Neue Tafelrunde

L.: Ich gehe morgen zum Übungsgelände.
M.: Kämpfe gegen mich.
L.: Du hast sechs Kinder. Ich hätte Angst, dich zu verletzen.
M.: Rücksichtsvoll.
L.: Ich habe meine Prinzipien. Außerdem geht’s nicht ums Kämpfen. Ich will zwölf Männer casten.
M.: Bitte?
L.: Ich habe jetzt einen Rittersaal. Ich habe einen runden Tisch. Also brauche ich die Ritter der Tafelrunde.
M.: Sind das nicht die Apostel?
L.: Wie viele Ritter waren es dann? Sechszehn?
M.: Na, in Winchester Castle waren das vierundzwanzig. Shit, was habe ich mir gedacht? Was gibt’s da zu grinsen?
L.: Ach nichts. Vierundzwanzig? Großartig.
M.: Wen willst du casten, wenn ich fragen darf.
L.: Sam, Elijah, Dylan, Daniel, Aidan, Ari, Ilya, Ilja, Joel, Christian, Henry, Desmond, Markus, Dennis, Adam, Eddie, Tariq, Luke, Simon, Charles, Theo, Matt und den schönen Ben.
M.: Hast du eventuell einen Namen vergessen?
L.: Genau. Dafydd. Aua. Warum zwickst du mich?
M.: Weil ich gerade den starken Drang überwinde, dich zu erwürgen. Die Hälfte der Männer lebt im Ausland. Die wirst du nicht auf dem Übungsgelände antreffen.
L.: Und? Ich träume einfach. Aua. Ich würde die gerne nackt sehen, glaube ich. Aua! Hör auf. Nicht alle. Ich bin bescheiden. Elijah, Daniel, Sam und Ari bleiben bekleidet. Ich respektiere deine Verwandten. Dylan und Ilya habe ich nackt gesehen.
M.: Erspare mir die Details, Guinevere.
L.: Ich habe nicht mit ihnen geschlafen.
M.: Ausnahmsweise?
L.: Haha. Sagt der Mann, der mit drei Viertel der weiblichen Weltbevölkerung gefickt hat.
M.: Ich habe nicht mit ihnen gefickt. Ich habe sie gefickt. Spätestens nach dem dritten Samenerguss war Schluss.
L.: Ich war nie stolzer auf dich.
M.: Witzig. Was mich interessiert: Du hast bereits sechs Männer. Bist du immer noch nicht ausgelastet? Ich komme mit zwei Frauen wunderbar aus. Die Italienerin vergöttere ich. Die Deutsche ist meine Königin. Die Deutschen mag ich nicht einmal.
L.: Du magst doch niemanden. Tu mir den Gefallen, antworte nicht auf die Frage, was du beruflich machest, mit Ich nehme den Deutschen die Jobs weg und vergebe sie an die Juden. Zuchthengst ist auch keine Berufsbezeichnung.
M.: Das ist eben nicht wahr. Ich mag dich. Deine Kinder liebe ich. Und ich lasse mich nicht bevormunden. Auch von dir nicht. Du wusstest, dass du für ein Monster die Beine spreizt. Das einzig Gute an mir bist du.
L.: Ist das eine Liebeserklärung?
M.: Übertreibe es nicht. Ich habe gesagt, ich mag dich. Und, meine Frau, die Mutter meiner Kinder – nein, du wirst keine Männer casten. Ganz bestimmt nicht. Weder zwölf noch sechszehn noch vierundzwanzig. Sonst sperre ich dich ein und ficke ins Koma in dem Rittersaal. Ich ficke nicht mit dir. Ich ficke dich. Merkst du den Unterschied?
L.: Ich weiß Bescheid: Spätestens nach dem dritten Samenerguss ist Schluss.
M.: Das ist nicht lustig. Du bist manchmal so eklig, dass ich dir am liebsten wehtäte.
L.: Hülfe es, wenn ich dir einen bliese?
M.: Du nutzt schamlos meine Schwächen aus.
L.: Ich bin eine zahme Frau. Ich versuche bloß, das Monster zu besänftigen, für das ich meine Beine spreize. Den Tyrannen. Den Unterdrücker. Den Gebieter. Den Fürsten der Finsternis. Den sanftesten, herzlichsten, liebenswürdigsten, fürsorglichsten, geistesgegenwertigsten Mann, den ich kenne.
M.: Oi… Gegen Schmeicheleien bin ich immun. Worauf wartest du? Ziehe dich gefälligst aus.

Er gönnt mir rein gar nichts. Warum ich ihn liebe, ist mir schleierhaft.

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