Professor Unrat lässt grüßen

L.: Wo gehst du jetzt denn noch bitte hin?
M.: Ins (nuschelnd) …uuufff.
L.: Wohin? Ins Puff?
M.: Doch nicht ins Puff. Ins Kabuff.
L.: Haben wir neuerdings ein Kabuff? Haben wir neuerdings Heinrich Mann gelesen?
M.: Benutzen wir neuerdings Pluralis Majestatis?
L.: Nein, bei uns ist neuerdings mal wieder der Größenwahn ausbiebrochen*.

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*T9 – ausbiebrochen statt ausgebrochen; an allem sind die Bieber schuld :D
**My new best friend, Devil’s coach-horse beetle; they do look suspicious, don’t they?
***Ich habe nicht nur „Bullets over Broadway“ aufgetrieben. „The Tailor of Panama“ ist auch drin.

Mike, wo ist mein Knoblauchbrot abgeblieben?

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Extremsport zum Wochenende

L.: Baby, was machen wir heute Abend?
M.: Wir besteigen den Mount Everest und segeln die Sieben Weltmeere um.
L.: Okay. Ich treibe „Bullets over Broadway“ auf. Du bestellst die Pizza.

* * *

H.: Ein wenig windig heute.
L.: Haley, übertreibe nicht so maßlos.

Linguistische Paradigmata

L.: Michael, was machst du?
M.: Siehst du’s nicht? Ich liege auf der Couch und denke Gedanken.
L.: Du denkst Gedanken?..
M.: Ich denke Gedanken! Was passt dir nicht daran? Manchmal träume ich Träume. Manchmal fantasiere ich Fantasien. Willst du mit mir einen Fick ficken?
L.: Einen Fick ficken entspricht nicht ganz dem Paradigma, wessen du dich so großzügig bedienst.
M.: Wen interessiert’s?! ich bin Ausländer. Ich bin kein Linguist. Runter mit dem Höschen.

Ich überlege gerade, auf welche Art und Weise ich ihn töten werde… Hat jemand den wütenden Mob gesehen?

Bobos vs. Höhlenmenschen

L.: Kein vegetarisches Frühstück für dich.
M.: Erfahre ich auch den Grund dafür?
L.: Ich habe auf dich gewartet und zwei Männer belauscht, die eine halbe Stunde lang über Vorzüge von Amaranth und Quinoa diskutiert haben. Ich bin trocken wie die Sahara. Ich habe genug von Warmduschern. Sei du selbst: rüde, rüpelhaft und ungehobelt.
M.: Ich könnte dir die Niagarafälle anbieten. Was? Du hast mit den geografischen Vergleichen angefangen.

* * *
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The Wall

L.: Hast du den Sonnenaufgang gesehen?
M.: Schön.
L.: Holyrood Park. Hab‘ gehofft, meine neuen Freunde zu treffen.
M.: Die sind wahrscheinlich bereits abgereist.
L.: Isst du mit mir zu Mittag?
M.: Heute nicht. Leider.
L.: Gut. Dann gehe ich zu Henry und lasse mich von ihm quälen.

* * *
Henry, ein ehemaliger Bootneck/mein Lieblingscoach, ist vor kurzem von Carlisle nach Newcastle gelaufen.

14:12:46
110.8 km
7:42/km

Bloody hell! I should bow when I see him today, shouldn’t I?

Happy Father’s Day!

Haley: Was hast du Mike zum Vatertag geschenkt?
L.: Rote Rosen, Springbank 45yo und mich. Die Blumen hat unsere Große geklaut. Sie sind in ihrem Kinderzimmer zu bewundern. Den Whisky wird er bei Texas Hold’em mit seinen Kumpels an einem Freitag genießen. Ich wurde ausgepackt. Was hast du Daniel geschenkt?
H. (lachend): Motivsocken, aber er hat mich trotzdem ausgepackt.

Baby, we’re the lucky ones. You are the greatest and most precious gift from Heaven. We love you and we feel your love wherever we go. You’re the best father in the world. Every single day.

* * *
Am 29. Juni endet für die Horrorbrigade das Schuljahr. Danach werden wir mit Haley und Daniel, Nadja und Ilja von Edinburgh über Helgoland durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Glückstadt segeln*. 450 Seemeilen.

Hach, ich freue mich auf meinen Bruder, meine Freunde und meine Tiere.
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*Ahoi! Ahoi! Frau über Bord!

Knigge für Ferkel

M.: Kaufe dir ein Kleid und neue Schuhe.
L.: Nachdem ich diese Worte das letzte Mal aus deinem Mund gehört hatte, stolperte ich, stürzte, bettete mich auf die kühlen Stufen eines Nobelrestaurants – in einem Interieur aus Gold, Spiegeln und Kronleuchtern, das seidene Kleid geschickt um den Hals gewickelt –, und kam Ilja so nah, wie sonst keinem deiner Freunde.
M.: Ich gebe zu, du sahst dabei unbegreiflich würdevoll aus: Grazie, Anmut… die Zierde der Marmortreppe par excellence. Die Zeit erstarrte. Der flüchtige Zauber des Augenblicks hallte nach. Venus erblasste vor Neid. Achtzehn Monate harter Arbeit und Disziplin auf dem Übungsgelände hatten sich gelohnt. Wäre ich an Iljas statt, griffe ich bestimmt nach deinem Po, nicht nach dem Schenkel.
L.: Verderbtes Ferkel.
M.: Apropos Verderbtheit: Erwähne nochmals seinen Namen mit einem schwärmerischen Lächeln, und ich werde dich einkerkern. Warum trägst du nie den eleganten Kartoffelsack, den ich dir geschenkt habe?
L.: Ich überlasse ihn dir.
M.: Zu kurz. Frau würde meine Beine sehen.
L.: Hör auf. Ich werde wuschig. Deine Beine vertrügen allerdings eine gründliche Rasur. Rasierer, Epilierer, Waxing, Shugaring, Alexandritlaser?
M.: Vergiss es. Ich bin wie Sampson, meine liebe Delila. Werde ich der Körperbehaarung beraubt, schwindet meine Kraft, auch die Manneskraft. Stelle dir all die desperaten Nächte vor, in denen du vollkommen nackt, glühend und zitternd vor Verlangen, unter die Decke schlüpfen und mit mir stundenlang über Belanglosigkeiten reden müsstest.
L.: Blanker Horror.

* * *
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Das Bildnis der Pimpinelle H.*

M.: Frau, du bist so eine… Pimpinelle.
L.: Pimpinelle ist kein Schimpfwort, mein ungebildeter Freund.
M.: Da wurdest du falsch informiert.
L.: Klappe halten. Ich bin reizend.
M.: Du hast ja keine Ahnung, wie sehr du mich manchmal reizt.

* * *
Ich gehe heute mit diesem unverschämten Kerl zu einem Geschäftsessen. Ich werde kein Höschen tragen :D

Baby, hast Du mich verstanden?
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*Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde

Three Men in a Boat*

oder: Ab – nach Australien!

Ich ziehe Magisches an. Ich bin ein Schwarzes Loch. Keine blöden Witze, Michael! Mach deinen Mund zu, sonst töte ich dich. Vor einer viertel Stunde sind mir und den Höllenhunden vier wunderbar besoffene Gestalten im Holyrood Park begegnet: ein dürrer Riesenrentner mit schütterem Haar, in eine saphirblaue Jacke geheimnisvoll gehüllt, ein kleiner dicker Rentner mit schwarz gefärbter Haarpracht und eine ältere Frau in einem giftgrünen Pullover. Sie haben eine anregende Diskussion geführt. In Deutsch.

* * *
Schönheit in Giftgrün mit Einkaufsnetz: Schottland ist ein Scheißland. Ich will auswandern.
Schönheit in Saphirblau mit Dackel (unangenehm laut, torkelnd): Wohin?
Schönheit in Giftgrün mit Einkaufsnetz: Nach Russland.
Kleiner Dicker (sich kaum auf den Beinen haltend): Nach Australien?
Schönheit in Saphirblau mit Dackel: Nach Russland, sagt sie.
Kleiner Dicker (erhobenen Hauptes): Russland ist auch ein Scheißland.
Dackel: Anubis, mein Herr, befreie mich von dieser Qual. Ich werde nie mehr in einen Stiefel kotzen.
__________
*Three Men in a Boat (To Say Nothing of the Dog) by Jerome K. Jerome

Die Kunst der Malerei

Henry: Linda?
L.: Sie ist nach Sibirien ausgewandert.
H.: Wie ich dich vermisst habe.
L.: Das ist nachvollziehbar. Ich bin bezaubernd.
H.: Geez. Und so bescheiden. Kommst du zum Training?
L.: Nein. Ich bin zu beschäftigt.
H.: Was machst du?
L.: Ich sitze auf dem Balkon und bemale Bananen. Wo kann ich einen Axolotl kaufen?
H.: Wirst du ihn auch bemalen?

* * *
Kundgabe: Du! Hab‘ beschlossen, fett zu werden. Freunde Dich mit dem Gedanken an. Küsschen. Dein Weib.
Resonanz: Wer?

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Hexen & deren Kraftfahrzeuge

I.: Partnertausch?
L.: Wie bitte? Ist das ein russischer Brauch? Ich bin Ethnologin. Ich füge mich in mein Schicksal.
I.: Wodka, Kaviar, Partnertausch. Ich meine bloß, fährst du bei mir mit oder bei deinem Mann?
L.: Wem? Ich weiß nicht, wer das ist.
M.: Dafür wirst du Buße tun, mein Täubchen.
L.: Das hoffe ich stark. Das war die geheime Absicht der Aussage.

* * *
L.: Ich habe bis dato gefahren… snowmobiles, jetskis, rock crawlers, dune buggies, beach buggies and now – a quad. Gibt es solche Gefährte auch für den Himmel?
I. (schmunzelnd): Gefährte für den Himmel…
L.: Was? Zu abgehoben für den feinen Herrn? Klingt Töfftöffs vertrauter?
I.: Ich bin mit Gefährten zufrieden. Da wären… Drachen, fliegende Teppiche, Santas Schneeschlitten.
L.: Aha. Ich bin von Vollidioten umgeben.
I.: Gleich und gleich gesellt sich gern. Sie erkennen sich in dir wie in einem Spiegel. Seufze nicht. Ich habe gescherzt. Ich wollte dich zum Lächeln bringen. Ernsthaft, Luftfahrzeuge: Luftschiffe, Gleitschirme, Flugzeuge.
L.: Ab und zu verprügle ich unverschämt witzige Männer. Aus Spaß halt.
I.: Das glaube ich dir. Ich versuche gerade, dich zu besänftigen. Setze dich doch ans Steuer.

* * *
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A Short Film

M.: Hey… Woman?!
L.: What do you want? Go away.
M.: I got an erection. What do you think I want?
L.: Fascinating. Write an article about this sensation. I’ll post it.
M.: Should I take a photo?
L.: Shoot a short film.

I admit I’m sorely tempted to drop him off at the airport today, but the luggage is too heavy.
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The way your wife looks at you when you’re annoying her.

When in Russia


Blau, so blau.

* * *
“That’s not true. He’s neither an arrogant bastard nor a cynical dick. His smile is just adorable. He is charming, witty, and intelligent. He is… well, pretty much a frustrated teddy bear.”

Who would’ve thought? I’m in love with a frustrated teddy bear.

Майк таки Мишка.

אני חושב

L: Make a serious face and whisper softly „אני חושב“.
M: No.
L: Why?
M: Don’t want you to get hot and excited.
L: I thought that’s all you ever wanted.
M: Well, yes, actually, yes, that might be true, but not immediately.
L: Should I undress myself?
M (bursting out in laugh): No. Definitely not. I enjoy seeing you naked, but not in a grocery store. Wait till we’re at home.

* * *
M: You’re still not naked.
L: You still didn’t say „אני חושב“.
M: Is that gonna lead to an orgasm?
L: Everything leads to an orgasm in your particular universe, Michael. A friendly handshake, an accidental touch, a bare toe.
M: .ליני, אני חושב שאני אוהב אותך
L: Blödmann.
M: Das war klar. How about an orgasm right now?
__________
Я думаю

Тост

М.: To my first and only love. To the mother of my children. To my beautiful bride. Я люблю тебя, Линка! Я люблю тебя больше своей жизни. Ты меня любишь?
L.: Немного. Ты чем обдолбался, дебил?
М.: Гонораром.
L.: Я люблю тебя бесконечно!

From Russia with Love

Sollte ich Kaviar, Blini, eiskalten Wodka und die berühmte russische Gastfreundschaft überleben, sehen wir uns in acht Tagen beim Sonnenuntergang am Leuchtturm wieder.

* * *
L.: Gibt’s in Russland auch zärtliche Yeti -Männer?
M.: Hast du Fliegenpilze geraucht? Für dich gibt’s nur mich. Get used to it. Und jetzt – halt die Klappe. Hier ist deine Lieblingslektüre.
L.: Ein Thesaurus?
M.: Das Telefonbuch.

3 ;)

XX: Du bist also Single und dreifache Mama…
L.: Äh…
M.: Das ist richtig.
XX: Bist du ihr Freund?
M.: Nein, Liebhaber. Ich bin glücklich verheiratet und ziehe mit meiner Gattin fünf wunderbare Kinder groß.
XX (verdutzter Blick): Nett.

L.: Musste das sein?
M.: Wechsle nicht das Thema. Warum erwähnst du mich so selten, dass man denkt, du wärst vogelfrei?
L.: Ist das nicht offensichtlich? Ich schäme mich für dich.
M.: Ist dir klar, dass du mich gerade herausgefordert hast?

Erzengel und Linde: 101 Geschichte, 30 weitere als „privat“ gekennzeichnet
us: 363 Geschichten
kids: 294 Geschichten

Wie hält er es mit einer undankbaren Egoistin nur aus? Der Mann ist ein Heiliger.

* * *
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Forfar Triathlon

For Mike (sprint)
Swim: 750m
Bike: 21.1km
Run: 5km

For me (novice)
Swim: 400m
Bike: 10.74km
Run: 5km

52 days to go.
That’s gonna be an awesome summer.

EMF

I ran Edinburgh.

13.1mi
6:42/mi
1:28:25

A little bit proud of myself.

Hunde & Luxus

L.: Überleg mal, man kauft ein Haus, das fast 10.000.000 € wert ist. Luxusimmobilie aus der Gründerzeit. Am Flussufer gebaut. Wohnfläche über 1000 m2. Grundstück fast 2000 m2. 20 Zimmer. Swimmingpool, indoor.
Daffyd: Nebenkosten nicht inbegriffen. 43.000 für Grundbucheintrag. 500.000 für Grunderwerbssteuer. Der Makler bekommt 607.000, der Notar 128.000.
L.: 1.278.000 insgesamt.
D.: 11.278.000 insgesamt.
L.: Gibt es auch für solche Fälle Finanzierungsmöglichkeiten?
D.: Sicher. 3.300.000 Eigenkapital sind zwingend nachzuweisen. Bei einem Jahreszins von 1,28% erhält man von der Bank 8.100.000.
L.: Wie hoch ist die Monatsrate?
D.: Sollzinsbindung von 10 Jahren? Ungefähr 22.000.
L.: Krass.
D.: Na, entweder ist man wohlhabend genug oder man entscheidet sich lieber für ein einfaches Haus, das 160.000 kostet.
L.: Immer noch ein stolzer Preis. Meine Mutter hat immer gesagt: „Nimm nie einen Kredit auf, das Geld gehört der Bank. Heirate keinen reichen Mann, nur weil er reich ist, das Geld gehört ihm. Heirate keinen alten Mann, je älter sie werden, desto langweiliger sind sie.“
D.: Klingt weise.

Was denn? Worüber redet ihr bei einem Spaziergang mit den Hunden am Strand?

* * *
Das ist kein Hund. Das ist ein Schwein.

Female Honesty

XX: Du frisst wie ein Nilpferd und bist trotzdem dünn. Hast du Würmer?
L.: Yep. Sie heißen Pietro und Gianluca. Ich habe sie auf meiner Reise in die Toskana kennengelernt. Sie residierten in einem Apfel.

Wie schreibt man „Neit“ und „Mizgunst“ richtig?

* * *
XX2: Newlyweds?
L.: Newlyweds??? 18 years together. 5 kids, 2 dogs, 2 bunnies and the cat of the Apocalypse – Fräulein Fettel.

Ich wollte XX2, die ich vor diesem Geschäftsessen noch nie getroffen habe, umarmen und abküssen. Gesegnet soll ihr gutes Herz sein.

* * *
Anfang Juni werde ich Michael nach Russland begleiten: fünf Tage in Moskau, drei Tage in Sankt Petersburg.

Dreams do come true :)

SM

Letzte Woche habe ich [ausnahmsweise] mit zwei schönen Männern im Bett unter einem Dach gewohnt: Mike & Sam. Zum Frühstück gab’s Crêpes Suzette mit flambierten Orangen und Champagner. Wie dekadent.

Ich war im Himmel. Ich bin eine simple Frau.

* * *
L.: Können wir Sam behalten? Können wir? Können wir? Können wir? Bitte! Bitte, bitte.
M: Nein! Definitiv nicht. Schmachte ihn nicht vergebens an.
L.: Das ist schade. Er beherrscht Hochdeutsch und leugnet nicht, dass er deutsch ist. Erinnere mich, warum ich dich und nicht Sam geheiratet habe?
M.: Nix verstehen.
L.: Du verstehen nur das, was dir gefallen.
M.: Und? Was sein deine Problemen?
L.: Ich liebe einen Blödian. Das sein meine Problemen.

Foodporn

oder: Die hohe Kunst der Blamage

Der Frühling ist da. Die Katzen fliegen gen Norden. Und mein Ehemann nennt mich neuerdings eine Attraktion der wandelnden Peinlichkeiten. Aber egal, ich mag ihn trotzdem.

* * *
L.: Besteige mich.
M.: Wie bitte?
L.: Ich meine, decke mich.
M.: Gerne. Wo?
L.: Halt die Klappe. Ich habe mich versprochen. Stelle dich so, dass mich niemand sieht.
M.: Schade. Die Konversation hat vielversprechend begonnen, obwohl ich zugeben muss, mich über die Wortwahl doch leicht gewundert zu haben.
L.: Habe ich rote Ohren?
M.: Hast du. Fühle dich nicht verlegen. Die Farbe passt perfekt zu deinem Lippenstift.

Unterbewusstsein ist eine Bitch, dabei wollte ich bloß ein Foto machen.

Wo Gott* Urlaub macht

Für mich gibt’s weiterhin keinen Yeti :(

Der Schotte mit den kornblumenblauen Augen hat mich mal wieder manipuliert und nach Edinburgh verschleppt. So gemein *seufz, schluchz*
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*Der Herr ist uns zwar nicht begegnet, dafür aber viele merkwürdige Gestalten, allesamt – menschlich.

Falljökull glacier

Ist diese isländische Landschaft nicht zauberhaft?

Unser Hafen der Glückseligkeit für eine Woche. Wahrscheinlich bleibe ich hier für immer. Michael darf von meinem Traum nicht zu früh erfahren…

Eighth Wonder of the World

M.: Überfällst du mich? Ich habe doch geschlafen. Was gedenkst du in der Gegend zu finden? Dort wurden weder Smaragde noch Rubine versteckt, höchstens Fabergé-Eier.
L.: Ich interessiere mich für kein Geschmeide. Ich will ficken. Ich will einen dicken, prallen Schwanz tief in mir drin spüren. Sofort!
M.: Hilfe! Das kannst du von mir nicht verlangen. Schaue mich nicht lüstern an. Finger weg. Nicht anfassen. Die Schamröte steigt mir ins Gesicht. Ich bin ein keuscher Mann. Ich entsage dem lasterhaften Sinnenrausch und darbe in der Abgeschiedenheit meiner Betthälfte.
L.: Halt die Klappe. Ich bin geil und nass. Ich brauche es dringend.
M.: Großer Gott im Himmel! Ich werde deine Begierde nicht schüren. Vergiss es. Flüstere keine Schweinereien in mein Ohr. Berühre nicht meinen Körper mit deinen Brüsten, dadurch entsteht ein wollüstiges Kribbeln in der Eichel. Ich protestiere. Schmiege dich nicht an mich. Nein, hab‘ ich gesagt. Meine unsterbliche Seele… Was machst du bloß? Warum quälst du mich? Reibe nicht an ihm, wenn du das Wunder der Auferstehung nicht mit den eigenen Augen erleben willst.
L.: Das ist Blasphemie. Dafür wirst du in der Hölle schmoren, Ketzer.
M.: Gehinnom ist keine Hölle. Unsere Hölle sind unsere Frauen. Here we go. Satisfied, you demiurge of sin and lust, you demon of seduction? The Eighth Wonder of the World. Go on. Take it.

Natürlich tut mir Michael menschlich leid, aber er wusste genau, worauf er sich einlässt, als er die tückische Frage des Priesters mit „I Do!“ beantwortet hat.

Mamas‘ Willkür

Ich fuhr mit dem Bus zu einem Date. Der Busfahrer bremste plötzlich. Ich nieste, furzte, biss mir auf die Zunge und pinkelte vor Verlegenheit in die Hose. Alle haben gelacht.

* * *
Welche Frau würde freiwillig diesen peinlichen Vorfall mit der ganzen Welt teilen? Das Gerücht hält sich schließlich hartnäckig: Prinzessinnen kacken nicht.

Ich verhandle mit Michael:

„Du Baby [koketter Tritt gegen das Schienbein]…“
„Was willst du?“
„Wir haben noch Bier. Ich schlage einen burping contest vor. Der Verlierer macht den Abwasch.“
„Ich verzichte.“
„Feigling!“
„Ich bin nicht feige. Ich gehe keine aussichtslosen Wetten ein.“

Darn my luck! Ich bin keine Prinzessin und – ich bevorzuge die Au­to­fahrten.

* * *
Warum schämen sich viele Frauen für solche Fauxpas? Warum schämen sich keine Mütter, die in den ‚coolen Mamablogs‘ ihre Kinder bloßstellen: peinliche Bilder mit verschmierten Gesichtern, in der Badewanne sitzend, auf der Toilette hockend, fast nackt mit nasser Windel; liebevolle Beschreibungen des Erbrochenen, Details über die Konsistenz der Fäkalien oder die Farbe der Expektoration?

Begreifen sie nicht, dass die Kinder nicht ihr Eigentum sind, das sie nach Lust und Laune zu merkantilen Zwecken veräußern dürfen? Das sind einzigartige, neugierige, vorurteilsfreie kleine Menschen, die zu jungen denkenden Menschen heranwachsen und sich kaum dafür bedanken werden.

Und die verurteilen mich?!

Vergebt mir meine jugendliche Naivität. Ignorance is bliss.

Buddhistische Weisheit

L.: Was ist das?
M.: Ein Graffito in Leith.
L.: Wie willst du sterben?
M.: Ich habe keine Angst vor dir. Ich habe alle Bratpfannen und Nudelhölzer versteckt.
L.: Du bist ein kluger tapferer Mann.
M.: Ich würde gerne meinen Vierzigsten erleben.
L.: Das verstehe ich gut. Gehst du mit mir zum Schießstand?
M.: Nein. Ich unterstützte die Forderung nach schärferem Waffenrecht. Vermutlich sollte ich heute Nacht auch im Arbeitszimmer schlafen. Bei abgeschlossener Tür.

Damn it! Wo kaufe ich einen solchen Aufkleber für meinen Wagen?

Männerherzen, Frauenseelen

M.: Wo bist du?
L.: Ich hüpfe die* Treppe hinauf. Zum dritten Mal.
M.: Hüpf nach Hause. Ich habe eine Überraschung für dich.
L.: Das bist aber nicht du, nackt, mit steifem Schwanz?
M.: Ganz und gar nicht, aber es kränkt mich, dass du dieses noble Geschenk nicht annehmen willst, denn es kommt vom Herzen.
L.: Erwischt! Ich habe immer gesagt, dein Herz befindet sich in der Hose.
M.: Na und? Kritisiere ich dich, wenn deine Seele ins Höschen rutscht und dort bis zum Höhepunkt verweilt – zitternd, zuckend, pulsierend?
L.: Halt die Klappe.
M.: Diskutiere nicht mit mir. Hüpf nach Haus‘.
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*Bestimmter Artikel, weil ich „the Vennel“ gemeint habe. Das ist diese Treppe.