Sorgen um Vampire

E.: Mama, Papa hat das Abendessen gemacht.
L.: Ich weiß. Jedes Wesen im Radius von zwei Kilometern nimmt den Knoblauchgeruch wahr.
E.: Frau B. hat sich gefreut.
L.: Was hat Papa gekocht?
E.: Tomatensalat, Kartoffelgratin und Pflaumenstreuselkuchen.
L.: Pflaumenstreuselkuchen? Papa hat gebacken?!

* * *
M.: Baby?
L.: Ruhe! Haben wir noch ein sauberes Bentō? Frau B., die Mutter unseres Vermieters, ist hungrig.

* * *
L.: Hände weg! Ich esse alles auf. Tomatensalat mit roten Zwiebeln, Croûtons und Knoblauch… Kartoffelgratin mit Knoblauch… Pflaumenstreuselkuchen mit Knoblauch?..
M.: Nein. Kein Knoblauch im Pflaumenstreuselkuchen.
L.: Ich glaube dir nicht. Du?!
M.: Ja?
L.: Sei nett. Setze einen Brief auf und informiere mich von deinen Absichten, kurz bevor du dich in meinem Mund… berauschend fühlen wirst. Ich stamme von Vampiren ab.

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Zahm wie ein Lämmchen

H.: Geht’s dir besser? Ist dein Mann noch am Leben?
L.: Seid ihr junge Fräulein? Trefft ihr euch zum Kaffeekränzchen und lästert über uns?
H.: Nein. Hast du gestern den Schießstand fast vollständig de­kom­po­niert und die Hälfte der Halle demoliert?
L.: Ich war leicht verstimmt und zog in Erwägung, der Liga der Männerhasserinnen beizutreten.
H.: Bist du nicht die Vorstandsvorsitzende?
L.: Erstens: Ich bin hinreißend. Zweitens: Halt die Klappe. Warum belästigst du mich, Henry?
H.: Hörst du überhaupt zu oder führst du ein Monolog?
L.: Mike geht’s wunderbar. Der Lattenrost unseres Bettes ist durchgebrochen. Wir schlafen im Gästezimmer, weil die Couch in seinem Arbeitszimmer knarrt und quietscht.
H.: Erspare mir die Details.
L.: Schade. Ich habe eine Präsentation erstellt und einen aufregenden Film gedreht.
H.: In einer Viertelstunde bin ich bei dir.
L.: Idiot! Es schmeichelt meinem Ego, dass ihr uns für so verrucht haltet. Wir haben ihn nicht zerfickt. Wir sind auf dem Bett gesprungen.
H.: Was sonst.
L.: Ich habe einen Termin im Möbelhaus. Dann treffe ich mich mit XY. Ich bin von Hurenböcken umgeben, hätte ich mich vor drei Monaten beschwert. Seitdem Ilja mich aufgeklärt hat, warum ich von Vollidioten umgeben sei, bin ich wesentlich toleranter. Vier Frauen. Vier Kinder. Die fünfte bereitet sich auf die Hochzeit vor. Er sei anders, singt sie das Lied der geisteskranken Lerche. Ihre Liebe habe ihn verändert. Ekelhaft!
H.: Genug Misandrie für einen Tag. Hast du dich ausgetobt oder kommst du zum Training?
L.: Auf deine blöden Witze kann ich verzichten. Ich habe sechs blaue Flecken. Meine Schulter tut weh. Ich spüre Muskeln, von deren Existenz ich nichts geahnt habe. Mike hätte ich wahrscheinlich auch nicht schänden sollen. What’s done is done! Entsetzlicherweise war er stolz auf mich, obwohl er sagte: „I’m not your foe, woman. Don’t make me put you over my knie.“
H.: Ich glaube, er ist immer stolz auf dich. Nicht jeder von uns begreift das. Give your husband a break.
L.: Belehre mich nicht. Am Freitag werde ich mein Zerstörungswerk vollenden und kein Stein auf dem anderen wird vom Übungsgelände bleiben.
H.: Danke für dein Verständnis. Wir wollen den Kollateralschaden begrenzen. Jetzt haben die Zeugen deines Wutausbruchs die Zeit, einen Psychotherapeuten aufzusuchen.
L.: Treulose, nichtsnutzige Luschen. Ich lege auf.
H.: Bis Freitag, zartes Maiglöckchen!