Geilheit des Gehirns

Diesen Text hat Joris-Karl Huysmans im Jahre 1896 über Félicien Rops geschrieben. Hör bitte auf zu kichern, Huysman ist gar nicht lustig, sondern ein schöner holländischer Name.

„Geilheit des Gehirns“ macht mich wiederum wuschig ;)

Dieser seltsame Hang zu den Verwirrungen des Fleisches, dieser Drang zur Ferkelei um der Ferkelei willen, diese Brunst, die sich ganz in der Seele ereignet, ohne daß sich der untersuchte Körper darein mischt, dieser fade und begrenzte Trieb, der letztlich mit dem Zeugungsinstinkt nur sehr entfernte Beziehungen hat, bleibt eigentümlich rätselhaft, wenn man darüber nachdenkt. Zerebraler Erethismus, Geilheit des Gehirns, sagt die Wissenschaft; und wenn dieser Zustand andauert und sich verschlimmert und im Organismus gewisse Störungen hervorruft, so spricht sie von „mentaler Hysterie“ und empfiehlt lindernde Mittel: Hopfenmehl, Kampfer, Bromid, Kalium und Duschen. […] Auf dem Gebiet der Kunst müsste diese mentale Hysterie oder dieses verdrießliche Vergnügen sich in Werken niederschlagen und die Bilder bannen, die es selbst hervorgebracht hat.

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