Die Geschichte der Septembristen in den Pentlands

Mein Mann hat mich zur Gefahr im Verzug erklärt und in die Verbannung nach Sibirien in die Pentland Hills geschickt.

M.: So, jetzt bist du Dezembristin.
L.: Septembristin.
M.: Das ist nicht essenziell. Packe deine Sachen. Was machst du? Kondome brauchst du nicht.
L.: Na, man weiß nie.
M.: Was heißt hier „man weiß nie“? Man weiß ganz genau. Gib her.
L.: Wie soll ich bitte schön die zehrende Einsamkeit der kühlen Nächte aushalten ohne die wärmende Liebe eines Mannes?
M.: Gescheit wie du bist, findest du bestimmt einen Ausweg. Schicke mir das Video.
L.: Klar. Wogegen rebelliere ich eigentlich? Gegen deine Tyrannei?
M.: Gegen meine Tyrannei? Wirklich? Du rebellierst doch gegen alles. Erschaffe ein Konzept. Gründe keine Geheimbünde. Rufe keine Aufstände aus. Lies „Eugen Onegin“. Wandere in den Hügeln. Umarme ein paar…
L.: …Männer.
M.: Pferde! Pferde, keine Männer.
L.: Das ist enttäuschend.
M.: Gewöhne dich daran. Bei deiner Rückkehr will ich die Frau in die Arme schließen, die ich zur meiner Gefährtin auserkoren habe.
L.: „Gefährtin“, „auserkiesen“: Ich bin feucht vor linguistischer Verzückung. Ich komme gleich.
M.: Watch it!
L.: Verzeihung. Begleitest du mich nicht? Zehn Frauen sind ihren Männern freiwillig in die Verbannung gefolgt.
M.: Elf. Eine überwältigende Bilanz: 120 Männer, 11 Frauen. Denke darüber nach.
L.: Ist ja gut, du abtrünniger Geliebter einer Septembristin. Und wage es nicht, meine Kinder zu indoktrinieren.

Advertisements