Über Wünsche

Du bist unzufrieden und möchtest etwas ändern, prompt fackelt der Nachbar das Haus ab. Du brauchst eine Auszeit von den ehrlichen aufrichtigen Kollegen und die Welt geht unter. Jemand in der Himmlischen Kanzlei kann dich gut leiden. Sei vorsichtiger mit dem, was du dir wünschst.

– M.H., 41 Jahre alt, Endzeitprophet/Blödmann

Ein Traum

L.: Ich unterhielt mich nett mit dem Papst. Auf den Dächern lag Schnee und saßen Dutzende kleine grüne Vögel.

M.: Was hast du denn vorm Schlafengehen getrunken?

L.: Ich habe dir einen geblasen.

M.: Ach ja. Daran liegt es nicht. Das war eine wunderbare sinnliche Erfahrung. An so viel Zärtlichkeit und Zuneigung bin ich eh nicht gewöhnt. Aua. Du musst meine Aussage nicht sofort bestätigen. Jetzt bist du mir was schuldig. Aua.

L.: Klappe. Warum frage ich überhaupt, was bei mir falsch läuft.

Mein Unterbewusstsein möchte ich mal kennenlernen 🙈

Über Unschuldslämmer

M.: Seid gegrüßt, mein flatterhaftes…

L.: … Flittchen.

M.: Tja, ich wollte Weib sagen. Warum sind wir heute selbstkritisch?

L.: Männer sind unwürdige unnütze Kreaturen.

M.: Danke für diese wertvolle Information.

L.: Ach so, ich habe mein Notebook geschrottet.

M.: Wie?

L.: Mit Wasser.

M.: Hast du es gewaschen?

L.: Haha, hahaha, dass ich nicht lache. Ich gehe nach der Arbeit zu Dylan.

M.: Komm ins Büro. Dom oder Slava werden dir weiter helfen.

L.: Nö, ich vertraue Dylan. Niemand sonst hat solch wunderschönen grünen Augen.

M.: Aha. Ziehst du bei ihm demnächst ein?

L.: Nö, nö, noch nicht. Ich werde dich schriftlich benachrichtigen. Heute schaue ich mir mit Dafydd eine schöne Wohnung in Dean Village an. Dann treffe ich mich mit Nate. Irgendwann trudle ich am späten Abend zu Hause ein.

M.: Rufst du mich an, um mich zu ärgern? Ich lege auf. Tschüss.

Grobian! Dabei ist doch die Kommunikation wichtig für eine Ehe 😇

Ungeschliffener Kaktus*

*Roher Diamant
__________
M.: Und, was habe ich angestellt, dass du seufzt?
L.: Ausnahmsweise nichts. Ich ärgere mich über mich selbst. Bei mir gedeihen tote Kakteen, verwelkte Rosen blühen wieder, bloß die Primeln und die Orchideen gehen ein.
M.: Dir wohnt auch der Liebreiz eines Kaktus inne. Aua.

Unverschämter Flegel! Ich bin bezaubernd 🦄, berosend 🌹, doch nicht bekakteend 🌵.

Über entspanntes Miteinander

M.: Also…
L.: Oi, bloß nicht. Ich vertrage keine weitere Hypothese von dir.
M.: Du bist undankbar. Warum setzt du dich nicht zu meinen Füßen und lauschst gebahnt meiner Stimme?
L.: Weil du ein Blödmann bist.
M.: Ich lasse dich trotzdem an meiner Weisheit teilhaben. Der Mann an sich ist ein Höhlenmensch. Lass ihn nie mit leerem Magen und vollen Eiern aus dem Haus – und er wird immer wieder zu dir zurückkommen. Seufz nicht. Zwinker nicht so oft. Damit habe ich bereits drei Gebote formuliert. Was?
L.: Ich brate dir gleich eins über den Schädel, dann kannst du gemütlich zur Arbeit kriechen und deine Theorie den Mitarbeitern nahebringen.
M.: Gut, ich bin flexibel. Komm einfach in mein Büro. Ich bestelle was und du verbringst ein wenig Zeit unter meinem Schreibtisch.
L.: Aha. Gleich nachdem ich mein Einhorn werde ausgeritten haben. Zieh dich einfach aus und warte auf mich. Schließ die Tür nicht ab.

Das wird lustig. Wer möchte mich begleiten?

Verheißungsvoller Montag

L.: Ich habe heute den Marsianer, der nie lächelt, zweimal zum…
M.: Orgasmus… Aua, was soll das?
L.: … zum Lächeln gebracht.
M.: Ich finde meinen Vorschlag schöner.
L.: Abgemacht. Ich freue mich auf Montag.

Auf seine Antwort konnte ich nicht mehr warten, aber ich glaube, er hat nichts dagegen 🤣

Verschreibungspflichtig

M.: Sex vor dem Einschlafen ist Hypnotikum. Sex nach dem Aufwachen ist Aphrodisiakum. Sex zwischendurch ist auch nicht zu verachten.
L.: Warum nagelst du nicht… Damn it!
M.: Ja. Ja. Ich liebe den Gedanken. Sprich weiter!
L.: Ich habe mich versprochen. Warum hängst du nicht deinen Job an den Nagel und…
M.: Nichts und, meine Liebe! Du hast dich nicht versprochen. Dein Bewusstsein hat die Führung übernommen. Das behauptest du immer wieder, wenn ich mich verspreche.

Was soll ich dazu noch sagen?

Лично к_ончил

O Genie, der Herr ehre dein Ego! Lasst uns über Palindrome sprechen.

* * *
Wir haben Kamasutra geschenkt bekommen. Noch nie wurde es in unserem Schlafzimmer so laut gestöhnt oder so fröhlich und ausgelassen gewiehert.

Hauptsächlich gewiehert. Gewiehert und… gekommen. Und… beim Wiehern gekommen. Echt jetzt!

Über Quinoa und rasierte Muschis. Eine Hypothese.

Sex bis zum Exzess und Schürfwunden am Knie, abgrundtiefe Liebe, endlose Zärtlichkeit, Waffen, Kälte, Dreck, verschwitzte Männer, viel Geld. Ich werde das Geld unterschlagen. Ich brauche dringend ein paar Spitzenhöschen. Ungefähr so wird das Jahr 2020 für mich anscheinend aussehen.

Die schönsten zwei Wochen unseres Lebens sind zu Ende. Ich will nicht mehr zur Arbeit *wirft sich auf den Boden, schlägt mit den Händen und Füßen, schimpft schmutzig auf Russisch*

* * *
Ich habe meinem Mann ein neues Gericht auftischen wollen und er hat mir ausführlich erläutert, warum er und seine Armeekameraden erfolgreich sind in dem, was sie tun:

„Was ist das?“
„Quinoa.“
„Leg sie sofort ins Regal zurück. Ich werde diese Scheiße nicht essen.“
„Warum nicht?“
„Ist das nicht offensichtlich? Ich bin keine verweichlichte vegane Memme. Ich habe gedient. Wir haben keine Wahl gehabt. Wir haben unser Steak vertilgt. Blutig. Wir haben unsere Kartoffeln von vorgestern schweigend runtergewürgt – und dann sind wir in den Kampeinsatz gezogen. Und ich sage dir, warum.“
„Oi, bloß nicht.“
„Weil wir Eier zwischen den Beinen haben, keine rasierten Muschis. Denke nicht daran, mich als chauvinistisch zu bezeichnen. Frauen wie Sandra oder Kelly haben größere Eier als die meisten Luschen, mit denen du beruflich zu tun hast.“
„Hast du dich schon mal gefragt, warum du kein Soziologe geworden bist? Ha?“
„Halt die Klappe und schieb den Einkaufswagen. Wir gehen die Steaks kaufen.“

Ihr wisst Bescheid. Hände weg von Superfood. Bleibt bei euren Eiern. Auf neue Herausforderungen und Erfolge!

20

L.: Anfang November gehen wir ins Kino.
M.: Lädst du mich ein?
L.: Daniel und ich.
M.: Nett. Welcher Film?
L.: The Good Liar mit Helen Mirren.
M.: Warum bin ich abgemeldet?
L.: Auch Anfang Dezember gehen wir ins Kino.
M.: Daniel und du, nehme ich an. Warum bin ich denn abgemeldet?
L.: Ja, Daniel und ich. The Winter’s Tale mit Judi Dench. Ich würde dich einladen, aber bei der Premiere in London bist du eingeschlafen und hast laut geschnarcht.
M.: Ich habe doch die besten Karten besorgt. Ich habe mich nach deinem Wunsch angezogen. Ich habe mich benommen. Ich habe mich zusammengerissen. Ich hätte dir z.B. unter das Kleid fassen können.
L.: Heißt das, das entspricht den gesellschaftlichen Konventionen? Heißt das, wenn Daniel…
M.: Ganz bestimmt nicht!
L.: Livider Tyrann!
M.: Livider Tyrann?! Ungetreue Hetäre! A German Life mit Maggie Smith war übrigens exzellent. Das Interview mit Hugh Laurie war cool. Die Veranstaltung mit Ian McKellen war gut. Die drei Einpersonenstücke von Stephen Fry waren sehr gut.
L.: Ich weiß. Du warst hellwach.
M.: Behaupte nicht, ich interessiere mich nur fürs Ficken und Fressen.
L.: Prinzessin!
M.: Schweinepriester!
L.: Ach so, freitags nach der Arbeit findest du mich am Schießstand.
M.: Mit Daniel?
L.: Natürlich. Das ist eine stringente Entscheidung. Ein Scharfschütze ist besser im Schießen als ein Pilot.
M.: Ich stimme zu. Ich packe langsam meine Habseligkeiten und ziehe am Wochenende bei den Pferden ein. Ich stehe deinem Glück nicht im Wege.
L.: Abgemacht! Daniel hat mir vorhin Gentleman Jack empfohlen. Ich habe… Chips und Bier. Leistest du mir Gesellschaft? Bitte? Ich habe leider deinen Namen vergessen.
M.: Tatiana.
L.: Oh Gott. Ich werde dich Michael nennen. Ich sage dir, warum ich Daniel mag. Er ist kultiviert. Er sieht aristokratisch aus. Er ist charmant. I adore you more and more every single day, sagt er zu mir.
M.: Aha? Ich habe das Gleiche gesagt, aber anders formuliert: Hinlegen, Beine spreizen!
L.: Ungehobelter Wüstling! Ich liebe dich!

* * *
Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich 20 Jahre meines Lebens mit ihm verbracht habe. 20 gemeinsame Jahre.

Happy NY!

M.: Was???
L.: Nichts. Ich liebe dich.
M.: Ich weiß.
L.: Ich hasse Richard.
M.: Ich weiß. Du hörst ungern die Wahrheit. Dein Bruder sagt immer die Wahrheit.
L.: Ich weiß. Ich liebe dich. Warum lächelst du so perfide?
M.: Perfide? Gar nicht. Heute ist der einzige Tag im Jahr, an dem du „Ich liebe dich!“ zu mir sagst und es auch meinst.
L.: Aha? Ich lüge.
M.: Ich weiß. Ich liebe.
L.: Idiot.

* * *
Die Russen glauben, dass das neue Jahr so gut werde wie der letzte Tag des vorangegangenen Jahres. Sure. Why not? Können wir machen. Wir sind heute fast 100 Menschen auf dem Übungsgelände, die um 100 000 Pfund kämpfen. Jeder Cent wird gespendet. Wünscht uns Glück!

Till 2020!

Von Jägern & Jägern

M.: Und, was machen wir heute?
L.: Ich persönlich verbringe den Tag mit Ethan.
M.: Dem spießigen Langweiler, der Anzüge trägt und geschwollen daherreden?
L.: Nein, ganz und gar nicht. Dem lieben, fürsorglichen Vater meiner Kinder, der übrigens auf meine Wünsche achtet und mich respektvoll behandelt. Er hat noch nie Lutsch mir den Schwanz! zu mir gesagt. Er hat mich nicht zwischen Tür und Angel im Hause seiner Großeltern gefickt, weil er geil war. Er hat mich nicht bei einer Beerdigung geschändet, weil er das Leben spüren wollte. Er hat mich in keiner Kirche befummelt, um die Nichtexistenz Gottes zu beweisen.
M.: Hat dich etwa der Blitz getroffen? Keine Überraschung, dass du zu mir ins Bett kriechst. Frag ihn, ob er die Eier dazu hätte, den Beweis der Nichtexistenz Gottes in einer Synagoge zu erbringen.
L.: Dir ist nichts heilig, oder?
M.: Wie oft muss ich das wiederholen? Das Sakrosankte für mich ist deine Fotze. Ich glaube fest daran, dass sie für meinen Schwanz erschaffen wurde, auf dass seine Existenz eine Bedeutung bekomme und er sie anbeten könne, auf dass er in ihrer Nähe frenetisch jubiliere, sich aufrichte, anschwelle, zucke und ejakuliere. Warum bist du rot geworden?
L.: Ich hasse dich so sehr.
Weiterlesen

Erwartung und Realität

L.: Ich glaube, ich weiß, was mit dir los ist.
M.: Mit mir ist was los? Erzähl.
L.: Ich glaube, du hast eine Affäre gehabt. Jetzt bist du nicht mehr ausgelastet und kommst deswegen nicht von mir runter.
M.: Deine Theorien sind scheiße, deswegen bist du z.B. keine Soziologin geworden. Wann sollte ich eine Affäre gehabt haben? Vor allem mit wem? Ich will auch Bescheid wissen.
L.: Na, keine Ahnung. XX.
M.: Aha. Ich glaube, es wäre für dich sogar eine Erleichterung: Männer sind treulose unwürdige abscheuliche Kreaturen. Du würdest meine Eier zu einer kunstvollen Schleife binden, du würdest mich vor die Tür setzen, aber es wäre eine gewisse Genugtuung für dich. Nein, ich komme nicht von dir runter, weil ich gerade sehr verliebt in dich bin, obwohl du es in solchen Momenten gar nicht verdienst und obwohl ich weiß, dass du regelmäßig an XY denkst.
L.: Das ist nicht wahr.
M.: Aha. Sei ehrlich. Ich glaube nicht, dass du mich tatsächlich betrügen würdest. Bei dir siegt die Vernunft.
L.: Was siegt bei dir?
M.: Meine Liebe zu dir, Dumpfbacke. Aua. Warum hast du mir dein Knie in den Magen gerammt? Ich bin nackt und wehrlos.
L.: Ich mag dich, Trottel. Möchtest du feuchte cremige Rühreier zum Frühstück?
M.: Mannomann. Was ist denn das für eine Art und Weise, die Sympathie zu bekunden? Was habe ich mir dabei gedacht, als ich mich in dich verliebt habe?
L.: Du hast mit deinem Schwanz gedacht. Ach so, vielleicht ein Würstchen dazu, ah?
M.: O Gott. Ich verzichte auf das Frühstück. Ich habe mit meinem Herzen gedacht!
L.: Und wir alle wissen, dass dein Herz sich zwischen meinen Beinen befinden. Seufz nicht wehleidig!
M.: Ich gebe auf. Wir haben ziemlich zweifelhafte Weihnachtstraditionen. Wo ist das versprochene Frühstück?
L.: Gleich. Ich muss noch eine Runde an XY denken. Bleib in der Nähe. Denk an XX. Eine Erektion wäre von Nutzen.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

I Wish You a Merry…

That‘s it. Geschafft.

Eine Weihnachtsparty bei der Stiftung. Eine Weihnachts-party in der Firma. 37 Geschenke eingesackt. Der Mann sagt: „Beim Lecken schmeckst du nach Glüh-wein.“ Er meint es bestimmt rassistisch.

Habt schöne Feiertage. Rutscht locker in das neue Jahr. Alles Gute. Alles Liebe. Lasst euch nicht unter-kriegen.

Identitätsdiebstahl

M.: Wenn ich dich drei Tage lang nicht anfasse, küsse ich in meinen Gedanken deinen Hals. Am sechsten Tag stelle ich mir vor, wie du mir einen bläst. Und beim Wiedersehen will ich bloß zwischen deinen Schenkeln kommen.
L.: Wer bist du genau?
M.: Der Postmann.

3 Days to Go

Heute ist einer dieser Tage… Du stehst unter der Dusche und willst die Frage der Chefin beantworten: Warum gehst du arbeiten, dein Mann ist steinreich? Das mag stimmen, aber er zahlt mich ausschließlich in frei konvertierbaren Orgasmen aus 😜

* * *
Später sind wir mit den Kollegen – ganz patriotisch – auf dem deutschen Weihnachtsmarkt anzutreffen. Es wird wieder besinnlich gesoffen und gefickt 🤣

Per aspera

I confess. Gestern habe ich einen herben Rückschlag erlitten in dem Kampf gegen die Unvollkommenheit. Ich habe mich abfüllen lassen. Ich habe meinen Mann tatkräftig unterstützt, als er mich ausgepackt hat. Ich erinnere mich auch, unter ihm wollüstig gequie­kt zu haben. Ich schäme mich. Ich bin untröstlich.

Ich glaube, ich statte ihm einen Besuch ab. Ich vermisse den Tisch.

Una canzone, scritto in tedesco

M.: Warum bist du traurig?
L.: Ich bin nicht traurig. Ich habe XX zufällig nach der Arbeit getroffen. Ich sehe schön aus, sagt sie. Ob ich einen Liebhaber oder einen guten Schönheitschirurgen habe, interessiert sie.
M.: Erbärmliche, unglückliche, trostlose Möse. „Trostlose Möse“ hört sich stark nach Minnesängern an. Der Mönch von Salzburg? Nein? Seine Nonne? Ich sehe dich lächeln.

1. Du bist schön, weil deine Eltern schön sind. Beschwere dich bei Gott.
2. Du bist schön, weil du mich liebst, weil ich dich liebe, weil wir glücklich sind.
3. Mein Sperma. Viel Sperma. Ein Fluss. Ein Meer. Ein Ozean.

Hasst du mich jetzt? Gehst du gleich wie immer?
L.: Nein. Komm zu mir. Umarme mich. Ich will mit dir kuscheln. Morgen werde ich dich bestimmt töten.

Selfless

M.: Großer Schwanz oder guter Humor?
L.. Kann ich beides haben?
M.: O Baby, du magst mich doch.
L.: Ich gehe jetzt.
M.: Ich liebe dich.
L.: Wie schade. Ich stehe auf langweilige Männer mit winzigen Pimmeln.
M.: Ich liebe dich trotzdem.
L.: Ich gebe ungern zu, dass ich dich irgendwie sympathisch finde.

Hiermit gratuliere ich Daniel zu seinem 33. Geburtstag!

L.: Was gibt es zu wiehern, Schwachkopf?
M.: Ach nichts… begnadete Sprachwissenschaftlerin. You just made my day. Ich gratuliere Daniel auch. Du stehst auf ihn, ja?

Adieu, du grausame Welt!

M.: Wie wär’s? Du lässt dich krankschreiben. Wir bleiben länger nackt und erfreuen uns an deinem Körper.
L.: Mir tun Organe weh, von deren Existenz ich nichts ahnte. Erfreue dich an deinem Körper.
M. Prinzipiell hätte ich nichts dagegen, aber du hast einen aufregenderen Körper. Guckst du wenigstens zu?
L.: Das Angebot lehne ich dankend ab.
M.: Das ist unhöflich.
L.: Du wirst es überleben. XX und XY haben im letzten Monat fünfmal miteinander geschlafen.
M: Machst du Witze? Fünfmal? Fünfmal ist ein gelungenes Wochenende.
L.: Gott, ich lebe in der Hölle.
M.: Hast du es dir anders überlegt?
L.: Finger weg. Ich verlasse dich und gehe ins Kloster.

Eine Buchempfehlung

M. (strahlend): Baby?!
L. (strahlend): Kenn‘ ich dich?
M.: Na, ich weiß nicht. Ich bin der Vater deiner Kinder.
L:. Igitt, igitt.
M.: Find‘ ich auch. Deine Fotze ekelt sich echt vor gar nichts. Ist sie feucht und heiß?
L.: Ha-ha. Ha-ha. Ha-ha-ha. Nein. Sie ist kalt und trocken. Was willst du?
M.: Was glaubst du? Holst du mir einen runter?
L.: Mal wieder die Fliegenpilzsuppe gegessen?
M.: Nein. Einfach nur notgeil. Ist das eigentlich Selbstbefriedigung, wenn du mir einen von der Palme… falsch… von dem Pilz wedelst?.. abschüttelst? Fass mich an! Ein wenig Sahne für die Fliegenpilzsuppe?
L.: Das ist eindeutig Fremdbefriedigung. Eine Lynnbefriedigung in deinem Falle. Behalt‘ die Sahne.
M.: Anständige Frauen tun so etwas nicht, Linda.
L.: Anständige Frauen sind mit dir auch nicht verheiratet, Michael. Leckst du mich?
M.: Momentan noch nicht. Aber ich fühle mich versucht.
L.: Idiot. Das ist keine Frage. Das ist eine Bitte. Leck. Mich. Bitte!
M.: Mein Schwanz ist gerade sehr, sehr, seeehr hart geworden. Igitt, igitt?
L.: Bist du bescheuert? Ja, ja. Ja, ja. Das ist fantastisch. Höre ich mich pornografisch genug an? Höre ich mich russisch genug an?
M.: Scheißegal. Wen interessiert‘s? Spreiz die Beine! Ich bin heute unten.

Was lest ihr gerade?

Schönen Nikolaustag!

L.: Mund oder Arsch?
M.: Wie bitte?
L.: Na, Mund oder Arsch?
M.: Willst du, dass ich einen Herzinfarkt kriege? Mund.
L.: Ehrlich?
M.: Ehrlich. Aber eigentlich deine Fotze.
L.: Ehrlich?!
M.: Was genau hast du nicht verstanden? Hattest du schon mal Sex mit dir gehabt? Was gibt’s Schöneres? So, hast du noch Fragen? Ich gehe gleich zur Arbeit.
L.: Keine weiteren Fragen. Ach, wir gehen heute saufen, danach werde ich dich bestimmt schänden. Bereite dich moralisch darauf vor.
M.: O Mann, und das um sechs Uhr. Ehrlich???

Über die Sehnsucht

L.: Ich sehne mich nach Schönheit.
M.: Aha. Das heißt, du gehst wieder zum Übungsgelände und glotzt irgendwelche Typen an.
L.: Nicht ganz. Ich gehe hin und erfreue mich am Anblick meiner männlichen Mitmenschen.
M.: Dass ich nicht lache. Soll ich mitkommen?
L.: Um mir seelischen Beistand zu leisten?
M.: Das weniger. Um dich in der Umkleide zu ficken, wenn du so weit bist.
L.: Pfui.
M.: Selber pfui. Ich hole dich nach der Arbeit ab.

Einwanderer gesucht

L.: Ich bin mit diesem Jahr durch. Ich bin mit allen fertig. Das war’s, ich wandere aus. Am liebsten würde ich aus mir auswandern.
M.: Ein schöner Gedanke. Am liebsten würde ich in dich einwandern.
L.: Idiot.
M.: Heuchlerin.
L.: Geiles Ferkel.
M.: Verdorbte Ferkeline.
L.: Echt jetzt?
M.: Ferkelin? Ferkelette? Ferkeleuse? A propos Französisch. Brauche ich eigentlich eine Einladung für die Einreise? Seufze nicht. Komm gefälligst zurück, du gemeine Betrügerin!

Vögeln vs. Tieren

Omelette mit Waldpilzen und Baguette zum Frühstück. Wolgadeutsche Pilzsuppe, Couscous mit Waldpilzen und Gemüse zu Mittag. Pilzragout, Zucchini und Frikadellen zu Abend. Maronenpilze sauer eingelegt. Steinpilze mit Zwiebeln und Gewürzen mariniert. Mann, sind wir gut. Was wird aus dem Rest?

* * *
L.: Es ist erfreulich, ausnahmsweise im eigenen Ehebett zu vögeln, obwohl ich nicht behaupte, dass die Umstände viel würdevoller sind. Barbar!
M.: Pharisäerin! Ich schäme mit z.B. für dich, aber ich füge mich in mein Schicksal und lamentiere nicht andauernd.
L.: Du bist ein Heiliger.
M.: Ein heiliger Barbar? Zeige dich erkenntlich und blase mir einen. Nein? Sicher? Dann nicht. Ich grolle dir nicht. Ich bin verständnisvoll und bescheiden. Warum eigentlich „vögeln“? Warum nicht ins Detail gehen? Die Deutschen sind sonst eh penetrant penibel. Lass uns träumen. Lass uns adlern oder falken oder raben…
L.: Oder kurzschwanzflugsauriern?
M.: Nein, das gefällt mir nicht. Vielleicht luchsen oder wölfen oder ganz exotisch krokodilen.
Weiterlesen

Pilze jagen, Höhepunkte sammeln

L.: Wir waren im Wald.
N.: Das heißt, ihr habt – mal wieder wie immer – unter unwürdigsten Bedingungen gefickt. Im Auto? Draußen ist es frisch.
L.: Halt doch die Klappe!
N.: Habt ihr?
L.: Geht dich nichts an. Wir haben Pilze gesammelt. Hier, der Beweis!
N.: Sie sehen genießbar aus. Habt ihr?
L.: Freu dich nicht zu sehr. Für dich extra habe ich einen Fliegenpilz aufbewahrt. Haben wir. Ich hasse dich.
N.: Ich weiß. Heuchlerin!

Über Ursache und Wirkung

L.: Und?
M.: Nichts und. Ich wüsste gern, warum. Ich hätte gern den Grund für sein Handeln erfahren. Er hat keine Antwort gegeben. Keine Erektion. Hör auf zu wiehern. Ich habe mich versprochen. Reaktion! Echt, Frau.
L.: Klar. Das war kein Versprechen. Dein Unterbewusstsein hat das Denken für dich übernommen. Erektion: Das ist alles, woran du denkst, seit du zwölf bist.
M.: So primitiv bin ich auch wieder nicht. Hör auf zu grinsen. Unfassbar.

* * *
M.: Du bist wütend auf mich? Du?!
L.: Ja, ich bin wütend auf dich. Was machst du hier? Geh zu XX. Du hast es sichtlich genossen, um sie herumzuschwänzeln. Viel Spaß. Ihr habt meinen Segen.
M.: Danke für diese großzügige Geste. Ich bleibe zu Hause. Übrigens: Ich habe nicht um sie herumgeschwänzelt. Das war lediglich die Gegenreaktion – hör auf zu grunzen – auf dein Verhalten. Ich habe nicht damit angefangen. Ich habe mich nicht XY an den Hals geworfen.
L.: Das stimmt gar nicht. Ich habe mich nicht ihm an den Hals geworfen. Ich war höfflich.
M.: Aha. Warum bist du hier? Du hättest einen schönen Abend haben können. Du hättest irgendwo in einem Luxushotel für XY deine Beine spreizen können. Warum bist du hier?
L.: Дурак ты, Миша – и не лечишься.
M.: Weise mich nicht darauf hin. Ich weiß, dass ich dumm bin. Das ist kein vernünftiges Argument. Wie ich dich manchmal hasse.
L.: Tust du nicht. Wo gehst du hin?
M.: Du sagst, ich solle in meinem Schlafzimmer schlafen. Ich befreie dich von meiner Anwesenheit.
L.: Du hast das Kissen und die Bettdecke vergessen.
M.: Halt doch die Klappe. Du definierst dich als deutsch, nicht wahr? Was ist denn aus der deutschen Streitkultur geworden? Du willst nicht einmal mit mir streiten.
L.: Keine Ahnung. Ich wurde neulich gefragt, ob ich Belgierin oder Französin sei. Ich bekenne mich zu Belgien. Und ich will nicht mit dir streiten. Ich will alles Mögliche: mit dir glücklich sein, von dir geliebt werden, mit dir innige Momente erleben, ausgehen, kochen, lachen, kuscheln, schlafen. Alles Mögliche, aber ich will nicht mit dir streiten. Gib dir einen Ruck. Vergib mir. Lass das Kissen liegen. Sei kein Kind. Du bist seit deinem zwölften Lebensjahr vernünftig, weise und erfahren. Immerhin hast du dich nicht zu Tode onaniert.
M.: Das ist nicht witzig.
L.: Begleitest du mich, wenn ich meiner historischen Heimat einen Besuch abstatte? Stehst du mir bei?
M.: Warum Belgierin und keine Französin?
L.: Ich mag kein Französisch.
M.: Lügnerin!
L.: Haha. Wie heißt es richtig: Sie hat sich um XY herumgefotzelt? Was meinst du? Got you. You grined. You are not angry with me.
M.: Ich bin dir böse, aber du hast Recht, es hört sich stark nach dem deutschen Dialekt der Schotten in Berlin an. Ich bin stolz auf dich.
L.: Werde ich für meinen Fleiß belohnt? Bringst du mir Französisch bei? Ich bin eine Streberin.

Mine! For better, for worse, for richer, for poorer, in sickness and in health, until death do us part. House and riches are the inheritance of fathers: and a prudent wife is from the LORD. ;)

365 Tage ein Universum zu verändern

א וְשַׁבְתִּי אֲנִי, וָאֶרְאֶה אֶת-כָּל-הָעֲשֻׁקִים, אֲשֶׁר נַעֲשִׂים, תַּחַת הַשָּׁמֶשׁ; וְהִנֵּה דִּמְעַת הָעֲשֻׁקִים, וְאֵין לָהֶם מְנַחֵם, וּמִיַּד עֹשְׁקֵיהֶם כֹּחַ, וְאֵין לָהֶם מְנַחֵם
ב וְשַׁבֵּחַ אֲנִי אֶת-הַמֵּתִים, שֶׁכְּבָר מֵתוּ–מִן-הַחַיִּים, אֲשֶׁר הֵמָּה חַיִּים עֲדֶנָה
ג וְטוֹב, מִשְּׁנֵיהֶם–אֵת אֲשֶׁר-עֲדֶן, לֹא הָיָה: אֲשֶׁר לֹא-רָאָה אֶת-הַמַּעֲשֶׂה הָרָע, אֲשֶׁר נַעֲשָׂה תַּחַת הַשָּׁמֶשׁ
ד וְרָאִיתִי אֲנִי אֶת-כָּל-עָמָל, וְאֵת כָּל-כִּשְׁרוֹן הַמַּעֲשֶׂה–כִּי הִיא קִנְאַת-אִישׁ, מֵרֵעֵהוּ; גַּם-זֶה הֶבֶל, וּרְעוּת רוּחַ
ה הַכְּסִיל חֹבֵק אֶת-יָדָיו, וְאֹכֵל אֶת-בְּשָׂרוֹ
ו טוֹב, מְלֹא כַף נָחַת–מִמְּלֹא חָפְנַיִם עָמָל, וּרְעוּת רוּחַ
ז וְשַׁבְתִּי אֲנִי וָאֶרְאֶה הֶבֶל, תַּחַת הַשָּׁמֶשׁ
ח יֵשׁ אֶחָד וְאֵין שֵׁנִי גַּם בֵּן וָאָח אֵין-לוֹ, וְאֵין קֵץ לְכָל-עֲמָלוֹ–גַּם-עיניו (עֵינוֹ), לֹא-תִשְׂבַּע עֹשֶׁר; וּלְמִי אֲנִי עָמֵל, וּמְחַסֵּר אֶת-נַפְשִׁי מִטּוֹבָה–גַּם-זֶה הֶבֶל וְעִנְיַן רָע, הוּא
ט טוֹבִים הַשְּׁנַיִם, מִן-הָאֶחָד: אֲשֶׁר יֵשׁ-לָהֶם שָׂכָר טוֹב, בַּעֲמָלָם
י כִּי אִם-יִפֹּלוּ, הָאֶחָד יָקִים אֶת-חֲבֵרוֹ; וְאִילוֹ, הָאֶחָד שֶׁיִּפּוֹל, וְאֵין שֵׁנִי, לַהֲקִימוֹ
יא גַּם אִם-יִשְׁכְּבוּ שְׁנַיִם, וְחַם לָהֶם; וּלְאֶחָד, אֵיךְ יֵחָם
יב וְאִם-יִתְקְפוֹ, הָאֶחָד–הַשְּׁנַיִם, יַעַמְדוּ נֶגְדּוֹ; וְהַחוּט, הַמְשֻׁלָּשׁ, לֹא בִמְהֵרָה, יִנָּתֵק

Über Einarbeitungsphasen und nasse Tüten


L.: Warum ist sie nass?
M.: Sie ist nass, mein angetrautes Weib, weil sie seit fünf Tagen nicht mehr mit meinem Schwanz interagiert hat. Daran ist sie nicht gewöhnt. Sie ist verwöhnt, verzogen, unartig. Wie wär’s? Heut‘ Abend? Nur wir drei. Du, ich, unser Bett.
L.: Halt die Klappe. Was bist du für ein verderbtes Ferkel? Ich habe die Tüte hier gemeint.
M.: Was willst du mit einer Tüte? Willst du sie dir über den Kopf ziehen? Brauchst du nicht. Du bist eine sehr hübsche Frau. Haha. Zu spät. Zu langsam. Zu ungeschickt. Zu vorhersehbar. Alle Macht den unterdrückten Ehemännern!
L.: Idiot!
M.: Ich hab‘ dich auch lieb.

Bin grad‘ wirklich beschäftigt. Werde eingearbeitet, was das Zeug hält. Die unverbesserliche Welt möge mir vergeben. Ich gehe den Weg des Geldes.

Bleibenden Eindruck beim Boss hinterlassen

M.: Dämmert es dir ein, was du dir eingebrockt hast, mein Täubchen? Dein Arbeitsplatz war wirklich nicht der schlechteste. Du durftes entscheiden, wann du kommst und wann du gehst. Du durftest die Abläufe bestimmen. Du durftest dich in Schränken verstecken. Ein paar Blowjobs hier, ein paar Ficks da. Die Arbeitsbedingungen waren angenehm. Die Bezahlung war überdurchschnittlich gut. Der Preis für ein luxuriöses Leben ist durchaus angemessen. Verabscheuungswürdig ist dein Boss nicht. Ich habe Sex mit ihm gehabt. Ich kann das beurteilen.
L.: Fertig?
M.: Wie soll er nun ab Morgen an diesem Tisch im Büro sitzen und an die engagierte Mitarbeiterin denken, die so überwältigend scharf unter dem Tisch ausgesehen hat? Allein, verlassen, mit einem Ständer.
L.: Hör auf. Das ist einmal passiert. Ich meide Desmond seitdem. Ich habe es wegen dir getan. Du warst nervös. Ich wollte, dass du dich entspannst.
M.: Natürlich. Als läge dir mein Wohlbefinden am Herzen. Du hast deine Macht ausgenutzt. Nicht, dass ich das zugäbe. Nicht, dass ich nervös wäre. Falls das jemand erfährt, verklage ich dich.
L.: Erinnerst du dich an den Blowjob? An das schöne Gefühl kurz vorm Orgasmus, als wir gestört wurden? An „Geh weg! Ich bin beschäftigt. Ich melde mich zurück.“?
M.: Nein. Aber du machst mich geil.
L.: Tja, ich freue mich für dich. Ich verschwinde. Ich rufe XY an und bedanke mich. Ich lade ihn zum Mittagessen ein. Fang ohne mich an. Have fun, happy end and so on.
M.: Warum bin ich der Leidtragende?
L.: Wegen deines Y-Chromosoms. Und weil du mich diesen peinlichen Ausrutscher nicht vergessen lässt. Lasterhaftes Ferkel!
M.: Sagt die Frau, die an öffentlichen Plätzen Schwänze lutscht. Heuchlerin!
L.: Halt die Klappe.
M.: Verbiete mir nicht den Mund.
L.: Blas dir doch einen.
M.: So groß ist er auch wieder nicht.
L.: Was sind wir selbstkritisch.
M.: Was sind wir gemein. Warum wundere ich mich?
L.: Immer noch geil?
M.: Ja.
L.: War nett mit dir zu plaudern.

Ich kriege langsam die Panik. Ich bräuchte dringend Entspannung… oder Betäubung.
__________
Gemälde der ukrainischen Malerin Marina Timtschenko. Eine Frau hustet. Woran habt ihr gedacht? Wie verdorben seid ihr eigentlich?

Wie frau den Weltuntergang verhindert

M.: Die Sonne geht auf.
L.: Halt die Klappe.
M.: Die Sonne ist untergegangen. Das war ein kurzer Tag.
L.: Was?!
M.: Nichts.
L.: Was gibt es zu strahlen? Habe ich keine Zitronen gekauft? Iss eine Zitrone.
M.: Ich will keine Zitrone essen. Ich will strahlen. Ich bin glücklich.
L.: Igitt. Ich kotze gleich.
M.: Bitte nicht erschrecken, aber eigentlich hast du mir heute Morgen zweimal deine Liebe gestanden.
L.: Hast du Fliegenpilze geraucht? Das war Sex. Sonst nichts. Ich habe mit dir geschlafen, um dich ruhigzustellen.
M.: Um Sex geht es nicht. Es geht um die Worte davor. Ich liebe dich auch.
L.: Das möchte ich überhört haben.
M.: Warum bist du gemein zu mir?
L.: Weil ich mir Sorgen um die Schöpfung Gottes mache. Das CERN ist keine Bedrohung. Das bist du. Irgendwann erreicht dein Ego die dreifache Sonnenmasse und implodiert. Ich verhindere die Entstehung eines stellaren Schwarzen Loches und den Untergang der Menschheit. Strahle nicht. Iss eine Zitrone.

Ich mag ihn nicht. Ich interessiere mich weder für sein Herz noch für seine Seele. Ich habe ihn nur wegen seines Reichtums, seines Sixpacks und seines Penis geheiratet. Seine außerirdisch blauen Augen zeigen auf mich keine Wirkung. Ich empfinde nichts, wenn er mich küsst. Ach so, die Orgasmen spiele ich vor.

Hach, ich bin stolz auf mich. Ab – zur Weltverbesserung.

Gemeine Rabeneltern

Zwei selige Wochen in Neuseeland. Eine – bestimmt – traumhaft schöne Woche auf hoher See. Zum zehnten Mal zu zweit. Zum ersten Mal zu dritt. Mein Schulterblatt ziert ein neues Tattoo: die Krähe zu Mikes Wolf. Er hat mir einen Heiratsantrag gemacht. Ich habe einen neuen Verlobungsring. Drei Verlobungsringe. Drei gemeinsame Tattoos. Fast zwanzig gemeinsame Jahre. In einem Jahr werden wir wieder heiraten.

Ich hätte ihn doch loswerden können. Warum habe ich nicht Nein gesagt? Was habe ich mir nur dabei gedacht? Habe ich erwähnt, dass er unausstehlich ist?

Ob unsere Kinder uns am Sonntag erkennen? Ob sie uns zurücknehmen? Wir sind lange nicht mehr so egoistisch gewesen.

Die bevorstehende Auswanderung in einer Ehe


„Und? Was passt dir schon wieder nicht? Ich bin einfacher zu handhaben als ein Chinchilla. Ich will immer essen. Ich will immer bumsen. Das sind meine Kardinalbedürfnisse. Die Grundlagen meiner Existenz. Sozusagen.“

Ich verlasse die kuschelige Gosse. Ich lerne Te Reo Māori. Ich lasse mich hier nieder.

Wo kann ich ein Chinchilla in Te Whanganui-a-Tara kaufen? Gibt es in der Nähe einen Sexshop?

Kornblumenwiese

vom Himmel regnet es Sterne . auf meinen Körper . nach zärtlichen Küssen . werden Sterne zu Blumen . leise erblühen unzählige zierliche Kelche . und offenbaren Dir ihre azurblaue Seele

wenn der Donner verhallt . wenn Du sanft einschlummerst . verwandle ich mich in eine Kornblumenwiese

* * *
Going to New Zealand. Hoping for the Perseids. Deeply in love with the man of my dreams.

Gefährlicher Alltag einer Vordenkerin und Aufklärerin

Bloody idiots: Und? Geht es dir gut? Brauchst du Trost?
Gentle queen of elves: Habt ihr Belladonna verkostet? Pfoten weg.
Bloody idiots: Es hat doll geregnet. Bist du zur Arbeit geschwommen?
Gentle queen of elves: Ha-ha-ha. Ich lache mich kaputt. Idioten. An deiner Stelle unterließe ich das Grinsen. Hättest du mir das versprochene U-Boot geschenkt, wäre ich heute keinem Spott ausgeliefert.

* * *
L.: In Schottland gießt es wie aus Kübeln. England und Wales versinken in Dunkelheit. Wir kehren dem Vereinigten Königreich den Rücken und wandern nach Deutschland zurück.
M.: Hahaha. Ich habe mich kaputtgelacht.
L.: Grobian. Das war ein Versuch wert.

* * *
L.: Daniel wollte mich erwürgen. Warum bist du denn nicht eingeschritten?
M.: Haley bügelt in letzter Zeit verdächtig oft die Schnürsenkel. Ich habe vollstes Verständnis dafür.
L.: Meine aufklärerische Arbeit trägt erste Früchte. Das geht runter wie Arganöl.
M.: Es ist nie gut, einen Mann mit Sex zu erpressen. Es ist nie gut, einen Mann eifersüchtig zu machen. Schreib es auf. Es rettet dir das Leben.
L.: Jawohl, mein Gebieter. Ihr seid ein Quell der Weisheit.
M.: Schwimm doch nach Haus‘.

Ich werde immer leistungsfähiger. Ich renne von den wütenden Männern weg. Ich schwimme gern. Ich gebe nicht auf. Ich revolutioniere die Beziehung zwischen Mann und Frau. Ich definiere die Begriffe neu. Ich… ich.. ich muss los. In der Küche riecht es so lecker.

Die Schamhaftigkeit in einer Ehe

M.: Wende dein‘ augen von vnzucht ab. Zieh‘ mich nicht wollüstig mit den Blicken aus. Ich bin schamhaft.
L.: Plavius? Um fünf Uhr morgens? Ich ziehe dich nicht wollüstig mit den Blicken aus. Du bist nackt. Und wann genau hast du zu deiner Schamhaftigkeit zurückgefunden? Weißt du, wie das Wort geschrieben wird? Hast du dich ein einziges Mal geschämt nach deiner ersten Erektion?
M.: Scham ist ein kontraproduktives Gefühl. Ich funktioniere effizient. Es ist übrigens unhöflich, einen Menschen vorzuführen und ihn darauf hinzuweisen, wie ungebildet er ist. Hast du keine Manieren? Wurdest du von Katzen großgezogen?
L.: Nein, von Drachen. Ich schäme mich in Grund und Boden. Es gibt nur drei Gründe, warum Männer nackt sein sollen: unter der Dusche, bei sexueller Erregung und zu meiner Belustigung.
M.: Zu deiner Belustigung? Ich drücke schnell eine Träne weg. Frauen wurden hauptsächlich für drei Aufgaben erschaffen: Beine spreizen, schlucken und – dreh dich um.
L.: Ich drehe dich gleich um. Arsch!
M.: Darum geht es mir. Danke.
L.: Du hast doch dein Schlafzimmer. Warum schläfst du hier?
M.: Ich habe gelesen, ihr werdet gern im eigenen Bett gefickt. Ich bin großzügig. Du bist herzlich eingeladen bei mir zu schlafen. Gut, zum Schlafen kämen wir nicht.
L.: Wo hast du gelesen, ich wolle ausgerechnet von dir gefickt werden? Schüttle nicht abschätzig den Kopf.
M.: Ich bin fassungslos. Im Neuen Testament? Im ersten Brief des Paulus an die Korinther? 2Aber um der Hurerei willen habe ein jeglicher sein eigen Weib, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann. 3Der Mann leiste dem Weib die schuldige Freundschaft, desgleichen das Weib dem Manne. 4Das Weib ist ihres Leibes nicht mächtig, sondern der Mann. Desgleichen der Mann ist seines Leibes nicht mächtig, sondern das Weib. 5Entziehe sich nicht eins dem andern, es sei denn aus beider Bewilligung eine Zeitlang, daß ihr zum Fasten und Beten Muße habt; und kommt wiederum zusammen, auf daß euch der Satan nicht versuche um eurer Unkeuschheit willen. Hast du Muße zum Fasten und Beten? Wie redest du dich bloß aus dieser Bredouille heraus, mein eigen Weib?
L.: Kenne ich dich?
M.: Flittchen! Gesellst du dich zu jedem nackten Typen?
L.: Schon. Wenn ich geil bin.
M.: Ich fühle mich ausgenutzt. Wir hätten noch ein halbes Stündchen Zeit. Wie wär’s?
L.: Bugger off.
M.: Sehr freundlich. Liebst du mich? Machst du mir Frühstück? Küsst du mich zum Abschied? Kommst du heute zur Arbeit? Wo ist meine Unterhose? Warum pfeifst du?
L.: Einen hübschen Hintern hast du.
M.: Oi, Klappe. Begleitest du mich ins Bad?

Ich begleite mich ins Bett.

Eight Years

ו שִׂימֵנִי כַחוֹתָם עַל-לִבֶּךָ, כַּחוֹתָם עַל-זְרוֹעֶךָ–כִּי-עַזָּה כַמָּוֶת אַהֲבָה, קָשָׁה כִשְׁאוֹל קִנְאָה: רְשָׁפֶיהָ–רִשְׁפֵּי, אֵשׁ שַׁלְהֶבֶתְיָה
ז מַיִם רַבִּים, לֹא יוּכְלוּ לְכַבּוֹת אֶת-הָאַהֲבָה, וּנְהָרוֹת, לֹא יִשְׁטְפוּהָ; אִם-יִתֵּן אִישׁ אֶת-כָּל-הוֹן בֵּיתוֹ, בָּאַהֲבָה–בּוֹז, יָבוּזוּ לוֹ
* * *
Счастье мое – беспредельное, необъятное, воздушное — как серебристое кружевное облако, и такое же громоздкое: весом в сотни слонов. В счастье моем ликование. В счастье моем тоска. В счастье моем откровение; боль, грусть и горечь. Я навсегда вросла в тебя корнями. В тебя — в счастье мое, исцеляющее душу и расправляющее крылья.

Счастье мое — лежать в твоих объятиях, изнемогать от твоего запаха, млеть от твоего шепота и радоваться биению твоего сердца. Счастье мое — упиваться мелодией ветра на ртутной арфе воды, разглядывать перламутровую небесную поляну, которая распростерлась прямо над верхушками великанских дубов и прислушиваться к застенчивому шелесту падающих желудей.

Счастье мое — быть с тобой. Счастье мое — быть любимой. Счастье мое — любить, прижиматься к твоему горячему телу, считать неисчислимые звезды и испытывать сладостную близость к Божественной вечности.

И даже ветер не встревает. И даже месяц погружается в задумчивость. И даже дождь галантно зарядил лишь с утра.
__________
Song of Songs 8:6-7

Die netten Nachbarn von nebenan


M.: Das ist doch kein Kater. Das ist ein Flughörnchen.
L.: Vor ein paar Tagen hast du behauptet, er sei ein Karakal.
M.: Hast du ihn springen gesehen?
L.: Hast du Fräulein Fettel fliegen gesehen?
M.: Sie ist keine Katze. Sie ist ein Chupacabra im Katzenfell.

Unsere Haustiere: Karakal und Chupacabra. Seit Stunden schon auf den Beinen. Der Karakal hat eine Nachtlampe von der Fensterbank geschmissen. Dann meinem Mann die Eier gezeigt, damit er sich wieder besser fühlt. Was hat er sich gefreut. Noch im Schlaf, so kurz vorm Aufwachen.

M.: Ich fühle mich sexuell belästigt. Und verstört. Und traumatisiert. So kann es nicht weiter gehen, Linda. Lass uns ihn aussetzen. Wir bringen ihn zum Tierheim. Ich werfe eine Salami hoch. Er klettert einfach über den Zaun. Wie niedrig ist der Zaun? Zwei, drei Meter? Das schafft er locker. Und wir rennen weg.
L.: Das Tor wird videoüberwacht. Sie kennen uns.
M.: Wir besorgen uns Masken. Wir verkleiden uns. Nudisten mit Sombreros? Perverse in Latexanzügen mit Knebeln. Warum lachst du?
L.: Ich habe es mir bildlich vorgestellt. Ich werde gleich weinen.

Also: Schaltet den Fernseher an. Lokale Nachrichten.

Die Kompromisse in einer Ehe

Mein Baby bereitet mir keine Kopfschmerzen. Das ist der Vater, der mich in aller Frühe aufweckt. Ihm sei langweilig. Er wolle essen und bumsen. Bitte sofort die internationale Presse verständigen.

* * *
Der Mann will Sex. Drei Ausreden, um ihn fernzuhalten und doch nicht zu verletzen:

1. Ich lege meine dritten Zähne in den Behälter mit Wasser und falle gleich auf die Knie.
2. Beweg dich nicht. Ich bügle schnell die Schnürsenkel.
3. Warte. Ich reite das Einhorn aus, dann widme ich mich dir.

* * *
L.: Welche Ausreden fallen dir spontan ein?
M.: Was denn für Ausreden? Man zieht sich aus und besorgt‘s der Frau.
L.: Sehr nobel.
M.: So bin ich.

Die Rückgratlosigkeit in einer Ehe

Alles muss ich dir erklären. Kein Kerl würde Nein zu einem Blowjob sagen. Keiner! Es sei denn, er ist in Ohnmacht, im Koma oder tot.

* * *
41 ist Mike geworden. Jedes Jahr verspricht er mir, solide zu werden. Jedes Jahr glaube ich ihm nicht – und werde nie enttäuscht. Meine Kinder vergöttern ihn. Ich mag ihn. Ich behalte ihn. Wer sonst würde ihn aushalten können?

Alles Gute zum Geburtstag, Blödmann!

Man vs. woman

Ja, wir haben gefickt. Schämt euch selber! Es gibt Wichtiges. Ex-Bundespräsident ist mit Boot an der Ostsee gekentert. Wie kann ich einschlafen?

* * *
Ich bin eine kleine gemeine Frau. Wenn mein Mann geil ist und ich keinen Bock auf Sex habe, hole ich ihm einen runter oder blase ihm einen. Höchstens drei Minuten? Wenn mein Mann mich leckt… und leckt… und… Irgendwann bin ich so geil, dass ich ihn in mir drin haben will.

Ist das [emotional gesehen] der Unterschied zwischen Cunnilingus und Fellatio? Das ist [meiner Erfahrung nach] der Unterschied zwischen Mann und Frau. Glaube ich. Der einzige Unterschied? Wir sind gleich. Wir gleichen uns aus :)

Liebevoller Umgang in einer Ehe

L.: Ich habe an dich gedacht. Ich habe von dir geträumt.
M.: Zieh dich aus. Sofort. Ich will in dir sein.
L.: Danke für diese wertvolle Info. Sonst was?
M.: Nein. Was sonst könnte ich von dir wollen?

Noch ein Tag, dann ist Schluss mit Hingabe, Demut und Gehorsamkeit. Dann biete ich ihn zum Symbolpreis auf einem Online-Flohmarkt an.
__________
Das Verständnis in einer Ehe
1000 und 1 zweifelhaftes Kompliment

Zeichen zählen


Wie liket man einen Beitrag, bei dem die Funktion extra abgeschaltet wurde? Deine Wege sind unergründlich, o Herr. Halleluja!

* * *
Nate ist aus der Judäischen Wüste wieder zurück. Hat mir drei Rosen von Jericho geschenkt. Haben stundenlang über Gott und die Welt geredet.

* * *
Dylan ist aus Glasgow wieder zurück. Haben gestern trainiert. Weiß jetzt, was E-Stim und Harnröhrenstimulation sind. Interessiert?

* * *
Unsere Rufnummer ist nicht verfügbar. Belästige Dennis. Zehen depiliert. Brüste rasiert. Creme einmassiert. Haar onduliert. Was gibt’s da zu wiehern?

* * *
Führe seit Stunden geistreiche Gespräche. Mit mir. Was wirst Du Dich wundern, wenn Du wach bist.

* * *
Die Spiegel in meinem Schlafzimmer sind zu klein. Warum habe ich am Gleitgel geschnüffelt?

* * *
Ich bin genial. Genial daneben. Ich werde Mikroblogger.

Not Being a Grace

L.: I am a grace.
M.: A what?
L.: A grace.
M.: What does that mean exactly?
L.: You know nothing. Das heißt, ich empfinde sexuelle Lust nur, wenn ich eine emotionale Verbindung zu dem Mann spüre. Ich bin romantisch veranlagt.
M.: Aha. Verstandst du das, bevor oder nachdem du mich im Keller geschändet hattest?
L.: Wir haben Liebe gemacht.
M.: Nein, haben wir nicht. Du hast mich in den Keller gezerrt und mir die Kleider vom Leib gerissen.
L.: Du hast dich nicht gewährt.
M.: Es hat mir gefallen. Du bist alles Mögliche – you are naughty, kinky, dirty, maddeningly perverse –, aber du bist nicht asexuell. Very mature. Warum zeigst du mir die Zunge?
L.: Ich mag dich nicht.
M.: Okay. Gehst du mit mir morgen aus?
L.: In ein schickes Restaurant?
M.: Why not? Dust off a nice dress. We are going dancing.
L.: I won’t have sex with you.
M.: By the end of the day you might start developing a crush on me. I’m a fan of yours. I’m quite likebale.

It is possible that I’m falling for him.

Über Sexfantasien

L.: Ich habe gerade einen russischen Artikel gelesen. Angela Merkel, Schönheit, Herzensbrecherin, Pionierin. I will never be the same again.
M.: Was glaubst du, an wen ich beim Sex denke?
L.: Really? Ich habe mich für Peter Altmaier entschieden.
M.: Good taste. Würdevoll, charismatisch, sinnliche Lippen.
L.: Idiot.

In zehn Tagen hat er Geburtstag. Bis dahin schlucke ich alles… hinunter. Hingebungsvoll, demütig, gehorsam. Bin ich keine großartige Ehefrau?

In Demut und Reue

N.: Und? Wo wart ihr?
L.: Geht dich nichts an.
N.: War es schön?
L.: Halt die Klappe.
N.: Du hast da was Weißes am Mund. Geflunkert. Ha-ha. Zu spät.
L.: Ich warte einfach ab, bis du abgelenkt bist. Dann bist du dran.
N.: Kann ich für zehn Minuten dein Mann sein?
L.: Nein, kannst du nicht, Schwiegerschwager. Sei brav.
N.: Ich schäme mich sehr für dich. Ha-ha. Zu langsam.
L.: Ärgere mich nur weiter und ich verpasse dir ein Veilchen.
N.: Mir wurde nie einer in der Frauenumkleide geblasen. Ich bin neidisch.
L.: Komm mit. Ich blase dir einen in der Frauenumkleide.
N.: Nutze nicht meine Gutgläubigkeit aus, um mich in eine Falle zu locken. Verglichen mit dir bin ich ein Heiliger.
L.: Aha. Ich sehe deutlich die Gloriole.

* * *
Ich schwöre feierlich, ich werde mich ändern. Gleich nach Florenz. Ich werde meinen Mann nicht an öffentlichen Plätzen verführen. Ich werde ihn nicht oral beglücken. Ich werde nicht seinen Samen schlucken, weil ich verrückt nach ihm bin. Nach seinem Geruch. Nach seinem Geschmack. Nach seinen Küssen und Liebkosungen. Aber er hat unerträglich scharf ausgesehen. Und ich bin geil geworden. Ich bin ein unschuldiges Opfer. Warum nennt er mich Hexe?

* * *
L.: Mike! Geh voran. Ich verstecke mich hinter deinem Rücken. Meine Ohren nehmen gerade eine anständige Farbe an. Grinse nicht. Iss eine Zitrone, du strahlst.

Lucien

Having fun. Making friends. Mein Mann hat die Nachbarn angezeigt. Lucien wurde daraufhin ausgesetzt und ist mit Donna wieder vereint.

Ja, Lucie sind die Eier gewachsen. Die Enttäuschung ist klein ;D Michael hat vorgeschlagen, ihn in Tutanchamun, Assurbanipal oder Nebukadnezar umzubenennen.

L.: Benenne du dich in Tutanchamun, Assurbanipal oder Nebukadnezar um.
M.: Das sind schöne Namen. Nicht jüdisch genug für meinen Geschmack.
L.: Nebukadnezar ist im Tanach erwähnt.
M.: Trotzdem war er ein babylonischer Tyrann, kein Judäer.
L.: Du glaubst an gar nichts, schon vergessen?
M.: Das ist eine Lüge. Ich glaube z.B. an deine
L.: Nein! Sprich das Wort nicht aus.
M.: Heuchlerin! Unterstelle mir nichts gefälligst.

Ich hoffe, der Winzling ist jetzt sicherer. Kreuzt die Finger.

* * *
Ich gebe zu, dass Michael am dritten Tag nach der Geburt behauptet hat, Lucie sei Lucien. Ich habe ihn ausgelacht. Dafür werde ich büßen.

M.: Das Kätzchen mit dem weißen Bauch ist übrigens männlich.
L.: Nein, das ist ein Weibchen.
M.: Nein, das ist ein Männchen. So etwas habe ich auch. Ich zeige es dir gerne.
L.: Ich verzichte. Ich habe schon alles gesehen. Du hattest mir sogar mal ein Bild geschickt, kurz bevor du um vier Uhr nachts zu Hause erschienst, nach Whisky und Zigarren riechend, mir zwischen die Beine fasstest und deinen Pokergewinn für Sex anbotst.
M.: Hm. Das Spiel war super. Was habe ich abkassiert. Du hast mich zum Teufel gejagt. Das war unhöflich. Das hat mich gekränkt. Hast du das Bild behalten?
L.: Natürlich. Ich lasse es mir im September tätowieren, gleich neben dem Löwen Judas.
M.: Ich fühle mich geehrt. Ich bin sprachlos.
L.: Aha. Scher dich doch zum Teufel.

Ich ziehe mich gleich aus und schlafe auf der Veranda. Süße Träume! Spannen ist erlaubt!

Служебный роман

Л.: Ты жутко милый. И жутко обаятельный. Улыбнись. Ну, улыбнись! Держи. Бутерброд. С шоколадным маслом. Вкусный.
М.: Ты что творишь?
Л.: Под стол ползу. От работы отлыниваю. От Маркуса прячусь. Ты ешь бутерброд. Не стесняйся. Потом приползай ко мне. Мучительно сладки запретные ласки. Улыбнись еще разок. Озари душу любовью. Мне нужен лед.
М.: Для чего? Для напитка?
Л.: Для моих трусиков.
М.: Вот зачем ты меня распаляешь?
Л.: Я неприлично вредная. Я отчаянно влюблена в женатого. Я потеряла из-за тебя голову. Умен, как бог. Красив, как бог. Ебешься, как шотландский клейдесдаль. Знаю я. Знаю. Нехуй ебстись, где попадя. Бесстыжая! Счастливая! Голову теряю, когда обнимаешь. Сердце колотится. Колени подгибаются. Растекаюсь, когда целуешь. А хочешь, я минет тебе сделаю? Да погоди ты ремень расстегивать. Я сейчас единорога своего выгуляю – и вернусь. Мигом вернусь. Не сомневайся.
М.: Почему ты такая неприлично вредная? Не уходи. Не уходи, пожалуйста.
Л.: Ночью, в объятиях другого, я буду думать о тебе. Жутко милый… Жутко обаятельный…

Не особо ты мне и нравишься. Нечего зазнаваться.

Eine Sympathiebekundung


Ich hatte ihn beobachtet. Als er noch im Schlaf war. Kurz bevor der Wecker klingelte. Ich liebe ihn so sehr, dass es wehtut. Meinen Ehemann, meinen Gefährten, meinen Geliebten. Er hat überwältigende Wunder vollbracht. Er hat mir die Kinder geschenkt. Er hat für mich ein ganzes Königreich erschaffen.

Я бесконечно благодарна тебе за эту жизнь, Миша! Я никогда не смогу воздать тебе по заслугам.

FFF

L.: Wir haben nichts Besonderes gemacht. Wir haben so viel Zeit miteinander verbracht. Das ist wichtig. Das ist kostbar. Also – Fressen, Ficken, F… F…
M.: Fschlafen.
L.: Allmählich gewinne ich den deutschen Dialekt der kleinen schottischen Minderheit, die praktisch aus einem Hohlkopf besteht und in Berlin in Edinburgh beheimatet ist, lieb. Ihr habt für alles ein Wort.
M.: Wir sind schon großartig.

Der großartige Kerl bleibt im Büro. Nate und ich gehen zur Teambesprechung.

Tha gràdh mòr agam ort mo cridhe

Добрый, ласковый, любимый смущается: „Эрон спросил, как у тебя дела, а меня выбило из колеи и в голове вертится: ‚8Со мною с Ливана, невеста! со мною иди с Ливана! спеши с вершины Аманы, с вершины Сенира и Ермона, от логовищ львиных, от гор барсовых! 9Пленила ты сердце мое…‘ И последняя ночь. И дождь по окнам. И больше ничего путного“.

***
Люблю, люблю, люблю.

Люблю тебя за то, что ты такой.

За то, что ты такой громадный, за то, что ты такой сильный, за то, что ты такой хрупкий, ранимый, беззащитный. За сердце твое и за душу. За то, что смотришь — и видишь. За то, что слышишь каждый сдавленный стон моего сердца и чувствуешь любое тектоническое движение моей души. За то, что умеешь держать. За то, что умеешь прощать. За то, что умеешь верить.

За брови твои черные, за глаза твои синие, от взгляда которых я разливаюсь и превращаюсь в древний океан. За губы твои алые, от горячих поцелуев которых тают силурийские ледники. За руки крепкие, за пальцы тонкие, от прикосновений которых на моем животе вырастают подснежники. За тело красивое, топографию которого я изучила лучше своей собственной. За все шрамы, за все родинки.

За детей наших.

За умение собирать меня как византийскую мозаику, не забыв и самого крохотного камешка, нанизывать на нити мои чувства, настроения, эмоции, не потеряв ни единой бусинки. За нежность, терпение, немое понимание. За искренние слова и золотое молчание. За слезы горя и радости. За самые сокровенные тайны. За рассветы и за закаты. За вечную зиму в Финляндии и за знойное египетское лето. За берлинскую рубиновую осень. За антрацитовый Эдинбург.

За то, что поднимаешь, когда я падаю.

Люблю, люблю, люблю.

Безвозмездной лихорадочной любовью.

1000 und 1 zweifelhaftes Kompliment


L.: XY hat sich überwunden und mir sein Herz und seinen Schwanz angeboten.
M.: Herrlich. Ich freue mich für dich. Ich persönlich würde alle 613 Mizwot für einen Fick mit dir brechen. Wann trefft ihr euch? Wo trefft ihr euch? Welche Stellungen bevorzugst du? Lässt du ihn dich lecken? Wirst du ihm einen blasen? Wenn die Blicke töten könnten. Schaue nicht so düster drein. Ich bin nicht eifersüchtig.
L.: Ich wollte keine Eifersucht in dir erwecken. Wir werden uns nicht treffen. Ich will nicht mit einem anderen Mann schlafen. Ich wüsste nicht, ob es mir überhaupt gefiele.
M.: Ihm würde es gefallen. Ich habe dich genossen. Du bist exquisit. Hey! Das war unnötig. Das hat wehgetan. Lerne Komplimente anzunehmen. Wenn du unartig bist, nehme ich dich. Woran denkst du?
L.: An den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik.

Ich benenne meinen Blog wohl wieder um in 1000 und 1 zweifelhaftes Kompliment, das M.H. mir je gemacht hat.

1000 und 1 Grund, warum ich M.H. nicht ausstehen kann

M.: Was habe ich getan?
L.: Woher soll ich denn das wissen?
M.: Warum seufzt du?
L.: Ach so, ich schlafe mit einem Vierzigjährigen.
M.: Igitt. Ich würde nie mit einem Vierzigjährigen schlafen.
L.: Warum nicht?
M.: Ist das nicht offensichtlich? Zu viele Eier unter einer Bettdecke. Ich liebe runde Brüste, schmale Taillen, schöne Hintern, warme, feuchte…
L.: Finger weg. Das war keine Einladung.
M.: Spielverderberin! Worauf wolltest du hinaus?
L.: Ich hab’s vergessen.
M.: Reizend. Was genau missfällt dir daran? Dass du mit einem Vierzigjährigen schläfst oder dass es dir außerordentlich gut gefällt?
L.: Halt die Klappe und fahre einfach fort. Fang irgendwo unten an und arbeite dich langsam nach oben hoch. Ruf mich an, wenn du Fragen hast.

* * *
L.: Hey Süßer, mein Alter ist im Büro. Und ich bin ganz geil und willig.
M.: Stalken Sie mich bitte nicht, Frau H.. Ich betrüge meine Alte nicht.

Meine Alte? Unverschämt! Ich benenne meinen Blog in 1000 und 1 Grund, warum ich M.H. nicht ausstehen kann um und gehe dann zum Übungsgelände *sinister lough*

Wortlos kommunizieren lernen

M.: Männer heiraten, weil sie lieben. Frauen heiraten, weil sie verheiratet sein wollen.
L.: …
M.: Nein? Keine Antwort? Gar nichts? Weißt du, warum ich dich geheiratet habe?
L.: …
M.: Nein? Interessiert es dich nicht? Gar nicht? Nachdem wir gefickt hatten, wollte ich nicht aufstehen, mich anziehen und verschwinden.
L.: …
M.: … obwohl du morgens wie Pumuckl aussiehst. Nein?! Ich habe dich nackt gesehen.
L.: …
M.: Immer noch nichts? Falsche Formulierung? „Nachdem wir gefickt hatten…“ – Ich meine nicht das erste Mal. Über unser erstes Mal habe ich nie gesprochen. Auch mit dir nicht. Warum? Save me, baby. Save me! I’m drowning. Ich kämpfe mit der Grammatik… ‚Nachdem‘ und Plusquamperfekt machen es mir schwer…
L.: …
M.: Ich liebe dich?
L.: Fragst du mich? Idiot!

* * *
M.: Frau? Steh‘ grade an einer Kreuzung. Kleiner Laden. Lockenstäbe. Preisreduziert.
L.: …
M.: Nein? Zu früh?
L.: Ich wüsste, was ich mit dem Lockenstab anfinge.
M.: Vergiss es. Ich stehe auf Kakteen.

Den Buzzcut nach dem Brand habe ich überwunden. Aktuell sehe ich wie ein gerupftes Huhn aus. Er verspottet mich nicht. Er versucht, mich aufzubauen. Schwachkopf! Ich liebe ihn nicht. Nö!

عید شما مبارک

L.: Ich und drei von deinen Kindern gehen zum Eid Mubarak. Möchtest du mitkommen?
M.: Lieber setze ich mich auf einen Kaktus.
L.: Dein Beitrag zur Völkerverständigung ist wahrlich überwältigend.
M.: Yusuf, Charles und Nathaniel haben sich spontan erklärt, euch zum Fest zu begleiten.
L.: Wissen sie davon?
M.: Interessiert mich nicht. Sie werden es gleich erfahren. Damit sie dich erkennen, trage bitte den roten Regenmantel. Nichts drunter!
L.: Ich werde einfach die holdselige Nackte mit dem Fliederstrauß sein.
M.: Das heiße ich nicht gut.
L.: Interessiert mich nicht.

* * *
Letztendlich war der Tag nicht schlecht. Muhammad war da. Tariq war da. Kathrin ist unerwartet todkrank geworden. Iraj, der Iraner, ist der Veranstaltung ferngeblieben. Er feiere nie mit den Arabern. Ammar, der Syrer, hat seine Teilnahme abgesagt. Er lasse nicht zu, dass seine Töchter sich mit dem Pack abgeben. Meine Leibwächter haben neue Freunde gewonnen. Zwei bis vierzehn Jahre alt. Ich habe einen Tennisball ins Gesicht bekommen. Kein Mann hat eine Frau angesprochen. Keine Frau hat Englisch beherrscht. Das Essen war vorzüglich. Danach bin ich noch zum Floristen gegangen… und habe mit Michael die Liebesnacht des Jahrhunderts verlebt. Dem Kaktus sei Dank!

Neue Tafelrunde

L.: Ich gehe morgen zum Übungsgelände.
M.: Kämpfe gegen mich.
L.: Du hast sechs Kinder. Ich hätte Angst, dich zu verletzen.
M.: Rücksichtsvoll.
L.: Ich habe meine Prinzipien. Außerdem geht’s nicht ums Kämpfen. Ich will zwölf Männer casten.
M.: Bitte?
L.: Ich habe jetzt einen Rittersaal. Ich habe einen runden Tisch. Also brauche ich die Ritter der Tafelrunde.
M.: Sind das nicht die Apostel?
L.: Wie viele Ritter waren es dann? Sechszehn?
M.: Na, in Winchester Castle waren das vierundzwanzig. Shit, was habe ich mir gedacht? Was gibt’s da zu grinsen?
L.: Ach nichts. Vierundzwanzig? Großartig.
M.: Wen willst du casten, wenn ich fragen darf.
L.: Sam, Elijah, Dylan, Daniel, Aidan, Ari, Ilya, Ilja, Joel, Christian, Henry, Desmond, Markus, Dennis, Adam, Eddie, Tariq, Luke, Simon, Charles, Theo, Matt und den schönen Ben.
M.: Hast du eventuell einen Namen vergessen?
L.: Genau. Dafydd. Aua. Warum zwickst du mich?
M.: Weil ich gerade den starken Drang überwinde, dich zu erwürgen. Die Hälfte der Männer lebt im Ausland. Die wirst du nicht auf dem Übungsgelände antreffen.
L.: Und? Ich träume einfach. Aua. Ich würde die gerne nackt sehen, glaube ich. Aua! Hör auf. Nicht alle. Ich bin bescheiden. Elijah, Daniel, Sam und Ari bleiben bekleidet. Ich respektiere deine Verwandten. Dylan und Ilya habe ich nackt gesehen.
M.: Erspare mir die Details, Guinevere.
L.: Ich habe nicht mit ihnen geschlafen.
M.: Ausnahmsweise?
L.: Haha. Sagt der Mann, der mit drei Viertel der weiblichen Weltbevölkerung gefickt hat.
M.: Ich habe nicht mit ihnen gefickt. Ich habe sie gefickt. Spätestens nach dem dritten Samenerguss war Schluss.
L.: Ich war nie stolzer auf dich.
M.: Witzig. Was mich interessiert: Du hast bereits sechs Männer. Bist du immer noch nicht ausgelastet? Ich komme mit zwei Frauen wunderbar aus. Die Italienerin vergöttere ich. Die Deutsche ist meine Königin. Die Deutschen mag ich nicht einmal.
L.: Du magst doch niemanden. Tu mir den Gefallen, antworte nicht auf die Frage, was du beruflich machest, mit Ich nehme den Deutschen die Jobs weg und vergebe sie an die Juden. Zuchthengst ist auch keine Berufsbezeichnung.
M.: Das ist eben nicht wahr. Ich mag dich. Deine Kinder liebe ich. Und ich lasse mich nicht bevormunden. Auch von dir nicht. Du wusstest, dass du für ein Monster die Beine spreizt. Das einzig Gute an mir bist du.
L.: Ist das eine Liebeserklärung?
M.: Übertreibe es nicht. Ich habe gesagt, ich mag dich. Und, meine Frau, die Mutter meiner Kinder – nein, du wirst keine Männer casten. Ganz bestimmt nicht. Weder zwölf noch sechszehn noch vierundzwanzig. Sonst sperre ich dich ein und ficke ins Koma in dem Rittersaal. Ich ficke nicht mit dir. Ich ficke dich. Merkst du den Unterschied?
L.: Ich weiß Bescheid: Spätestens nach dem dritten Samenerguss ist Schluss.
M.: Das ist nicht lustig. Du bist manchmal so eklig, dass ich dir am liebsten wehtäte.
L.: Hülfe es, wenn ich dir einen bliese?
M.: Du nutzt schamlos meine Schwächen aus.
L.: Ich bin eine zahme Frau. Ich versuche bloß, das Monster zu besänftigen, für das ich meine Beine spreize. Den Tyrannen. Den Unterdrücker. Den Gebieter. Den Fürsten der Finsternis. Den sanftesten, herzlichsten, liebenswürdigsten, fürsorglichsten, geistesgegenwertigsten Mann, den ich kenne.
M.: Oi… Gegen Schmeicheleien bin ich immun. Worauf wartest du? Ziehe dich gefälligst aus.

Er gönnt mir rein gar nichts. Warum ich ihn liebe, ist mir schleierhaft.

A Gangbang

XX: Und am Pfingsten gehen wir zur Messe. Wir sind sehr spirituelle Menschen.
L.: Das ist schön. Michael nennt mich neuerdings die göttlichste Fotze des Abendlandes. Wir sind sehr primitive Menschen. Also rasieren wir uns gegenseitig den Rücken und verschönern den Intimbereich mit bunten Steinchen.

* * *
M.: Was hast du heute vor?
L.: Ich schiebe die Horrorbrigade zu den Großeltern ab und treffe mich mit den Vätern meiner Kinder: dem Schotten, dem Iren, dem Ami, dem Israeli, dem Deutschen und, und – Ethan.
M.: Du Flittchen! Drehen wir einen Porno?
L.: Echt? Du unterstützt mich?
M.: Selbstverständlich. Jemand muss den Schotten, den Iren, den Ami, den Israeli, den Deutschen und, und – Ethan darstellen. Ich opfere mich.
L.: Du bist so ein Altruist. Du bist nicht eingeladen. Geh zur Messe!

Mein Herz

trage ich neuerdings auf der Zunge.

Erstens: I love you, M.H.!
Zweitens: I love you, M.H.!
Drittens: I love you, M.H.!

A Day Off

M.: Wir bleiben einfach zu Hause.
L.: Ich koche. Du fickst mich in den Arsch.
M.: Jaaa… So niveauvoll, Baby. Deswegen habe ich mich in dich verliebt.

Eigentlich ist es pure Liebe

Du bist müde. Du bist wütend. Schrei mich nicht an! Frag nicht so blöde, was Du für mich seist?

Du bist für mich die Seele, mein Licht und mein Erzengel… мой Мишка. Du bist für mich meine Kraft. Du bist für mich mein Trost. Ich lebe in Deiner Liebe. Du bewohnst mein Herz. Ich bewohne Deine Seele. Ich ernähre mich von Deiner Wärme. Wenn Du Dich mir entziehst, verliere ich den Halt. Ich sehne mich nach Dir, obwohl Du Dich im selben Zimmer aufhältst, mit den Kindern spielst und so tust, als würde ich nicht existieren. Nachtens trage ich Dein T-Shirt und weine in Dein Kopfkissen, mir die Decke bis zu über den Kopf gezogen.

Dieser paradoxe Winter hat mich in sich eingekerkert wie in den Hades, und die Toten stehen auf, um mich zu begraben. Die Verzweiflung umarmt mich fest. Meine heisere Stimme versagt. Das innere meiner Gefäße überziehen kalte Eisblumen. Ich wollte Dich nicht verletzten. Ich wollte Dich nicht kränken. Bitte verzeih mir! Du bist für mich meine Welt!! Du bist für mich alles!!!

Ob ich manchmal an ihn denke, wenn wir miteinander schlafen? Ich könnte es gar nicht, sogar wenn ich es wollte. Ich atme die Luft aus, die Du einatmest. Ich rieche nach Dir. Ich schmecke nach Dir. Mein Körper enthält inzwischen viel mehr von Deinem Blut als von meinem eigenen.

My New Queendome

Mein Mann ist Vater geworden. Am 28. Februar. Das Kind heißt Derek Caleb. Seine Augen sind so grün wie die seiner Mutter.

Ich bin Oma geworden. Am 16. Mai. Milis Adoptivkatze hat zwei Kätzchen zur Welt gebracht. Jetzt brauche ich drei Namen.

Your Majesty, welcome to your new queendome!, said Michael once we moved in. I like it here.

Das Bilderbuch der Seele

Ich habe mich damals geirrt. Diese Welt existiert sehr wohl.

Мишка, где мой виноградник, а?

* * *
Хочу, чтобы сон длился вечно.

Когда солнце тонет в багровых водах горизонта, а на небе появляются узоры, я пробуждаюсь из объятий небытия в зазеркалье времени — в краю теней, в царстве одного мгновения.

Ночь ждет меня у леса в беседке. Она вышивает сновидения для уснувшего под паутиной желаний мира. А вот и ты, восклицает она, отрывая взгляд от покрывшихся ржавчиной пяльцев. Я заждалась. Ее карие глаза зажигаются неподдельной радостью. Она улыбается и протягивает мне свою прозрачную руку. Пойдем со мной. И мы отправляемся в путь, потому что я не могу иначе; мимо кедровых рощ, мимо полей с цветами и сонными мотыльками, мимо заснеженных вершин гор и глубоких озер цвета индиго, мимо дремлющих деревень и полуразрушенных стен монастырей — все дальше и дальше.

Ночь живет у реки. На крыльце покореженного временем дома она достает из-под ветхого коврика ключ и открывает со скрипом дверь. Лишь свет лампадки порабощает темноту в горнице. Вдоль стен стоят дубовые шкафы. Что ты в них хранишь, спрашиваю я и касаюсь ладонью орнаментов на замках. Сны, отвечает мне лениво черный кот, усевшийся на сундуке в углу, кошмары, которые не дают людям покоя, легкие грезы влюбленности, воспоминания будущего и встречи с минувшим, инфернальные муки памяти и радость искупления. Я смотрю на кота. Что ты хочешь, мурлычет тот, как ни в чем не бывало, мы испокон веков вместе, Ночь и я. Ночь смеется. Ее смех, звонкий, как ручей, разносится эхом по лесу, вспугивает сов и будоражит чуткий сон оленей. Только на начинай о прошлом. Кот ухмыляется, перепрыгивает на подоконник, укладывается поудобней на мягком одеяле в корзине и закрывает один глаз. Ну, как знаешь.

Я припасла для тебя даров, моя голубка. Ночь открывает сундук и достает из него платья, сшитые сумерками из удивительных тканей — из тафта и атласа, из шелка и парчи. Она кружится по горнице, показывает мне платья и наконец, довольно вздохнув, останавливается на голубом, расшитом жемчугом, с отделанными венецианским кружевом рукавами. Она расчесывает мои волосы, украшает шею изумрудами, а потом говорит иди, иди, он ждет.

Я благодарно целую Ночь, укрываюсь от назойливых глаз заблудших душ и спешу на встречу к тебе. К тебе. К старому дубу, где ты меня всегда ждал. Минуту за минутой. Час за часом. Ночь на ночью. Нетерпеливо и пристрастно. Мы танцевали под трели соловья и теплое дыхание ветра — до исступления, до полного изнеможения, когда стирались грани реальности. Твои руки обнимали меня, твои губы касались моих. Ночь хранила все наши тайны.

А потом я просыпаюсь в туманной ирреальности, плачу и сочиняю историю, рожденную из обрывков полузабытых снов. Я плету сюжет из нитей подслушанной мечты о жизни с тобой в старинной вилле, окруженной виноградными лозами — в мире грез и бесконечности, в мире, которого нет.

24.09.2006

Die Entmystifizierung

L.: Was tust du unter meiner Decke?
M.: Du hast unruhig geschlafen. Ich habe dich in den Armen gehalten.
L.: Hast du mich begrabbelt?
M.: Nein. Aber als ich dich umarmt habe, hast du empört gequieckt und gesagt: „Finger weg! Blödian.“

Männer, die lieben und geliebt werden, sind solch ein Quell der seelischen und emotionalen Freude.

Nachdem mein Vater gestorben war, schlief ich schlecht. Ich schrie im Traum und gleichzeitig in der Wirklichkeit. Ich weinte. Ich hörte mich schreien, hatte Angst und konnte nicht aufwachen.

Michael weckte mich auf. Er beruhigte mich. Er tröstete mich, bis ich wieder einschlief.

* * *
Ich denke daran, weil ich kürzlich mit einer Bekannten diskutiert habe, die der festen Überzeugung ist, der Mann dürfe nicht wissen, wie viel er der Frau bedeute. Sie entwerte sich dadurch. Gar entmystifiziere.

So, hier bin ich – ganz entblößt. Er weiß es. Seine Liebe ist nicht weniger geworden.

Von Schritten und Blusen

L.: Was ist los mit euch Typen? Ist die Montage mangelhaft? Überprüft ihr, ob alles noch dran ist? Dreiundvierzig Fotos. Auf fünf davon ist ein Typ zu sehen, der sich im Schritt kratzt.
M.: Bin ich der Typ?
L.: Was? Nein. Das sind vier verschiedene Typen. XY war besonders gründlich. Du hast deinen Troglodyten ausnahmsweise im Zaun gehalten.
M.: Ihr Tusnelden…
L.: …O Gott.
M.: …ihr Tusnelden seid anders gebaut. Ihr seid schön. Wir sind nicht so. Wenn das Ding nicht richtig sitzt, rückt man da was gerade. Wenn es zwickt, kratzt man sich.
L.: Wenn der BH klemmt, zupfe ich nicht ständig an der Bluse und richte meine Brüste.
M.: Das ist falsch. Du darfst deine Brüste richten, anfassen, drücken und massieren, wann du willst. Ich schaue gerne zu. Ich helfe dir sogar. Wo juckt es denn genau?
L.: Kratz dich doch.
M.: Die Ehre gebührt dir. Komm zurück und erfülle deine ehelichen Pflichten.
L.: Beweg dich nicht. Ich bügle schnell die Schnürsenkel.
M.: Lügnerin. Triffst du dich mit Dylan?
L.: Ja. Ich freunde mich mit dem MCX Carbine an.
M.: Fully automatic trigger group?
L.: Verkaufe mich nicht für dumm. Die Zivilversion. Semi-automatic trigger group. Siehst du? Deswegen mag ich ihn. Er ist nett.
M.: Wie rührend. Er kratzt sich auch im Schritt.
L.: Das weiß ich leider. Ich rahme das Foto ein und schenke es ihm.

Drumherum

L.: Was ist das?
M.: Bist du blind? Eine To-do-Liste.
L.: Du hast dir viel vorgenommen. Ich schlafe im Gästezimmer. Die Tür werde ich zur Sicherheit abschließen und mit der Kommode verbarrikadieren. Erzähl mir morgen, wie es gelaufen ist?
M.: XX hat heute im Aufzug ihre Titten gegen mich gepresst.
L.: Bitte?! Was hast du gegen sie gepresst? Wie willst du sterben?
M.: Ich habe sie dazu nicht ermutigt. Ich will nicht sterben. Ich genieße unser Leben. Ich würde gern meinen Fünfzigsten erleben. Ich habe ein ehrgeiziges Ziel ins Auge gefasst.
L.: Du überzeugst mich nicht. Wie hast du reagiert?
M.: Ich hab‘ ihr gesagt, dass ich nicht herumhure. Die Zeiten sind endgültig vorbei. Von dem Konsumgut habe ich ausgiebig gekostet. Primär interessiere ich mich nicht für die Fotze, sondern für die Frau drumherum, die ich lieben kann. Aber auch für die Fotze. Und für die Frau. Für beide. Schüttle nicht den Kopf.
L.: Ich gehe jetzt.
M.: Ins Gästezimmer?
L.: Ins Bad zum Weinen. Ich platziere meinen Körper in die Badewanne, begebe mich auf die astrale Ebene und verprügle das Wesen, das mir die Liebe zu dir bescherte.
M.: Also liebst du mich doch.
L.: Nur unter Protest. Ich sehne mich in erster Linie nach dem experimentierfreudigen Schwanz. Den Schwachkopf drumherum akzeptiere ich demütig.
M.: Fair enough. Was ist mit der To-do-Liste?
L.: Fang ohne mich an.
M.: Ich habe keinen G-Punkt.
L.: Du hast eine Prostata. Die Suche danach ist aussichtsreicher.

Die Geschichte der Septembristen in den Pentlands

Mein Mann hat mich zur Gefahr im Verzug erklärt und in die Verbannung nach Sibirien in die Pentland Hills geschickt.

M.: So, jetzt bist du Dezembristin.
L.: Septembristin.
M.: Das ist nicht essenziell. Packe deine Sachen. Was machst du? Kondome brauchst du nicht.
L.: Na, man weiß nie.
M.: Was heißt hier „man weiß nie“? Man weiß ganz genau. Gib her.
L.: Wie soll ich bitte schön die zehrende Einsamkeit der kühlen Nächte aushalten ohne die wärmende Liebe eines Mannes?
M.: Gescheit wie du bist, findest du bestimmt einen Ausweg. Schicke mir das Video.
L.: Klar. Wogegen rebelliere ich eigentlich? Gegen deine Tyrannei?
M.: Gegen meine Tyrannei? Wirklich? Du rebellierst doch gegen alles. Erschaffe ein Konzept. Gründe keine Geheimbünde. Rufe keine Aufstände aus. Lies „Eugen Onegin“. Wandere in den Hügeln. Umarme ein paar…
L.: …Männer.
M.: Pferde! Pferde, keine Männer.
L.: Das ist enttäuschend.
M.: Gewöhne dich daran. Bei deiner Rückkehr will ich die Frau in die Arme schließen, die ich zur meiner Gefährtin auserkoren habe.
L.: „Gefährtin“, „auserkiesen“: Ich bin feucht vor linguistischer Verzückung. Ich komme gleich.
M.: Watch it!
L.: Verzeihung. Begleitest du mich nicht? Zehn Frauen sind ihren Männern freiwillig in die Verbannung gefolgt.
M.: Elf. Eine überwältigende Bilanz: 120 Männer, 11 Frauen. Denke darüber nach.
L.: Ist ja gut, du abtrünniger Geliebter einer Septembristin. Und wage es nicht, meine Kinder zu indoktrinieren.

Zahm wie ein Lämmchen

H.: Geht’s dir besser? Ist dein Mann noch am Leben?
L.: Seid ihr junge Fräulein? Trefft ihr euch zum Kaffeekränzchen und lästert über uns?
H.: Nein. Hast du gestern den Schießstand fast vollständig de­kom­po­niert und die Hälfte der Halle demoliert?
L.: Ich war leicht verstimmt und zog in Erwägung, der Liga der Männerhasserinnen beizutreten.
H.: Bist du nicht die Vorstandsvorsitzende?
L.: Erstens: Ich bin hinreißend. Zweitens: Halt die Klappe. Warum belästigst du mich, Henry?
H.: Hörst du überhaupt zu oder führst du ein Monolog?
L.: Mike geht’s wunderbar. Der Lattenrost unseres Bettes ist durchgebrochen. Wir schlafen im Gästezimmer, weil die Couch in seinem Arbeitszimmer knarrt und quietscht.
H.: Erspare mir die Details.
L.: Schade. Ich habe eine Präsentation erstellt und einen aufregenden Film gedreht.
H.: In einer Viertelstunde bin ich bei dir.
L.: Idiot! Es schmeichelt meinem Ego, dass ihr uns für so verrucht haltet. Wir haben ihn nicht zerfickt. Wir sind auf dem Bett gesprungen.
H.: Was sonst.
L.: Ich habe einen Termin im Möbelhaus. Dann treffe ich mich mit XY. Ich bin von Hurenböcken umgeben, hätte ich mich vor drei Monaten beschwert. Seitdem Ilja mich aufgeklärt hat, warum ich von Vollidioten umgeben sei, bin ich wesentlich toleranter. Vier Frauen. Vier Kinder. Die fünfte bereitet sich auf die Hochzeit vor. Er sei anders, singt sie das Lied der geisteskranken Lerche. Ihre Liebe habe ihn verändert. Ekelhaft!
H.: Genug Misandrie für einen Tag. Hast du dich ausgetobt oder kommst du zum Training?
L.: Auf deine blöden Witze kann ich verzichten. Ich habe sechs blaue Flecken. Meine Schulter tut weh. Ich spüre Muskeln, von deren Existenz ich nichts geahnt habe. Mike hätte ich wahrscheinlich auch nicht schänden sollen. What’s done is done! Entsetzlicherweise war er stolz auf mich, obwohl er sagte: „I’m not your foe, woman. Don’t make me put you over my knie.“
H.: Ich glaube, er ist immer stolz auf dich. Nicht jeder von uns begreift das. Give your husband a break.
L.: Belehre mich nicht. Am Freitag werde ich mein Zerstörungswerk vollenden und kein Stein auf dem anderen wird vom Übungsgelände bleiben.
H.: Danke für dein Verständnis. Wir wollen den Kollateralschaden begrenzen. Jetzt haben die Zeugen deines Wutausbruchs die Zeit, einen Psychotherapeuten aufzusuchen.
L.: Treulose, nichtsnutzige Luschen. Ich lege auf.
H.: Bis Freitag, zartes Maiglöckchen!

Ehebruch ist kein Fehler

Linda, bist du wütend? Auf wen? Auf mich?! Du hast nichts zu befürchten. Egal, wie viele Ehen sich den Lemmingen anschließen. Leg die Waffe weg. Sofort. Bitte. Ich habe fünf Kinder. Ich liebe dich. Ehebruch ist kein Fehler. Ehebruch ist eine bewusste Entscheidung. Not a mistake, a choice to walk away no matter how tempting it is. Ich bekenne mich zu unserer Familie. Sogar zu deiner Katze. Ich kotze gleich… Hast du gelächelt? Leg die MP weg!

Pfannkuchen mit gezuckerter Kondensmilch

Ich sitze in der Badewanne – Tanktop, Boxershorts, neues Armband aus walisischem Gold –, und heule bitterlich. Die Duschkabine ist besetzt. Vorbei! Alles ist vorbei. Der Sommer ist vorbei. Der selige August ist vorbei. Die Heiterkeit der grandiosen Geburtstagsfeier ist abgeklungen. Die Jugend zog aus.

Richard ist weg. Ilja ist weg. Ari ist weg. Theo ist weg. Sam ist weg.

Sam ist weg! Wie soll ich weiter leben?

Zum Frühstück gab’s Buchweizengrütze mit Butter und Pfannkuchen mit gezuckerter Kondensmilch. Ich habe vier davon gegessen und stet gewehklagt:

„Warum?! Warum habe ich dich und nicht Sam gewählt?“
„Habe ich etwas verpasst? Wann hat er dir seinen Schwanz und sein Herz angeboten?“
„Grobian! Ich missbillige deine Lexik. Mein Vater hat ihn so gemocht. Katholisch, deutsch, Jurist, spricht gehobenes Russisch.“
„Kein akademisches Elternhaus. Halachischer Jude nach matrilinearer Abstammung. Lass uns über die Weltanschauung deiner Mutter reden.“
„Vergiss es. Katholik nach patrilinearer Abstammung. Lies den Tanach.“
„Vielen Dank für die Empfehlung. Ich persönlich erkenne den Primat der Mischna an.“
„Natürlich tust du das. Gestern hast du ein Gebet rezitiert, das mit „Ich glaube an die Heilige Fotze“ anfängt. Heute bist du ein Verfechter des konservativen Judentums. Götzendiener! Ich hatte mich für den falschen Morgenstern entschieden. Hätte ich mich bloß in den Fürsten des Lichtes verliebt.“
„Er war dreizehn, als du meine Freundin wurdest. Er ist Hannahs Sohn, mein Onkel. Stört dich das nicht?“
„Ich habe Hannah verehrt und bewundert. Niemand ist perfekt.“
„Erwähne diese Konversation bei der nächsten Beichte, wenn der Pater dir die Absolution erteilt. Deine moralischen Imperative werden für Konfirmanden von höchster Priorität sein. Eines Tages wirst du bestimmt auch den argentinischen CEO deines ehemaligen Arbeitgebers kennen lernen und er wird dir am Gründonnerstag eigenhändig die Brüste waschen.“
„Die Füße. Wirf nicht mit Fremdwörtern um sich. Ich bin eine ignorante Plebejerin. Wo ist Champagner? Hah? Wo ist mein Champagner, frag‘ ich dich?“
„In der Champagne! Wir haben aber noch eine Flasche Wodka. Eiskalt. Ich haue sie dir gleich über die Rübe, – um dich abzukühlen, um mich aufzumuntern. Wie wär’s?“
„Ungehobelter Rüpel!“

„Küsst du mich zum Abschied?“
„Zieh dich doch mit dem Knie ins Schlafzimmer zurück.“
„Okay. Mit dem rechten oder mit dem linken?“
„Gott, wie ich dich hasse. Komm her. Und kichere nicht.“

Ich bin dann mal im Schlafzimmer.

Potenzpillen & Abführmittel

Oder: Wie frau die Männersolidarität untergräbt
L..: Geht es dir gut, Michael? Fühlst du dich wohl?
I.: Wie hältst du es mit der Frau nur aus?
L.: Er weint manchmal unter der Dusche.
M.: Jaaa… Meistens bin ich in ihr unter der Dusche, wenn ich weine.
L.: Oi!
M.: Du hast damit angefangen. Hebe die Augen nicht zum Himmel empor, mein Täubchen.
L.: Du siehst mich doch gar nicht.
M.: Ich kenne dich. Hat sie mit den Augen gerollt?
I.: Hat sie.
L.: Hättest du nicht schweigen können, Ilja?
I.: Nein. Männersolidarität.
L.: Schön. Ich habe übrigens Potenzpillen und Abführmittel in euren Tee getan. Jaaa… Enjoy, guys.

Verunanständigkeit

L.: Was hab‘ ich gesagt? Runter von mir. Finger weg. Ich bin eine anständige verheiratete Frau.
M.: Verunanständige dich! Kein Mann will mit einer langweiligen Frau ficken.

Fit wie ein Elefantenbaby

H.: Hast du überhaupt trainiert?
L.: Hallo? Natürlich. Ich beweise es. Warte. Warte. Warte. Hier, das Video. Siehst du? Ich trainiere.
H.: Du liegst fast nackt faul am Pool herum und wackelst mit den Zehen.
L.: Das ist korrekt. What’s your point? Das ist ein wirksames Training, bei dem alle Muskelgruppen optimal beeinsprucht werden. Neuer Trend. Ganz beliebt in Deutschland.
H.: Klar. Die Ergebnisse sind erkennbar optimal in… dickem Deutschland. Was ist im Krug auf dem Tischchen?
L.: Mein Frühstück, Mittag- und Abendessen. Gurken, grob gerieben, Radieschen, fein geschnitten, Dill, Salz, Zitronensaft, Kefir und kaltes Wasser. Der Sommer war tropisch.
H.: Geeiste Gurkensuppe?
L.: Nee. Okroschka. Abgewandelt, vereinfacht, mit Vitaminen angereichert. Ich misshandle meinen ökologischen Kefirpilz, der in der Küche residiert.
H.: Du vegetarisches Scheusal. Ich verachte dich. Ist das ein Bauchansatz?
L.: How dare you? Ich bin schwanger.
H.: Ehrlich? In wievielter Schwangerschaftswoche?
L.: In acht… äh… in acht… undvierzigster.
H.: Echt?
L.: Yep. Ich erwarte ein Elefantenbaby.
H.: Aha. Ich geniere mich zu fragen. Eine grazile Frau wie du… ein Elefant… Wie weh tut die Liebe?
L.: Henry, du bist eklig.
H.: Ich bin eklig?! Ich exploitiere keine ökologischen Kefirpilze und verkehre nicht mit Elefanten.
L.: Bist du Rassist? Was hast du gegen Elefanten?
H.: Ich bin kein Rassist. Ich habe nichts gegen Elefanten. Ich bin verrückt nach Elefanten. Was sagt eigentlich Michael dazu?
L.: Er verachtet Kefirpilze. Ich muss zugeben, er fühlte sich von mir enttäuscht, aber er verzieh mir. Er wird das Elefantenbaby wie sein eigenes aufziehen. Die Kefirpilze wird er allerdings weiterhin diskriminieren.
H.: Ich verbeuge mich vor seiner Weisheit.
L.: War das Dylan?
H.: Was? Ich glaube schon.
L.: Gotta go. Danke für den Kampf.
H.: Hey, wo willst du jetzt plötzlich hin, schwangere Verräterin, xenophobe Kefirpilzhalterin?
L.: Ich bin keine Verräterin. Ich bin Opportunistin. Er hat mir versprochen, ich dürfe aus einem Karabiner schießen.

Io credo in Dio, Padre onnipotente, creatore del cielo e della terra

In Rom arbeite ich für den ältesten einflussreichsten mächtigsten Konzern, den die Menschheit hervorbrachte. Ich habe zwei der CEOs persönlich kennen gelernt. Wenn der Sicherheitsdienst des deutschen CEO am Sonntag das 500. Bestehungsjahr feiert, werde ich mit meinem Chef die Sixtinische Kapelle bewundern.

Im Heimatland meiner italienischen Vorfahren bin ich früher ausschließlich mit katholischen und jüdischen Männern ausgegangen, die nach dieser Aussage nicht schreiend weggerannt sind.

Nein, ich habe definitiv nicht an Verwirrtheitszuständen oder Entzugsdelir gelitten. Den Namen des Konzerns kennt wirklich jeder. Bloß am geistigen Überblick mangelt es.

* * *
Ich habe nicht viel verlangt. Intelligent, gutherzig, großzügig und tierlieb muss er sein, um meine Aufmerksamkeit zu erregen, um meine Wertschätzung und Bewunderung zu gewinnen. Ich bin eine Träumerin.

Eine Katastrophe bin ich. Am 30. werde ich 40. Meinen Geburtstag werde ich mit dem UnGlücklichen verbringen, der mich achtzehn Jahre lang erträgt, fast die Hälfte seines Lebens.

Мишка, ты вообще представляешь, как сильно я тебя люблю?
__________
Willkommen im August!
Dad is 37. Mum is 17.

Безумству храбрых поем мы славу!*

Den Text veröffentliche ich anonym. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist rein zufällig.

M.: Stehe auf! Steh auf, kleine Säuferin.
L.: Verschwinde. Lass mich in Ruhe. Ich schlafe.
M.: Es ist fünf vor zwölf.
L.: Na und? Es ist nachts in Kanada.
M.: Du bist nicht in Kanada. Du bist unter den Schotten. Wir wollen brunchen. Entweder duschst du sofort und ziehst dich an oder ich erzähle unseren Kindern folgende Geschichte: „Also, meine unschuldigen Engel, gestern feierte Mama mit ihren Freundinnen einen lesbischen Junggesellinnenabschied und genehmigte sich viele… viele, viele Cocktails. Zu Hause erschien sie spät… ziemlich, ziemlich spät – angeheitert und tatendurstig. Sie stoß die Blumenvase um. Sie schimpfte. Sie kroch giggelnd auf dem Fußboden. Dann schlüpfte sie nackt unter Papas Decke. Sie hat ihn bedrängt. Sie hat ihn unsittlich berührt. Sie hat ihm den Garten Eden gezeigt.“
L.: Hat er sie wenigstens geleckt als Dank für diese Erfahrung?
M.: Das wird für immer sein Geheimnis bleiben. Verstecke dein Gesicht bitte nicht unter dem Kissen, Sünderin.
L.: Du bist nicht gerade ein Heiliger. Do not patronize me.
M.: I won’t. Bist du glücklich mit mir, Baby?
L.: In den letzten acht Monaten war ich so glücklich mit dir wie noch nie. Does this sound pathetical? Bist du glücklich mit mir?
M.: Und ob! Dröhnt dir der Kopf, mein Täubchen? Selber schuld. Und, ja – hat er. Er ist unglaublich dankbar gewesen.
__________
*Wir singen Ruhm dem Wahnwitz der Kühnen! (Maxim Gorki, Das Lied vom Falken, 1895)
Максим Горький, Песня о Соколе

Von Göttern & Jungfrauen

L.: Ein netter Mann hat meinen Schreibstil als „erschreckend viril“ bezeichnet.
M.: Weiß er, dass du mein geistiges Eigentum klaust?
L.: Ich bin keine Diebin. Ich bin viel mehr eine Chronistin wie Josua Stylites oder Eusebius von Caesarea, wie Hermann von Reichenau oder Jakob Tschernorisez. Ich bin eine Art Sprachrohr.
M.: Metatron?! Bist du das?
L.: Grinse nicht. Hast du dich gerade in den Stand eines Gottes erhoben?
M.: Das war nur logisch. Wenn ich dein Gott bin, bist du dann mein Tempel? Du kannst auch die jungfräuliche Hohepriesterin sein. So oder so, unsere Begegnungen werden auf exakt die gleiche Weise enden.
L.: Ich verbarrikadiere mich im Adyton?
M.: Nein. Mit Stöhnen… mit Stöhnen und heftigen Muskelkontraktionen. Wehre dich nicht. Erfülle gefälligst dein Schicksal. Du bist dazu bestimmt.
L.: Anständige Götter bumsen ihre Chronistinnen nicht.
M.: Du hast mich enttarnt. Ich bin ein unanständiger Gott. Jetzt lege die Gewänder ab und erfreue dich an meiner überwältigenden Anwesenheit in dir.
L.: Nein, vielen Dank. Ich behalte meinen rituellen Pyjama an.
M.: Na klasse, ich wurde orgasmusfrei gestürzt. Weg mit dir. Ins Skriptorium, Chronistin!

* * *
Auf diesem Wege: Achim! Vielen Dank für Deinen lieben, klugen, reflektierten Kommentar.

#ficken vs. #thehungergames

ЛИНДА: Я не знаю, кто такие Джессика Лоуренс и Лиам Хемсвуд.
ЛАПОЧКА: Дженнифер Лоуренс и Лиам Хемсворт. Актеры из фильма „Голодные игры“.
ЛИНДА: Не читала, не стану читать. Не смотрела, не стану смотреть. Нет времени.
ЛАПОЧКА (злобно): Реже ебитесь, появится время.
ЛИНДА (добродушно): Всех книг не перечитаешь, всего голливудского говна не пересмотришь. Ты что-то не поняла, Лапочка. Наши попытки эффективного использования времени, справедливое разделение труда и сознательное ограничение социальной активности направлены исключительно на повышение качества, количества и частоты ебли. Понимаешь?

* * *
Думать о нем, тосковать, ждать с нетерпением. Погрузиться в него, как в свет. Скинуть на пол заботы. Почувствовать зарождение тепла внизу живота. Утонуть в его глазах, в его запахе, в его объятиях. Быть влюбленными, свободными, настоящими. Быть вдвоем во всей Вселенной. Всего то.

Пока мы не насытились любовью, пока мы испытываем желание, пока близость такая пронзительная, жаркая, сладкая, мы будем ебаться.

Послушай, мы примитивные: мы утоляем наш голод оргазмами. Пока его тело дарит мне наслаждение, пока моя кожа истончается от его ласк, пока мое лоно становится горячим и податливым, мы будем ебаться.

Лишь бы к нему прикоснуться. Припасть губами к его вискам, его векам, его шее. Целовать ему пальцы, ключицы, грудь. Терять чувство пространства и времени. Ощущать его в себе. Абсорбировать эмоции. Растворяться. Вздрагивать, пульсировать и содрогаться от рыданий. Засыпать, видеть сны и сразу забывать.

Он — Жизнь. Я им живу. Я им дышу. Мне безразлично, кто такая Китнис.

Das Mitternachtsgewitter

Ein lauter grollender Knall weckt uns. Das Mitternachtsgewitter kommt von Südwesten her auf und vergrault den schwülen Tag. Der tosende Sturm reißt die Wolkendecke auf, so dass der Mond, der sich dahinter verbirgt, den Garten in ein falbes Licht taucht. Der Wind heult und tobt. Er zerzaust die Sträucher. Die Regentropfen prasseln, poltern und trommeln gegen das Fensterglas. Eine Tür fällt ins Schloss, und als der Donner gegen das Haus kracht, als beabsichtige er die steinernen Wände zu zerkrümeln, sie bis auf die Grundmauer niederzureißen und zu zerstören, bellen im Stall die Hunde.

Ein Blitz erhellt kurz darauf den Hof; die Luft knistert wie elektrisiert. Die Blitze, wie Feuer, flammen am Himmel auf. Blitzlichter lodern und folgen unentwegt aufeinander. Der Regen rauscht im zartgrünen Laub der Pfirsichbäume, die in großen Kübeln auf der Veranda wachsen und schlägt in die staubigen Physiognomien der Bäume. Monströse düstere Wolkengeschwader ziehen in rasender Geschwindigkeit vorbei. Furiose Donnerschläge erschüttern das Dach und verebben in einem ungeduldigen Grölen. Das Wasser in den Dachrinnen bildet unzählige sprudelnde Bäche, die sich sintflutartig auftürmen, nur um wieder die Treppen herunterzustürzen und in riesigen Pfützen zu verschwinden. Der Regen hämmert durch jede Ritze. Es rattert und knattert. Es lärmt. Der Garten wankt gespenstisch in der dröhnenden Finsternis zwischen Realität und Illusion, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Das heftige Sommergewitter wütet. Der Regen pulsiert und pocht wie eine lebendige Kreatur. Die Blitze züngeln. Ein kühler Luftzug tanzt gelassen im Raum umher. Während die Welt im Abgrund versinkt, zerbricht und wiedergeboren wird, finden wir wieder zueinander und lieben uns — behutsam, zärtlich, gefühlvoll.

Wir entzünden die Kerze der Liebe. Du liegst nackt in meinen Armen. Du bist wunderschön, warm und zerbrechlich. Ich schließe Deine Augen mit den Küssen und zeichne die Linien Deiner Lippen mit meinen Fingern nach. Ich will Deine Lust entfachen. Mein Mund sucht Deinen Mund, und wir küssen uns bis zur Vergessenheit. Gib bitte nach, gib Dich mir hin, finde in der Hingabe Erfüllung. Lebe mit mir in einem verrückten Traum. Verbinde Dich mit mir in einer Fantasie. Zusammen können wir eine Wirklichkeit erschaffen aus dem Chaos.

Ich küsse Dich ungeduldig und überlasse mich Deinen Küssen. Ich beiße in Deinen Hals und berühre Deine Drosselgrube. Ich vergrabe meinen Kopf an Deiner Brust. Meine Hand tastet nach Deinem Bauch, umklammert Deine Taille und gleitet hinab in den Schoß. Meine Finger schieben sich sanft zwischen Deine Beine. Mein Blick ruht auf Dir. Ich genießen Dich, schmecke Deine salzige Haut, spüre, wie Dir die Feuchtigkeit zwischen die Schenkel aufsteigt, höre Deine Stimme, die mich um Erlösung bietet, sehe, wie Du Dich windest und Deine Hüften vorschiebst.

Ich halte Dich festgepresst an meinen Körper, schüre mit meinen Liebkosungen die Glut in dem Deinen. Du bist hemmungslos, ungezügelt, ohne Scham. Dein Schoß brennt und fiebert. Er öffnet sich und verlangt nach mir. Dein Atem fliegt; der Herzschlag verschnellert sich. Du keuchst und stöhnst leise auf. Ich hebe Deine Arme über den Kopf. Ich dränge mich an Dich und senke mich auf Dich nieder. Ich dringe vor, durchdringe Dich, dringe in Dich ein und aus — in Deine Gefühle, in Deine Sinne, in Dein Geschlecht —, zuerst langsam und ruhig, als hätten wir alle Zeit der Welt, dann immer ungestümer, bis Du es nicht mehr aushältst, Dein Gesicht in meine Schulter hineindrückst, und bebst, und zitterst, und Deine Seele in die meine aushauchst. Unsere Verschmelzung krönt ein heftiger Orgasmus, der die Begierde bis zur Erschöpfung befriedigt. Dann wickelst Du Dich in ein Laken ein.

Eine Stunde später ist der Spuk vorbei. Das Gewitter zieht ostwärts ab. Der Regen flüstert sachte. Als die Geräusche allmählich verhallen, und der Mond silbern durch die Fensterläden scheint, schlummern wir ein, — engumschlungen, eingelullt in die selige Sommernacht wie in die Umarmung der Liebe.

Aufbruch nach Blaubeerpandora

Endlich! Es donnert. Es blitzt. Es regnet in Strömen. Die Bäume jubilieren. Die Pferde sind aufgewühlt. Die Katzen sitzen unter dem Bett und verfassen Beschwerdebriefe an Greenpeace. Im Wald wächst der erste Pilz.

Gleich werfe ich meine Kleidung weg und hüpfe in jede Pfütze hinein, die sich mir in den Weg stellt.

* * *
M.: Früher hättest du mich ins Gebüsch gezerrt und verunehrt. Ich bin enttäuscht. Was ist passiert?
L.: Ich bin eine alte weise Frau geworden, die an ihren Lebensabend denkt. Jetzt mache den Mund zu, ziehe den Badeanzug an und folge mir. Die Blaubeersträucher sehen so einladend aus. Lass uns aufbrechen. Warst du auf Pandora?

Zitruseis

M.: Hast du das Eis schon immer so gegessen oder provozierst du mich einfach gern?
L.: Du bist nicht der Mittelpunkt meines Universums, Michael.
M.: Das ist schade, Linda, denn du bist der Mittelpunkt meines Universums. Und das, was du gerade mit deinem Mund machst, berührt mich durchaus.
L.: Ferkel. Ich bin nicht diejenige, die ständig an Blowjobs denkt.
M.: Nein, wirklich nicht. Ich habe auch nicht bemerkt und weise dich nicht darauf hin, dass du die Parallelen sehr wohl wahrgenommen hast. Noch ein Eis gefällig? Ein größeres? Ich denke übrigens nicht ständig an Blowjobs. Ich will dich nur lecken, küssen, streicheln, liebkosen, ficken und – das will ich allerdings ständig. Verklag mich.

Nö, werde ich nicht :D

Kupferne Hochzeit

L.: Hat unsere Ehe nach sieben Jahren Patina angesetzt?
M.: Hast du den Wodka gefunden?
L.: Nein, ich habe von der Schwarzen Tollkirsche genascht.
M.: Nimm Abstand davon. Mach mir bitte keinen Kummer.
L.: Hast du gewusst, dass das siebte Ehejahr verflixt sei? Die Routine kehrt ein. Die Liebe bedarf sorgsamerer Hingabe und neuer Impulse.
M.: Findest du, wir hätten zu wenig Sex?
L.: Es geht nicht darum.
M.: Es geht immer darum.
L.: Höhlenmensch! Es geht um Respekt und Toleranz.
M.: An mir soll’s nicht liegen. Um sieben bin ich zu Hause. Ich werde dich gefühlvoll tolerieren; du darfst mich beim Respektieren viel härter anpacken. Sei nicht scheu. Hast du mit „neuen Impulsen“ eine neue fantasiereiche Stellung gemeint? Ich bin für jeden Vorschlag offen und zu jeder Schandtat bereit. Unsere gegenseitige Hingebung wird hoffentlich mit Stöhnen und heftigen Muskelkontraktionen ausklingeln. Eine schöne Vorstellung.
L.: Idiot! Ich brauche Kupferteller, Kupferkelche, Kupferflaschen, Kupfervasen, Kupferlampen und Kupferstiche.
M.: Kein Problem. Alles da. Alles in Reichweite. Ich habe nämlich vor sieben Minuten eine Manufaktur erworben, die sich auf die Herstellung von Kupfergegenständen spezialisiert. Um sieben werde ich dir die Kupferwelt zu Füßen legen. Werden wir eigentlich irgendwelche mythischen Traditionen oder Bräuche zelebrieren?
L.: Freilich. Wir werden uns Kupferkessel über den Kopf stülpen, nackig im Wald umherlaufen und die Dorfbewohner das Fürchten lehren. Später in der Nacht werden sie uns, mit Fackeln und Heugabeln bewaffnet, aufsuchen. Die Frösche werden gebraten. Bier und Wein werden reichlich fließen. Man wird tanzen. Man wird singen. Die Ernte wird verbrannt. Das Haus wird angezündet.
M.: Herrlich. Ich freue mich darauf. .אילת, אני אוהב אותך
L.: Vollidiot! Ich lege auf.

Das siebte Ehejahr war überwältigend.
__________
Der hebräische Satz heißt übersetzt „Ich liebe Dich, Ayelet!“; אַיֶלֶת (ayelet) steht für ein Reh und ist ein Frauen–vorname; אַיֶלֶת הַשַׁחַר (ayelet haschachar) bedeutet das Reh der Dämmerung, den Morgenstern. Warum wohl?

Der Apologet der Romantik

Ein zärtlicher Kuss auf den Hals. Die Finger wandern sanft am Schlüsselbein entlang. Seine Hand liebkost meine Haut und verweilt auf der Brust unterhalb der Drosselgrube.

Ich lächle ihn an. Ich blicke in seine Augen. Er beugt sich über mich und flüstert verschwörerisch:

„Und, hast du in deinem Leben schon mal einen Schildkrötenporno gesehen?“

Viele halten ihn für arrogant, zynisch und skrupellos. Blödsinn! Der Mann ist ein Romantiker, wie er im Buche steht.

Sir Walter Scott, Edgar Allan Poe und Clemens Brentano würden sich für ihn sofort verbürgen.

Черенкование палых слов

Ты проникаешь в мою кору. Ты изливаешься в мои сосуды. Ты насыщаешь мое сердце нежностью и утоляешь мое желание шепотом. Я погружаю в мое дыхание стебли твоих палых слов, и они пускают корни. В полнолуние под тревожное уханье ночи я присыплю садовую землю пеплом сгоревших строчек, полью слезами и прошепчу заклинание над спящими почками, в которых прячутся желтые зонтики.

В городе безумствует дождь. В глубоком небе тонут стаи воронов. Я верю в наше с тобой бессмертие. Я верю в бесконечность. Нас никогда не засыпет червонными листьями. Нас не поглотит холодный северный ветер. Мы не ляжем камнем на дно осени. Души наизнанку. Крылья распахнуты.

Прильни ко мне. Обними меня крепко. Посмотри мне в глаза. Коснись губами виска, и твои мысли запутаются в моей буйной кроне. Я люблю тебя, потому что я люблю тебя потому что я люблю тебя потому что я люблю тебя.

Wortlos

Heute ist Dein Geburtstag, Baby. In allen Sprachen, die ich beherrsche, in allen Sprachen, die Du verstehst, suche ich seit einiger Zeit nach passenden Worten, mit deren Hilfe ich meine Liebe zu Dir ausdrücken könnte und begreife, dass diese gar nicht existieren.

Wie kann ich ein Gefühl beschreiben, das mich zum Lachen bringt und mir Flügel verleiht? Ich baue ein Wolkenschloss und verliere mich völlig in einem Labyrinth aus Träumen. Ich begleite Dich zum Nordpol und wohne einen Winter lang dem Zauber der Aurora borealis bei. Ich entledige mich meiner Kleider unter dem Regen und laufe nackt durch die Pfützen. Ich steige nachts auf das Dach unseres Herrenhauses und schreie laut in den Himmel, dass ich Dich liebe.

Wie male ich ein Gefühl mit Aquarellfarben, das ich gleichzeitig in einer vergessenen Krypta hinter verschlossenen Türen unter einer zerstörten Kirche verstecken und in den bekanntesten Galerien ausstellen will, um damit schamlos anzugeben.

Wie fotografiere ich ein Gefühl, die Fotografie einrahme und an die Wand aufhänge, auf dass ich sie betrachte, wenn Du nicht in der Nähe bist?

Und weil ich es nicht weiß, starre ich Dich wortlos an und warte ungeduldig darauf, dass Du aufwachst, mich anlächelst, mich küsst und umarmst.

Heute ist Dein Geburtstag, Baby, aber ich bekomme die Geschenke.

Umgeschriebenes Geburtstagsgedicht

Während Du ruhig daliegst geborgen in meiner Liebe, lausche ich Deinem Herzschlag und überlege mir, wie gerne ich Dich doch nachbilden würde mit meinen nackten Worten. Ich taste mit der Hand nach Dir und forme mit den Fingerkuppen die feinen Gesichtszüge nach: die kornblumenblauen Augen, die schmale Nase, den vollen Mund.

Ich wecke Dich zärtlich mit meinen heißen Lippen. Nicht nur Dein Verlangen erwacht langsam aus dem Schlaf, sondern auch die Gefühle, Hoffnungen und Sehnsüchte. Ich küsse Dich heil, ich küsse Dich wach, ich küsse Dich immer wieder. Ich liebe Dich, ich liebe Dich wach, Du verliebst Dich neu in mich.

Mit meinem gierigen Körper finde ich Dein Herz. Mit meiner glühenden Haut tröste ich Deine Seele. Ich atme Deinen Geruch ein, ich trinke Deinen Atem aus, ich hauche vorsichtig meine Seele in die Deine hinein.

Hey, wach auf! Ich habe für Dich ein Geschenk.

Der Tag des Schachs

M.: Apropos UNESCO
L.: Niemand hat die UNESCO erwähnt.
M.: Lass mich ausreden, Frau. …heute ist der Tag des Schachs.
L.: Faszinierend. Hier, ich verleihe dir feierlich eine Marille als Zeichen meiner Wertschätzung und Anerkennung deiner Verdienste um die Aufklärung meines Volkes. Fortan bist du der Ritter der Reifen Marille.
M.: Welch eine Ehre. Ich bin gerührt. Eigentlich wollte ich dir eine Partie Schach vorschlagen. Der Gewinner1 tröstet den Verlierer mit einem Blowjob. Was?! Wohin gehst du?

Ich brauche dringend die gusseiserne Bratpfanne und den Besen, die Insignien meiner Macht. Heute scheuche ich ihn über die Erdbeerfelder, jage durch die Wälder und folge ihm bis in den Teich.

Nächste Woche werde ich ihn vergöttern, anbeten und verwöhnen. Ich werde ihm dienen und jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Versprochen. In Florenz werde ich zahm wie ein Lämmchen sein.
__________
1Gewinner – Ich habe noch nie ein Spiel gegen Michael gewonnen.

„Jenseits“

Am 14. Juli vor 24 Sommern hatte mich mein Mann das erste Mal geküsst1. Meine Hände zitterten. Meine Beine knickten weg. Mein Herz raste. Vier Tage später habe ich das erste Mal mit ihm geschlafen2.

* * *
Ich war zehn, als die Engel der himmlischen Kanzlei mir das wertvollste Geschenk zuteilwerden ließen. Seine Großeltern Hannah und Konstantin brachten ihn zu uns zum Kennenlernen. Ich tobte und kreischte: „Mutter, ich will ihn nicht. Ich werde nicht russisch mit ihm sprechen.“

Ich habe mich geirrt.

Er ist mein Schicksal. Wir bergen eine Seele. Er hat mich zur Frau genommen. Ich habe ihm fünf Kinder geschenkt. Russisch ist unsere erste Sprache gewesen, weder Deutsch noch Englisch, weder Farsi noch Ivrit. Meine schönsten Liebesbriefe an ihn habe ich in Russisch verfasst.

* * *
Zwei Jahre drückten wir gemeinsam die Schulbank in Mainz. Vier weitere Jahre brauchte er, um das Abitur von einem Londoner Internat zu erhalten. Er langweilte sich. Poor baby. Die Genies sind ungeduldig. Er hatte die Scheiße satt.

* * *
Am 14. August vor 24 Sommern war ich fast sechzehn. Die Sonne schien. Die Raben stritten. Ich unternahm eine Wanderung um meinen damaligen Freund herum wie eine graziöse Saiga. Ich zwickte, schubste und pöbelte ihn an. Zärtlichkeit, Wärme, Zuneigung erfuhr ich selten. Da blieb plötzlich ein Junge, der über den Bürgersteig entlang der Straße ging, direkt neben uns stehen und drehte sich um. Ich schaute ihn düster an: „Was glotzt du? Kenne ich dich? Ich kenne dich, nicht wahr? Миша?!“

* * *
Es war am späten Abend. Es regnete in Strömen. Ich hatte nicht vor, seinen Kuss zu erwidern. Ich hätte nie zugegeben, dass ich die ganze Nacht an ihn dachte. Die Schmetterlinge waren erwacht. Als er mir beim nächsten Wiedersehen sagte: „Ich habe an dich gedacht.“, antwortete ich stolz: „Und? Ist das mein Problem?“.

* * *
Unsere Gefühle haben den Verlust unseres Sohnes, unsere Trennung und eine abgrundtiefe Krise überdauert. Ohne Richards Hilfe, ohne Michaels Mut, wäre unsere Liebesgeschichte eine Trilogie geblieben: „Paradies“, „Erde“, „Hölle“.

Wir sind bei „Jenseits“3 angelangt. Vor acht Jahren haben wir ein neues Kapitel aufgeschlagen. Jetzt sind wir glücklich.

Bald fliegen wir nach Florenz4, in die Heimat meiner Ahnen und für eine kurze Zeit wird er nur mir gehören.
__________
1perché forte come la morte è l’amore (русский, Deutsch, English)
2Über außerirdische Entitäten
3А Love Story in Five Pictures (русский)
4La bellezza di Firenze (русский)

Мое прибежище

Мишка говорит: я верю в нас, на этом моя вера заканчивается, этого достаточно, чтобы быть счастливым, с тобой, с детьми, с друзьями, с животными, с работой. Мы научились жить равномерно, без ссор, без драм и без погромов. Мы научились любить в глубину. Мы научились любить спокойно, без предательств, без лжи и почти без ревности. Наша любовь циклическая.

Мишка говорит: я люблю тебя с четвертого класса, я любил тебя раньше, я люблю тебя сейчас, я любить тебя буду всегда. Мы научились оберегать нашу любовь, это согревающее чувство, которое живет в нас и обволакивает паутиной света наш дом. Мы научились беречь друг друга, ограждать от ночи, быть милосердными, когда говорим правду, доверять и прощать. Когда я смотрю в ясное небо его глаз, я теряюсь и нахожу себя сызнова. Мой мир отражается в этом небе. Когда он улыбается исподлобья, я забываю и вспоминаю все, что имеет значение. Когда он заключает меня в объятия, фантомные скелеты моих крыльев начинают свербеть, обрастая новой плотью — перо за пером. О, какими сильными были у меня крылья. О, какой я была бесстрашной.

B Мишкe мое спасение. Мишка отдавал, и отдавал, и отдавал, ничего взамен не требуя, отворял душу настежь и осыпал меня всем, что имел: восторгом, преданностью, простодушием, дружбой и любовью. Мишка стал источником всего, чего мне остро не хватало: доброты, понимания, радости, счастья и ласки. Я нашла в Мишкиной любви прибежище. Без Мишки меня не существует.

Who is Ethan?

L.: Was verstehst du schon von Frauen?
E.: Was verstehst du schon von Männern? Hast du einen nackten Mann aus der Nähe betrachtet?
L.: Nein, ich fiebere diesem aufregenden Ereignis noch entgegen.
E.: Also, wenn du möchtest, wäre ich bereit…
L.: Nein, nein. Sei mir nicht böse, aber du bist nicht mein Typ.
E.: Ehrlich? Wer ist denn dein Typ?
L.: Ich vergöttere schwangere Kobolde mit Glatzen.
E.: Das ist einleuchtend. Sogar ich bin bei dieser Beschreibung steif geworden.
L.: Eine faszinierende Geschichte. Lege sie für die Enkel nieder.
E.: Witzig. Hast du nicht behauptet, Frauen wählten oft Männer, die ihren Vätern ähnlich aussähen?
L.: Die Hypothese vertrete ich weiterhin.
E.: Ich habe deinen Vater doch gekannt. Er war größer als ich.
L.: Er hat leidenschaftlich gerne High Heels getragen.
E.: Was du nicht sagst. Er hatte keine Glatze.
L.: Rabenschwarz, lockig, voll? Eine osteuropäische Echthaarperücke.
E.: Diesen Verdacht hegte ich insgeheim.
L.: Es freut mich, dich aufgeklärt zu haben. Mein Vater war eigentlich blond. Viel blonder als Richard.
E.: Besitzt dein Bruder auch osteuropäische Echthaarperücken?
L.: Er ist weltoffener. Seine Kollektion der Echthaarperücken ist exquisit.
E.: Weiß er davon?
L.: Ich äußere mich nicht zu dem Sachverhalt.
E.: Vernünftig. Was ist mit der Schwangerschaft?
L.: Edles Korsett. Ich entsinne mich mit Vergnügen dieser sorglosen Zeiten. Mein Vater stand auf, frühstückte, duschte. Meine Mutter schnürte sein Korsett eng. Hach. Ich schenke dir eine erotische Korsage aus Satin mit zarter Spitze zum Geburtstag.
E.: Zu gütig. Ich fühle mich überwältigt. Ist deine Liebe zu mir so stark, kleine Lügnerin?
L.: Ich lüge nicht. Ich interpretiere die Wirklichkeit. Mein Mann gehört einer Nation von Geschichtenerzählern an.
E.: Welche Nation ist das präzise?
L.: Wahrscheinlich alle fünf. Zur Intensivierung des Effekts.
E.: Warum hast du dich für ihn nur entschieden?
L.: Ich leide Tantalusqualen. Jetzt ziehe die Decke nicht über deine Hüften. Entehre mich, bevor er nach Hause kommt.
__________
About the Nation of Storytellers in My Life

Die Meilensteine

„Was willst du hier, Muttersöhnchen? Verpiss dich von meinem Grundstück!“
„Heiliger Himmel, du bist wunderschön.“

Dies waren die Worte, die mein Mann und ich vor zehn Jahren nach einer 6-jährigen Trennung miteinander wechselten.

„Der Mond ist auf die Erde gestürzt… Was war das denn? Wann hattest du das letzte Mal Sex?“
„Vor sechs Jahren. Alles Andere war Masturbation: egal, ob mit der Hand oder mit einem Frauenkörper.“

Dies waren seine Worte, nachdem ich das erste Mal Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr. von ihm gehört hatte. Es bedurfte einer Nichtigkeit: acht Jahre zusammen, sechs Jahre in parallelen Wirklichkeiten. Ich verhielt mich unnachgiebig. Es waren immerhin fast zehn Minuten seit unserem Wiedersehen verstrichen, bevor er in mir das erste Mal in dieser Nacht kam.

„Heirate mich.“
„Wie bitte? Ich habe dich nicht verstanden.“
„Du hast mich verstanden. Heirate mich. Ich bin kein schlechter Mann. Du wirst es gut bei mir haben.“

Wir lagen im Bett. Mein Bauch wölbte sich. Ich habe nie an unserer Ehe gezweifelt.

„Gott, was machen wir jetzt?“
„Sorge dich nicht. Wir schaffen das. Ich werde jedes Kind großziehen, das du mir schenkst.“

Wir hegten ein Baby um. Wir erfuhren gerade vom Gynäkologen, dass ich mit Zwillingen schwanger bin. Mein Herz rutschte in die Fersen. Für einen kurzen Augenblick sah ich, wie das Blut aus seinem Gesicht wich.

Ich bin stolz auf meinen Mann. Sein Wille ist ehern. Ich werde mich nicht mit fremden Federn schmücken, obwohl er oft genug betont, dass hinter einem erfolgreichen Mann immer eine starke Frau stehe*.

Ich glaube, ich hatte keinen Vogel abgeschossen. Der Phönix selbst ging freierdings in mein Netz. Zu seinem Versprechen bekennt er sich bis heute. Er kümmert sich inbrünstig um meine Kinder, und sie schauen zu ihm auf.

Die Romantik ist überbewertet. Nur die Taten zählen. Gestellte Fotografien in sozialen Medien verwandeln das Leben nicht in ein Märchen.

Fata Morganas bleiben Fata Morganas. Die Erzengel sind echt.
__________
*Wer ist der Autor dieses Zitats?

et lucifer oriatur in cordibus vestris*

L.: Your stepmother told me I bring light into the world.
M.: I am come a light into the world, that whosoever believeth on me should not abide in darkness1. Und wir wissen genau, wer der Lichtträger ist.
L.: Und wir wissen genau, wessen Großmutter Morgenstern hieß. Wie ist es eigentlich, wenn einem sowohl der Erzengel als auch der Drache2 innewohnt, der verschmäht und in die Hölle hinabgestürzt wird? Beide sind Krieger. Beide sind Lieblingssöhne. Der tugendhafte botmäßige Zelot gegen den rebellierenden Verführer, in einem äonenlangen erbitterten Kampf um die Gunst des Vaters gefangen.
M.: Inconsistency, disunity, emotional turmoil. I wage my war. I have my moments. Es ist überraschend idyllisch hier, tief im Abgrund der ewigen Verdammnis.
L.: Natürlich. Wozu zweifeln und staunen? Ich teile mein Leben mit dem Fürsten der Finsternis.
M.: Ich liebe die Demiurgin der Wollust und der Sünde. We are far from perfection. Just concede defeat and I will bestow the most magnificent panoramic view over my entire empire upon you. I promise.
L.: You mean our bed?
M.: That’s exactly what I meant. You’re such a smart woman, dearest.
__________
*II Petri 1,19 VUL
1John 12:46 KJB
2Offb 12,7

* * *
3:30 Uhr. Die Zeit für einen gemütlichen Spaziergang mit den Zerberussen. Wir haben eh nicht geschlafen.

Linguistische Paradigmata

L.: Michael, was machst du?
M.: Siehst du’s nicht? Ich liege auf der Couch und denke Gedanken.
L.: Du denkst Gedanken?..
M.: Ich denke Gedanken! Was passt dir nicht daran? Manchmal träume ich Träume. Manchmal fantasiere ich Fantasien. Willst du mit mir einen Fick ficken?
L.: Einen Fick ficken entspricht nicht ganz dem Paradigma, wessen du dich so großzügig bedienst.
M.: Wen interessiert’s?! ich bin Ausländer. Ich bin kein Linguist. Runter mit dem Höschen.

Ich überlege gerade, auf welche Art und Weise ich ihn töten werde… Hat jemand den wütenden Mob gesehen?

Knigge für Ferkel

M.: Kaufe dir ein Kleid und neue Schuhe.
L.: Nachdem ich diese Worte das letzte Mal aus deinem Mund gehört hatte, stolperte ich, stürzte, bettete mich auf die kühlen Stufen eines Nobelrestaurants – in einem Interieur aus Gold, Spiegeln und Kronleuchtern; das seidene Kleid geschickt um den Hals gewickelt –, und kam Ilja so nah, wie sonst keinem deiner Freunde.
M.: Ich gebe zu, du sahst dabei unbegreiflich würdevoll aus: Grazie, Anmut… die Zierde der Marmortreppe par excellence. Die Zeit erstarrte. Der flüchtige Zauber des Augenblicks hallte nach. Venus erblasste vor Neid. Achtzehn Monate harter Arbeit und Disziplin auf dem Übungsgelände hatten sich gelohnt. Wäre ich an Iljas statt, griffe ich bestimmt nach deinem Po, nicht nach dem Schenkel.
L.: Verderbtes Ferkel.
M.: Apropos Verderbtheit: Erwähne nochmals seinen Namen mit einem schwärmerischen Lächeln, und ich werde dich einkerkern. Warum trägst du nie den eleganten Kartoffelsack, den ich dir geschenkt habe?
L.: Ich überlasse ihn dir.
M.: Zu kurz. Frau würde meine Beine sehen.
L.: Hör auf. Ich werde wuschig. Deine Beine vertrügen allerdings eine gründliche Rasur. Rasieren, Epilieren, Waxing, Shugaring, Alexandritlaser?
M.: Vergiss es. Ich bin wie Sampson, meine liebe Delila. Werde ich der Körperbehaarung beraubt, schwindet meine Kraft, auch die Manneskraft. Stelle dir all die desperaten Nächte vor, in denen du vollkommen nackt, glühend und zitternd vor Verlangen, unter die Decke schlüpfen und mit mir stundenlang über Belanglosigkeiten reden müsstest.
L.: Blanker Horror.

* * *
M.: Benimm dich. Falle nicht unangenehm auf.
L.: Was heißt das schon wieder? Darf ich nicht am Tisch schmatzen, auf dem Tisch tanzen oder neben dem Tisch gemütlich der Ruhe pflegen?
M.: Tue mir den Gefallen.
L.: Kann ich mindestens versuchen, dir unter dem Tisch einen zu blasen?
M.: Gegen solchen vernünftigen Vorschlag ist nichts einzuwenden.

* * *
L.: Darf ich mit deinen Geschäftspartnern tändeln?
M.: Nein.
L.: Darf ich sie berühren?
M.: Auf gar keinen Fall.
L.: Aber es ist angebracht, wenn du deine Hand auf mein Knie legst?
M.: Ja. Du hast schöne Knie. Ich bin willenlos in deiner Nähe.
L.: Du hast einen schönen Bauch. Trotzdem fasse ich nicht in deine Hose.
M.: In meine Hose? Denkst du wirklich an den Bauch? Sei ehrlich. Schäme dich nicht deiner Sehnsüchte.

* * *
L.: Gehen wir nach dem Geschäftsessen tanzen?
M.: Wenn du möchtest. Später dann gehen wir in ein Hotel, wo ich dich ordentlich durchpfeffern werde.
L.: Durchpfeffern… Charmant.
M.: Ich bin ein Mann von guter Erziehung. Ich entstamme einer langen Reihe von Generälen.
L.: Ich bin ein simples Bauernmädchen. Pfeffere dich selber durch.

Die Tage huschen an mir vorbei schneller, als ich zwinkere. Mit dem Schreiben komme ich nur nicht hinterher.

Das Bildnis der Pimpinelle H.*

M.: Frau, du bist so eine… Pimpinelle.
L.: Pimpinelle ist kein Schimpfwort, mein ungebildeter Freund.
M.: Da wurdest du falsch informiert.
L.: Klappe halten. Ich bin reizend.
M.: Du hast ja keine Ahnung, wie sehr du mich manchmal reizt.

* * *
Ich gehe heute mit diesem unverschämten Kerl zu einem Geschäftsessen. Ich werde kein Höschen tragen :D

Baby, hast Du mich verstanden?
__________
*Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde

Hexen & deren Kraftfahrzeuge

I.: Partnertausch?
L.: Wie bitte? Ist das ein russischer Brauch? Ich bin Ethnologin. Ich füge mich in mein Schicksal.
I.: Wodka, Kaviar, Partnertausch. Ich meine bloß, fährst du bei mir mit oder bei deinem Mann?
L.: Wem? Ich weiß nicht, wer das ist.
M.: Dafür wirst du Buße tun, mein Täubchen.
L.: Das hoffe ich stark. Das war die geheime Absicht der Aussage.

* * *
L.: Ich habe bis dato gefahren… snowmobiles, jetskis, rock crawlers, dune buggies, beach buggies and now – a quad. Gibt es solche Gefährte auch für den Himmel?
I. (schmunzelnd): Gefährte für den Himmel…
L.: Was? Zu abgehoben für den feinen Herrn? Klingt Töfftöffs vertrauter?
I.: Ich bin mit Gefährten zufrieden. Da wären… Drachen, fliegende Teppiche, Santas Schneeschlitten.
L.: Aha. Ich bin von Vollidioten umgeben.
I.: Gleich und gleich gesellt sich gern. Sie erkennen sich in dir wie in einem Spiegel. Seufze nicht. Ich habe gescherzt. Ich wollte dich zum Lächeln bringen. Ernsthaft, Luftfahrzeuge: Luftschiffe, Gleitschirme, Flugzeuge.
L.: Ab und zu verprügle ich unverschämt witzige Männer. Aus Spaß halt.
I.: Das glaube ich dir. Ich versuche gerade, dich zu besänftigen. Setze dich doch ans Steuer.

* * *
L.: Wie heißen die Fahrzeuge, die wir gefahren haben?
M.: Geländefahrzeuge.
L.: Ilja hat sie anders genannt.
M.: ATV?
L.: Ja. Wofür steht die Abkürzung?
M.: All Terrain Vehicle.
L.: Ilja hat mich seins lenken lassen.
M.: Ist das ein Euphemismus?
L.: Oi. So ist er nicht drauf. Er ist nicht wie du.
M.: Er ist genau wie ich. Er hat einen Schwanz.
L.: Bist du eifersüchtig? Grollst du mit mir? Du hast gesagt, ich solle ihn verzaubern.
M.: Mit deiner Schönheit und deiner Redegewandtheit. Ich habe nie verlangt, dass du ihm deine Unterwäsche demonstrierst. Auf den Anblick seiner Hand, die auf deinem Schenkel ruht, hätte ich freiwillig verzichtet.
L.: Ich habe improvisiert. Er hat mich übrigens nicht begrabscht. Er hat mein Kleid gerichtet und mich aus einer peinlichen Lage befreit.
M.: Ich werde ihn für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen.
L.: Eigentlich bist du an allem schuld.
M.: Warum das denn jetzt?
L.: Du machst mich mit diesen großen klugen blauäugigen Männern bekannt, mit denen ich mich gut unterhalte und zu denen ich mich hingezogen fühle.
M.: Großartig. In Ordnung, ab sofort stelle ich dich ausschließlich schwangeren Kobolden mit Glatzen vor.
L.: Kennst du viele schwangere Kobolde mit Glatzen?
M.: Leave me alone.
L.: Du Baby…
M.: Don’t flirt with me. I am not in the mood.
L.: Liebst du mich?
M.: Nein, aber ich opfere mich für einen Fick mit dir.
L.: Auf der Toilette? Nein, danke, dem Club trete ich keineswegs bei.
M.: Dann schlafe ich eine Runde.
L.: Und falls das Flugzeug abstürzt, rettest du mich?
M.: Hände weg. Hast du deinen Besen nicht dabei? Fliege doch einfach davon.
L.: Ich bin eine moderne Hexe. Ich besitze einen Staubsauger.
M.: Meinetwegen einen goldenen Vibrator. Hauptsache, du bist glücklich.

Gott, wie ich ihn liebe!

A Short Film

M.: Hey… Woman?!
L.: What do you want? Go away.
M.: I got an erection. What do you think I want?
L.: Fascinating. Write an article about this sensation. I’ll post it.
M.: Should I take a photo?
L.: Shoot a short film.

I admit I’m sorely tempted to drop him off at the airport today, but the luggage is too heavy.

When in Russia

Blau, so blau.

* * *
“That’s not true. He’s neither an arrogant bastard nor a cynical dick. His smile is just adorable. He is charming, witty, and intelligent. He is… well, pretty much a frustrated teddy bear.”

Who would’ve thought? I’m in love with a frustrated teddy bear.

Майк таки Мишка.