Linda Goes Berlin*

Oder: Eine Biene im Honigtopf

Am Samstag hat sich mein Weisheitszahn, das querulante Arschloch, wieder gemeldet als Memento an die heitere Lebensfreude, die vor zwei Wochen Besitz von mir ergriff und uns alle mit märchenhaften Augenblicken überschüttete: „Das Leben ist Marter. Sei nicht übermütig. Fröne keiner Völlerei. Weiche von Ilja. Du bringst ihn aus der Ruhe. Hallöchen! Wie geht’s? Hast mich nicht erwartet, gell?“ Dann kichert er und meißelt sumerische Piktogramme mit gewaltigen, dröhnenden, quälenden Hammerschlägen in meinen Unterkiefer.

Wenn ich die Bilderschrift richtig entschlüsselt habe, handelt der Traktat von unprätentiösem Wesen, Ergebenheit und noch mehr Demut.

Ob ich ein Sommercamp für Kinder eröffnen sollte?

* * *
Die Zahnschmerzen lindern Salbeitee, Gewürznelken und ein sanfter sinnlicher Mann.

Das Urchaos in den Kinderzimmern merzen freiwillige kleine Monster, Spülmittel und ein Wischmopp aus.

Gegen Iljas Abreise hilft keine Panazee, aber ich werde mit Crêpes Suzette und Champagner zum Frühstück fürliebnehmen.

* * *
Bleibt gesund! Hadert nicht mit dem Schicksal. Und ich frohlocke, denn morgen findet das Konzil mit Herrn Dr. G., dem Heiligen meines Vertrauens und dentalen Exorzisten, statt.
__________
*„Ingrid Goes West“, Schein vs. Sein, empfehlenswert

Advertisements

Über die toten Seelen*

Denke um. Reagiere nicht. Lerne Erinnerungen zu evozieren.

Versage dem Feuer das Substrat für die Existenz. Lasse die Kreatur, die das Feuer der Zerstörung zu entfachen trachtet, schonend – pikant gewürzt mit Selbstgewissheit, Hass und Aversionen –, in der eigenen Galle garen, auf dass sie die Würde bewahre und sich in aller Stille annihiliere. Sei gnädig. Du. Bist. Lebendig!

Schließe dich den Menschen an, mit denen du auf einem gemeinsamen Pfad, obzwar steil und dornig, wandeln kannst: weg von der Dunkelheit; zum Licht, zur Hoffnung, zur Liebe hin.

* * *
Christians Worte.
__________
*Trolle, Hamster, Hater; Nikolaj Gogol, „Die toten Seelen“

Das Glück

Warum denke ich bloß an Michael, immer wenn ich eine Kornblume sehe?

* * *
Ich bin die Verkörperung der Demut. Ich wohne seit einer Woche mit zwölf Kindern in meinem Kibbutz. Beat me!

Ich war nie glücklicher. Es gibt nichts Besseres. [Trotz der Proteste unserer Katzen.] Der Mann kommt auf dumme Gedanken und würde gerne die Kontrazeption absetzen. Ich verbarrikadiere mich in meinem Schlafzimmer. Wenn Du mich bumsen willst, mach’s einfach, weck mich nicht auf. Ich schlafe ein, kaum mein Kopf das Kissen berührt.

* * *
Am Wochenende verabschieden wir den schönen Wolgadeutschen, seine Frau Nadja und deren beide Kinder. Ilja darf ich auch nicht behalten. So gemein.

Chris und Theresa schließen sich dem Grillfest an. Sie haben zwei Kinder :D

Igor Akinfeev

Ein guter Mann!

Nach all den Hetzkampagnen, Verunglimpfungen und Lügengeschichten, die unsere deutschen Massenmedien – mit eifriger Unterstützung ihrer europäischen und amerikanischen Pendants – in den letzten Jahren über Russland verbreitet haben, ohne dass jemand einen legitimen Einspruch erhoben hätte, sei dieser Triumph den Russen vergönnt.

Bei der Liveübertragung eines Fußballspiels gestaltet es sich prekärer, Fake News kontinuierlich zu generieren und alternative Fakten zu fabrizieren. Sport war schon immer politisch.

* * *
Nadja und Ilja sind da. Wir schauen noch „Wag the Dog“ und „Special Correspondents“, essen den Kühlschrank leer und freuen uns auf einen grenzenlosen Horizont, sternenreichen Himmel, Wind, Regen und… Freiheit von der Krux der Zivilisation.

Spätestens in acht Tagen sind wir in Glückstadt.

Extremsport zum Wochenende

L.: Baby, was machen wir am Freitag?
M.: Wir besteigen den Mount Everest und segeln die Sieben Weltmeere um.
L.: Okay. Ich treibe „Bullets over Broadway“ auf. Du bestellst die Pizza.

* * *
H.: Ein wenig windig heute.
L.: Haley, übertreibe nicht so maßlos.

The Wall

L.: Hast du den Sonnenaufgang gesehen?
M.: Er war schön.
L.: Holyrood Park. Hab‘ gehofft, meine neuen Freunde zu treffen.
M.: Die sind wahrscheinlich bereits abgereist.
L.: Isst du mit mir zu Mittag?
M.: Heute nicht. Leider.
L.: Gut. Dann gehe ich zu Henry und lasse mich von ihm quälen.

* * *
Henry, ein ehemaliger Bootneck/mein Lieblingscoach, ist vor kurzem von Carlisle nach Newcastle gelaufen.

14:12:46
110.8 km
7:42/km

Bloody hell! I should bow when I see him today, shouldn’t I?

Happy Father’s Day!

Haley: Was hast du Mike zum Vatertag geschenkt?
L.: Rote Rosen, Springbank 45yo und mich. Die Blumen hat unsere Große geklaut. Sie sind in ihrem Kinderzimmer zu bewundern. Den Whisky wird er bei Texas Hold’em mit seinen Kumpels an einem Freitag genießen. Ich wurde ausgepackt. Was hast du Daniel geschenkt?
H. (lachend): Motivsocken, aber er hat mich trotzdem ausgepackt.

Baby, we’re the lucky ones. You are the greatest and most precious gift from Heaven. We love you and we feel your love wherever we go. You’re the best father in the world. Every single day.

* * *
Am 29. Juni endet für die Horrorbrigade das Schuljahr. Danach werden wir mit Haley und Daniel, Nadja und Ilja von Edinburgh über Helgoland durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Glückstadt segeln*. 450 Seemeilen.

Hach, ich freue mich auf meinen Bruder, meine Freunde und meine Tiere.
__________
*Ahoi! Ahoi! Frau über Bord!

Die Kunst der Malerei

Henry: Linda?
L.: Sie ist nach Sibirien ausgewandert.
H.: Wie ich dich vermisst habe.
L.: Das ist nachvollziehbar. Ich bin bezaubernd.
H.: Geez. Und so bescheiden. Kommst du zum Training?
L.: Nein. Ich bin zu beschäftigt.
H.: Was machst du?
L.: Ich sitze auf dem Balkon und bemale Bananen. Wo kann ich einen Axolotl kaufen?
H.: Wirst du ihn auch bemalen?

* * *
Kundgabe: Du! Hab‘ beschlossen, fett zu werden. Freunde Dich mit dem Gedanken an. Küsschen. Dein Weib.
Resonanz: Wer?

Hexen & deren Kraftfahrzeuge

I.: Partnertausch?
L.: Wie bitte? Ist das ein russischer Brauch? Ich bin Ethnologin. Ich füge mich in mein Schicksal.
I.: Wodka, Kaviar, Partnertausch. Ich meine bloß, fährst du bei mir mit oder bei deinem Mann?
L.: Wem? Ich weiß nicht, wer das ist.
M.: Dafür wirst du Buße tun, mein Täubchen.
L.: Das hoffe ich stark. Das war die geheime Absicht der Aussage.

* * *
L.: Ich habe bis dato gefahren… snowmobiles, jetskis, rock crawlers, dune buggies, beach buggies and now – a quad. Gibt es solche Gefährte auch für den Himmel?
I. (schmunzelnd): Gefährte für den Himmel…
L.: Was? Zu abgehoben für den feinen Herrn? Klingt Töfftöffs vertrauter?
I.: Ich bin mit Gefährten zufrieden. Da wären… Drachen, fliegende Teppiche, Santas Schneeschlitten.
L.: Aha. Ich bin von Vollidioten umgeben.
I.: Gleich und gleich gesellt sich gern. Sie erkennen sich in dir wie in einem Spiegel. Seufze nicht. Ich habe gescherzt. Ich wollte dich zum Lächeln bringen. Ernsthaft, Luftfahrzeuge: Luftschiffe, Gleitschirme, Flugzeuge.
L.: Ab und zu verprügle ich unverschämt witzige Männer. Aus Spaß halt.
I.: Das glaube ich dir. Ich versuche gerade, dich zu besänftigen. Setze dich doch ans Steuer.

* * *
L.: Wie heißen die Fahrzeuge, die wir gefahren haben?
M.: Geländefahrzeuge.
L.: Ilja hat sie anders genannt.
M.: ATV?
L.: Ja. Wofür steht die Abkürzung?
M.: All Terrain Vehicle.
L.: Ilja hat mich seins lenken lassen.
M.: Ist das ein Euphemismus?
L.: Oi. So ist er nicht drauf. Er ist nicht wie du.
M.: Er ist genau wie ich. Er hat einen Schwanz.
L.: Bist du eifersüchtig? Grollst du mit mir? Du hast gesagt, ich solle ihn verzaubern.
M.: Mit deiner Schönheit und deiner Redegewandtheit. Ich habe nie verlangt, dass du ihm deine Unterwäsche demonstrierst. Auf den Anblick seiner Hand, die auf deinem Schenkel ruht, hätte ich freiwillig verzichtet.
L.: Ich habe improvisiert. Er hat mich übrigens nicht begrabscht. Er hat mein Kleid gerichtet und mich aus einer peinlichen Lage befreit.
M.: Ich werde ihn für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen.
L.: Eigentlich bist du an allem schuld.
M.: Warum das denn jetzt?
L.: Du machst mich mit diesen großen klugen blauäugigen Männern bekannt, mit denen ich mich gut unterhalte und zu denen ich mich hingezogen fühle.
M.: Großartig. In Ordnung, ab sofort stelle ich dich ausschließlich schwangeren Kobolden mit Glatzen vor.
L.: Kennst du viele schwangere Kobolde mit Glatzen?
M.: Leave me alone.
L.: Du Baby…
M.: Don’t flirt with me. I am not in the mood.
L.: Liebst du mich?
M.: Nein, aber ich opfere mich für einen Fick mit dir.
L.: Auf der Toilette? Nein, danke, dem Club trete ich keineswegs bei.
M.: Dann schlafe ich eine Runde.
L.: Und falls das Flugzeug abstürzt, rettest du mich?
M.: Hände weg. Hast du deinen Besen nicht dabei? Fliege doch einfach davon.
L.: Ich bin eine moderne Hexe. Ich besitze einen Staubsauger.
M.: Meinetwegen einen goldenen Vibrator. Hauptsache, du bist glücklich.

Gott, wie ich ihn liebe!

When in Russia

Blau, so blau.

* * *
“That’s not true. He’s neither an arrogant bastard nor a cynical dick. His smile is just adorable. He is charming, witty, and intelligent. He is… well, pretty much a frustrated teddy bear.”

Who would’ve thought? I’m in love with a frustrated teddy bear.

Майк таки Мишка.

Hunde & Luxus

L.: Überleg mal, man kauft ein Haus, das fast 10.000.000 € wert ist. Luxusimmobilie aus der Gründerzeit. Am Flussufer gebaut. Wohnfläche über 1000 m2. Grundstück fast 2000 m2. 20 Zimmer. Swimmingpool, indoor.
Daffyd: Nebenkosten nicht inbegriffen. 43.000 für Grundbucheintrag. 500.000 für Grunderwerbssteuer. Der Makler bekommt 607.000, der Notar 128.000.
L.: 1.278.000 insgesamt.
D.: 11.278.000 insgesamt.
L.: Gibt es auch für solche Fälle Finanzierungsmöglichkeiten?
D.: Sicher. 3.300.000 Eigenkapital sind zwingend nachzuweisen. Bei einem Jahreszins von 1,28% erhält man von der Bank 8.100.000.
L.: Wie hoch ist die Monatsrate?
D.: Sollzinsbindung von 10 Jahren? Ungefähr 22.000.
L.: Krass.
D.: Na, entweder ist man wohlhabend genug oder man entscheidet sich lieber für ein einfaches Haus, das 160.000 kostet.
L.: Immer noch ein stolzer Preis. Meine Mutter hat immer gesagt: „Nimm nie einen Kredit auf, das Geld gehört der Bank. Heirate keinen reichen Mann, nur weil er reich ist, das Geld gehört ihm. Heirate keinen alten Mann, je älter sie werden, desto langweiliger sind sie.“
D.: Klingt weise.

Was denn? Worüber redet ihr bei einem Spaziergang mit den Hunden am Strand?

* * *
Das ist kein Hund. Das ist ein Schwein.

SM

Letzte Woche habe ich [ausnahmsweise] mit zwei schönen Männern im Bett unter einem Dach gewohnt: Mike & Sam. Zum Frühstück gab’s Crêpes Suzette mit flambierten Orangen und Champagner. Wie dekadent.

Ich war im Himmel. Ich bin eine simple Frau.

* * *
L.: Können wir Sam behalten? Können wir? Können wir? Können wir? Bitte! Bitte, bitte.
M: Nein! Definitiv nicht. Schmachte ihn nicht vergebens an.
L.: Das ist schade. Er beherrscht Hochdeutsch und leugnet nicht, dass er deutsch ist. Erinnere mich, warum ich dich und nicht Sam geheiratet habe?
M.: Nix verstehen.
L.: Du verstehen nur das, was dir gefallen.
M.: Und? Was sein deine Problemen?
L.: Ich liebe einen Blödian. Das sein meine Problemen.

High Heels Diaries

Strand, Höllenhunde, mysteriöser Schuhabdruck… Ist das ein Yeti, ein Einhorn oder gar ein martialischer Gott der keltischen Triade?

* * *
So sieht es aus. Könnte auch Ichthyander sein. Will sich erfrischen und ins kühle Nass hüpfen. Immer mit der Ruhe. Bloß nicht verscheuchen. Süß, der Kleine.

* * *
Jetzt werde ich schweres Geschütz auffahren.

„Steak, Whisky, nackte Frau – das nenne ich einen gelungenen Abend“, sagt Michael.

„Speisen de luxe, festliche Kleidung, nackter Mann – das nenne ich einen gelungenen Weihnachtsmorgen“, sage ich. Ach, war das herrlich.

Die Robe von Golce & Dabbana, die Schuhe von Banolo Mlahnik zur Verfügung gestellt. Das Essen von einem Koch mit drei Michelin Sternen gezaubert. Das Bild von einem Starfotografen geschossen. Der Mann hat sich selber verziert: elegantes Styling, sinnlicher Duft, goldener Staub, Strass und Feder. Alles, damit die Frau sich wohl fühlt, während sie ihn mit dem Mund verwöhnt.

* * *
Hi-hi-hi. Ich spreche nicht die Problematik der Unzulänglichkeit bei kleineren Größen an. Ich weise darauf hin, wie hübsch die Türklinken aussehen würden, hätten sie sich rechtzeitig geschmückt. Männer, ich habe noch Glitzer übrig!

Üblicher Blödsinn

L.: Guter Fick. Care for a beer?
M.: Baby, you’re the woman of my dreams.
L.: Hast du das nach achtzehn Jahren endlich begriffen?
M.: I’m a guy. I’m simple.

* * *
M.: Was war das? Wo lernt man das? Ich dachte, ich stürbe gleich.
L.: Bei Theo. Hab‘ ihn aufgesucht und ins Kreuzfeuer genommen: „Wie mache ich Mike so glücklich, dass er vor Verzückung mit den Ohren schlackert?“
M.: Geez, I work with him. Egal. Mach’s nochmal. Mach’s nochmal! Lass mich nicht betteln.

* * *
L.: Erinnerst du dich an Jenna?
Haley: Veras Mutter?
L.: Ja. Mike gefällt ihr.
H.: Wem nicht?
L.: Ha-ha. Sie hat ihm ein Video geschickt. Sie ist darauf zu bewundern, schiebt sich einen Vibrator in die Möse und nennt laut seinen Namen beim Stöhnen.
H.: Echt??? Wie hast du das erfahren?
L.: Er hat mir das Video gezeigt. War lustig. Ich hatte keine Brille an. Danach ist mir das Lachen vergangen.
H.: Wie hast du darauf reagiert?
L.: Ich habe ihn gefragt, ob ich auf die Mail antworten dürfe und ihr geschrieben: „Wenn du dich meinem Ehemann näherst, komme ich rüber und stecke diesen Vibrator in deinen Rachen. Liebe Grüße, Linda.“
H.: Liebe Grüße, Linda?
L.: Ja. Ich bin eine kultivierte Frau, vermaledeite Scheiße.

* * *
L.: Wir waren gestern trainieren. Die Jungs haben Basketball gespielt. Ich habe mich aufgegeilt.
H.: Ich bitte dich.
L.: Verurteile mich nicht. Ich bin ehrlich. Wann hast du Michael, Daniel, Dylan, Henry, Luke und Stuart – halbnackt, schwitzend, vor Ehrgeiz brennend – an einem Ort versammelt erlebt?
H.: Sei nicht gemein, ruf mich nächstes Mal an. Ich habe vier von ihnen am Strand gesehen.
L.: Wer ist jetzt gemein? Das ist zu viel für mein armes Herz. Ich habe zwei von ihnen ganz ohne Kleidung gesehen. Den Zweiten zufällig, aber seitdem empfinde ich einen Riesenrespekt für ihn.
H.: Du bist unmöglich. Wer hat denn gewonnen?
L.: Keine Ahnung. Ich war mit Glotzen beschäftigt.

* * *
L.: Die eine Mannschaft zieht das T-Shirt aus, die andere legt die Hose ab, damit wir euch auseinander halten können. Beeilt euch, meine Herren. Hier gibt’s nichts zu wiehern.
S.: Wir sind keine Witzfiguren zu deiner Belustigung.
M.: Zieh du doch die Hose aus.
L.: Chauvi! Ich bin eine züchtige Frau.
M.: Na, die Behauptung bestreite ich vehement, mein Täubchen.
L.: Kenne ich dich?

Solche Spaßbremsen. Ich verfasse gerade eine Beschwerde an den IGH.

0^2

Ein Würdenträger ←→ ein Eierträger. Wer erkennt den bitteren Hohn?

Als stolzer Eierträger will übrigens kein Mann gelten. So bezeichnen die Russinnen einen kompletten Versager. Eine Null… mit zwei weiteren Nullen gratis. Eigentlich einen bedauernswerten Elch. Jaaa *seufz*

Kopf hoch (oben wie unten)! Ihr gehört bestimmt nicht dazu.

Jungs?! Bitte lächeln, hier kommt das Vögelchen ;)

Fremde Zungen lieben lernen

Selfie auf Polnisch, Hühnerarsch und stolzer Eierträger auf Russisch… Was diese Begriffe gemeinsam haben?

Ich bin die gesegnete Frau, die sie nach Silvester zu ihrem aktiven Wortschatz zugefügt hat. Ich erkläre es euch.

Selfie: auf Polnisch „samojebka“, auf Russisch „die Wichse“ – noch Fragen? Ich verspreche, ich wichse samojebke das letzte Mal in der Öffentlichkeit (mir wurde gesagt, ich solle kokettieren; ich bin miserabel darin).

Hühnerarsch, куриная жопа: auf Deutsch „der Schmollmund“, auf Russisch – zutreffende Bezeichnung. Findet ihr nicht? Instagram-Prinzessinnen aus den Sozialschlösschen, habt ihr euch sofort auf euren gestellten Bildern erkannt?

Gibt’s auch unter den deutschen Männern stolze Eierträger? Meldet euch!

Ratet mal, was das heißen soll ;)

Fernab der Traumbilder

oder: Der geschäftstüchtige Exhibitionismus in den asozialen Netzwerken

Meine Frau kochte; ich aß, bis ich ohnmächtig wurde. Das Bier schmeckte erfrischend herb. Der Waschbrettbauch packte seine Koffer. Der Waschbärbauch winkte ihm zu und giggelte fies. Vielleicht lege ich mir eine Glatze zu. Ob die Frau sich darüber erzürnt?

Morgens wachte ich nackt auf – erschöpft, aber ungemein entspannt. Nächstes Jahr werde ich versteckte Kameras über dem Bett installieren, um zu erfahren, was sie mit mir Nacht für Nacht anstellt. Ich fühle mich ausgenutzt und schmutzig. Manchmal weine ich mich sogar in den Schlaf, während sie sich auf die andere Seite dreht und zufrieden schnarcht.

Am Tage tobten die Pferde mit den Kindern auf der Wiese, nachdem wir Tove Janssons Geschichten gelesen und eine Vogelbeere mit Strohengeln geschmückt hatten. Abends gingen wir mit den Hunden im Wald spazieren. Ich kann mich nicht beklagen, obwohl ich oft verhindern musste, dass die Frau vom Winde verweht wird. In Edinburgh schneite es. In der Mark setzte der Dauerregen ein.

Ach ja, fast vergessen: Zu Weihnachten beschenkte sie mich. Ich bekam einen Lachanfall. Bald wälzte auch sie sich vor Lachen auf dem Boden. Wir lachten Tränen. Sex fiel aus. Ich weinte mich wieder in den Schlaf. Baby, Du bist so doof. Wer schenkt bitte schön einem Mann Kondome, die im Dunkeln leuchten?

Alles in allem tat uns das stille Leben in der Abgeschiedenheit gut. Nein, nein, ich seufze nicht, mir stockt einfach der Atem. Ich bin glücklich.

* * *
Meine Vorsätze für 2018:

  1. Erwachsen werden.
  2. Sich ernst nehmen.
  3. Dem Blödmann seinen sehnlichsten Wunsch zum 8. März erfüllen.

Fáfnirs Schatz

Drachenfrauen aus dem Sternbild Orion sind leicht zufrieden zu stellen.

* * *
Der Flieder berauscht die Sinne mit lieblichem Wohlgeruch.

* * *
Meine Dienstleistung als Dolmetscherin wurde nicht nur großzügig honoriert. Obendrein hat Dafydd mir ein vorzügliches Dessert ausgegeben.

Die Zitronencreme mit Karamell aus weißer Schokolade hat vollkommen mit Himbeerparfait und reifen Beeren harmoniert.

* * *
Ich habe wieder meine nächtliche Freundin, die Hüterin der endlosen Treppen, getroffen. Sie hat mich schnurrend begrüßt.

Die Einheimischen dieser Stadt sind wahnsinnig charismatisch.

* * *
Am Donnerstag werden unsere Knirpse zwei Jahre resp. zehn Monate.

Der kleine Frechdachs hat seinem Vater treuherzig über Skype zugeflüstert: „Daddy, kommst du zu meinem Geburtstag? Ich warte auf dich so sehnsüchtig wie auf… wie auf… wie auf eine Sahnetorte.“

Das süße Drachenmädchen kann inzwischen krabbeln und beißt jeden, der sie daran hindert. Unter ihren Ahnen gab es anscheinend nicht nur Drachen, sondern auch Schnappschildkröten.

Das Portal in eine andere Welt

Ich erlebte eine merkwürdige Samstagnacht.

Um zwei wachte mein süßes Drachenmädchen auf, weil sie zahnt und momentan weinerlich ist. Ich beruhigte sie, schlief aber selbst nicht mehr ein.

Um drei beschloss ich rigoros, mit den Zerberussen zu joggen. Wann, wenn nicht um drei? Nicht wahr? Zwei gigantische amerikanische Schäferhunde* und ein graziles Däumelinchen bildeten eine Zweckgemeinschaft und traten um drei Uhr zwanzig an die kühle Luft in ein sternklares Traumland hinaus. Es regnete.

Unterwegs begegneten wir einer Frau mit einer Dänischen Dogge, die französisch sprach (die Frau, nicht die Dogge, obwohl es noch makabrer wäre) und einem Mann mit… ihr erratet es nie… zwei deutschen Schäferhunden. Der Mann grinste wie ein Honigkuchenpferd. Es sollte sich herausstellen, dass er in Itzehoe geboren wurde. Ich erfuhr nie seinen Namen, aber die Begleiter hießen Abraxas und Quentana.

Geht die Sonne unter, öffnet sich, wie es scheint, ein Portal in eine andere Welt und diverse wunderliche Gestalten treiben ihr Unwesen in den schönsten Straßen Edinburghs.

Zu Hause wartete eine wütende Katze, die uns übel beschimpfte und hinter der Couch verschwand.

Um halb fünf legte ich mich zu Michael, den keine Schlaflosigkeit quälte und der unverschämt entspannt daneben atmete, zog mir die Decke über den Kopf und verwünschte das unfaire Leben.

Um fünf zwickte ich ihm in den Oberarm und bot meine sexuellen Dienste in seinem Arbeitszimmer an, um die Kleinen mit dem ganzen Dahinschmelzen und Stöhnen nicht zu traumatisieren.

Wenn du fünf Kinder großziehst und besonders zärtlich zu deinem Mann sein willst, musst du dich neu erfinden. Früher oder später wirst du nicht an der Couch in seinem Arbeitszimmer vorbeigehen können, ohne zu entflammen oder beim Anblick der Dusche zu erröten, aber die Mühe lohnt sich.

Mein Mann war verwirrt, aber nicht abgeneigt. „Er kümmert sich um einen raschen Anstieg meiner Glückshormone, ich schlafe erschöpft ein“, überlegte ich mir. Das war ein Schuss in den Ofen. Ha-ha.

Danach funktionierte er mich zu einem Kissen um, legte seinen Kopf auf meinen Rücken und fiel in den tiefsten Schlaf. „Ich höre, wie dein Herz schlägt“, wisperte er kurz davor, und ich zerfloss wie der Mississippi im Frühling. So starrte ich in die Dunkelheit, – willenlos, schlaflos, aber mit erhöhtem Oxytocin-Spiegel –, während mein Herz für ihn allerlei peinliche Liebeslieder sang und versuchte mich nicht zu bewegen, weil sich seine Atemzüge unglaublich gut an meinem Hals anfühlten, bis irgendwann, gegen sieben Uhr, die Tür aufgetan wurde und eine freundliche Elfengang mich fragte: „Und, Mami, schläfst du, schläfst du, schläfst du? Backt uns Daddy Waffeln zum Frühstück?“

Es ist halb zwölf. Ich bin müde und gähne jede Sekunde, aber die Waffeln mit Ahornsirup haben köstlich geschmeckt.
__________
*Shiloh Shepherds, plush-coated

Wie Stalker ihren Vormittag verbringen

Ich habe einen harmlosen Text verfasst. Vier Bekanntschaften haben mich daraufhin angeschrieben, nur um sich zu erkundigen: „Und? Wie geht es Mike? Hast du ihm Gewalt angetan?“

Liebe Mädels, aber selbstverständlich hab‘ ich das! Er hat es sichtlich genossen. Ich habe ihn am Montag sogar zum Flughafen gefahren, wo er mich angebalzt hat. Einfach so. Aus Gewohnheit. Das ist sein beständiger Modus Operandi. Mein Sinnenrausch und meine Nachgiebigkeit in seiner Nähe tragen auch wesentlich dazu bei.

Eure Anteilnahme an seinem Schicksal ist rührend. Sie schmeichelt ihm. Sorgt euch nicht! Der Mann ist siebenunddreißig Zentimeter größer als ich. Er ist doppelt so schwer wie ich. Mein Bruder sagt über ihn: „180 Pfund, 90 davon sind Muskeln.“ Hochdekorierter Ex-Militär mit ausgezeichneter Ausbildung, dessen überragende Fähigkeiten in einem Kampfeinsatz getestet wurden. Er ist in guten Händen. Sein Leben ist nicht in Gefahr. Momentan befindet er sich vermutlich in einem Münchener Edelbordell.

Ne lange Geschichte. Wenn ihr des Russischen mächtig seid, sucht die Antwort darauf im Archiv des Jahres 2015.

Ich meinerseits stalke derweilen Dafydd, dem ich in Morningside permanent über den Weg laufe. Zufällig. Ich schwör’s!

Lilly ist eine Mitschülerin meiner Tochter. Sie sind befreundet und lernen gern zusammen. Dafydd ist Lillys Vater, der fast genauso oft zu einem lehrreichen Gespräch in die Schule eingeladen wird wie wir. Nein, unsere Kinder sind keine asozialen Unholde. Sie sind einzigartig, warmherzig, mitfühlend. Wir erziehen sie allerdings zu freidenkenden, eigenständigen, mutigen Menschen, die sich den Herausforderungen des Lebens stellen und nicht servil dem bequemen Kadavergehorsam frönen.

Wir missionieren nicht. Wir indoktrinieren nicht. Wir vermitteln lediglich unsere moralischen Werte an unsere leiblichen Kinder. Es ist eine Frage der Balance. Ich wage zu behaupten, sie sei uns geglückt.

Anyhow! Es ist ungemein heilsam und aufschlussreich, sich mit einem charmanten Mann auszutauschen, dessen Tochter die gleichen intellektuellen Kapazitäten aufweist wie die eigene.

Wir hatten am Vormittag Zeit. Also haben wir uns zum Brunch in meinem Lieblingscafe verabredet. Die Speisen, die dort serviert werden, sind eine Ofenbarung. Der Kostenaufwand ist zwar nicht zu verachten, aber frischer Räucherlachs, pochierte Eier und Sauce hollandaise mit Trüffeln schmecken wie immer göttlich.

Und weil wir uns seit dem ersten Treffen, bei dem er mich auf Deutsch ansprach, auf Anhieb verstanden, die Unterhaltung spannend war und die Sonne schien, sind wir mit meinen beiden Winzlingen noch am Strand spazieren gegangen. Das Wasser ist höllisch kalt, aber ich kenne eine Verrückte, die keine Scheu davor hat, sich der Lächerlichkeit preiszugeben und bei jeder brandenden Welle laut zu kreischen und zurückzuweichen.

Ich warte vergeblich auf den Winter, aber in den Meadows blühen violette Krokusse. Spielt das Wetter mit, werden wir in ein paar Wochen wieder segeln können. Noch ein Grund zur Freude.

Lebt wohl, Schmetterlingsorchideen!

Am Silvesterabend feiern mein Mann und ich unser 17-jähriges Jubiläum – die Orchideenhochzeit (in Westeuropa) oder die Rosenhochzeit (in Russland).

Wenn Daniel und seine Frau Haley uns besuchen, bringen sie immer zauberhafte rote Rosen aus ihrem Garten mit. Wenn meine Schwiegereltern vorbeikommen, schenkt uns Michaels Stiefmutter anmutige Schmetterlingsorchideen.

Zwei davon hat ein gewisses Fräulein Fettel hinterhältig ermordet. Aus purer Boshaftigkeit. Ich bin morgens in einem Meer aus Orchideenblüten aufgewacht wie eine aztekische Hohepriesterin im Jenseits.

Was soll ich mit dieser Katze nur machen? Sie mal wieder rehabilitieren?

мгновение

Über Gebete

XY: Was macht eine temperamentvolle Frau wie du, wenn ihr Liebhaber verreist?
L.: Wir beide wissen, welche Antwort du dir erhoffst.
XY: Ist das so?
L.: Ja, das ist so! Sie betet inbrünstig.
XY: Wirklich?
L.: Wirklich! Sie betet inbrünstig mit einer Hand zwischen ihren Beinen. Das Gebet hört sich folgendermaßen an: „Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gooott…“
XY: Haha. Witzig.
L.: Zufrieden mit der Antwort? Übrigens: Wenn der Liebhaber heimkehrt, hört sich das Gebet anders an.
XY: Nämlich?
L.: Mikey, Mikey, Mikey, oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gooott…
XY: Ich hasse dich ein wenig.
L.: Ich weiß, ich weiß.

* * *
Ich vermisse Dich unheimlich, Blödmann! Komm nach Hause.

Die Würde des Erzengels ist…

LINDE: (In einer fröhlichen Runde, leise ins Ohr flüsternd) Wo ist mein versprochener Orgasmus?
ERZENGEL: Was denn? Jetzt gleich?
LINDE: Ja, unbedingt.
ERZENGEL: Na gut. Du lenkst die Meute ab, während ich würdevoll unter den Tisch gleite.

* * *
ERZENGEL: Ich habe echt kein leichtes Leben hier, Kate. Du kannst mir aufs Wort glauben. Ich werde permanent beleidigt, als Vollidiot beschimpft und mit Orgasmen stillgestellt.
KATE: Oh you poor baby! Lass mich dich aus deinem Elend erlösen und deinen Platz einnehmen.
ERZENGEL: Just keep dreaming, darling. Nein, ich werde diese Bürde weiterhin selbstlos mit Würde ertragen.
KATE: Verstehe ich gut, ich würd‘ auch nicht tauschen wollen, obwohl ich zugeben muss, dass mich die Dualität ‚Orgasmus gegen Würde‘ doch sehr reizt, und ich dich ganz gerne deine Würde bei einem Orgasmus bewahren sehen würde. Nicht aus voyeuristischen Überlegungen heraus, wo denkst du hin, aus reinem Wissensdurst.

Trick or Treat

Meine Tochter Emiliana und ihre Freundin Miriam bleiben wie gebannt vor dem Schaufenster eines Kostümladens stehen. Es ist liebevoll schauerlich gestaltet.

Gelbe Kürbisse starren uns aus den leeren Augenhöhlen an. Hinter einem Grabstein treibt ein Vampir sein Unwesen, unschuldige Opfer erwartend, um sie in Geschöpfe der Nacht zu verwandeln. Im blutroten Zwielicht des Mondes ist ein verfallenes Haus auf dem Hügel zu erkennen. Ein schwarzer Kater sitzt auf dem Dach. Fette Ratten verstecken sich vor ihm im Gebüsch. In einem Kessel brodelt ein teuflischer Trunk, in dem Würmer, Vogelköpfe und Kröten schwimmen. Eine Hexe fliegt auf einem Reisigbesen davon. Fledermäuse begleiten sie.

Düster heulen Werwölfe. Eulen kündigen das Unheil an.

Der fröhliche Geist dieses Kostümverleihs ließ sich nicht lumpen. Dekorationen sind superb. Geräusche sind gruselig. Die Stimmung ist wunderbar getroffen.

* * *
MARA: Dylan, feiern Juden Halloween?
DYLAN: Nein. Juden feiern Purim. Es gibt viele Süßigkeiten, schöne Kostüme, aber erst im März, und es hat nichts mit den Wesen der Anderen Welt zu tun.
MARA: Das gefällt mir nicht.
MILI: Mummy, feiern Katholiken Halloween?
LYNN: Nein, Katholiken feiern auch kein Halloween. Wir gedenken an diesem Tag aller Heiligen.
MILI: Gibt es dabei viele Süßigkeiten und schöne Kostüme?
LYNN: Nein. Aber wir könnten eine Messe besuchen, einen Allerheiligenstriezel mit Trockenobst backen, Herbstchrysantheme sammeln und viele Kerzen anzünden.
MILI: Das will ich nicht. Aber die Kerzen zünden wir trotzdem an. Und kaufen rote Rosen.
MARA: Wer feiert nun Halloween?
LYNN: Heidnische irische Druiden und altertümliche Kelten begangen früher ein Erntedankfest, das sie Oíche Shamhna nannten.
MILI: Großartig, in diesem Fall bin ich eine altertümliche Keltin. Mara, willst du eine heidnische irische Druidin sein?
MARA: Nein, ich will auch eine altertümliche Keltin sein.
MILI: Na gut, dann bin ich eine heidnische irische Druidin. Mummy, bin ich eine Irin?
LYNN: Nicht wirklich. Dafür hat dein Vater eine irische Urgroßmutter.
MILI: Die alte Hexe?
LYNN: Sie ist keine alte Hexe. Einfach eine ältere exzentrische Dame.
MILI: Du bist eine ältere exzentrische Dame!
LYNN: Ja, danke sehr. Du bist ein verwöhntes freches Ferkel!
MILI: Du bist aber eine wunderschöne ältere exzentrische Dame! Liebst du mich?
LYNN: Sicher. Wer könnte so ein charmantes Ferkel nicht lieben?!
MILI: Mummy, ich hab‘ dich auch ganz toll lieb. Als was willst du gehen, Mara?
MARA: Ich will als Brontosaurus gehen. Ein goldiger zurückhaltender Brontosaurus. Oder eine Ananas. Dylan, kann ich eine Ananas sein?
DYLAN: Du kannst sein, was du willst.
MILI: Und ich werde ein Sumpftroll sein. Mummy, kann ich ein Sumpftroll sein?
LYNN: Warum denn ein Sumpftroll?
MARA: Sumpftrolle sind sehr niedlich, Lindchen.
MILI: Und sehr reizend. Und grandios. Und freundlich.

Falls demnächst eine Ananas oder ein freundlicher Sumpftroll vor euren Türen stehen sollten, so seid gewiss: Das sind Mara und Mili, two lil‘ monsters. Sie sind verrückt nach Erdbeerbonbons.

As Beautiful as the Banner o Scotland

MARA: You look amazing. Amazing! You are as beautiful… as beautiful… as beautiful as the Banner o Scotland.
LYNN: (in surprise) Owww, thank you. You are very kind.
MARA: Dylan, isn’t she beautiful?
DYLAN: She is beautiful.
MARA: Don’t you like her white lace dress? Dylan, I need blue stockings desperately. Please! Dylan. Dylan? Dylan?
DYLAN: Mara, stop walking across the room! Concentrate! Mara, stay still! Keep silent for a minute.
MARA: (singing) I think I idolize her. Dylan. Dylan? Dylan?
DYLAN: What?! I think I idolize her, too. She’s the wonder of woman. She certainly wants to rest and we have to wake up early. Hurry now. We haven’t any time to waste. Should I help you into your coat?
MARA: (looking around) Where is the cat? I wish to stroke the cat.

They vanished into the dark night, but gave me a solemn promise to come back soon.

On the Erev Yom Kippur I made a little redhead with soft brown eyes smile.

לשנה תובה תכתבו

Воскресный медвежий день был особенно праздным.

Утром медведи посетили католическую мессу, нанесли очередную душевную травму молодому священнику и благословили всю общину: — Пусть Б-г благословит вас как Эфраима и Менаше. Пусть Б-г благословит вас как Сару, Ривку, Рахель и Лею. На безупречном иврите.

Прихожане слегка испугались приятно удивились. Некоторые упали в обморок, но быстро пришли в себя от религиозного потрясения и разбежались по домам, окрыленные надеждой.

* * *
Вечером медведи дождались иудейского нового года.

Милка, взвизгивая от радости, зажгла свечи, прикрыла глаза ладошками и произнесла слова освящения.

Я испекла круглую халу с изюмом и коврижку с шоколадной стружкой. Майк приготовил курицу в меду и начинил карпа фаршем из трех сортов рыбы.

Ничего более вкусного я не пробовала. Я! Я обычно не притрагиваюсь к карпу.

Медведи помогали нам резать овощи: оранжевые перцы, зеленую фасоль и кукурузу для салата, красные печеные перцы для салата с тунцом и каперсами, свеклу для салата с заправкой из подсолнечного масла и апельсинового сока, батат для запеканки, морковь для цимеса, израильские кабачки и помидоры.

Фруктовый десерт не занял много времени: айва в сиропе с ванилью, финики, гранаты, инжир и яблоки.

Родители привезли цистерну меда, медведи в ней сполоснулись.

* * *
За столом Милка всё освятила и всех благословила. Обняла. Расцеловала. Зачитала Аароново благословение на гэльском. Пропела Апостольский Символ веры на английском — и предложила нам не стесняться.

* * *
Я уверена, что 5777 год будет сладким и счастливым, легким и добрым. Не может ни быть, когда тебя окружают свет, любовь, взаимопонимание и ласка.

Two Little Monsters

Наши монстрики*, Мили и Мара, — самые волшебные, чудесные и разумные монстрики Млечного Пути. Period!
__________
*Монстриками эти девочки стали с легкой руки Дилана.

Me: My sweet, nice, pretty elves…
Dylan: Elves? Are you kidding me? These two? These two are little monsters.

* * *
Пока мы смотрим с балкона в ожидании Мары, Мили глаголет истину.

Mili: Mummy, did you know Dylan is Mara’s guardian angel.
Me: No, Mili, Dylan is Mara’s guardian. That is something different. A legal guardian is a person who cares and makes decisions for a child. Guardian angels are God’s messengers who protect you and guide you and give you strength to live your life happily.
Mili: But that is exactly what he does, right? He protects her. Like daddy. So, he is an angel as well.

Right! Кем еще может быть сын волны? Самым настоящим ангелом! Просто забыл, что он — ангел. Свалился во сне с Небес — и забыл. Ну не бывают простые смертные такими сумасбродными, бестолковыми, теплыми. И улыбаться, и смеяться, и обнимать так не умеют — всем собой, без остатка.

Смешно даже! Как я могла сомневаться?!

* * *
Сидят в стенном шкафу, встречают Шаббат. Они сейчас каждый день встречают Шаббат. Как увидятся, так сразу бегут в стенной шкаф — навстречу Шаббату.

Обмениваются иберо-иудейскими и ашкеназскими традициями. Мили популяризирует среди Мары немецкий. Мара популяризирует среди Мили итальянский. Делятся заботами. Примеряют мои туфли. Крадут по всей квартире светодиодные свечи. Мили торжественно выкрикивает: Our Father who art in heaven, hallowed be thy name. Мара возмущается: What father? !בָּרוּךְ אַתָּה אֲדֹנָי אֱלֹהֵינוּ מֶלֶךְ הָעוֹלָם

Любовь и согласие в стенном шкафу изредка прерываются подзатыльниками и побоями.

Свечи благословили, апельсиновым соком обувь сполоснули, хлебными крошками паркет посыпали, ведут светскую беседу, которая возможна только в нашей действительности:

Мара: Ничего особенного! Дилан тоже дерево.
Мили: А какое он дерево?
Мара: Дуб. А какое дерево Линда?
Мили: Липа.
Мара: Как Бавкида и Филемон.
Мили: Кто?
Мара: Греки. Они любили друг друга. Их любили боги. А потом они умерли и стали деревьями.
Мили: Да, но мама и Дилан не умрут!
Мара: Нет, конечно. Они же уже давно — деревья!

Я теряю дар речи. Дилан ржет. Дверь стенного шкафа приоткрывается и появляются две кудрявые головки: одна рыжая, другая каштановая.

Люблю. Нимагу.

* * *
А возле нашего дома растут дубы. Швыряются ночью желудями, как непоседливые мальчишки, а не солидные столетние дедули. Милка их всех обняла и поцеловала. Они бурчали, но покорно подставляли свои шершавые щеки и распахивали объятья.

Не верю, что остепенятся — и не уговаривайте!

Модница и Змей Горыныч

Маленький Медведь приобрел ядовито-розовое платье с рюшами и воланами, ядовито-фиолетовое платье в крупный горох, белые леггинсы и туфельки.

Нарядилась мальвиной и ползает по траве, перебрасывается мячиком с соседской девочкой, изредка отвлекаясь на светскую беседу с Эйданом. От переизбытка чувств лягается и раздает братьям тумаки.

Пообедала фруктами и сэндвичами (помидоры, сыр, «колбаса»). Переоделась. Уточнила у отца, любит ли он ее так сильно, как она его: от всего сердца, папочка, от всего сердца. Гоняется за Джеки.

* * *
Вчетвером скачут на Змее Горыныче, застенчивом, безобидном подсолнухе о трех цветах. Хотела заступиться, но мне велели сидеть и не рыпаться.

So, be it. I let them be little.

Фасольке три недели

Какая радость! Крошечка Соле переехала в новую кроватку. Сладкая и теплая, как восходящее солнце. Эли напевает ей при встрече колыбельные.

Три недели моему невесомому счастью.

* * *
Мужчины подарили мне алые розы неземной красоты. Четыре большие, две поменьше и пять небольших, одна другой изящней. Нежные, с идеальными лепестками, благоухающие сонным летом.

Милка подхватила букет и поволокла восвояси. – Эмилиана, это для твоей мамы, – удивился Даниэль. Милка замерла, оглянулась, окинула нас подозрительным взглядом, затем приблизилась, выбрала две самые хрупкие розочки и торжественно вручила мне:

„Вот, мама, это для тебя. Эта от Эйдана. Эта от Даника“.

* * *
Сидит в гостиной, сторожит розы. Еле уговорили съесть сэндвич с моцареллой и помидорами.

Маленький Медведь и Эйдан

Лежу на больничной койке и подслушиваю разговор в коридоре:

– Не заглядывай мне под платье.
– Да не заглядываю я.
– Я же вижу, что заглядываешь. Закрой глаза.
– Как я тебя с закрытыми глазами на плечи посажу?
– Так и сaжай. Я тебе говорила, наклонись. Я сама посажусь. Не так наклонись. На колени.
– Постарайся не оторвать мне уши.
– Я не отрываю. Я держусь.
– Держись за шею.
– А мы пойдем в магазин?
– За чем?
– За мыльными пузырями… и конфетками, и печенками, и мелками, и медвежонком коала.

Быстро поворачиваюсь лицом в другую сторону, чтобы никто не заподозрил, что я с этими человеками знакома. Я ведь одного из них совсем недавно предупреждала:

„Эйдан, при твоем росте и с твоей статурой любовь к хитрющим медведям чревата курощанием и безжалостным низводением. Только мелкие болотные тролли не представляют для медведей никакого интереса“.

Не слушал, поэтому справляет свое 40-летие не в отпуске на Гавайях, а в Шотландии с медведями, но, честно сказать, мы этому рады, потому что Эйдан за-ме-ча-тель-ный.

Кто заступится за шотландцев?

Меня кладут на неделю в клинику, а мои четыре эльфа остаются на попечении у троих шотландцев с сомнительной репутацией, самый ответственный из которых 30-летний балбес Даниэль. Мне немного страшно за шотландцев. Кто за них заступится? Кто оградит от эльфов? Кто пожалеет и приголубит? Точно не кошка Джеки.

У Крошечки все замечательно. Она прибавляет в весе. Скоро ее переведут в новую палату отделения интенсивной терапии. Все не совсем замечательно у меня, но это пройдет.

Так умудриться надо!

Бурундучок неловко поворачивает головку, ударяется лобиком о дверцу кухонного шкафа, начинает плакать и уползает под стол. Майк пытается его достать, но он удирает под стул: не смей меня утешать, я орать буду.

Гоняет на машинке по лужайке возле дома. Врезается в дерево. Громко возмущается. На лужайке внушительных размеров растет одно единственное дерево. Так умудриться надо!

Танцует с голубем. Бурундучок делает шаг вперед, голубь – шаг назад. Бурундучок делает шаг назад, голубь – два вперед, но в эту секунду прибегает кошка Джеки и требует безраздельного внимания.

Ведь понятно, в кого Бурундучок пошел? В папу, да.

* * *
Три медведя приручают Эйдана. Изобрели новую игру: piggybackback. Сначала к нему на спину запрыгивает Костя, а потом Милка. Через некоторое время Нико меняется с Костей местами. Ужасно увлекательный способ передвижения во времени и пространстве. При случае попробуйте.