Extremsport zum Wochenende

L.: Baby, was machen wir heute Abend?
M.: Wir besteigen den Mount Everest und segeln die Sieben Weltmeere um.
L.: Okay. Ich treibe „Bullets over Broadway“ auf. Du bestellst die Pizza.

* * *

H.: Ein wenig windig heute.
L.: Haley, übertreibe nicht so maßlos.

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Linguistische Paradigmata

L.: Michael, was machst du?
M.: Siehst du’s nicht? Ich liege auf der Couch und denke Gedanken.
L.: Du denkst Gedanken?..
M.: Ich denke Gedanken! Was passt dir nicht daran? Manchmal träume ich Träume. Manchmal fantasiere ich Fantasien. Willst du mit mir einen Fick ficken?
L.: Einen Fick ficken entspricht nicht ganz dem Paradigma, wessen du dich so großzügig bedienst.
M.: Wen interessiert’s?! ich bin Ausländer. Ich bin kein Linguist. Runter mit dem Höschen.

Ich überlege gerade, auf welche Art und Weise ich ihn töten werde… Hat jemand den wütenden Mob gesehen?

Bobos vs. Höhlenmenschen

L.: Kein vegetarisches Frühstück für dich.
M.: Erfahre ich auch den Grund dafür?
L.: Ich habe auf dich gewartet und zwei Männer belauscht, die eine halbe Stunde lang über Vorzüge von Amaranth und Quinoa diskutiert haben. Ich bin trocken wie die Sahara. Ich habe genug von Warmduschern. Sei du selbst: rüde, rüpelhaft und ungehobelt.
M.: Ich könnte dir die Niagarafälle anbieten. Was? Du hast mit den geografischen Vergleichen angefangen.

* * *
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The Wall

L.: Hast du den Sonnenaufgang gesehen?
M.: Schön.
L.: Holyrood Park. Hab‘ gehofft, meine neuen Freunde zu treffen.
M.: Die sind wahrscheinlich bereits abgereist.
L.: Isst du mit mir zu Mittag?
M.: Heute nicht. Leider.
L.: Gut. Dann gehe ich zu Henry und lasse mich von ihm quälen.

* * *
Henry, ein ehemaliger Bootneck/mein Lieblingscoach, ist vor kurzem von Carlisle nach Newcastle gelaufen.

14:12:46
110.8 km
7:42/km

Bloody hell! I should bow when I see him today, shouldn’t I?

Happy Father’s Day!

Haley: Was hast du Mike zum Vatertag geschenkt?
L.: Rote Rosen, Springbank 45yo und mich. Die Blumen hat unsere Große geklaut. Sie sind in ihrem Kinderzimmer zu bewundern. Den Whisky wird er bei Texas Hold’em mit seinen Kumpels an einem Freitag genießen. Ich wurde ausgepackt. Was hast du Daniel geschenkt?
H. (lachend): Motivsocken, aber er hat mich trotzdem ausgepackt.

Baby, we’re the lucky ones. You are the greatest and most precious gift from Heaven. We love you and we feel your love wherever we go. You’re the best father in the world. Every single day.

* * *
Am 29. Juni endet für die Horrorbrigade das Schuljahr. Danach werden wir mit Haley und Daniel, Nadja und Ilja von Edinburgh über Helgoland durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Glückstadt segeln*. 450 Seemeilen.

Hach, ich freue mich auf meinen Bruder, meine Freunde und meine Tiere.
__________
*Ahoi! Ahoi! Frau über Bord!

Knigge für Ferkel

M.: Kaufe dir ein Kleid und neue Schuhe.
L.: Nachdem ich diese Worte das letzte Mal aus deinem Mund gehört hatte, stolperte ich, stürzte, bettete mich auf die kühlen Stufen eines Nobelrestaurants – in einem Interieur aus Gold, Spiegeln und Kronleuchtern, das seidene Kleid geschickt um den Hals gewickelt –, und kam Ilja so nah, wie sonst keinem deiner Freunde.
M.: Ich gebe zu, du sahst dabei unbegreiflich würdevoll aus: Grazie, Anmut… die Zierde der Marmortreppe par excellence. Die Zeit erstarrte. Der flüchtige Zauber des Augenblicks hallte nach. Venus erblasste vor Neid. Achtzehn Monate harter Arbeit und Disziplin auf dem Übungsgelände hatten sich gelohnt. Wäre ich an Iljas statt, griffe ich bestimmt nach deinem Po, nicht nach dem Schenkel.
L.: Verderbtes Ferkel.
M.: Apropos Verderbtheit: Erwähne nochmals seinen Namen mit einem schwärmerischen Lächeln, und ich werde dich einkerkern. Warum trägst du nie den eleganten Kartoffelsack, den ich dir geschenkt habe?
L.: Ich überlasse ihn dir.
M.: Zu kurz. Frau würde meine Beine sehen.
L.: Hör auf. Ich werde wuschig. Deine Beine vertrügen allerdings eine gründliche Rasur. Rasierer, Epilierer, Waxing, Shugaring, Alexandritlaser?
M.: Vergiss es. Ich bin wie Sampson, meine liebe Delila. Werde ich der Körperbehaarung beraubt, schwindet meine Kraft, auch die Manneskraft. Stelle dir all die desperaten Nächte vor, in denen du vollkommen nackt, glühend und zitternd vor Verlangen, unter die Decke schlüpfen und mit mir stundenlang über Belanglosigkeiten reden müsstest.
L.: Blanker Horror.

* * *
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Das Bildnis der Pimpinelle H.*

M.: Frau, du bist so eine… Pimpinelle.
L.: Pimpinelle ist kein Schimpfwort, mein ungebildeter Freund.
M.: Da wurdest du falsch informiert.
L.: Klappe halten. Ich bin reizend.
M.: Du hast ja keine Ahnung, wie sehr du mich manchmal reizt.

* * *
Ich gehe heute mit diesem unverschämten Kerl zu einem Geschäftsessen. Ich werde kein Höschen tragen :D

Baby, hast Du mich verstanden?
__________
*Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde

Three Men in a Boat*

oder: Ab – nach Australien!

Ich ziehe Magisches an. Ich bin ein Schwarzes Loch. Keine blöden Witze, Michael! Mach deinen Mund zu, sonst töte ich dich. Vor einer viertel Stunde sind mir und den Höllenhunden vier wunderbar besoffene Gestalten im Holyrood Park begegnet: ein dürrer Riesenrentner mit schütterem Haar, in eine saphirblaue Jacke geheimnisvoll gehüllt, ein kleiner dicker Rentner mit schwarz gefärbter Haarpracht und eine ältere Frau in einem giftgrünen Pullover. Sie haben eine anregende Diskussion geführt. In Deutsch.

* * *
Schönheit in Giftgrün mit Einkaufsnetz: Schottland ist ein Scheißland. Ich will auswandern.
Schönheit in Saphirblau mit Dackel (unangenehm laut, torkelnd): Wohin?
Schönheit in Giftgrün mit Einkaufsnetz: Nach Russland.
Kleiner Dicker (sich kaum auf den Beinen haltend): Nach Australien?
Schönheit in Saphirblau mit Dackel: Nach Russland, sagt sie.
Kleiner Dicker (erhobenen Hauptes): Russland ist auch ein Scheißland.
Dackel: Anubis, mein Herr, befreie mich von dieser Qual. Ich werde nie mehr in einen Stiefel kotzen.
__________
*Three Men in a Boat (To Say Nothing of the Dog) by Jerome K. Jerome

Die Kunst der Malerei

Henry: Linda?
L.: Sie ist nach Sibirien ausgewandert.
H.: Wie ich dich vermisst habe.
L.: Das ist nachvollziehbar. Ich bin bezaubernd.
H.: Geez. Und so bescheiden. Kommst du zum Training?
L.: Nein. Ich bin zu beschäftigt.
H.: Was machst du?
L.: Ich sitze auf dem Balkon und bemale Bananen. Wo kann ich einen Axolotl kaufen?
H.: Wirst du ihn auch bemalen?

* * *
Kundgabe: Du! Hab‘ beschlossen, fett zu werden. Freunde Dich mit dem Gedanken an. Küsschen. Dein Weib.
Resonanz: Wer?

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Hexen & deren Kraftfahrzeuge

I.: Partnertausch?
L.: Wie bitte? Ist das ein russischer Brauch? Ich bin Ethnologin. Ich füge mich in mein Schicksal.
I.: Wodka, Kaviar, Partnertausch. Ich meine bloß, fährst du bei mir mit oder bei deinem Mann?
L.: Wem? Ich weiß nicht, wer das ist.
M.: Dafür wirst du Buße tun, mein Täubchen.
L.: Das hoffe ich stark. Das war die geheime Absicht der Aussage.

* * *
L.: Ich habe bis dato gefahren… snowmobiles, jetskis, rock crawlers, dune buggies, beach buggies and now – a quad. Gibt es solche Gefährte auch für den Himmel?
I. (schmunzelnd): Gefährte für den Himmel…
L.: Was? Zu abgehoben für den feinen Herrn? Klingt Töfftöffs vertrauter?
I.: Ich bin mit Gefährten zufrieden. Da wären… Drachen, fliegende Teppiche, Santas Schneeschlitten.
L.: Aha. Ich bin von Vollidioten umgeben.
I.: Gleich und gleich gesellt sich gern. Sie erkennen sich in dir wie in einem Spiegel. Seufze nicht. Ich habe gescherzt. Ich wollte dich zum Lächeln bringen. Ernsthaft, Luftfahrzeuge: Luftschiffe, Gleitschirme, Flugzeuge.
L.: Ab und zu verprügle ich unverschämt witzige Männer. Aus Spaß halt.
I.: Das glaube ich dir. Ich versuche gerade, dich zu besänftigen. Setze dich doch ans Steuer.

* * *
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From Russia with Love

Sollte ich Kaviar, Blini, eiskalten Wodka und die berühmte russische Gastfreundschaft überleben, sehen wir uns in acht Tagen beim Sonnenuntergang am Leuchtturm wieder.

* * *
L.: Gibt’s in Russland auch zärtliche Yeti -Männer?
M.: Hast du Fliegenpilze geraucht? Für dich gibt’s nur mich. Get used to it. Und jetzt – halt die Klappe. Hier ist deine Lieblingslektüre.
L.: Ein Thesaurus?
M.: Das Telefonbuch.

3 ;)

XX: Du bist also Single und dreifache Mama…
L.: Äh…
M.: Das ist richtig.
XX: Bist du ihr Freund?
M.: Nein, Liebhaber. Ich bin glücklich verheiratet und ziehe mit meiner Gattin fünf wunderbare Kinder groß.
XX (verdutzter Blick): Nett.

L.: Musste das sein?
M.: Wechsle nicht das Thema. Warum erwähnst du mich so selten, dass man denkt, du wärst vogelfrei?
L.: Ist das nicht offensichtlich? Ich schäme mich für dich.
M.: Ist dir klar, dass du mich gerade herausgefordert hast?

Erzengel und Linde: 101 Geschichte, 30 weitere als „privat“ gekennzeichnet
us: 363 Geschichten
kids: 294 Geschichten

Wie hält er es mit einer undankbaren Egoistin nur aus? Der Mann ist ein Heiliger.

* * *
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Hunde & Luxus

L.: Überleg mal, man kauft ein Haus, das fast 10.000.000 € wert ist. Luxusimmobilie aus der Gründerzeit. Am Flussufer gebaut. Wohnfläche über 1000 m2. Grundstück fast 2000 m2. 20 Zimmer. Swimmingpool, indoor.
Daffyd: Nebenkosten nicht inbegriffen. 43.000 für Grundbucheintrag. 500.000 für Grunderwerbssteuer. Der Makler bekommt 607.000, der Notar 128.000.
L.: 1.278.000 insgesamt.
D.: 11.278.000 insgesamt.
L.: Gibt es auch für solche Fälle Finanzierungsmöglichkeiten?
D.: Sicher. 3.300.000 Eigenkapital sind zwingend nachzuweisen. Bei einem Jahreszins von 1,28% erhält man von der Bank 8.100.000.
L.: Wie hoch ist die Monatsrate?
D.: Sollzinsbindung von 10 Jahren? Ungefähr 22.000.
L.: Krass.
D.: Na, entweder ist man wohlhabend genug oder man entscheidet sich lieber für ein einfaches Haus, das 160.000 kostet.
L.: Immer noch ein stolzer Preis. Meine Mutter hat immer gesagt: „Nimm nie einen Kredit auf, das Geld gehört der Bank. Heirate keinen reichen Mann, nur weil er reich ist, das Geld gehört ihm. Heirate keinen alten Mann, je älter sie werden, desto langweiliger sind sie.“
D.: Klingt weise.

Was denn? Worüber redet ihr bei einem Spaziergang mit den Hunden am Strand?

* * *
Das ist kein Hund. Das ist ein Schwein.

Female Honesty

XX: Du frisst wie ein Nilpferd und bist trotzdem dünn. Hast du Würmer?
L.: Yep. Sie heißen Pietro und Gianluca. Ich habe sie auf meiner Reise in die Toskana kennengelernt. Sie residierten in einem Apfel.

Wie schreibt man „Neit“ und „Mizgunst“ richtig?

* * *
XX2: Newlyweds?
L.: Newlyweds??? 18 years together. 5 kids, 2 dogs, 2 bunnies and the cat of the Apocalypse – Fräulein Fettel.

Ich wollte XX2, die ich vor diesem Geschäftsessen noch nie getroffen habe, umarmen und abküssen. Gesegnet soll ihr gutes Herz sein.

* * *
Anfang Juni werde ich Michael nach Russland begleiten: fünf Tage in Moskau, drei Tage in Sankt Petersburg.

Dreams do come true :)

SM

Letzte Woche habe ich [ausnahmsweise] mit zwei schönen Männern im Bett unter einem Dach gewohnt: Mike & Sam. Zum Frühstück gab’s Crêpes Suzette mit flambierten Orangen und Champagner. Wie dekadent.

Ich war im Himmel. Ich bin eine simple Frau.

* * *
L.: Können wir Sam behalten? Können wir? Können wir? Können wir? Bitte! Bitte, bitte.
M: Nein! Definitiv nicht. Schmachte ihn nicht vergebens an.
L.: Das ist schade. Er beherrscht Hochdeutsch und leugnet nicht, dass er deutsch ist. Erinnere mich, warum ich dich und nicht Sam geheiratet habe?
M.: Nix verstehen.
L.: Du verstehen nur das, was dir gefallen.
M.: Und? Was sein deine Problemen?
L.: Ich liebe einen Blödian. Das sein meine Problemen.

Foodporn

oder: Die hohe Kunst der Blamage

Der Frühling ist da. Die Katzen fliegen gen Norden. Und mein Ehemann nennt mich neuerdings eine Attraktion der wandelnden Peinlichkeiten. Aber egal, ich mag ihn trotzdem.

* * *
L.: Besteige mich.
M.: Wie bitte?
L.: Ich meine, decke mich.
M.: Gerne. Wo?
L.: Halt die Klappe. Ich habe mich versprochen. Stelle dich so, dass mich niemand sieht.
M.: Schade. Die Konversation hat vielversprechend begonnen, obwohl ich zugeben muss, mich über die Wortwahl doch leicht gewundert zu haben.
L.: Habe ich rote Ohren?
M.: Hast du. Fühle dich nicht verlegen. Die Farbe passt perfekt zu deinem Lippenstift.

Unterbewusstsein ist eine Bitch, dabei wollte ich bloß ein Foto machen.

Wo Gott* Urlaub macht

Für mich gibt’s weiterhin keinen Yeti :(

Der Schotte mit den kornblumenblauen Augen hat mich mal wieder manipuliert und nach Edinburgh verschleppt. So gemein *seufz, schluchz*
__________
*Der Herr ist uns zwar nicht begegnet, dafür aber viele merkwürdige Gestalten, allesamt – menschlich.

Falljökull glacier

Ist diese isländische Landschaft nicht zauberhaft?

Unser Hafen der Glückseligkeit für eine Woche. Wahrscheinlich bleibe ich hier für immer. Michael darf von meinem Traum nicht zu früh erfahren…

Eighth Wonder of the World

M.: Überfällst du mich? Ich habe doch geschlafen. Was gedenkst du in der Gegend zu finden? Dort wurden weder Smaragde noch Rubine versteckt, höchstens Fabergé-Eier.
L.: Ich interessiere mich für kein Geschmeide. Ich will ficken. Ich will einen dicken, prallen Schwanz tief in mir drin spüren. Sofort!
M.: Hilfe! Das kannst du von mir nicht verlangen. Schaue mich nicht lüstern an. Finger weg. Nicht anfassen. Die Schamröte steigt mir ins Gesicht. Ich bin ein keuscher Mann. Ich entsage dem lasterhaften Sinnenrausch und darbe in der Abgeschiedenheit meiner Betthälfte.
L.: Halt die Klappe. Ich bin geil und nass. Ich brauche es dringend.
M.: Großer Gott im Himmel! Ich werde deine Begierde nicht schüren. Vergiss es. Flüstere keine Schweinereien in mein Ohr. Berühre nicht meinen Körper mit deinen Brüsten, dadurch entsteht ein wollüstiges Kribbeln in der Eichel. Ich protestiere. Schmiege dich nicht an mich. Nein, hab‘ ich gesagt. Meine unsterbliche Seele… Was machst du bloß? Warum quälst du mich? Reibe nicht an ihm, wenn du das Wunder der Auferstehung nicht mit den eigenen Augen erleben willst.
L.: Das ist Blasphemie. Dafür wirst du in der Hölle schmoren, Ketzer.
M.: Gehinnom ist keine Hölle. Unsere Hölle sind unsere Frauen. Here we go. Satisfied, you demiurge of sin and lust, you demon of seduction? The Eighth Wonder of the World. Go on. Take it.

Natürlich tut mir Michael menschlich leid, aber er wusste genau, worauf er sich einlässt, als er die tückische Frage des Priesters mit „I Do!“ beantwortet hat.

Mamas‘ Willkür

Ich fuhr mit dem Bus zu einem Date. Der Busfahrer bremste plötzlich. Ich nieste, furzte, biss mir auf die Zunge und pinkelte vor Verlegenheit in die Hose. Alle haben gelacht.

* * *
Welche Frau würde freiwillig diesen peinlichen Vorfall mit der ganzen Welt teilen? Das Gerücht hält sich schließlich hartnäckig: Prinzessinnen kacken nicht.

Ich verhandle mit Michael:

„Du Baby [koketter Tritt gegen das Schienbein]…“
„Was willst du?“
„Wir haben noch Bier. Ich schlage einen burping contest vor. Der Verlierer macht den Abwasch.“
„Ich verzichte.“
„Feigling!“
„Ich bin nicht feige. Ich gehe keine aussichtslosen Wetten ein.“

Darn my luck! Ich bin keine Prinzessin und – ich bevorzuge die Au­to­fahrten.

* * *
Warum schämen sich viele Frauen für solche Fauxpas? Warum schämen sich keine Mütter, die in den ‚coolen Mamablogs‘ ihre Kinder bloßstellen: peinliche Bilder mit verschmierten Gesichtern, in der Badewanne sitzend, auf der Toilette hockend, fast nackt mit nasser Windel; liebevolle Beschreibungen des Erbrochenen, Details über die Konsistenz der Fäkalien oder die Farbe der Expektoration?

Begreifen sie nicht, dass die Kinder nicht ihr Eigentum sind, das sie nach Lust und Laune zu merkantilen Zwecken veräußern dürfen? Das sind einzigartige, neugierige, vorurteilsfreie kleine Menschen, die zu jungen denkenden Menschen heranwachsen und sich kaum dafür bedanken werden.

Und die verurteilen mich?!

Vergebt mir meine jugendliche Naivität. Ignorance is bliss.

Buddhistische Weisheit

L.: Was ist das?
M.: Ein Graffito in Leith.
L.: Wie willst du sterben?
M.: Ich habe keine Angst vor dir. Ich habe alle Bratpfannen und Nudelhölzer versteckt.
L.: Du bist ein kluger tapferer Mann.
M.: Ich würde gerne meinen Vierzigsten erleben.
L.: Das verstehe ich gut. Gehst du mit mir zum Schießstand?
M.: Nein. Ich unterstützte die Forderung nach schärferem Waffenrecht. Vermutlich sollte ich heute Nacht auch im Arbeitszimmer schlafen. Bei abgeschlossener Tür.

Damn it! Wo kaufe ich einen solchen Aufkleber für meinen Wagen?

Männerherzen, Frauenseelen

M.: Wo bist du?
L.: Ich hüpfe die* Treppe hinauf. Zum dritten Mal.
M.: Hüpf nach Hause. Ich habe eine Überraschung für dich.
L.: Das bist aber nicht du, nackt, mit steifem Schwanz?
M.: Ganz und gar nicht, aber es kränkt mich, dass du dieses noble Geschenk nicht annehmen willst, denn es kommt vom Herzen.
L.: Erwischt! Ich habe immer gesagt, dein Herz befindet sich in der Hose.
M.: Na und? Kritisiere ich dich, wenn deine Seele ins Höschen rutscht und dort bis zum Höhepunkt verweilt – zitternd, zuckend, pulsierend?
L.: Halt die Klappe.
M.: Diskutiere nicht mit mir. Hüpf nach Haus‘.
__________
*Bestimmter Artikel, weil ich „the Vennel“ gemeint habe. Das ist diese Treppe.

High Heels Diaries

Strand, Höllenhunde, mysteriöser Schuhabdruck… Ist das ein Yeti, ein Einhorn oder gar ein martialischer Gott der keltischen Triade?

* * *
So sieht es aus. Könnte auch Ichthyander sein. Will sich erfrischen und ins kühle Nass hüpfen. Immer mit der Ruhe. Bloß nicht verscheuchen. Süß, der Kleine.

* * *
Jetzt werde ich schweres Geschütz auffahren.

„Steak, Whisky, nackte Frau – das nenne ich einen gelungenen Abend“, sagt Michael.

„Speisen de luxe, festliche Kleidung, nackter Mann – das nenne ich einen gelungenen Weihnachtsmorgen“, sage ich. Ach, war das herrlich.

Die Robe von Golce & Dabbana, die Schuhe von Banolo Mlahnik zur Verfügung gestellt. Das Essen von einem Koch mit drei Michelin Sternen gezaubert. Das Bild von einem Starfotografen geschossen. Der Mann hat sich selber verziert: elegantes Styling, sinnlicher Duft, goldener Staub, Strass und Feder. Alles, damit die Frau sich wohl fühlt, während sie ihn mit dem Mund verwöhnt.

* * *
Hi-hi-hi. Ich spreche nicht die Problematik der Unzulänglichkeit bei kleineren Größen an. Ich weise darauf hin, wie hübsch die Türklinken aussehen würden, hätten sie sich rechtzeitig geschmückt. Männer, ich habe noch Glitzer übrig!

Der Schöne und das Biest

L.: Diplodoken und Troglodyten zog ich nicht zurate.
M.: Sei fair, triff eine Entscheidung. Bin ich nun ein Troglodyt oder ein Diplodokus? Schicksal, wofür bestrafst du mich? Zumindest stimmt die Größe des Schwanzes. Das ist erfreulich.
L.: Du bist ein Hybrid, das in einem Genlabor auf der Bellatrix künstlich erzeugt und mit einer Geheimmission beauftragt wurde.
M.: Bin ich ein Formwandler? Was bist du überhaupt? Immerhin hast du Kinder von mir empfangen.
L.: Ich bin ein Engel – reiner, unschuldiger Engel – und eine Drachengöttin. Also: auf die Knie und anbeten.
M.: Klar. Also: auf das Bett und Beine spreizen. Ich werde dich so heftig anbeten, dass dir Sehen und Hören vergeht.
L.: Ungehobeltes Monstrum!
M: Ich bin Krieger. Engel und Drachengöttinnen unterwerfe ich zum Vergnügen. Ich genieße sie. Es erregt mich, sie zu küssen, sie zu besitzen, sie wollüstig stöhnen zu hören und wenn sie mich nach der süßen Qual um Erlösung anflehen. Gib dich mir hin. Ich gelobe zärtlich zu sein. Warum verlässt du mich, mein Drache? Engelchen? Dein Mittelfinger ist sehr schön.
L.: Du bist auf Liebesentzug, Bellatrixianer!
M: Ich wüte und tobe. Kehre um und begehre mich unverweilt.

Üblicher Blödsinn

L.: Guter Fick. Care for a beer?
M.: Baby, you’re the woman of my dreams.
L.: Hast du das nach achtzehn Jahren endlich begriffen?
M.: I’m a guy. I’m simple.

* * *
M.: Was war das? Wo lernt man das? Ich dachte, ich stürbe gleich.
L.: Bei Theo. Hab‘ ihn aufgesucht und ins Kreuzfeuer genommen: „Wie mache ich Mike so glücklich, dass er vor Verzückung mit den Ohren schlackert?“
M.: Geez, I work with him. Egal. Mach’s nochmal. Mach’s nochmal! Lass mich nicht betteln.

* * *
L.: Erinnerst du dich an Jenna?
Haley: Veras Mutter?
L.: Ja. Mike gefällt ihr.
H.: Wem nicht?
L.: Ha-ha. Sie hat ihm ein Video geschickt. Sie ist darauf zu bewundern, schiebt sich einen Vibrator in die Möse und nennt laut seinen Namen beim Stöhnen.
H.: Echt??? Wie hast du das erfahren?
L.: Er hat mir das Video gezeigt. War lustig. Ich hatte keine Brille an. Danach ist mir das Lachen vergangen.
H.: Wie hast du darauf reagiert?
L.: Ich habe ihn gefragt, ob ich auf die Mail antworten dürfe und ihr geschrieben: „Wenn du dich meinem Ehemann näherst, komme ich rüber und stecke diesen Vibrator in deinen Rachen. Liebe Grüße, Linda.“
H.: Liebe Grüße, Linda?
L.: Ja. Ich bin eine kultivierte Frau, vermaledeite Scheiße.

* * *
L.: Wir waren gestern trainieren. Die Jungs haben Basketball gespielt. Ich habe mich aufgegeilt.
H.: Ich bitte dich.
L.: Verurteile mich nicht. Ich bin ehrlich. Wann hast du Michael, Daniel, Dylan, Henry, Luke und Stuart – halbnackt, schwitzend, vor Ehrgeiz brennend – an einem Ort versammelt erlebt?
H.: Sei nicht gemein, ruf mich nächstes Mal an. Ich habe vier von ihnen am Strand gesehen.
L.: Wer ist jetzt gemein? Das ist zu viel für mein armes Herz. Ich habe zwei von ihnen ganz ohne Kleidung gesehen. Den Zweiten zufällig, aber seitdem empfinde ich einen Riesenrespekt für ihn.
H.: Du bist unmöglich. Wer hat denn gewonnen?
L.: Keine Ahnung. Ich war mit Glotzen beschäftigt.

* * *
L.: Die eine Mannschaft zieht das T-Shirt aus, die andere legt die Hose ab, damit wir euch auseinander halten können. Beeilt euch, meine Herren. Hier gibt’s nichts zu wiehern.
S.: Wir sind keine Witzfiguren zu deiner Belustigung.
M.: Zieh du doch die Hose aus.
L.: Chauvi! Ich bin eine züchtige Frau.
M.: Na, die Behauptung bestreite ich vehement, mein Täubchen.
L.: Kenne ich dich?

Solche Spaßbremsen. Ich verfasse gerade eine Beschwerde an den IGH.

Ein Treuebruch

XX: Ich mache mir Sorgen.
L.: Sag bloß. Warum?
XX: Um dich. Und um Michael.
L.: Hä?
XX: Ungefähr seit einem Monat isst er nicht mehr im Büro zu Mittag.
L.: Skandalös. Ich werde ihm die Leviten lesen.
XX: Er sieht glücklich aus. Er scheint ausgeglichen zu sein. Er hat diesen sinnlichen Glanz eines verliebten Mannes in den Augen.
L.: Ich bin empört. Shame on him.
XX: Scherzt du? Ich glaube, er hat eine Geliebte.
L.: Ich weiß. Er ist verrückt nach ihr. Eine wunderbare Frau: schön, klug, gebildet. Sie liebt ihn so sehr, dass das Herz schmerzt, doch die Seele jubelt, wenn sie in seinen Armen liegt. Ich gönne ihr jede Liebkosung, die er ihr schenkt und jeden Orgasmus, den sie mit ihm erlebt. Eine erschlichene Stunde der Zweisamkeit ist himmlisch süß.

* * *
Hätte ich XX erzählen sollen, dass er an dem Tag selig, zufrieden und dankbar war, weil er eine lukullische Orgie mit seinem persischen Lieblingsessen zelebriert hat: Hähnchen mit Basmati-Reis und deliziöser Sauerkirschsauce, das nach Zeit und Geduld verlangt, weil es aufwendig in Zubereitung ist?

Der Reis köchelt vor sich hin, bis er einen körnigen Biss hat. Das Hähnchen schmort im eigenen Saft. Die Sauerkirschen vereinigen sich mit Honig und verwandeln sich besonnen in einen dickflüssigen Sirup. Abwarten, umrühren, abkühlen lassen, Sauerkirschen vom Sirup trennen – die köstlichste Scheidung der schlemmerhaften Adelswelt. Wieder warten. Die Zutaten in einem Topf schichten: Reis, Sauerkirschen, Safran, Reis, Hähnchenfleisch, Zwiebeln, Reis, Orangenzesten, Mandeln und Pistazien. Weitere dreißig Minuten dämpfen.

Die Aromen gehen zärtliche Liaisons miteinander ein. Der Reis bekommt eine verführerische Kruste. Die sanfte Säure der Kirschen durchtränkt die delikate Speise.

Nein! Ich habe geschwiegen. Ich würde den schlechten Ruf dieses guten, anständigen, unwiderstehlichen Mannes nie zerstören wollen.

Baby, I love you to pieces!
__________
Die hohle Nuss hat er vernascht und auf ein Schäferstündchen mit mir verzichtet.

M.: Ich werde alt. Ich habe mich tatsächlich für die Schwelgerei entschieden. Sei mir nicht böse.
L.: Dein Geheimnis ist bei mir sicher. Ich werde es niemandem verraten :D

Die Korrelation der IQ

L.: Das ist doch kein Sixpack. Das ist ein Witz. Baby, zeig ihm deinen Bauch.
M.: Bin ich ein Sexobjekt? Ich zeig‘ dir gleich was.
L.: Nein, vielen Dank. Hab‘ ich ausgiebig betrachtet, hat mir außerordentlich gut gefallen. Hab‘ ihn etliche Male ausprobiert und für ekstatisch befunden. Wenn du zu mir nach Mitternacht kommst, flüstere ich eine erregende Geschichte in dein Ohr und bis auf die Besitzgier wirst du jedes Gefühl vergessen haben.
M.: Hexe!

* * *
L.: In letzter Zeit habe ich verdächtig viele Männer in sehr engen Hosen in der Old Town gesehen.
M.: Die Männer in meiner Familie ziehen keine Leggings an.
L.: Nein, ihr zieht karierte Röcke an – und ihr seht betörend darin aus vor allem, weil frau sich dem Zauber nicht entziehen kann, was sich drunter verberge?
M.: Im Sommer nur der frische Wind. Im Winter eine Waschbärunterhose.
L.: Wie eine Waschbärmütze? Die mit dem Schwanz?
M.: Keineswegs, wir geben uns mit eigenem Schwanz zufrieden.
L.: Ich würde gerne die Waschbärunterhose bewundern. Darf ich?
M.: Finger weg, verderbtes Ferkel. Ich bin ein sittsamer Mann.

* * *
M.: Zum Thema „Männer und Strumpfhosen“ erkläre ich dir Folgendes.
L.: Mach dir keine Umstände.
M.: Daran hättest du früher denken sollen.
L.: Gott stehe uns bei.
M.: Klappe halten und die Lauscher weit aufsperren. Notizen wären auch nicht verkehrt. Stell dir vor, wir stünden komplett nackt vor einem Spiegel. Welche Unterschiede würden dir auffallen?
L.: Oi! Du bist wesentlich größer. Der neue Haarschnitt ist schön. Deine Wimpern sind länger und dichter. Der Körper ist muskulöser. Du, gemeiner Schuft, hast mich zu einem Tattoo überredet und trägst jetzt den Ehering.
M.: Schluss mit dem Blödsinn. Erstens: Du bist hübsch. Zweitens: Wenn du nackt bist, werde ich geil. Drittens: Mein oberer IQ entspricht meinem unteren IQ. Eine Strumpfhose täte mir weh. So eine Strumpfhose passt zu den Frauen oder zu den Männern, die zurückhaltend gebaut sind, i.e., im Kopf 90, im Schritt 9. Ich bleibe beim Kilt.
L.: Warum bist du zum Militär gegangen? Warum bist du kein Soziologe geworden? Mit diesen bannbrechenden Hypothesen hättest du längst den Weltruhm erlangt.
M.: Ich bin bescheiden. Ich begnüge mich mit der Rolle der Grauen Eminenz.
L.: Eher eines Schweinepriesters.
M.: Das möchte ich überhört haben.

Wer teilt mir freiwillig seinen oberen IQ mit? *roflmao*

Über die Schuhe

M.: ´Ne Frage…
L.: Geh weg, Michael!
M.: Sei nicht unhöflich, Linda! Wurdest du von Katzen aufgezogen? Nein? Warum sagt ihr nicht „Fußschuhe“?
L.: Was?!
M.: Wie „was“? „Handschuhe“: Das Wort kennt ihr. Sonach: „Fußschuhe“, „Kopfschuhe“, „Rückenschuhe“, „Eierschuhe“. Logisch – nicht?
L.: Du bist ein Vollidiot.
M.: Und du hast diesen Vollidioten geheiratet. Warum weinst du, mein Täubchen? Bitte weine nicht.

Über optimistische Schotten

M: Mach Liebe mit mir.
L: Geh ins Badezimmer.
M: Okay, lass uns einfach ficken.

* * *
L: Weißt du, warum es zu wenige Kinder gibt?
M: Werde ich mich nach der Antwort für dich fremdschämen?
L: Freilich.
M: Erzähl.
L: Früher hat man die Frau auf den Mund geküsst und in die Fotze gefickt. Jetzt ist alles umgekehrt.
M: Pfui. Wollen wir gleich unseren Beitrag zur Weiterentwicklung der modernen Gesellschaft leisten? Bitte! Bitte, bitte. Ich fang an.

Heute Morgen habe ich Mike angelächelt und mich gleichzeitig gewundert, was mit meiner Hose über Nacht passiert sei, dann hat er mich süffisant gefragt: „Und – stört es dich gar nicht, dass deine Hose eine Kapuze hat?“

Natürlich nicht! Ich habe schon immer gerne Hosen mit Kapuzen getragen. Ihr etwa nicht? :D