische Schotten

M: Mach Liebe mit mir.
L: Geh ins Badezimmer.
M: Okay, lass uns einfach ficken.

* * *
L: Weißt du, warum es zu wenige Kinder gibt?
M: Werde ich mich nach der Antwort für dich fremdschämen?
L: Freilich.
M: Erzähl.
L: Früher hat man die Frau auf den Mund geküsst und in die Fotze gefickt. Jetzt ist alles umgekehrt.
M: Pfui. Wollen wir gleich unseren Beitrag zur Weiterentwicklung der modernen Gesellschaft leisten? Bitte! Bitte, bitte. Ich fang an.

Heute Morgen habe ich Mike angelächelt und mich gleichzeitig gewundert, was mit meiner Hose über Nacht passiert sei, dann hat er mich süffisant gefragt: „Und – stört es dich gar nicht, dass deine Hose eine Kapuze hat?“

Natürlich nicht! Ich habe schon immer gerne Hosen mit Kapuzen getragen. Ihr etwa nicht? :D

Schottische Philosophie

M: Memmen wuseln in Mösen. Männer ficken Fotzen – enge, nasse, glü­hende Fotzen, welche die Schwänze umschließen, als gäbe es keinen Morgen.
L: Du bist mein Prinz auf dem weißen Ross. Mit einer roten Rose…
M: … im Arsch.
L: Schwachkopf!
M: Und lass mich den Gedanken zu Ende führen.
L: Bloß nicht! Verschone mich.
M: Träum weiter, o Unglückliche! Die Suche nach dem Paradies, nach dem Sinn des Lebens, nach der Unsterblichkeit ist eine tri­vi­ale Schimäre, wenn du in die heiß geliebte Fotze hineinstichst und diesen süßlichen Schmerz spürst, kurz bevor die Zuckungen einsetzen und du abspritzt. Übrigens: als du die Zitronen vom Fußboden aufgesammelt hast, habe ich mir vorgestellt, wie ich in deinem Mund komme.

Ab nach Alberta. Den Philosophen nehme ich doch mit. In wessen göttlichen Augen würde ich mich sonst verlieren?

* * *
„Freust du dich auf die Huskys?“, fragt er mich. Der Vollidiot kapiert gar nichts.

A Declaration of Love?

M.: Wenn ich dich drei Tage lang nicht anfassen durfte, küsse ich in meinen Gedanken deinen Hals. Am sechsten Tag stelle ich mir vor, wie du mir einen bläst. Und beim Wiedersehen will ich bloß zwischen deinen Schenkeln kommen. Ohne Kondom, wenn es geht.
L.: Prinzessin!

Und man behauptet, Frauen wären launisch und inkonsequent.