Hundertfünfzehn Seiten

ICH WOLLTE BLOSS EIN einfaches Exzerpt aus dem Liebesleben verfassen. Einen simplen Text. Keine hypotaktischen Schachtelsätze. Keine rhetorischen Stilmittel. Keine lyrische Prosa. Schlicht, ehrlich, primitiv. Mann, Frau. Zeit, Langeweile. Nähe, Duftstoffe. Hautkontakt, Erregung.

Ich ziehe Dich aus. Du legst Dich hin. Ich küsse Dich. Du streichelst meinen Körper. Ich spreize Deine Beine, winkle Deine Knie an, dringe in Dich ein, bewege mich in Deinem Schoß, während Deine Hände auf meinen Schultern ruhen und beschleunige dann irgendwann den Rhythmus. Du krallst Deine Finger in meinen Rücken und zuckst. Ich ergieße mich und lasse mich keuchend auf Dich niedersinken. Vorspiel, Beischlaf, Orgasmus. Keine Zärtlichkeit danach.

Was soll ich sagen? Verzeih mir. Ich habe kläglich versagt. Am Ende kam doch die beschissene Romantik heraus. 163 851 Zeichen, 30 673 Wörter, 115 Seiten.

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