Erfolgserlebnisse

Unser Drachenmädchen ist gerade zehn Schritte gegangen. Ganz allein. Ohne Hilfe.

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Gestern habe ich Michael auf dem Übungsgelände besiegt. Ich war gemein. Der Tritt war hinterhältig. Der Mann lag aber am Boden, und die Meute jubilierte. Now what?!

Das Leben ist schön and full of Kätzchen*.
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*Yep, so sieht heutzutage German aus. Terrible!

Gut zu Vögeln

L.: Michael, ich lese hier gerade einen Beitrag: „Ich bin bald 40, sehe wie 25 aus. Kaufe ich Zigaretten oder Alkohol, wollen die Kassiererinnen meinen Ausweis sehen. Ich bin schön und dünn. Mein Mann ist hübsch und wesentlich jünger als ich. Er verdient viel. Wir sind eine glückliche Familie und lieben uns. Ja, wir besitzen ein Riesenhaus und ein Hausmädchen, das unseren Dreck wegräumt. Der Gärtner kümmert sich um den Garten. Das Kindermädchen versorgt das Baby. Beneidet uns ruhig.“
M.: Und – deine Frage ist?
L.: Glaubst du an diese Idylle?
M.: Mein Täubchen, weißt du noch, wie du mich vorstellst? „Das ist der Mann, der mich fickt. Und das sind seine Kinder.“
L.: Hast du mich gerade „mein Täubchen“ genannt?
M.: War das falsch? Mein Lerchlein? Mein Schwälbchen?
L.: Mein Vollidiötchen!
M.: Danke!
L.: Na gut. Mein Spätzchen.
M.: Hättest du keinen erhabenen Vogel wählen können? Einen Adler, einen Falken?..
L.: … oder einen Pterodaktylus?
M.: Einen Flugsaurier des Juras mit rückgebildetem Schwanz – wirklich? Schämst du dich nicht?
L.: Nö, keineswegs.
M.: Ich dafür hasse dich ein bisschen. Go away! I want to get divorced.
L.: Do you wanna fuck me, before the divorce?
M.: Well, ask me politely. I’m in a bad mood right now.

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Well, I had.
Well, he wanted
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*Vor der Küste Edinburghs gibt’s auch eine kleine Pfütze, Leuchtturm am Newhaven eingeschlossen ;)

Sommerferien adé!

That’s it! Die Sommerferien sind fast vorbei. Am 16. August gehen meine Kinder das erste Mal auf eine Privatschule in Edinburgh. Der Sommer war kühl. Wir alle waren trotzdem glücklich.

Ich habe jetzt auch einen ersten deutschen Freund. Für gewöhnlich treibe ich mich mit Kelten und Israelis herum.

Er ist groß, stark und… schwarz. Er liebt mich. Ich liebe ihn. Sein Name ist Artus.

Willkommen im August!

Mit Erstaunen habe ich das Gerücht vernommen, dass es frohmütige Frauen auf Erden gäbe, deren Männer sie morgens zärtlich aus dem Schlaf wach küssten, deren Kinder sie mit engelsgleichen Gesängen sanft weckten und deren Katzen sie immer mit einem vorzüglichen Frühstück verwöhnten.

Von wegen!

Mir wurden z.B. Schweinereien ins Ohr geflüstert. Ich wurde am Hintern begrabscht. Ich wurde gekniffen und gekitzelt. Meine Katzen murksten einen Maulwurf ab und haben ihn mir als rituelle Opfergabe dargeboten. Anscheinend bin ich eine Katzengottheit. Meine Kinder fielen über mich her wie eine Horde wilder Kelten und haben mir ihre ehrgeizigen Pläne für den Tag erläutert. Ich habe mich beinahe im Badezimmer gerettet.

Willkommen im August!

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Das goldige Drachenmädchen, das Sonnenscheinchen Sólveig, ist jetzt ein Jahr alt.

Sie sitzt, krabbelt, steht und geht mit unserer Hilfe. Sie mag Hunde und ist verrückt nach Bananen. Mit „Mama“, „Papa“, „Kika“*, „Fifi“*, „ga-ga-ga“ und „bu-bu-buuu“ kann sie philosophisch das ganze Universum erklären.

Sie ist stark. Sie ist eine Kämpferin wie ihr Vater.

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Am 4. August vor sechs Jahren hatten wir standesamtlich in San Antonio geheiratet. Als ich „I now pronounce you husband and wife!“ hörte, wollte ich panisch wegrennen. Zum Glück blieb ich.

I couldn’t have picked a better partner to spend my life with. Thank you for marrying me, Michael.

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Vierzig** Wochen später, am 7. August, gebar ich Emiliana, unser Leben, unser Wunder, unseren Stern.

Der Himmel hat uns reichlich beschenkt.

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Ende August werde ich… und hier scheiden sich die Geister: nach dem elfischen Kalender meiner Tochter – neunzehn, nach dem julianischen Kalender – neununddreißig.

Aus einem nebulösen Grund gefallen mir die Elfen sehr, und ich freue mich auf den letzten Monat dieses bescheidenen Sommers.
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*Kika – Katzerina Freikatze v. Katzenburg, Schottische Faltohrkatze mit römischem Migrationshintergrund; Fifi – Friedrich Basileus Fresserossa, Maine-Coon-Kater, eine Mischung aus Waschbären und amerikanischen Pilgern
**Okay, drei Tage später. Ich leide an Dyskalkulie.