Eine Liebeserklärung

Weil eine Frau, die liebt und geliebt wird, paradiesisch schön ist. Weil die Luft um diese verliebte Frau mit Licht überflutet und mit Wärme durchtränkt ist. Weil sie lächelt, weil ihr Antlitz strahlt, weil ihre Haut schimmert, und leuchtet, und einen betörenden Duft verströmt. Weil Du diese Frau bist. Weil Dein Duft mich anlockt wie einen Schmetterling, und ich mir nicht zu helfen weiß. Ich kreise und flattere um Dich herum. Ich habe keine Angst zu verbrennen, – und fange doch Feuer, und lodere.

Du bist begehrenswert und zerbrechlich. Du bist begehrenswert zerbrechlich. Ein Geheimnis blüht in Dir auf. Du willst Deine Liebe verbergen wie einen kostbaren Schatz; sie beschützen wie einen Neugeborenen und behüten wie ein Wunder. Du willst es, aber es gelingt Dir nicht. Es ist gänzlich unmöglich. Du kannst nicht Deine Liebe in ein Glas füllen, sie mit einem Deckel verschrauben und in einem finsteren Verlies einkerkern.

Du bist Liebe, und Liebe ist Du. Liebe bedeutet Halt. Die Liebe badet Dich in wiegenden Wellen und bettet auf Wolken. Die Liebe erhellt Dich von innen und umhüllt von außen, perlt von Deiner Stirn und tropft aus allen Poren. Diese Liebe hat sich erfüllt. Sie singt, jubelt und triumphiert. Sie ist göttlich, vollkommen und tadellos. Diese Liebe sprengt mit ihrer Kraft die Ketten, öffnet alle Käfigtüren, steigt in den Himmel empor wie ein Vogel und bringt die Himmelshöhen auf die Erde hernieder.

Und mich verlangt nach Dir, weil ich ohne Dich nicht atmen kann, und mich dürstet nach Dir, weil ich Dir verfallen bin, und mich hungert nach Deiner Nähe. Ich will über Deine Schönheit staunen, Dich spüren, in Dir sein, – sein. Ich will Dich nehmen, in Dich eintauchen, vollständig mit Dir verschmelzen. Ich will mich aufgeben, mich Dir hingeben in zügelloser Leidenschaft.

Ich will mit Dir schlafen, während ich Auto fahre, arbeite, esse, lese oder ausgehe, während ich träume, wachträume oder albträume, während ich Dich umarme, Dich herze, mich an Dich schmiege. Ich will mit Dir schlafen, während ich beim Sonnenaufgang wach im Bett liege und die Sterne anstarre, die am Fenster vorbeisegeln. Ich will mit Dir schlafen, während ich einschlafe, aufwache, schlafe oder mit Dir schlafe. Rund um die Uhr. Tag und Nacht. Du bist mein einziger Gedanke.

Ich will mit Dir sein, ich will bei Dir sein, Dich berühren, anfassen, streicheln und an mich drücken. Wenn Du nach einer Nacht der Verzückung in meinen Armen sanft eingeschlummert bist, schaue ich Dich an, lausche Deinem Atem, bis mich plötzlich das Glück überwältigt, und ich beinahe vor Liebe zerberste, Deine Hüfte umschließe, eine Haarlocke aus Deinem Gesicht streiche, mit meinen Fingerkuppen die Konturen Deines Mundes nachziehe und heimlich Deine Augen küsse.

Und wenn ich nicht bei Dir bin, dann denke ich an Dich. Ich denke an Deine Muttermale, an Deine Lippen, an die feinsten Äderchen an Deiner Schläfe, an den Pulsschlag an Deinem Hals, an die Kuhle zwischen Deinen Schlüsselbeinen, die ich gierig mit meinen Liebkosungen übersäe, an die zarte Linie Deiner Achselhöhle, an Deine Brüste, an Deine Hände, an Deinen Bauchnabel, an Deinen Schoß, der zu meinem Elysium, meinem Lebenselixier, meiner Heimat geworden ist.

Und die Vergangenheit überlebt nicht, und die Hölle weicht zurück. Du überschwemmst mich mit Deiner Liebe, linderst meine Schmerzen und reinigst mich von meinem Heidentum. Ich vergesse den Tod, entsage dem Hass und erfinde eine neue Sprache — eine wilde, blumige Sprache, die nach Dir schmeckt, nach Dir riecht, nach Deinem Körper lechzt und in Deiner Seele Geborgenheit findet. Ich. Lebe. Keine Zweifel plagen mich. Ich kenne keine Furcht. Ich verbrenne zu Asche und werde wiedergeboren. Ich bin fast unsterblich geworden.

Weil. Ich. Dich. Liebe. © Mike