Коты и ангелы

КОТЫ ОКАЗЫВАЮТ ПАГУБНОЕ ВЛИЯНИЕ на маленьких серьезных ангелов, пытаются сплоченными силами вырваться на волю.

Маленькие серьезные ангелы пришли ко мне на кухню, попросили кусок чизкейка и скрылись. По дороге изображали из себя Гензель и Гретель, два раза уронили чизкейк, тщательно втерли творог в паркет. Подалась через некоторое время на розыски, удивленная восхитительной тишиной. Тишина? У нас? В кои-то веки? Нагнала маленьких серьезных ангелов у входной двери, замерла, наблюдаю из зала за развитием событий.

Ангелы мои принарядились (ну и что, что одежда шиворот-навыворот, а ботинки не зашнурованы), коты заметно взволнованы. Катценбург стоит на задних лапах, объясняет: «Вот так берешься за ручку и плавно нажимаешь вниз. Видишь? Вниз!» Нико следует ее наставлениям: берется за ручку, плавно нажимает вниз. Я радуюсь, что успела повернуть ключ в замке. Дверь не открывается. Ангелы томятся нетерпением. За дверь берется Рожаросса, трепетно ласкает, целует, гладит. Дверь не открывается. Печаль омрачает детские и кошачьи лица.

– Куда же это вы собрались? – интересуюсь уважительно я.
– Мама, мы идем в сад к ёжику! – горделиво информирует меня Костя.

Коты как ни в чем не бывало отводят взгляд.

***
Ёжика мы навестили, измерили глубину каждой лужи, собрали букет из опавших листьев, а вот ключи я на всякий случай спрятала.

Advertisements

И никто не заметил…

НОЧЬ ТА НЕ ОТЛИЧАЛАСЬ от ночей, в Лету канувших. Не было ни роковых знамений, ни мудреных знаков. Молчали оракулы, ничто не предвещало капризов Фортуны. Так же светила луна, так же мерцали звезды. Темным было полотно небес, – нежным, как персидские шелка; спокойной – живописная долина, отдыхающая под вечным куполом от дневной суеты.

Змейкой извивалась река, тихо журчала вода, переговариваясь с нимфами и наядами. Перламутром переливался снег на вершинах гор. Испугавшись резких шорохов, вспорхнула из кустов смородины стая птиц, поднялась в воздух.

Кто-то почивал; кому-то снились безмятежные сны, – яркие и пленительные; кто-то мучился бессонницей, горевал, печалился, вкушал радость, лелеял мечты, с нетерпением ожидал, когда займется заря, когда Селена, богиня луны, сойдет с небосклона и на востоке розоперстая Эос зажжет утреннюю звезду, когда она раскроет врата дворца бога солнца Гелиоса и польет землю жаждущую росой из золотого кувшина.

Фридрих поднялся с пола и неспокойно огляделся. Это был всего лишь сон; странный, неспокойный, бессмысленный сон. „Надо же, – усмехнулся он, – впредь никаких стихотворных излияний Руппельфукса на ночь глядя! Приснится же белиберда… лошадь на дереве… с носком… или… нет, лошадь таки была… Гертруде рассказывать не буду – засмеет. Не плохо было бы пожить в том раю: не трудиться, не беспокоиться, не заботиться о будущем. Всё всегда готово, всё тебе в угоду, всё тебе на радость. Какая идиллия“.

…И никто не заметил, а если и заметил, то не придал значения, что в ту ночь почти все проснулись, когда на улице еще царила темень; что всем снился один сон, манящий уставшую душу своей гармонией и тишиной.

Мышь в теплой постели, которую она устроила в ржавой банке с наклейкой „шпроты“, закуталась потеплей в одеяло, повернулась на другой бок и задремала. Тильда зевнула, поправила подушки и мирно захрапела в своей каморке. Высунул голову из-под покрывала дон Камилло, глянул на посапывающую рядом Евстигнею, выгнал из сарая двух улиток и снова – на боковую. На другом конце города поднялась с постели Татьяна. Ей тоже не спалось. Но о ней немного позже.

Фридрих потянулся, потрогал лапкой пустую мышеловку, недовольно пробурчал неведомые заклинания и решил проведать хозяина.

„Где же мы, сударь, до утра гуляем? Опять за юбками волочимся?.. Какой ловелас“, – подумал он, не застав Алоизия дома. В спальной комнате на кресле и на стульях, на подоконнике и на полках старого платяного шкафа валялась скомканная одежда, возле кровати – небрежно брошенная обувь. Фридрих забеспокоился. Он давно приметил, что с Алоизием творилось неладное, доселе небывалое. Он стал рассеянным, часто забывал накормить своего питомца, а порой прогуливал работу, бесстыдно врал и пропадал неделями в неизвестных местах. По возвращении же домой был мил и приветлив.

Фридрих поглядел в коридоре, заглянул в маленькую кладовку под лестницей, поднялся на чердак и проверил еще раз кухню. Алоизия Руппельфукса нигде не было.

Αναστασία

„WARUM WILL SIE ÜBERHAUPT, dass wir nach einem möglichen Zufluchtsort Ausschau halten?“ fragte er aufgebracht den Piloten. „Die Dinge laufen wunderbar. Ich sehe keinen Grund dafür. Das ist doch reine Zeitverschwendung.“

„Ich führe einen einfachen Befehl aus, O’Callaghan. Die Idee scheint mir nicht so abwegig zu sein. Wir bewohnen seit drei Jahrzehnten die Kolonie und die Stürme im Sommer machen uns immer noch regelmäßig zu schaffen. Wir brauchen mehr Schutzmechanismen für die Stadt. Es ist eine vernünftige Idee, sich nach einer möglichen Alphabasis umzuschauen. Außerdem sind nur Sie daran schuld. Ihr Hyperraum-Antrieb hat doch für uns die neuen Wege geebnet,“ Healy lächelte ihm unverblümt ins Gesicht. Es machte ihm sichtbar Spaß, den Wissenschaftler auf den Arm zu nehmen.

„Healy, konzentrieren Sie sich aufs Fliegen und lassen Sie die Wissenschaft ihre Aufgabe erfüllen.“ Die sarkastische Antwort O’Callaghans kam prompt. „Es ist kein Spaziergang und ich werde alt, bis Sie einen geeigneten Planeten finden. Nicht nur, dass ich hier eine törichte Aufgabe vollenden muss, ich arbeite dazu noch mit einer Bande inkompetenter Draufgänger.“

„Was sind wir heute mürrisch! Schlecht geschlafen, Doc? Haben Sie schon wieder schlecht geträumt?“, die Stimme des Piloten war die Unschuld selbst, aber die Augen verrieten sein Amüsement und Zufriedenheit.

„Hören Sie zu, Healy…“ Er hörte plötzlich auf zu sprechen. „Sehen Sie sich diesen Mond dort drüben an! Es scheint, als gäbe es dort Leben. Sieht aus wie Wald.“ Er stand von seinem Sessel auf und blickte zu dem Schutzschild des Cargoschiffes. „Healy, lassen sie die Scanners den Mond abtasten.“

„Wir haben gestern diesen Planeten und ihn umkreisende Himmelskörper überprüft“, unterbrach ihn Riley ungeduldig. „Es war gestern nicht da.“

„Was meinen Sie, es wäre gestern nicht da gewesen?“

„Der Stern emittierte das Milliardenfache seiner ursprünglichen Leuchtkraft. Er sah gestern wie ein Feuerball aus“, Riley konnte es kaum fassen. „Ich bin davon ausgegangen, dass die zweite Sonne vor einer kurzen Zeit kollabierte.“

„Welche zweite Sonne? Sie wollen mir weismachen, dass der Mond gestern eine Supernova war? Sie haben studiert, Riley, richtig?“

„Hören Sie schon auf.“ Riley versuchte, sich zu beherrschen. Die Einwände des Wissenschaftlers waren völlig nachvollziehbar, aber er kannte keine andere Antwort. „Wir haben hier einen roten Überriesen der Leuchtkraftklasse V vor siebzehn Jahren entdeckt. Es sah ganz nach einer Supernova-Explosion des Typs II aus.“

„Sieht das für Sie wie ein Neutronenstern aus, Riley? Oder ist das eher ein Schwarzes Loch?“, gab der Wissenschaftler keine Ruhe. „Vielleicht gelten in anderen Galaxien die Gesetze der Physik nicht?“

Der Pilot unterbrach sie. „Ist ja gut. Die Luft auf dem Planeten scheint unschädlich zu sein. Die Skanners zeigen 78 Prozent des Stickstoffes und 21 Prozent des Sauerstoffes in der Atmosphäre an. Es gibt nur geringere Anteile von Neon und Helium.“

„Das ist normal. Die enthält unsere Luft auch“, trat O’Callaghan ungeduldig dazwischen. „Ich schlage vor, dass wir einfach landen und die Umgebung erkunden.“ ——

„Konnten sie irgendwelche Anzeichen menschlicher Siedlungen aus dem Orbit entdecken?“ O’Callaghan sandte seine Frage per Radio zu dem Cargoschiff.

„Es gibt keine Anzeichen, nein. Aber vielleicht leben sie in den Höhlen. Nordwestlich von Ihnen gibt es ein großes Bergland. Es sieht so aus, als gäbe es dort auch Vulkanaktivitäten. Seien Sie auf der Hut.“

„Alles kapiert. Wir werden uns später melden. Schlafen Sie dort nicht ein, Healy. Ich lasse Sie wissen, falls es sich hier etwas Spannendes ereignet. Over!“

„Seien Sie vorsichtig. Und… O’Callaghan, gehen Sie den Einheimischen nicht sofort auf den Wecker. Versuchen Sie sich zu bändigen. Es kann durchaus passieren, dass sie weniger Geduld haben als ich. Over!“

Healy schaltete das Radio ab und lehnte sich in seinem Sessel zurück. Der Planet sah friedlich aus.

„Vielleicht haben wir dieses Mal mehr Glück“, dachte er. So ein Leben im All stellte sich gelegentlich als leidlich kompliziert heraus. Er seufzte leise und flog weiter gen Norden. ——

Die blaue Decke des Himmels schwebte hoch über dem Planeten. Luftige Wolken bewegten sich majestätisch, sich dem Wind spielerisch widersetzend. Es war ungewöhnlich still. Keine Hektik, kein Lärm, kein einziges Geräusch. Nur eine leichte Brise, die aus der Richtung des Ozeans wehte, stritt mit der vollkommenen Harmonie der Natur wett und weckte sie aus der Umarmung ihres Schlafes. Aus der westlichen Richtung hörte man die leisen Geräusche der brandenden Wellen. O’Callaghan und Riley schlagen sich mühsam durch den Wald.

„Haben Sie das gehört?“, hielt Riley plötzlich an und horchte in die Ferne.

„Was hätte ich hören sollen? Es ist ganz ruhig hier, Riley. Als ob wir die einzigen lebenden Organismen auf diesem Planeten wären. Die Skanners indizieren kein Leben im Ozean. Ich sehe keine Insekte, keine Tiere. Man hörte keine Vögel in dem Wald singen. Ich finde das äußerst merkwürdig. Sie nicht? Die Umgebung ist der unseren ziemlich ähnlich, aber anscheinend gibt es hier kein Leben.“

„Ich glaube, ich habe ein Geräusch vernommen. Als ob sich jemand anschleichen würde.“

„Ja? Ich hab’ nichts gehört. Vielleicht versteckt sich ein Tier im Gebüsch?“

„Da! Sehen Sie?“

O’Callaghans Blick verfolgte die Richtung, in die Riley mit seiner Hand zeigte. In den Zweigen einer Weide ein paar Schritte von ihnen entfernt saß ein Vogel. Sein Blick musterte die Männer, die sich in sein Reich vorgewagt haben. Er sah aus wie ein kleiner Sperling. Seine Federn standen ab, als ob er versuchen würde, sich von der Kühle zu schützen. Der Vogel war nicht außerordentlich schön, aber sein Gefieder war ungewöhnlich. Die Strahlen der Sonne widerspiegelnd, schimmerte es leicht. Lichte smaragdene Augen beobachteten geduldig und aufmerksam. Irgendwo in der Tiefe des Waldes hörten die Männer plötzlich ein leises Krächzen. Der Vogel wandte seinen Kopf dem Geräusch zu. Er blickte noch einmal die Ruhestörer an und flog weg. ——

„In Ordnung. Was das Leben betrifft, hab’ ich mich wohl getäuscht.“ Nach einiger Zeit des Schweigens fing O’Callaghan wieder an zu sprechen.

„Nein? Was Sie nicht sagen? Das passiert aber äußerst selten“, antwortete Riley sarkastisch. Sie arbeiteten nun fast seit einem Jahr zusammen und hin und wieder kostete es Riley wirklich eine Menge Geduld und Willenskraft, den Charakter von O’Callaghan und seine zuweilen anmaßende Natur zu ertragen. Sie waren nie einer Meinung und haben sich mit der Tatsache abgefunden, dass sie sehr oft Kompromisse schließen müssen.

„Ich bin nur von Klugscheißern umgeben! Sarkasmus ist ungesund, Riley. Sie haben Ihre Freizeit dafür. Obschon… Ihre Arbeitszeit verwenden Sie auch für diese Übung. Es sieht ganz danach aus, als wäre der Planet doch nicht so unbewohnt. Es gibt anscheinend nicht nur primitive Lebensformen, sondern auch komplexere.“

Sie erreichten eine kleine Wiese. Die grünen Blätter der Bäume spendete Schatten und angenehme Kühle, die Männer von den Strahlen der Mittagssonne beschützend. Es sah so aus, als wären alle Bäume gleichaltrig. Es gab keine alten und der Wald sah relativ jung aus. Es herrschte die gleiche Stille. Nur die Geräusche des sprudelnden Baches störten die Stille des Waldes. Das Wasser war kristallklar und kühl. Irgendwo ganz in der Nähe hörte sie die Zweige brechen. Sie schauten angespannt in die Richtung des Geräusches. Ein paar Minuten später betrat ein junges Mädchen die Weide. Sie war barfuß. Mit einem liebenswürdigen Lächeln auf ihren Lippen ging sie zu den vor Fassungslosigkeit erstarrten Männern.

„Was sagen Sie dazu? Sehen Sie, Riley, es wird immer lustiger. Das wird wohl unser Begrüßungskomitee sein“, flüsterte O’Callaghan leise zu seinem Begleiter.

„Da würde ich mich nicht unbedingt sofort in Begeisterung stürzen…“

„Was denn, Riley, spricht da etwa Ihre Tapferkeit aus Ihnen heraus?“ Die Stimme O’Callaghan klang sehr spaßig und neckisch. „Lassen Sie die Experten die intergalaktischen Beziehungen auf die Beine stellen. Lernen Sie von dem Meister, Riley!“ Er setzte sein bestes Lächelt auf und wartete auf die Frau, als sie sich ihnen näherte.

„Na, da bin ich aber gespannt, Eure Exzellenz!“ Riley schaute ihn skeptisch, beinahe feindselig an. ——

Sie saßen auf bequemen Kissen in einer Hütte. Auf dem kleinen Tisch vor ihnen standen köstliche Speisen und Wasser. Die Beiden fühlten sich sehr wohl und erholt nach sechs Stunden Umherirrens im Wald.

„Du sagst also, dass du allein auf dem Planeten bist, Anastasia?“ O’Callaghan begann zu sprechen, als das Mädchen die Hütte wieder betrat, einen Korb mit reifen Früchten auf den Tisch stellte und sich neben Riley setzte.

„ Es ist nur vorübergehend. Bald wird sich alles ändern und das Leben auf dem Planeten wird wieder aufblühen.“

„Wo sind sie alle hin? Werden deine Leute bald zurückkehren?“, insistierte Riley.

„Ihr wisst das nicht?“, blickte das Mädchen sie an.

„Wissen was? Vielleicht haben wir dich nicht richtig verstanden. Das ist ja sowieso das erste Mal, dass wir in diesem Eckchen der Galaxie auftauchen. Wir suchen nach einem Ort, wo wir Asyl werden finden können, falls wir mit Problemen der Kolonie nicht mehr zurecht kommen“, erklärte ihr O’Callaghan.

„Dieser hier“, Riley richtete seinen unschuldigen Blick auf O’Callaghan, „hat uns ermöglicht, deine Galaxie zu erreichen. Konnte nicht bei seiner Spielzeugfabrik bleiben, musste entdecken und entwickeln. Jetzt haben wir nur noch Probleme… Erschwerend hinzu werden wir ihn nicht mehr los.“

„Riley! Aufs Essen konzentrieren. Ex-per-ten!!! Okay? Nicht vergessen, was ich Ihnen erklärt habe.“ ——

Sie sank ihren Blick und setzte die Geschichte fort.

„…und es herrschte Krieg. Zweihundert Jahre war unsere Zivilisation von den feindlichen Armeen belagert. Und es gab kein Ende in Sicht. Wir konnten ihre Angriffe immer abwehren. Und unsere Schutzschilde hielten ihren Waffen Stand. Die hochentwickelte Technik der Feinde konnte uns nicht zu Fall bringen, aber wir waren ihnen zahlenmäßig unterlegen. Und wir waren erschöpft nach diesem ewigen Krieg. Wir kümmerten uns nicht mehr um die Liebe, wir kümmerten uns nicht mehr um das Lachen. Das Fühlen war obsolet geworden. Eine neue Generation kam, um bloß die alte in ihrem erbarmungslosen Kampf zu ersetzen. Die Welt war grau. Die Welt war rot.

Die letzte Schlacht fand statt. Ich sah die Zerstörung. Ich spürte den Schmerz der Hunderte von Generationen – er zerriss meine Seele und ließ mich aufschreien. Der Planet lag in Asche und es regnete Blut. Die Städte waren Ruinen. Die Wälder brannten und die Flammensäulen stiegen empor zu dem Himmel. Die Flüsse füllten sich mit Giften und die Luft mit Schwefel. Alles war still. Keine Geräusche. Die Wehklagen der verzweifelten Überlebten störten nicht mehr die Totenstille des Planeten, sie hallten ab, versanken in dem Schatten der Vergangenheit. Das unerträgliche Schweigen herrschte über der Verwüstung. Ich konnte die Sonne nicht mehr sehen. Sie war verdeckt. Ich konnte kein Licht erblicken. Es schneite nicht im Winter und ich spürte keine Regentropfen auf meinem Gesicht. Stille — sechzigtausend Jahre Stille.

Und dann sah ich die kleine Flamme. Sie brannte so hell. Ganz in der Ferne. Ich spürte Wärme. Ich sah die ersten Strahlen der Sonne und es begann zu regnen. Die Asche des Todes spülte der Regen weg. Er reinigte und erneuerte den Boden. Der erste Windhauch streichelte über mein Gesicht. Ich wohnte dem ersten Sonnenaufgang bei. Und ich verabschiedete die Sonne bei der ersten Abenddämmerung. Nach sechzigtausend Jahren erhellte sich der Himmel und wurde wieder blau. Ich sah die Sterne des Nachts. Die ersten Sprossen des Grases erblickten das Licht. Das Wasser der Flüsse wurde wieder kühl und rein. Ich sah die erste Blume auf dem Baum erblühen. Hörte das Rauschen des ersten Baches, das Rieseln des Sandes entlang der Ufer und die Flügel des ersten Schmetterlings aufschlagen. Ich hörte die Hoffnung leise zu mir sprechen. Ich sah mich in den Zweigen der Trauerweide sitzen. Und ich sah mich in dem Wasser widerspiegeln…“ ——

„Wie der Phoenix…“ Die Stimme O’Callaghans war sehr sanft und in Gedanken versunken.

„Wie der Phoenix,“ wiederholte sie flüsternd seine Worte. Ihre smaragdgrünen Augen erstrahlten vom Licht und das graue Kleid schimmerte in den Strahlen der untergehenden Sonne…