Der Tag des Schachs

M.: Apropos UNESCO
L.: Niemand hat die UNESCO erwähnt.
M.: Lass mich ausreden, Frau. …heute ist der Tag des Schachs.
L.: Faszinierend. Hier, ich verleihe dir feierlich eine Marille als Zeichen meiner Wertschätzung und Anerkennung deiner Verdienste um die Aufklärung meines Volkes. Fortan bist du der Ritter der Reifen Marille.
M.: Welch eine Ehre. Ich bin gerührt. Eigentlich wollte ich dir eine Partie Schach vorschlagen. Der Gewinner1 tröstet den Verlierer mit einem Blowjob. Was?! Wohin gehst du?

Ich brauche dringend die gusseiserne Bratpfanne und den Besen, die Insignien meiner Macht. Heute scheuche ich ihn über die Erdbeerfelder, jage durch die Wälder und folge ihm bis in den Teich.

Nächste Woche werde ich ihn vergöttern, anbeten und verwöhnen. Ich werde ihm dienen und jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Versprochen. In Florenz werde ich zahm wie ein Lämmchen sein.
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1Gewinner – Ich habe noch nie ein Spiel gegen Michael gewonnen.

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„Jenseits“

Am 14. Juli vor 24 Sommern hatte mich mein Mann das erste Mal geküsst1. Meine Hände zitterten. Meine Beine knickten weg. Mein Herz raste. Vier Tage später habe ich das erste Mal mit ihm geschlafen2.

* * *
Ich war zehn, als die Engel der himmlischen Kanzlei mir das wertvollste Geschenk zuteilwerden ließen. Seine Großeltern Hannah und Konstantin brachten ihn zu uns zum Kennenlernen. Ich tobte und kreischte: „Mutter, ich will ihn nicht. Ich werde nicht russisch mit ihm sprechen.“

Ich habe mich geirrt.

Er ist mein Schicksal. Wir bergen eine Seele. Er hat mich zur Frau genommen. Ich habe ihm fünf Kinder geschenkt. Russisch ist unsere erste Sprache gewesen, weder Deutsch noch Englisch, weder Farsi noch Ivrit. Meine schönsten Liebesbriefe an ihn habe ich in Russisch verfasst.

* * *
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Мое прибежище

Мишка говорит: я верю в нас, на этом моя вера заканчивается, этого достаточно, чтобы быть счастливым, с тобой, с детьми, с друзьями, с животными, с работой. Мы научились жить равномерно, без ссор, без драм и без погромов. Мы научились любить в глубину. Мы научились любить спокойно, без предательств, без лжи и почти без ревности. Наша любовь циклическая.

Мишка говорит: я люблю тебя с четвертого класса, я любил тебя раньше, я люблю тебя сейчас, я любить тебя буду всегда. Мы научились оберегать нашу любовь, это согревающее чувство, которое живет в нас и обволакивает паутиной света наш дом. Мы научились беречь друг друга, ограждать от ночи, быть милосердными, когда говорим правду, доверять и прощать. Когда я смотрю в ясное небо его глаз, я теряюсь и нахожу себя сызнова. Мой мир отражается в этом небе. Когда он улыбается исподлобья, я забываю и вспоминаю все, что имеет значение. Когда он заключает меня в объятия, фантомные скелеты моих крыльев начинают свербеть, обрастая новой плотью — перо за пером. О, какими сильными были у меня крылья. О, какой я была бесстрашной.

B Мишкe мое спасение. Мишка отдавал, и отдавал, и отдавал, ничего взамен не требуя, отворял душу настежь и осыпал меня всем, что имел: восторгом, преданностью, простодушием, дружбой и любовью. Мишка стал источником всего, чего мне остро не хватало: доброты, понимания, радости, счастья и ласки. Я нашла в Мишкиной любви прибежище. Без Мишки меня не существует.

Linda Goes Berlin*

Oder: Eine Biene im Honigtopf

Am Samstag hat sich mein Weisheitszahn, das querulante Arschloch, wieder gemeldet als Memento an die heitere Lebensfreude, die vor zwei Wochen Besitz von mir ergriff und uns alle mit märchenhaften Augenblicken überschüttete: „Das Leben ist Marter. Sei nicht übermütig. Fröne keiner Völlerei. Weiche von Ilja. Du bringst ihn aus der Ruhe. Hallöchen! Wie geht’s? Hast mich nicht erwartet, gell?“ Dann kichert er und meißelt sumerische Piktogramme mit gewaltigen, dröhnenden, quälenden Hammerschlägen in meinen Unterkiefer.

Wenn ich die Bilderschrift richtig entschlüsselt habe, handelt der Traktat von unprätentiösem Wesen, Ergebenheit und noch mehr Demut.

Ob ich ein Sommercamp für Kinder eröffnen sollte?

* * *
Die Zahnschmerzen lindern Salbeitee, Gewürznelken und ein sanfter sinnlicher Mann.

Das Urchaos in den Kinderzimmern merzen freiwillige kleine Monster, Spülmittel und ein Wischmopp aus.

Gegen Iljas Abreise hilft keine Panazee, aber ich werde mit Crêpes Suzette und Champagner zum Frühstück fürliebnehmen.

* * *
Bleibt gesund! Hadert nicht mit dem Schicksal. Und ich frohlocke, denn morgen findet das Konzil mit Herrn Dr. G., dem Heiligen meines Vertrauens und dentalen Exorzisten, statt.
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*„Ingrid Goes West“, Schein vs. Sein, empfehlenswert

Über die toten Seelen*

Denke um. Reagiere nicht. Lerne Erinnerungen zu evozieren.

Versage dem Feuer das Substrat für die Existenz. Lasse die Kreatur, die das Feuer der Zerstörung zu entfachen trachtet, schonend – pikant gewürzt mit Selbstgewissheit, Hass und Aversionen –, in der eigenen Galle garen, auf dass sie die Würde bewahre und sich in aller Stille annihiliere. Sei gnädig. Du. Bist. Lebendig!

Schließe dich den Menschen an, mit denen du auf einem gemeinsamen Pfad, obzwar steil und dornig, wandeln kannst: weg von der Dunkelheit; zum Licht, zur Hoffnung, zur Liebe hin.

* * *
Christians Worte.
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*Trolle, Hamster, Hater; Nikolaj Gogol, „Die toten Seelen“

Das Glück

Warum denke ich bloß an Michael, immer wenn ich eine Kornblume sehe?

* * *
Ich bin die Verkörperung der Demut. Ich wohne seit einer Woche mit zwölf Kindern in meinem Kibbutz. Beat me!

Ich war nie glücklicher. Es gibt nichts Besseres. [Trotz der Proteste unserer Katzen.] Der Mann kommt auf dumme Gedanken und würde gerne die Kontrazeption absetzen. Ich verbarrikadiere mich in meinem Schlafzimmer. Wenn Du mich bumsen willst, mach’s einfach, weck mich nicht auf. Ich schlafe ein, kaum mein Kopf das Kissen berührt.

* * *
Am Wochenende verabschieden wir den schönen Wolgadeutschen, seine Frau Nadja und deren beide Kinder. Ilja darf ich auch nicht behalten. So gemein.

Chris und Theresa schließen sich dem Grillfest an. Sie haben zwei Kinder :D

Igor Akinfeev

Ein guter Mann!

Nach all den Hetzkampagnen, Verunglimpfungen und Lügengeschichten, die unsere deutschen Massenmedien – mit eifriger Unterstützung ihrer europäischen und amerikanischen Pendants – in den letzten Jahren über Russland verbreitet haben, ohne dass jemand einen legitimen Einspruch erhoben hätte, sei dieser Triumph den Russen vergönnt.

Bei der Liveübertragung eines Fußballspiels gestaltet es sich prekärer, Fake News kontinuierlich zu generieren und alternative Fakten zu fabrizieren. Sport war schon immer politisch.

* * *
Nadja und Ilja sind da. Wir schauen noch „Wag the Dog“ und „Special Correspondents“, essen den Kühlschrank leer und freuen uns auf einen grenzenlosen Horizont, sternenreichen Himmel, Wind, Regen und… Freiheit von der Krux der Zivilisation.

Spätestens in acht Tagen sind wir in Glückstadt.

Who is Ethan?

L.: Was verstehst du schon von Frauen?
E.: Was verstehst du schon von Männern? Hast du einen nackten Mann aus der Nähe betrachtet?
L.: Nein, ich fiebere diesem aufregenden Ereignis noch entgegen.
E.: Also, wenn du möchtest, wäre ich bereit…
L.: Nein, nein. Sei mir nicht böse, aber du bist nicht mein Typ.
E.: Ehrlich? Wer ist denn dein Typ?
L.: Ich vergöttere schwangere Kobolde mit Glatzen.
E.: Das ist einleuchtend. Sogar ich bin bei dieser Beschreibung steif geworden.
L.: Eine faszinierende Geschichte. Lege sie für die Enkel nieder.
E.: Witzig. Hast du nicht behauptet, Frauen wählten oft Männer, die ihren Vätern ähnlich aussähen?
L.: Die Hypothese vertrete ich weiterhin.
E.: Ich habe deinen Vater doch gekannt. Er war größer als ich.
L.: Er hat leidenschaftlich gerne High Heels getragen.
E.: Was du nicht sagst. Er hatte keine Glatze.
L.: Rabenschwarz, lockig, voll? Eine osteuropäische Echthaarperücke.
E.: Diesen Verdacht hegte ich insgeheim.
L.: Es freut mich, dich aufgeklärt zu haben. Mein Vater war eigentlich blond. Viel blonder als Richard.
E.: Besitzt dein Bruder auch osteuropäische Echthaarperücken?
L.: Er ist weltoffener. Seine Kollektion der Echthaarperücken ist exquisit.
E.: Weiß er davon?
L.: Ich äußere mich nicht zu dem Sachverhalt.
E.: Vernünftig. Was ist mit der Schwangerschaft?
L.: Edles Korsett. Ich entsinne mich mit Vergnügen dieser sorglosen Zeiten. Mein Vater stand auf, frühstückte, duschte. Meine Mutter schnürte sein Korsett eng. Hach. Ich schenke dir eine erotische Korsage aus Satin mit zarter Spitze zum Geburtstag.
E.: Zu gütig. Ich fühle mich überwältigt. Ist deine Liebe zu mir so stark, kleine Lügnerin?
L.: Ich lüge nicht. Ich interpretiere die Wirklichkeit. Mein Mann gehört einer Nation von Geschichtenerzählern an.
E.: Welche Nation ist das präzise?
L.: Wahrscheinlich alle fünf. Zur Intensivierung des Effekts.
E.: Warum hast du dich für ihn nur entschieden?
L.: Ich leide Tantalusqualen. Jetzt ziehe die Decke nicht über deine Hüften. Entehre mich, bevor er nach Hause kommt.
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About the Nation of Storytellers in My Life

Die Meilensteine

„Was willst du hier, Muttersöhnchen? Verpiss dich von meinem Grundstück!“
„Heiliger Himmel, du bist wunderschön.“

Dies waren die Worte, die mein Mann und ich vor zehn Jahren nach einer 6-jährigen Trennung miteinander wechselten.

„Der Mond ist auf die Erde gestürzt… Was war das denn? Wann hattest du das letzte Mal Sex?“
„Vor sechs Jahren. Alles Andere war Masturbation: egal, ob mit der Hand oder mit einem Frauenkörper.“

Dies waren seine Worte, nachdem ich das erste Mal Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr. von ihm gehört hatte. Es bedurfte einer Nichtigkeit: acht Jahre zusammen, sechs Jahre in parallelen Wirklichkeiten. Ich verhielt mich unnachgiebig. Es waren immerhin fast zehn Minuten seit unserem Wiedersehen verstrichen, bevor er in mir das erste Mal in dieser Nacht kam.

„Heirate mich.“
„Wie bitte? Ich habe dich nicht verstanden.“
„Du hast mich verstanden. Heirate mich. Ich bin kein schlechter Mann. Du wirst es gut bei mir haben.“

Wir lagen im Bett. Mein Bauch wölbte sich. Ich habe nie an unserer Ehe gezweifelt.

„Gott, was machen wir jetzt?“
„Sorge dich nicht. Wir schaffen das. Ich werde jedes Kind großziehen, das du mir schenkst.“

Wir hegten ein Baby um. Wir erfuhren gerade vom Gynäkologen, dass ich mit Zwillingen schwanger bin. Mein Herz rutschte in die Fersen. Für einen kurzen Augenblick sah ich, wie das Blut aus seinem Gesicht wich.

Ich bin stolz auf meinen Mann. Sein Wille ist ehern. Ich werde mich nicht mit fremden Federn schmücken, obwohl er oft genug betont, dass hinter einem erfolgreichen Mann immer eine starke Frau stehe*.

Ich glaube, ich hatte keinen Vogel abgeschossen. Der Phönix selbst ging freierdings in mein Netz. Zu seinem Versprechen bekennt er sich bis heute. Er kümmert sich inbrünstig um meine Kinder, und sie schauen zu ihm auf.

Die Romantik ist überbewertet. Nur die Taten zählen. Gestellte Fotografien in sozialen Medien verwandeln das Leben nicht in ein Märchen.

Fata Morganas bleiben Fata Morganas. Die Erzengel sind echt.
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*Wer ist der Autor dieses Zitats?

et lucifer oriatur in cordibus vestris*

L.: Your stepmother told me I bring light into the world.
M.: I am come a light into the world, that whosoever believeth on me should not abide in darkness1. Und wir wissen genau, wer der Lichtträger ist.
L.: Und wir wissen genau, wessen Großmutter Morgenstern hieß. Wie ist es eigentlich, wenn einem sowohl der Erzengel als auch der Drache2 innewohnt, der verschmäht und in die Hölle hinabgestürzt wird? Beide sind Krieger. Beide sind Lieblingssöhne. Der tugendhafte botmäßige Zelot gegen den rebellierenden Verführer, in einem äonenlangen erbitterten Kampf um die Gunst des Vaters gefangen.
M.: Inconsistency, disunity, emotional turmoil. I wage my war. I have my moments. Es ist überraschend idyllisch hier, tief im Abgrund der ewigen Verdammnis.
L.: Natürlich. Wozu zweifeln und staunen? Ich teile mein Leben mit dem Fürsten der Finsternis.
M.: Ich liebe die Demiurgin der Wollust und der Sünde. We are far from perfection. Just concede defeat and I will bestow the most magnificent panoramic view over my entire empire upon you. I promise.
L.: You mean our bed?
M.: That’s exactly what I meant. You’re such a smart woman, dearest.
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*II Petri 1,19 VUL
1John 12:46 KJV
2Offb 12,7

* * *
3:30 Uhr. Die Zeit für einen gemütlichen Spaziergang mit den Zerberussen. Wir haben eh nicht geschlafen.

Professor Unrat lässt grüßen

L.: Wo gehst du jetzt noch bitte hin?
M.: Ins (nuschelnd) …uff.
L.: Wohin? Ins Puff?
M.: Doch nicht ins Puff. Ins Kabuff.
L.: Haben wir neuerdings ein Kabuff? Lesen wir neuerdings Heinrich Mann?
M.: Wenden wir neuerdings den Pluralis Majestatis an?
L.: Ja, bei uns ist neuerdings der Größenwahn ausbibrochen*. An allen Miseren sind die Biber schuld.
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*Lapsus Linguae: ausbibrochen statt ausgebrochen

Extremsport zum Wochenende

L.: Baby, was machen wir am Freitag?
M.: Wir besteigen den Mount Everest und segeln die Sieben Weltmeere um.
L.: Okay. Ich treibe „Bullets over Broadway“ auf. Du bestellst die Pizza.

* * *
H.: Ein wenig windig heute.
L.: Haley, übertreibe nicht so maßlos.

Linguistische Paradigmata

L.: Michael, was machst du?
M.: Siehst du’s nicht? Ich liege auf der Couch und denke Gedanken.
L.: Du denkst Gedanken?..
M.: Ich denke Gedanken! Was passt dir nicht daran? Manchmal träume ich Träume. Manchmal fantasiere ich Fantasien. Willst du mit mir einen Fick ficken?
L.: Einen Fick ficken entspricht nicht ganz dem Paradigma, wessen du dich so großzügig bedienst.
M.: Wen interessiert’s?! ich bin Ausländer. Ich bin kein Linguist. Runter mit dem Höschen.

Ich überlege gerade, auf welche Art und Weise ich ihn töten werde… Hat jemand den wütenden Mob gesehen?

Bobos vs. Höhlenmenschen

L.: Kein vegetarisches Frühstück für dich.
M.: Erfahre ich auch den Grund dafür?
L.: Ich habe auf dich gewartet und zwei Männer belauscht, die eine halbe Stunde lang über Vorzüge von Amaranth und Quinoa diskutiert haben. Ich bin trocken wie die Sahara. Ich habe genug von Warmduschern. Sei du selbst: rüde, rüpelhaft und ungehobelt.
M.: Ich könnte dir die Niagarafälle anbieten. Was? Du hast mit den geografischen Vergleichen angefangen.

* * *
L.: Bevor ich deine Familie kennen gelernt hatte, aß ich wie ein Kolibri.
M.: Nun gut, jetzt isst du wie eine verfressene Ente, aber ich finde es sexy.
L.: Watch it!
M.: Au! Hast du mich gerade getreten?
L.: Nein, nein. Ich wollte mit dir unter dem Tisch füßeln.
M.: Füßeln… von wegen. Au, das hat wehgetan.
L.: Ach, verzeih mir, mein Liebling.
M.: Ha-ha. Daneben. Aua!

* * *
L.: Nur die Götter wissen, wie ich dich ertrage. Du solltest mich fürs Bundesverdienstkreuz vorschlagen.
M.: Eigentlich wollte ich mich an die UNESCO wenden und dich zum Weltkulturerbe erklären lassen.
L.: Eine weise Entscheidung. Ich unterstütze dich.

The Wall

L.: Hast du den Sonnenaufgang gesehen?
M.: Er war schön.
L.: Holyrood Park. Hab‘ gehofft, meine neuen Freunde zu treffen.
M.: Die sind wahrscheinlich bereits abgereist.
L.: Isst du mit mir zu Mittag?
M.: Heute nicht. Leider.
L.: Gut. Dann gehe ich zu Henry und lasse mich von ihm quälen.

* * *
Henry, ein ehemaliger Bootneck/mein Lieblingscoach, ist vor kurzem von Carlisle nach Newcastle gelaufen.

14:12:46
110.8 km
7:42/km

Bloody hell! I should bow when I see him today, shouldn’t I?

Happy Father’s Day!

Haley: Was hast du Mike zum Vatertag geschenkt?
L.: Rote Rosen, Springbank 45yo und mich. Die Blumen hat unsere Große geklaut. Sie sind in ihrem Kinderzimmer zu bewundern. Den Whisky wird er bei Texas Hold’em mit seinen Kumpels an einem Freitag genießen. Ich wurde ausgepackt. Was hast du Daniel geschenkt?
H. (lachend): Motivsocken, aber er hat mich trotzdem ausgepackt.

Baby, we’re the lucky ones. You are the greatest and most precious gift from Heaven. We love you and we feel your love wherever we go. You’re the best father in the world. Every single day.

* * *
Am 29. Juni endet für die Horrorbrigade das Schuljahr. Danach werden wir mit Haley und Daniel, Nadja und Ilja von Edinburgh über Helgoland durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Glückstadt segeln*. 450 Seemeilen.

Hach, ich freue mich auf meinen Bruder, meine Freunde und meine Tiere.
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*Ahoi! Ahoi! Frau über Bord!

Knigge für Ferkel

M.: Kaufe dir ein Kleid und neue Schuhe.
L.: Nachdem ich diese Worte das letzte Mal aus deinem Mund gehört hatte, stolperte ich, stürzte, bettete mich auf die kühlen Stufen eines Nobelrestaurants – in einem Interieur aus Gold, Spiegeln und Kronleuchtern; das seidene Kleid geschickt um den Hals gewickelt –, und kam Ilja so nah, wie sonst keinem deiner Freunde.
M.: Ich gebe zu, du sahst dabei unbegreiflich würdevoll aus: Grazie, Anmut… die Zierde der Marmortreppe par excellence. Die Zeit erstarrte. Der flüchtige Zauber des Augenblicks hallte nach. Venus erblasste vor Neid. Achtzehn Monate harter Arbeit und Disziplin auf dem Übungsgelände hatten sich gelohnt. Wäre ich an Iljas statt, griffe ich bestimmt nach deinem Po, nicht nach dem Schenkel.
L.: Verderbtes Ferkel.
M.: Apropos Verderbtheit: Erwähne nochmals seinen Namen mit einem schwärmerischen Lächeln, und ich werde dich einkerkern. Warum trägst du nie den eleganten Kartoffelsack, den ich dir geschenkt habe?
L.: Ich überlasse ihn dir.
M.: Zu kurz. Frau würde meine Beine sehen.
L.: Hör auf. Ich werde wuschig. Deine Beine vertrügen allerdings eine gründliche Rasur. Rasieren, Epilieren, Waxing, Shugaring, Alexandritlaser?
M.: Vergiss es. Ich bin wie Sampson, meine liebe Delila. Werde ich der Körperbehaarung beraubt, schwindet meine Kraft, auch die Manneskraft. Stelle dir all die desperaten Nächte vor, in denen du vollkommen nackt, glühend und zitternd vor Verlangen, unter die Decke schlüpfen und mit mir stundenlang über Belanglosigkeiten reden müsstest.
L.: Blanker Horror.

* * *
M.: Benimm dich. Falle nicht unangenehm auf.
L.: Was heißt das schon wieder? Darf ich nicht am Tisch schmatzen, auf dem Tisch tanzen oder neben dem Tisch gemütlich der Ruhe pflegen?
M.: Tue mir den Gefallen.
L.: Kann ich mindestens versuchen, dir unter dem Tisch einen zu blasen?
M.: Gegen solchen vernünftigen Vorschlag ist nichts einzuwenden.

* * *
L.: Darf ich mit deinen Geschäftspartnern tändeln?
M.: Nein.
L.: Darf ich sie berühren?
M.: Auf gar keinen Fall.
L.: Aber es ist angebracht, wenn du deine Hand auf mein Knie legst?
M.: Ja. Du hast schöne Knie. Ich bin willenlos in deiner Nähe.
L.: Du hast einen schönen Bauch. Trotzdem fasse ich nicht in deine Hose.
M.: In meine Hose? Denkst du wirklich an den Bauch? Sei ehrlich. Schäme dich nicht deiner Sehnsüchte.

* * *
L.: Gehen wir nach dem Geschäftsessen tanzen?
M.: Wenn du möchtest. Später dann gehen wir in ein Hotel, wo ich dich ordentlich durchpfeffern werde.
L.: Durchpfeffern… Charmant.
M.: Ich bin ein Mann von guter Erziehung. Ich entstamme einer langen Reihe von Generälen.
L.: Ich bin ein simples Bauernmädchen. Pfeffere dich selber durch.

Die Tage huschen an mir vorbei schneller, als ich zwinkere. Mit dem Schreiben komme ich nur nicht hinterher.

Das Bildnis der Pimpinelle H.*

M.: Frau, du bist so eine… Pimpinelle.
L.: Pimpinelle ist kein Schimpfwort, mein ungebildeter Freund.
M.: Da wurdest du falsch informiert.
L.: Klappe halten. Ich bin reizend.
M.: Du hast ja keine Ahnung, wie sehr du mich manchmal reizt.

* * *
Ich gehe heute mit diesem unverschämten Kerl zu einem Geschäftsessen. Ich werde kein Höschen tragen :D

Baby, hast Du mich verstanden?
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*Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde

Three Men in a Boat*

oder: Ab – nach Australien!

Ich ziehe Magisches an. Ich bin ein Schwarzes Loch. Keine blöden Witze, Michael! Mach deinen Mund zu, sonst töte ich dich. Vor einer viertel Stunde sind mir und den Höllenhunden vier wunderbar besoffene Gestalten im Holyrood Park begegnet: ein dürrer Riesenrentner mit schütterem Haar, in eine saphirblaue Jacke geheimnisvoll gehüllt, ein kleiner dicker Rentner mit schwarz gefärbter Haarpracht und eine ältere Frau in einem giftgrünen Pullover. Sie haben eine anregende Diskussion geführt. In Deutsch.

* * *
Schönheit in Giftgrün mit Einkaufsnetz: Schottland ist ein Scheißland. Ich will auswandern.
Schönheit in Saphirblau mit Dackel (unangenehm laut, torkelnd): Wohin?
Schönheit in Giftgrün mit Einkaufsnetz: Nach Russland.
Kleiner Dicker (sich kaum auf den Beinen haltend): Nach Australien?
Schönheit in Saphirblau mit Dackel: Nach Russland, sagt sie.
Kleiner Dicker (erhobenen Hauptes): Russland ist auch ein Scheißland.
Dackel: Anubis, mein Herr, befreie mich von dieser Qual. Ich werde nie mehr in einen Stiefel kotzen.
__________
*Three Men in a Boat (To Say Nothing of the Dog) by Jerome K. Jerome

Die Kunst der Malerei

Henry: Linda?
L.: Sie ist nach Sibirien ausgewandert.
H.: Wie ich dich vermisst habe.
L.: Das ist nachvollziehbar. Ich bin bezaubernd.
H.: Geez. Und so bescheiden. Kommst du zum Training?
L.: Nein. Ich bin zu beschäftigt.
H.: Was machst du?
L.: Ich sitze auf dem Balkon und bemale Bananen. Wo kann ich einen Axolotl kaufen?
H.: Wirst du ihn auch bemalen?

* * *
Kundgabe: Du! Hab‘ beschlossen, fett zu werden. Freunde Dich mit dem Gedanken an. Küsschen. Dein Weib.
Resonanz: Wer?

Hexen & deren Kraftfahrzeuge

I.: Partnertausch?
L.: Wie bitte? Ist das ein russischer Brauch? Ich bin Ethnologin. Ich füge mich in mein Schicksal.
I.: Wodka, Kaviar, Partnertausch. Ich meine bloß, fährst du bei mir mit oder bei deinem Mann?
L.: Wem? Ich weiß nicht, wer das ist.
M.: Dafür wirst du Buße tun, mein Täubchen.
L.: Das hoffe ich stark. Das war die geheime Absicht der Aussage.

* * *
L.: Ich habe bis dato gefahren… snowmobiles, jetskis, rock crawlers, dune buggies, beach buggies and now – a quad. Gibt es solche Gefährte auch für den Himmel?
I. (schmunzelnd): Gefährte für den Himmel…
L.: Was? Zu abgehoben für den feinen Herrn? Klingt Töfftöffs vertrauter?
I.: Ich bin mit Gefährten zufrieden. Da wären… Drachen, fliegende Teppiche, Santas Schneeschlitten.
L.: Aha. Ich bin von Vollidioten umgeben.
I.: Gleich und gleich gesellt sich gern. Sie erkennen sich in dir wie in einem Spiegel. Seufze nicht. Ich habe gescherzt. Ich wollte dich zum Lächeln bringen. Ernsthaft, Luftfahrzeuge: Luftschiffe, Gleitschirme, Flugzeuge.
L.: Ab und zu verprügle ich unverschämt witzige Männer. Aus Spaß halt.
I.: Das glaube ich dir. Ich versuche gerade, dich zu besänftigen. Setze dich doch ans Steuer.

* * *
L.: Wie heißen die Fahrzeuge, die wir gefahren haben?
M.: Geländefahrzeuge.
L.: Ilja hat sie anders genannt.
M.: ATV?
L.: Ja. Wofür steht die Abkürzung?
M.: All Terrain Vehicle.
L.: Ilja hat mich seins lenken lassen.
M.: Ist das ein Euphemismus?
L.: Oi. So ist er nicht drauf. Er ist nicht wie du.
M.: Er ist genau wie ich. Er hat einen Schwanz.
L.: Bist du eifersüchtig? Grollst du mit mir? Du hast gesagt, ich solle ihn verzaubern.
M.: Mit deiner Schönheit und deiner Redegewandtheit. Ich habe nie verlangt, dass du ihm deine Unterwäsche demonstrierst. Auf den Anblick seiner Hand, die auf deinem Schenkel ruht, hätte ich freiwillig verzichtet.
L.: Ich habe improvisiert. Er hat mich übrigens nicht begrabscht. Er hat mein Kleid gerichtet und mich aus einer peinlichen Lage befreit.
M.: Ich werde ihn für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen.
L.: Eigentlich bist du an allem schuld.
M.: Warum das denn jetzt?
L.: Du machst mich mit diesen großen klugen blauäugigen Männern bekannt, mit denen ich mich gut unterhalte und zu denen ich mich hingezogen fühle.
M.: Großartig. In Ordnung, ab sofort stelle ich dich ausschließlich schwangeren Kobolden mit Glatzen vor.
L.: Kennst du viele schwangere Kobolde mit Glatzen?
M.: Leave me alone.
L.: Du Baby…
M.: Don’t flirt with me. I am not in the mood.
L.: Liebst du mich?
M.: Nein, aber ich opfere mich für einen Fick mit dir.
L.: Auf der Toilette? Nein, danke, dem Club trete ich keineswegs bei.
M.: Dann schlafe ich eine Runde.
L.: Und falls das Flugzeug abstürzt, rettest du mich?
M.: Hände weg. Hast du deinen Besen nicht dabei? Fliege doch einfach davon.
L.: Ich bin eine moderne Hexe. Ich besitze einen Staubsauger.
M.: Meinetwegen einen goldenen Vibrator. Hauptsache, du bist glücklich.

Gott, wie ich ihn liebe!

A Short Film

M.: Hey… Woman?!
L.: What do you want? Go away.
M.: I got an erection. What do you think I want?
L.: Fascinating. Write an article about this sensation. I’ll post it.
M.: Should I take a photo?
L.: Shoot a short film.

I admit I’m sorely tempted to drop him off at the airport today, but the luggage is too heavy.

When in Russia

Blau, so blau.

* * *
“That’s not true. He’s neither an arrogant bastard nor a cynical dick. His smile is just adorable. He is charming, witty, and intelligent. He is… well, pretty much a frustrated teddy bear.”

Who would’ve thought? I’m in love with a frustrated teddy bear.

Майк таки Мишка.

אני חושב

L: Make a serious face and whisper softly „אני חושב“.
M: No.
L: Why?
M: Don’t want you to get hot and excited.
L: I thought that’s all you ever wanted.
M: Well, yes, actually, yes, that might be true, but not immediately.
L: Should I undress myself?
M (bursting out in laugh): No. Definitely not. I enjoy seeing you naked, but not in a grocery store. Wait till we’re at home.

* * *
M: You’re still not naked.
L: You still didn’t say „אני חושב“.
M: Is that gonna lead to an orgasm?
L: Everything leads to an orgasm in your particular universe, Michael. A friendly handshake, an accidental touch, a bare toe.
M: .ליני, אני חושב שאני אוהב אותך
L: Blödmann.
M: Das war klar. How about an orgasm right now?
__________
Я думаю

Тост

М.: To my first and only love. To the mother of my children. To my beautiful bride. Я люблю тебя, Линка! Я люблю тебя больше своей жизни. Ты меня любишь?
L.: Немного. Ты чем обдолбался, дебил?
М.: Гонораром.
L.: Я люблю тебя бесконечно!

From Russia with Love

Sollte ich Kaviar, Blini, eiskalten Wodka und die berühmte russische Gastfreundschaft überleben, sehen wir uns in acht Tagen beim Sonnenuntergang am Leuchtturm wieder.

* * *
L.: Gibt’s in Russland auch zärtliche Yeti -Männer?
M.: Hast du Fliegenpilze geraucht? Für dich gibt’s nur mich. Get used to it. Und jetzt – halt die Klappe. Hier ist deine Lieblingslektüre.
L.: Ein Thesaurus?
M.: Das Telefonbuch.

3 ;)

XX: Du bist also Single und dreifache Mama…
L.: Äh…
M.: Das ist richtig.
XX: Bist du ihr Freund?
M.: Nein, Liebhaber. Ich bin glücklich verheiratet und ziehe mit meiner Gattin fünf wunderbare Kinder groß.
XX (verdutzter Blick): Nett.

L.: Musste das sein?
M.: Wechsle nicht das Thema. Warum erwähnst du mich so selten, dass man denkt, du wärst vogelfrei?
L.: Ist das nicht offensichtlich? Ich schäme mich für dich.
M.: Ist dir klar, dass du mich gerade herausgefordert hast?

Erzengel und Linde: 101 Geschichte, 30 weitere als „privat“ gekennzeichnet
us: 363 Geschichten
kids: 294 Geschichten

Wie hält er es mit einer undankbaren Egoistin nur aus? Der Mann ist ein Heiliger.

* * *
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Forfar Triathlon

For Mike (sprint)
Swim: 750m
Bike: 21.1km
Run: 5km

For me (novice)
Swim: 400m
Bike: 10.74km
Run: 5km

52 days to go.
That’s gonna be an awesome summer.

EMF

I ran Edinburgh.

13.1mi
6:42/mi
1:28:25

A little bit proud of myself.

Hunde & Luxus

L.: Überleg mal, man kauft ein Haus, das fast 10.000.000 € wert ist. Luxusimmobilie aus der Gründerzeit. Am Flussufer gebaut. Wohnfläche über 1000 m2. Grundstück fast 2000 m2. 20 Zimmer. Swimmingpool, indoor.
Daffyd: Nebenkosten nicht inbegriffen. 43.000 für Grundbucheintrag. 500.000 für Grunderwerbssteuer. Der Makler bekommt 607.000, der Notar 128.000.
L.: 1.278.000 insgesamt.
D.: 11.278.000 insgesamt.
L.: Gibt es auch für solche Fälle Finanzierungsmöglichkeiten?
D.: Sicher. 3.300.000 Eigenkapital sind zwingend nachzuweisen. Bei einem Jahreszins von 1,28% erhält man von der Bank 8.100.000.
L.: Wie hoch ist die Monatsrate?
D.: Sollzinsbindung von 10 Jahren? Ungefähr 22.000.
L.: Krass.
D.: Na, entweder ist man wohlhabend genug oder man entscheidet sich lieber für ein einfaches Haus, das 160.000 kostet.
L.: Immer noch ein stolzer Preis. Meine Mutter hat immer gesagt: „Nimm nie einen Kredit auf, das Geld gehört der Bank. Heirate keinen reichen Mann, nur weil er reich ist, das Geld gehört ihm. Heirate keinen alten Mann, je älter sie werden, desto langweiliger sind sie.“
D.: Klingt weise.

Was denn? Worüber redet ihr bei einem Spaziergang mit den Hunden am Strand?

* * *
Das ist kein Hund. Das ist ein Schwein.

Female Honesty

XX: Du frisst wie ein Nilpferd und bist trotzdem dünn. Hast du Würmer?
L.: Yep. Sie heißen Pietro und Gianluca. Ich habe sie auf meiner Reise in die Toskana kennengelernt. Sie residierten in einem Apfel.

Wie schreibt man „Neit“ und „Mizgunst“ richtig?

* * *
XX2: Newlyweds?
L.: Newlyweds??? 18 years together. 5 kids, 2 dogs, 2 bunnies and the cat of the Apocalypse – Fräulein Fettel.

Ich wollte XX2, die ich vor diesem Geschäftsessen noch nie getroffen habe, umarmen und abküssen. Gesegnet soll ihr gutes Herz sein.

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Anfang Juni werde ich Michael nach Russland begleiten: fünf Tage in Moskau, drei Tage in Sankt Petersburg.

Dreams do come true :)