Die Schamhaftigkeit in einer Ehe

M.: Wende dein‘ augen von vnzucht ab. Zieh‘ mich nicht wollüstig mit den Blicken aus. Ich bin schamhaft.
L.: Plavius? Um fünf Uhr morgens? Ich ziehe dich nicht wollüstig mit den Blicken aus. Du bist nackt. Und wann genau hast du zu deiner Schamhaftigkeit zurückgefunden? Weißt du, wie das Wort geschrieben wird? Hast du dich ein einziges Mal geschämt nach deiner ersten Erektion?
M.: Scham ist ein kontraproduktives Gefühl. Ich funktioniere effizient. Es ist übrigens unhöflich, einen Menschen vorzuführen und ihn darauf hinzuweisen, wie ungebildet er ist. Hast du keine Manieren? Wurdest du von Katzen großgezogen?
L.: Nein, von Drachen. Ich schäme mich in Grund und Boden. Es gibt nur drei Gründe, warum Männer nackt sein sollen: unter der Dusche, bei sexueller Erregung und zu meiner Belustigung.
M.: Zu deiner Belustigung? Ich drücke schnell eine Träne weg. Frauen wurden hauptsächlich für drei Aufgaben erschaffen: Beine spreizen, schlucken und – dreh dich um.
L.: Ich drehe dich gleich um. Arsch!
M.: Darum geht es mir. Danke.
L.: Du hast doch dein Schlafzimmer. Warum schläfst du hier?
M.: Ich habe gelesen, ihr werdet gern im eigenen Bett gefickt. Ich bin großzügig. Du bist herzlich eingeladen bei mir zu schlafen. Gut, zum Schlafen kämen wir nicht.
L.: Wo hast du gelesen, ich wolle ausgerechnet von dir gefickt werden? Schüttle nicht abschätzig den Kopf.
M.: Ich bin fassungslos. Im Neuen Testament? Im ersten Brief des Paulus an die Korinther? 2Aber um der Hurerei willen habe ein jeglicher sein eigen Weib, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann. 3Der Mann leiste dem Weib die schuldige Freundschaft, desgleichen das Weib dem Manne. 4Das Weib ist ihres Leibes nicht mächtig, sondern der Mann. Desgleichen der Mann ist seines Leibes nicht mächtig, sondern das Weib. 5Entziehe sich nicht eins dem andern, es sei denn aus beider Bewilligung eine Zeitlang, daß ihr zum Fasten und Beten Muße habt; und kommt wiederum zusammen, auf daß euch der Satan nicht versuche um eurer Unkeuschheit willen. Hast du Muße zum Fasten und Beten? Wie redest du dich bloß aus dieser Bredouille heraus, mein eigen Weib?
L.: Kenne ich dich?
M.: Flittchen! Gesellst du dich zu jedem nackten Typen?
L.: Schon. Wenn ich geil bin.
M.: Ich fühle mich ausgenutzt. Wir hätten noch ein halbes Stündchen Zeit. Wie wär’s?
L.: Bugger off.
M.: Sehr freundlich. Liebst du mich? Machst du mir Frühstück? Küsst du mich zum Abschied? Kommst du heute zur Arbeit? Wo ist meine Unterhose? Warum pfeifst du?
L.: Einen hübschen Hintern hast du.
M.: Oi, Klappe. Begleitest du mich ins Bad?

Ich begleite mich ins Bett.