Erwartung und Realität

L.: Ich glaube, ich weiß, was mit dir los ist.
M.: Mit mir ist was los? Erzähl.
L.: Ich glaube, du hast eine Affäre gehabt. Jetzt bist du nicht mehr ausgelastet und kommst deswegen nicht von mir runter.
M.: Deine Theorien sind scheiße, deswegen bist du z.B. keine Soziologin geworden. Wann sollte ich eine Affäre gehabt haben? Vor allem mit wem? Ich will auch Bescheid wissen.
L.: Na, keine Ahnung. XX.
M.: Aha. Ich glaube, es wäre für dich sogar eine Erleichterung: Männer sind treulose unwürdige abscheuliche Kreaturen. Du würdest meine Eier zu einer kunstvollen Schleife binden, du würdest mich vor die Tür setzen, aber es wäre eine gewisse Genugtuung für dich. Nein, ich komme nicht von dir runter, weil ich gerade sehr verliebt in dich bin, obwohl du es in solchen Momenten gar nicht verdienst und obwohl ich weiß, dass du regelmäßig an XY denkst.
L.: Das ist nicht wahr.
M.: Aha. Sei ehrlich. Ich glaube nicht, dass du mich tatsächlich betrügen würdest. Bei dir siegt die Vernunft.
L.: Was siegt bei dir?
M.: Meine Liebe zu dir, Dumpfbacke. Aua. Warum hast du mir dein Knie in den Magen gerammt? Ich bin nackt und wehrlos.
L.: Ich mag dich, Trottel. Möchtest du feuchte cremige Rühreier zum Frühstück?
M.: Mannomann. Was ist denn das für eine Art und Weise, die Sympathie zu bekunden? Was habe ich mir dabei gedacht, als ich mich in dich verliebt habe?
L.: Du hast mit deinem Schwanz gedacht. Ach so, vielleicht ein Würstchen dazu, ah?
M.: O Gott. Ich verzichte auf das Frühstück. Ich habe mit meinem Herzen gedacht!
L.: Und wir alle wissen, dass dein Herz sich zwischen meinen Beinen befinden. Seufz nicht wehleidig!
M.: Ich gebe auf. Wir haben ziemlich zweifelhafte Weihnachtstraditionen. Wo ist das versprochene Frühstück?
L.: Gleich. Ich muss noch eine Runde an XY denken. Bleib in der Nähe. Denk an XX. Eine Erektion wäre von Nutzen.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

11 Gedanken zu “Erwartung und Realität

    • Einen Weihnachtsbaum von 50cm haben wir immerhin noch geschafft – und den aus echten Fichtenzweigen. Hätte ich nicht erwartet…
      (Trotzdem Danke der Nachfrage.)
      👍🙏🤗

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    • Ein Weihnachtsbaum hat aber nichts mit Glück, Freude, Geborgenheit zu tun :( Das hört sich sehr traurig an. Es tut mir Leid für Dich.

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    • Ich sage immer: Ich bemühe mich nach Kräften.
      Aber ich will nicht jammern. Meine Kraft reicht für alles, was notwendig ist. Und das ist mehr Glück, als manch andere erhoffen können.
      Der Weihnachtsbaum leuchtet gerade noch neben mir – das gibt auch ein bisschen Geborgenheit.
      (Nur das mit der Freude hält sich gerade ein wenig in Grenzen.
      Aber dafür gehts bei Euch wohl ganz heimelig zu – das klingt schön… :-)

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    • Bemüht sich Dein Gegenüber auf nach Kräften? Ich kenne die Situation nicht, aber für mich klingt das nach Ende einer Beziehung. Habe ich Unrecht?
      Ich habe noch nie in meinem Leben das Wort „heimelig“ benutzt :)

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    • Doch, jetzt hast Du „heimelig“ benutzt. 😉
      Was das Gegenüber betrifft: Ab einer gewissen medizinischen Indikation stellt sich die Frage nach „Bemühungen“ nicht mehr. Ebensowenig wie die Frage nach Endlichkeiten – zumindest für mich.
      Du schriebst, Du verfolgst meinen Blog. Dann kannst Du Dir den Rest vermutlich selbst zusammenreimen.
      (Sorry, ist jetzt nicht ganz nett, aber ich hoffe, Du verstehst, daß das Thema gerade nicht ganz einfach für mich ist.)

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    • Ich kann mir gar nichts zusammenreimen. Ich verfolge (?) nicht Deinen Blog.
      Aber der Rest hört sich nach einer onkologischen Erkrankung an… Und das ist grausam. Eine liebe Freundin von mir ist im Juli an Krebs gestorben.

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    • Sorry, vielleicht hat mich meine Erinnerung getäuscht…
      Krebs ist es – Gott sei Dank – nicht. Aber es gibt leider „Kombinationen“ von diversen Problemen, die einen mühelos an die Kante treiben können. Und dann bleibt nur ein Bemühen übrig – mit unklarem Ausgang. Und nach inzwischen jahrelangem „Ärztehopping“, bei dem bis jetzt noch ausnahmslos jeder Doc irgendwann die Hände gehoben hat, ist die Zermürbungsgrenze langsam überschritten. Der letzte Kommentar war bis jetzt der härteste: „Das ist mit dem Leben nicht vereinbar.“ (vermutlich meinte er „auf Dauer nicht vereinbar“)
      Aber ich will nicht schon wieder jammern. Ich selbst bin soweit gesund. Lass uns schauen, was der morgige Tag bringt: es ist Silvester. Habt eine tolle Party 🎉 und einen „guten Rutsch“!💥

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    • Du, sei in 2020 glücklich, umglaublich glücklich, unverschämt glücklich… Warte nicht auf 2222. Ich umarme Dich. Rutsch gut!

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    • Vielen lieben Dank für diesen Moment des Lächelns, der einen Tränen in die Augen treibt.
      „Es kommt gut“ (sagt mein Bruder immer. Ich glaube er hat recht… 😉 )
      Auch Dir einen guten Rutsch!
      🎉🍀💥

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