Fürchte Dich nicht!

DU RAUCHST VUELTA ABAJO. Du kennst Dich aus mit Weinen Château Lafite-Rothschild. Meine Besessenheit von Dir ist nur die Chimäre einer Erinnerung, Déjà-vu eines widergeborenen Wahnsinns, fremdes Gedächtnis.

Mich graut es davor, meine Augen zu öffnen, nur damit ich sehen kann, wie sich der Nebel meiner Sinnestäuschung zerstreut, das ersehnte Luftschloss einstürzt, der Marmor der Säulen bricht und die Mosaikfenster als ein greller Regen auf mich herniederrieseln. Die scharlachrote Sonne geht unter und verbrennt all das, was von unserem alten Leben überlebt hat. Die eisige neue Wirklichkeit offenbart sich mir in ihrer ganzen Entsetzlichkeit: Ich stehe vor einem verfallenen Haus mit zerstörten Wänden, knarrenden hölzernen Treppen und staubigem Dachboden.

In der verzerrten Zeit im Jenseits meines Alptraums, wo die Parallelen sich kreuzen, hebt sich die Vergangenheit auf, erstarren Augenblicke zu Stalaktiten, und es bleibt nichts, nichts außer der Geilheit, die unerwünschte Gefühle verschlingt und den immerwährenden Schmerz betäubt.

22. August 2007


Fürchte Dich nicht! Wende Dich ab von der Nacht. Der Wahnsinn ist bloß die Abwesenheit Gottes. Gott ist immer in Dir.

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