Überraschung! Sie haben ein Vorstellungsgespräch.

L.: H.! Sofort stehen bleiben!
M.: Ich habe dich auch vermisst – ?
L.: Nix da. Erzähl! Was hast du gemacht?
M.: Ich liebe dich. Ich bin artig gewesen. Bitte schlage mich nicht. Ich verweigere die Aussage. Ich rufe meinen Anwalt an.
L.: So viel an einem Tag? Weißt du, wer Herr K. ist?
M.: Nein.
L.: Er hat mich angerufen. Ich solle morgen um 11.30 Uhr zu einem Vorstellungsgespräch kommen.
M.: Ich bin sprachlos – ?
L.: Er hat im Auftrag der Stiftung angerufen. Was hast du damit zu tun?
M.: Nichts.
L.: Dein Vater?
M.: Keine Ahnung. Gehst du hin?
L.: Ich habe mich nicht beworben. Ich verfasse das Anschreiben. Ich nehme mein Curriculum Vitæ und die Zeugnisse mit. Wir haben lediglich davon gesprochen, dass ich dreimal wöchentlich Deutsch unterrichte. Als Freiberuflerin. Wegen Sole. Na, die Eingewöhnungsphase im Kindergarten.
M.: Hört sich logisch an: eine hochbegabte Lehrkraft für die hochbegabten Kinder. Bist du versucht?
L.: Ja, ich bin versucht. Dann bin ich dich los. Dann ist Schluss mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.
M.: Du wirst mich vermissen. Haben sie genug Platz unter den Tischen? Einem Mitmenschen den Mittelfinger zu zeigen ist sehr unhöflich.
L.: Bite me.
M.: With great pleasure.
L.: Bugger off.
M.: Entscheide dich doch.

* * *
Drückt mir die Finger. Kreuzt mir die Daumen. Haha. Ich habe wieder ein Vorstellungsgespräch. Wenn es hinhaut, lasse ich alles ohne Zögern fallen und werde für die Stiftung arbeiten, die das Förderungsprogramm für hochbegabte Horrorzwerge verwaltet. Ich bin kein deutscher Gutmensch. Ich bleibe ein gemeiner Giftzwerg. Weltverbesserung… am Arsch.