Verunanständigkeit

L.: Was hab‘ ich gesagt? Runter von mir. Finger weg. Ich bin eine anständige verheiratete Frau.
M.: Verunanständige dich! Kein Mann will mit einer langweiligen Frau ficken.

Fit wie ein Elefantenbaby

H.: Hast du überhaupt trainiert?
L.: Hallo? Natürlich. Ich beweise es. Warte. Warte. Warte. Hier, das Video. Siehst du? Ich trainiere.
H.: Du liegst fast nackt faul am Pool herum und wackelst mit den Zehen.
L.: Das ist korrekt. What’s your point? Das ist ein wirksames Training, bei dem alle Muskelgruppen optimal beeinsprucht werden. Neuer Trend. Ganz beliebt in Deutschland.
H.: Klar. Die Ergebnisse sind erkennbar optimal in… dickem Deutschland. Was ist im Krug auf dem Tischchen?
L.: Mein Frühstück, Mittag- und Abendessen. Gurken, grob gerieben, Radieschen, fein geschnitten, Dill, Salz, Zitronensaft, Kefir und kaltes Wasser. Der Sommer war tropisch.
H.: Geeiste Gurkensuppe?
L.: Nee. Okroschka. Abgewandelt, vereinfacht, mit Vitaminen angereichert. Ich misshandle meinen ökologischen Kefirpilz, der in der Küche residiert.
H.: Du vegetarisches Scheusal. Ich verachte dich. Ist das ein Bauchansatz?
L.: How dare you? Ich bin schwanger.
H.: Ehrlich? In wievielter Schwangerschaftswoche?
L.: In acht… äh… in acht… undvierzigster.
H.: Echt?
L.: Yep. Ich erwarte ein Elefantenbaby.
H.: Aha. Ich geniere mich zu fragen. Eine grazile Frau wie du… ein Elefant… Wie weh tut die Liebe?
L.: Henry, du bist eklig.
H.: Ich bin eklig?! Ich exploitiere keine ökologischen Kefirpilze und verkehre nicht mit Elefanten.
L.: Bist du Rassist? Was hast du gegen Elefanten?
H.: Ich bin kein Rassist. Ich habe nichts gegen Elefanten. Ich bin verrückt nach Elefanten. Was sagt eigentlich Michael dazu?
L.: Er verachtet Kefirpilze. Ich muss zugeben, er fühlte sich von mir enttäuscht, aber er verzieh mir. Er wird das Elefantenbaby wie sein eigenes aufziehen. Die Kefirpilze wird er allerdings weiterhin diskriminieren.
H.: Ich verbeuge mich vor seiner Weisheit.
L.: War das Dylan?
H.: Was? Ich glaube schon.
L.: Gotta go. Danke für den Kampf.
H.: Hey, wo willst du jetzt plötzlich hin, schwangere Verräterin, xenophobe Kefirpilzhalterin?
L.: Ich bin keine Verräterin. Ich bin Opportunistin. Er hat mir versprochen, ich dürfe aus einem Karabiner schießen.

Io credo in Dio, Padre onnipotente, creatore del cielo e della terra

In Rom arbeite ich für den ältesten einflussreichsten mächtigsten Konzern, den die Menschheit hervorbrachte. Ich habe zwei der CEOs persönlich kennen gelernt. Wenn der Sicherheitsdienst des deutschen CEO am Sonntag das 500. Bestehungsjahr feiert, werde ich mit meinem Chef die Sixtinische Kapelle bewundern.

Im Heimatland meiner italienischen Vorfahren bin ich früher ausschließlich mit katholischen und jüdischen Männern ausgegangen, die nach dieser Aussage nicht schreiend weggerannt sind.

Nein, ich habe definitiv nicht an Verwirrtheitszuständen oder Entzugsdelir gelitten. Den Namen des Konzerns kennt wirklich jeder. Bloß am geistigen Überblick mangelt es.

* * *
Ich habe nicht viel verlangt. Intelligent, gutherzig, großzügig und tierlieb muss er sein, um meine Aufmerksamkeit zu erregen, um meine Wertschätzung und Bewunderung zu gewinnen. Ich bin eine Träumerin.

Eine Katastrophe bin ich. Am 30. werde ich 40. Meinen Geburtstag werde ich mit dem UnGlücklichen verbringen, der mich achtzehn Jahre lang erträgt, fast die Hälfte seines Lebens.

Мишка, ты вообще представляешь, как сильно я тебя люблю?
__________
Willkommen im August!
Dad is 37. Mum is 17.

Безумству храбрых поем мы славу!*

Den Text veröffentliche ich anonym. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist rein zufällig.

M.: Stehe auf! Steh auf, kleine Säuferin.
L.: Verschwinde. Lass mich in Ruhe. Ich schlafe.
M.: Es ist fünf vor zwölf.
L.: Na und? Es ist nachts in Kanada.
M.: Du bist nicht in Kanada. Du bist unter den Schotten. Wir wollen brunchen. Entweder duschst du sofort und ziehst dich an oder ich erzähle unseren Kindern folgende Geschichte: „Also, meine unschuldigen Engel, gestern feierte Mama mit ihren Freundinnen einen lesbischen Junggesellinnenabschied und genehmigte sich viele… viele, viele Cocktails. Zu Hause erschien sie spät… ziemlich, ziemlich spät – angeheitert und tatendurstig. Sie stoß die Blumenvase um. Sie schimpfte. Sie kroch giggelnd auf dem Fußboden. Dann schlüpfte sie nackt unter Papas Decke. Sie hat ihn bedrängt. Sie hat ihn unsittlich berührt. Sie hat ihm den Garten Eden gezeigt.“
L.: Hat er sie wenigstens geleckt als Dank für diese Erfahrung?
M.: Das wird für immer sein Geheimnis bleiben. Verstecke dein Gesicht bitte nicht unter dem Kissen, Sünderin.
L.: Du bist nicht gerade ein Heiliger. Do not patronize me.
M.: I won’t. Bist du glücklich mit mir, Baby?
L.: In den letzten acht Monaten war ich so glücklich mit dir wie noch nie. Does this sound pathetical? Bist du glücklich mit mir?
M.: Und ob! Dröhnt dir der Kopf, mein Täubchen? Selber schuld. Und, ja – hat er. Er ist unglaublich dankbar gewesen.
__________
*Wir singen Ruhm dem Wahnwitz der Kühnen! (Maxim Gorki, Das Lied vom Falken, 1895)
Максим Горький, Песня о Соколе

Von Göttern & Jungfrauen

L.: Ein netter Mann hat meinen Schreibstil als „erschreckend viril“ bezeichnet.
M.: Weiß er, dass du mein geistiges Eigentum klaust?
L.: Ich bin keine Diebin. Ich bin viel mehr eine Chronistin wie Josua Stylites oder Eusebius von Caesarea, wie Hermann von Reichenau oder Jakob Tschernorisez. Ich bin eine Art Sprachrohr.
M.: Metatron?! Bist du das?
L.: Grinse nicht. Hast du dich gerade in den Stand eines Gottes erhoben?
M.: Das war nur logisch. Wenn ich dein Gott bin, bist du dann mein Tempel? Du kannst auch die jungfräuliche Hohepriesterin sein. So oder so, unsere Begegnungen werden auf exakt die gleiche Weise enden.
L.: Ich verbarrikadiere mich im Adyton?
M.: Nein. Mit Stöhnen… mit Stöhnen und heftigen Muskelkontraktionen. Wehre dich nicht. Erfülle gefälligst dein Schicksal. Du bist dazu bestimmt.
L.: Anständige Götter bumsen ihre Chronistinnen nicht.
M.: Du hast mich enttarnt. Ich bin ein unanständiger Gott. Jetzt lege die Gewänder ab und erfreue dich an meiner überwältigenden Anwesenheit in dir.
L.: Nein, vielen Dank. Ich behalte meinen rituellen Pyjama an.
M.: Na klasse, ich wurde orgasmusfrei gestürzt. Weg mit dir. Ins Skriptorium, Chronistin!

* * *
Auf diesem Wege: Achim! Vielen Dank für Deinen lieben, klugen, reflektierten Kommentar.

#ficken vs. #thehungergames

ЛИНДА: Я не знаю, кто такие Джессика Лоуренс и Лиам Хемсвуд.
ЛАПОЧКА: Дженнифер Лоуренс и Лиам Хемсворт. Актеры из фильма „Голодные игры“.
ЛИНДА: Не читала, не стану читать. Не смотрела, не стану смотреть. Нет времени.
ЛАПОЧКА (злобно): Реже ебитесь, появится время.
ЛИНДА (добродушно): Всех книг не перечитаешь, всего голливудского говна не пересмотришь. Ты что-то не поняла, Лапочка. Наши попытки эффективного использования времени, справедливое разделение труда и сознательное ограничение социальной активности направлены исключительно на повышение качества, количества и частоты ебли. Понимаешь?

* * *
Думать о нем, тосковать, ждать с нетерпением. Погрузиться в него, как в свет. Скинуть на пол заботы. Почувствовать зарождение тепла внизу живота. Утонуть в его глазах, в его запахе, в его объятиях. Быть влюбленными, свободными, настоящими. Быть вдвоем во всей Вселенной. Всего то.

Пока мы не насытились любовью, пока мы испытываем желание, пока близость такая пронзительная, жаркая, сладкая, мы будем ебаться.

Послушай, мы примитивные: мы утоляем наш голод оргазмами. Пока его тело дарит мне наслаждение, пока моя кожа истончается от его ласк, пока мое лоно становится горячим и податливым, мы будем ебаться.

Лишь бы к нему прикоснуться. Припасть губами к его вискам, его векам, его шее. Целовать ему пальцы, ключицы, грудь. Терять чувство пространства и времени. Ощущать его в себе. Абсорбировать эмоции. Растворяться. Вздрагивать, пульсировать и содрогаться от рыданий. Засыпать, видеть сны и сразу забывать.

Он — Жизнь. Я им живу. Я им дышу. Мне безразлично, кто такая Китнис.

Back to the Roots

Mir wurde ein unbefristeter Job als Dolmetscherin/Übersetzerin für Arabisch-Englisch und Farsi-Englisch bei einem karitativen Verein angeboten.

Nach sechs Monaten, während der Flüchtlingskrise, bei einem evangelischen Bildungs- und Sozialwerk habe ich mir geschworen: „Nie wieder! Nie! Keine Jugendmigrationsdienste, keine Bürgerinitiativen, keine Nächstenliebe. I’m out. Ciao, tschüs, adieu.“

Deswegen habe ich mich beworben. *lol*

Drückt mir die Daumen.

Das Mitternachtsgewitter

Ein lauter grollender Knall weckt uns. Das Mitternachtsgewitter kommt von Südwesten her auf und vergrault den schwülen Tag. Der tosende Sturm reißt die Wolkendecke auf, so dass der Mond, der sich dahinter verbirgt, den Garten in ein falbes Licht taucht. Der Wind heult und tobt. Er zerzaust die Sträucher. Die Regentropfen prasseln, poltern und trommeln gegen das Fensterglas. Eine Tür fällt ins Schloss, und als der Donner gegen das Haus kracht, als beabsichtige er die steinernen Wände zu zerkrümeln, sie bis auf die Grundmauer niederzureißen und zu zerstören, bellen im Stall die Hunde.

Ein Blitz erhellt kurz darauf den Hof; die Luft knistert wie elektrisiert. Die Blitze, wie Feuer, flammen am Himmel auf. Blitzlichter lodern und folgen unentwegt aufeinander. Der Regen rauscht im zartgrünen Laub der Pfirsichbäume, die in großen Kübeln auf der Veranda wachsen und schlägt in die staubigen Physiognomien der Bäume. Monströse düstere Wolkengeschwader ziehen in rasender Geschwindigkeit vorbei. Furiose Donnerschläge erschüttern das Dach und verebben in einem ungeduldigen Grölen. Das Wasser in den Dachrinnen bildet unzählige sprudelnde Bäche, die sich sintflutartig auftürmen, nur um wieder die Treppen herunterzustürzen und in riesigen Pfützen zu verschwinden. Der Regen hämmert durch jede Ritze. Es rattert und knattert. Es lärmt. Der Garten wankt gespenstisch in der dröhnenden Finsternis zwischen Realität und Illusion, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Das heftige Sommergewitter wütet. Der Regen pulsiert und pocht wie eine lebendige Kreatur. Die Blitze züngeln. Ein kühler Luftzug tanzt gelassen im Raum umher. Während die Welt im Abgrund versinkt, zerbricht und wiedergeboren wird, finden wir wieder zueinander und lieben uns — behutsam, zärtlich, gefühlvoll.

Wir entzünden die Kerze der Liebe. Du liegst nackt in meinen Armen. Du bist wunderschön, warm und zerbrechlich. Ich schließe Deine Augen mit den Küssen und zeichne die Linien Deiner Lippen mit meinen Fingern nach. Ich will Deine Lust entfachen. Mein Mund sucht Deinen Mund, und wir küssen uns bis zur Vergessenheit. Gib bitte nach, gib Dich mir hin, finde in der Hingabe Erfüllung. Lebe mit mir in einem verrückten Traum. Verbinde Dich mit mir in einer Fantasie. Zusammen können wir eine Wirklichkeit erschaffen aus dem Chaos.

Ich küsse Dich ungeduldig und überlasse mich Deinen Küssen. Ich beiße in Deinen Hals und berühre Deine Drosselgrube. Ich vergrabe meinen Kopf an Deiner Brust. Meine Hand tastet nach Deinem Bauch, umklammert Deine Taille und gleitet hinab in den Schoß. Meine Finger schieben sich sanft zwischen Deine Beine. Mein Blick ruht auf Dir. Ich genießen Dich, schmecke Deine salzige Haut, spüre, wie Dir die Feuchtigkeit zwischen die Schenkel aufsteigt, höre Deine Stimme, die mich um Erlösung bietet, sehe, wie Du Dich windest und Deine Hüften vorschiebst.

Ich halte Dich festgepresst an meinen Körper, schüre mit meinen Liebkosungen die Glut in dem Deinen. Du bist hemmungslos, ungezügelt, ohne Scham. Dein Schoß brennt und fiebert. Er öffnet sich und verlangt nach mir. Dein Atem fliegt; der Herzschlag verschnellert sich. Du keuchst und stöhnst leise auf. Ich hebe Deine Arme über den Kopf. Ich dränge mich an Dich und senke mich auf Dich nieder. Ich dringe vor, durchdringe Dich, dringe in Dich ein und aus — in Deine Gefühle, in Deine Sinne, in Dein Geschlecht —, zuerst langsam und ruhig, als hätten wir alle Zeit der Welt, dann immer ungestümer, bis Du es nicht mehr aushältst, Dein Gesicht in meine Schulter hineindrückst, und bebst, und zitterst, und Deine Seele in die meine aushauchst. Unsere Verschmelzung krönt ein heftiger Orgasmus, der die Begierde bis zur Erschöpfung befriedigt. Dann wickelst Du Dich in ein Laken ein.

Eine Stunde später ist der Spuk vorbei. Das Gewitter zieht ostwärts ab. Der Regen flüstert sachte. Als die Geräusche allmählich verhallen, und der Mond silbern durch die Fensterläden scheint, schlummern wir ein, — engumschlungen, eingelullt in die selige Sommernacht wie in die Umarmung der Liebe.

Aufbruch nach Blaubeerpandora

Endlich! Es donnert. Es blitzt. Es regnet in Strömen. Die Bäume jubilieren. Die Pferde sind aufgewühlt. Die Katzen sitzen unter dem Bett und verfassen Beschwerdebriefe an Greenpeace. Im Wald wächst der erste Pilz.

Gleich werfe ich meine Kleidung weg und hüpfe in jede Pfütze hinein, die sich mir in den Weg stellt.

* * *
M.: Früher hättest du mich ins Gebüsch gezerrt und verunehrt. Ich bin enttäuscht. Was ist passiert?
L.: Ich bin eine alte weise Frau geworden, die an ihren Lebensabend denkt. Jetzt mache den Mund zu, ziehe den Badeanzug an und folge mir. Die Blaubeersträucher sehen so einladend aus. Lass uns aufbrechen. Warst du auf Pandora?

Once upon a midnight dreary…

Ich, zartes Maiglöckchen, wurde Opfer eines perfiden Übergriffes. Leider nicht seitens eines liebeshungrigen keltischen Kriegers.

Der Himmel hing so tief, dass ich mit den Fingerkuppen die Sterne anfassen könnte. Die Nacht erhellte der Sichelmond. Im Wald heulten Chupacabras. Ich lag auf einer weißen Decke, weich und kuschelig wie eine Wolke, in einer Gartenlaube, an deren Wänden sich wilder Wein emporrankte. Meinen Leib umhüllte die schwüle sommerliche Hitze.

Gut, ich lag im Bett und trug einen Pyjama, der nur aus einem Bikinihöschen bestand. Neben mir schlief unruhig der Mann, der wahrscheinlich davon träumte, wie er irgendeine doofe Schnalle knallt. Mein Unterbewusstsein beschäftigte sich hingegen mit reinen, unschuldigen Gedanken. Ich träumte vom Frieden auf der ganzen Welt, von der Weltherrschaft, alten Villen und Daniel. Wie alle Zwerge bin ich leicht größenwahnsinnig.

Das Haupt ruhte auf dem Kissen mit kühlem seidenem Bezug, den ich vollgeschwitzt hatte. Ich hörte ein dumpfes Geräusch des Aufpralls, machte die Augen auf und sah direkt vor meinem Gesicht etwas Schwarzes, entsetzlich Lebendiges sitzen. Ich kreischte panisch. Es schnellte in die Höhe, landete auf meinem Rücken und verschwand in der Dunkelheit. Der Mann erschreckte sich und wachte auf.

„Etwas ist im Zimmer! Iss ihn auf, iss ihn auf! Er schmeckt süßer.“
„Hör auf zu schreien. Ich habe gerade mehr Angst vor dir. Hast du tatsächlich ‚Iss ihn auf!‘ gesagt? Unfassbar.“
„Was ist das?“
„Ich weiß es nicht. Wo ist es? Ich lache mich kaputt. Frau, wie feige bist du denn?“
„Halt die Klappe. Was ist das?“
„Eine Fledermaus. Da hängt sie kopfüber an der Gardine. Sie ist kaum größer als zehn Zentimeter.“

Ich beobachtete aus sicherer Entfernung, wie er die Gardine vorsichtig um die Fledermaus herum faltete und sie in die Freiheit entließ.

„Pah…“, schlussfolgerte ich triumphierend. „Das hätte ich auch allein geschafft.“ Dann kletterte ich vom Leuchter herunter.

Gott sei Dank hat mich der kleine Vampir nicht gebissen. Warum tut mir das Sonnenlicht bloß weh? Warum gelüstet mich nach Nähe? Michael riecht gut. Sein Hals ist unwiderstehlich anziehend. Leise rauscht das Blut durch die Venen.

„Ich nenne mich ab sofort Fürstin von Schwarzenberg.“
„Nicht Baronin von Angsthasenburg?“
„Nein, mein Pfirsich, nicht Baronin von Angsthasenburg. Welch eine Unverschämtheit.“

Zitruseis

M.: Hast du das Eis schon immer so gegessen oder provozierst du mich einfach gern?
L.: Du bist nicht der Mittelpunkt meines Universums, Michael.
M.: Das ist schade, Linda, denn du bist der Mittelpunkt meines Universums. Und das, was du gerade mit deinem Mund machst, berührt mich durchaus.
L.: Ferkel. Ich bin nicht diejenige, die ständig an Blowjobs denkt.
M.: Nein, wirklich nicht. Ich habe auch nicht bemerkt und weise dich nicht darauf hin, dass du die Parallelen sehr wohl wahrgenommen hast. Noch ein Eis gefällig? Ein größeres? Ich denke übrigens nicht ständig an Blowjobs. Ich will dich nur lecken, küssen, streicheln, liebkosen, ficken und – das will ich allerdings ständig. Verklag mich.

Nö, werde ich nicht :D

Sieben

KEINE WERBUNG!

M.: Was möchtest du zum Geburtstag geschenkt bekommen, Baby?
L.: Nichts Besonderes. Ich bin bescheiden. Schenke mir einen Ferrari 275 oder einen Aston Martin DB11.
M.: Eine hervorragende Auswahl für die Familienmutter wie dich. Gäbest du dich eventuell mit einem U-Boot oder einem Hubschrauber zufrieden?
L.: Na, ich weiß nicht. Bezahlst du meine Privatpilotenlizenz?
M.: O Gott, nein!!! Du kannst die Menschheit inzwischen zu Land und zu Wasser bedrohen. Ich lasse dich nicht freiwillig in die Lüfte erheben.

* * *
Sieben wird unsere Große am siebten. Mysteriöse Sieben. Möge das kleine Wunder 7fach glücklicher, 7fach intelligenter und 7fach erfolgreicher sein als wir.

Kupferne Hochzeit

L.: Hat unsere Ehe nach sieben Jahren Patina angesetzt?
M.: Hast du den Wodka gefunden?
L.: Nein, ich habe von der Schwarzen Tollkirsche genascht.
M.: Nimm Abstand davon. Mach mir bitte keinen Kummer.
L.: Hast du gewusst, dass das siebte Ehejahr verflixt sei? Die Routine kehrt ein. Die Liebe bedarf sorgsamerer Hingabe und neuer Impulse.
M.: Findest du, wir hätten zu wenig Sex?
L.: Es geht nicht darum.
M.: Es geht immer darum.
L.: Höhlenmensch! Es geht um Respekt und Toleranz.
M.: An mir soll’s nicht liegen. Um sieben bin ich zu Hause. Ich werde dich gefühlvoll tolerieren; du darfst mich beim Respektieren viel härter anpacken. Sei nicht scheu. Hast du mit „neuen Impulsen“ eine neue fantasiereiche Stellung gemeint? Ich bin für jeden Vorschlag offen und zu jeder Schandtat bereit. Unsere gegenseitige Hingebung wird hoffentlich mit Stöhnen und heftigen Muskelkontraktionen ausklingeln. Eine schöne Vorstellung.
L.: Idiot! Ich brauche Kupferteller, Kupferkelche, Kupferflaschen, Kupfervasen, Kupferlampen und Kupferstiche.
M.: Kein Problem. Alles da. Alles in Reichweite. Ich habe nämlich vor sieben Minuten eine Manufaktur erworben, die sich auf die Herstellung von Kupfergegenständen spezialisiert. Um sieben werde ich dir die Kupferwelt zu Füßen legen. Werden wir eigentlich irgendwelche mythischen Traditionen oder Bräuche zelebrieren?
L.: Freilich. Wir werden uns Kupferkessel über den Kopf stülpen, nackig im Wald umherlaufen und die Dorfbewohner das Fürchten lehren. Später in der Nacht werden sie uns, mit Fackeln und Heugabeln bewaffnet, aufsuchen. Die Frösche werden gebraten. Bier und Wein werden reichlich fließen. Man wird tanzen. Man wird singen. Die Ernte wird verbrannt. Das Haus wird angezündet.
M.: Herrlich. Ich freue mich darauf. .אילת, אני אוהב אותך
L.: Vollidiot! Ich lege auf.

Das siebte Ehejahr war überwältigend.
__________
Der hebräische Satz heißt übersetzt „Ich liebe Dich, Ayelet!“; אַיֶלֶת (ayelet) steht für ein Reh und ist ein Frauen–vorname; אַיֶלֶת הַשַׁחַר (ayelet haschachar) bedeutet das Reh der Dämmerung, den Morgenstern. Warum wohl?

Là breith sona dhuit!

Unsere Kleine, unser Sonnenschein, Papas Drachenmädchen ist heute zwei geworden. Ich habe sie gefragt, was sie mit ihrem Leben anzustellen gedenke und wann sie ausziehen wolle? Sie hat mir die Zunge gezeigt. Wie unhöflich.

Zuerst machen sie sich in deinem Körper breit und treten dich von innen mit schweren Armeestiefeln. Dann lassen sie dich nachts nicht schlafen. Dann lernen sie dich zu beißen und kichernd von dir wegzurennen. Ungefähr mit einem Jahr werden sie selbstständig, verstecken deine Autoschlüssel und probieren das erste Mal deine Schuhe an. Sic transit gloria mundi.

Ach so, trollen tun sie dich auch noch:

„Mama, Mama, Mama. Mama, Mama, Mama. Maaaaaaaaama!“
„Sole?“
„Mama, sag Papa, dass ich ihn liebe. Mehr als dich. Jawohl.“

Hach, die Blumen des Lebens…
__________
Добро пожаловать!